
Abarth
Abarth 124 Spider
Foto: Calreyn88 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Der Abarth 124 Spider (2016–2020) ist ein zweitüriger Roadster mit Hinterradantrieb, der auf dem Mazda MX-5 basiert. Mit seinem 1,4-Liter-Turbobenziner und 170 PS verkörpert er italienisches Temperament und puren Fahrspaß.
Ideal für: Sportlich orientierte Fahrer, die einen charaktervollen Roadster mit Turbo-Motor und Hinterradantrieb suchen
Foto: Calreyn88 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Technische Daten
Abarth 124 Spider Eckdaten
Der Abarth 124 Spider repräsentiert die sportliche Interpretation des Fiat 124 Spider und wurde von 2016 bis 2020 produziert. Als moderne Hommage an den legendären Fiat 124 Sport Spider der 1960er und 1970er Jahre entstand das Fahrzeug in Kooperation mit Mazda auf Basis des MX-5 (ND). Abarth, die Performance-Marke von Fiat, verpasste dem Roadster einen charakteristischen Turbolader-Motor, eine sportlichere Abstimmung und ein aggressiveres Design. Mit seinem 1,4-Liter-Turbobenziner, der 170 PS leistet, positionierte sich der Abarth 124 Spider als emotionaler Sportwagen im klassischen Roadster-Segment. Das Fahrzeug wurde ausschließlich als zweitüriger Roadster mit Stoffverdeck angeboten und richtete sich an Puristen, die Fahrspaß und italienisches Temperament suchten.
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Die einzige Generation: Abarth 124 Spider (2016–2020)
Im März 2016 feierte der Abarth 124 Spider auf dem Genfer Autosalon seine Weltpremiere, kurz nach der Vorstellung des Fiat 124 Spider. Die technische Basis bildete die vierte Generation des Mazda MX-5 (ND), mit dem sich der Abarth die Plattform, das Fahrwerk und große Teile der Karosserie teilte. Allerdings unterschied sich der Abarth deutlich von seinen japanischen und italienischen Geschwistern durch einen eigenständigen Motor: Während Fiat und Mazda auf Saugmotoren setzten, verbaute Abarth den 1,4-Liter-MultiAir-Turbobenziner mit 170 PS (125 kW) und 250 Nm Drehmoment. Dieser Motor stammte aus dem Abarth-Regal und bot typisches Turbo-Ansprechverhalten mit kräftigem Durchzug bereits im niedrigen Drehzahlbereich.
Das Design des Abarth 124 Spider war deutlich aggressiver als beim Fiat-Pendant: Der Kühlergrill zeigte sich in mattem Schwarz mit Wabenmuster, die Frontschürze wirkte sportlicher und die Heckpartie erhielt einen markanten Diffusor sowie eine zentral positionierte Doppelauspuffanlage von Record Monza, die für einen charakteristischen Sound sorgte. Die Karosserie war insgesamt 4060 mm lang, 1740 mm breit und 1240 mm hoch – etwas länger als der MX-5 aufgrund der modifizierten Front- und Heckpartie. Das Leergewicht lag bei etwa 1060 kg, was dem Roadster ein hervorragendes Leistungsgewicht von 6,2 kg/PS bescherte.
Serienmäßig wurde der Abarth 124 Spider mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe ausgeliefert, das direkte und präzise Schaltvorgänge ermöglichte. Optional war eine 6-Gang-Automatik verfügbar, die allerdings bei Puristen weniger beliebt war. Der Hinterradantrieb, die ausgewogene Gewichtsverteilung von nahezu 50:50 und das kompakte Sperrdifferential trugen zu einem verspielten Fahrverhalten bei. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erledigte der Abarth in 6,8 Sekunden (Schaltgetriebe) bzw. 7,4 Sekunden (Automatik), die Höchstgeschwindigkeit lag bei 232 km/h.
Das Fahrwerk des Abarth 124 Spider war gegenüber dem Fiat 124 Spider nochmals straffer abgestimmt. Abarth verbaute Bilstein-Stoßdämpfer, stärkere Stabilisatoren und spezielle Federn, die das Wanken in Kurven minimieren sollten. Die Lenkung war direkt und vermittelte gutes Feedback, typisch für einen klassischen Roadster. Brembo-Bremsen an der Vorderachse sorgten für kräftige Verzögerung. Im Innenraum dominierte ein sportlicher Charakter mit Recaro-Sportsitzen (optional), Lederausstattung und Abarth-Logos an zahlreichen Stellen. Das Cockpit war fahrerzentriert ausgelegt, das Infotainmentsystem stammte von Mazda und bot einen 7-Zoll-Touchscreen mit Navigation, Apple CarPlay und Android Auto.
Sondermodelle und limitierte Editionen
Während seiner kurzen Produktionszeit brachte Abarth mehrere Sondermodelle auf den Markt. 2018 erschien der Abarth 124 Spider Rally Tribute, der an die erfolgreiche Rallye-Geschichte von Abarth erinnerte. Diese limitierte Edition war auf 124 Exemplare begrenzt und bot exklusive Features wie eine spezielle Lackierung in Abarth Red mit mattschwarzem Streifen über die Motorhaube, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen im Racing-Design, Xenon-Scheinwerfer, eine Brembo-Bremsanlage und Recaro-Schalensitze. Im Innenraum fanden sich Karbonapplikationen und nummerierte Plaketten.
Ein weiteres Highlight war der Abarth 124 GT, der 2018 vorgestellt wurde. Diese Version konzentrierte sich auf Langstrecken-Komfort bei gleichzeitig sportlichem Charakter. Der Abarth 124 GT verfügte über ein adaptives Bilstein-Fahrwerk, das zwischen Comfort- und Sport-Modus wechseln konnte, beheizte Ledersitze, Windschott und ein verbessertes Soundsystem. Äußerlich unterschied sich der GT durch spezielle 17-Zoll-Felgen und dezente Farbakzente.
Motorsport-DNA und Rallye-Engagement
Abarth entwickelte parallel zur Straßenversion eine Rallye-Version des 124 Spider, den Abarth 124 Rally, der in der R-GT-Klasse antrat. Dieses Fahrzeug leistete über 300 PS und gewann bereits 2017 die FIA-R-GT-Meisterschaft. Die Rallye-Erfolge unterstrichen die sportlichen Gene des Straßenautos und dienten als Marketinginstrument. Die Technik und Erkenntnisse aus dem Motorsport flossen teilweise in die Serienproduktion ein, insbesondere in die Sondermodelle.
Marktpositionierung und Konkurrenz
Der Abarth 124 Spider positionierte sich preislich oberhalb des Fiat 124 Spider und unterhalb von Modellen wie dem Porsche 718 Boxster. In Deutschland startete der Basispreis 2016 bei etwa 34.990 Euro, die besser ausgestatteten Versionen und Sondermodelle lagen bei über 40.000 Euro. Die Hauptkonkurrenten waren der Mazda MX-5, der BMW Z4 und der Mercedes-Benz SLC. Während der MX-5 mit seiner Zuverlässigkeit und seinem Saugmotor punktete, bot der Abarth mehr Drehmoment und einen charakteristischeren Sound. Allerdings litt der Abarth unter seiner vergleichsweise hohen Preispositionierung, die viele Käufer eher zum günstigeren MX-5 oder zum Fiat 124 Spider griff lassen ließ.
Facelift und Modellpflege
2019 erhielt der Abarth 124 Spider eine leichte Modellpflege. Diese umfasste hauptsächlich technische Updates wie ein überarbeitetes Infotainmentsystem, verbesserte Konnektivität und neue Lackfarben. Mechanisch blieb das Fahrzeug weitgehend unverändert. Abarth verzichtete auf größere optische Retuschen, da das Design bereits stark differenziert war. Die Modellpflege fiel insgesamt zurückhaltend aus, was auch damit zusammenhing, dass die Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurückblieben.
Produktionsende und Nachfolge
Im Sommer 2020 endete die Produktion des Abarth 124 Spider im Mazda-Werk in Hiroshima, Japan. Die Entscheidung fiel im Zusammenhang mit verschärften Emissionsnormen, sinkenden Absatzzahlen bei klassischen Sportwagen und der strategischen Neuausrichtung von Fiat Chrysler Automobiles (später Stellantis). Der Fiat 124 Spider wurde ebenfalls eingestellt. Insgesamt wurden weltweit nur wenige tausend Einheiten des Abarth 124 Spider produziert, was ihn heute zu einem relativ seltenen Fahrzeug macht. Einen direkten Nachfolger gibt es nicht – Abarth konzentriert sich seither auf die Elektrifizierung und Performance-Versionen von Fiat-Modellen wie dem 500e.
Technische Besonderheiten und Verbrauch
Der kombinierte Kraftstoffverbrauch des Abarth 124 Spider lag nach NEFZ bei 6,8 l/100 km, die CO₂-Emissionen bei 159 g/km. Der 48-Liter-Tank ermöglichte eine Reichweite von etwa 600 Kilometern. Der Kofferraum fasste 140 Liter – ausreichend für Wochenendausflüge, aber deutlich weniger als bei klassischen Sportwagen mit Staufach. Das elektrisch bedienbare Stoffverdeck ließ sich in wenigen Sekunden öffnen und schließen, selbst während der Fahrt bis zu einer Geschwindigkeit von etwa 10 km/h. Die Abarth-typischen Ausstattungsmerkmale wie Sport-Pedalerie, Lederlenkrad mit Abarth-Logo und die charakteristische Instrumentierung mit großem Drehzahlmesser rundeten das Gesamtbild ab.
Fazit zum Abarth 124 Spider
Der Abarth 124 Spider bleibt ein faszinierendes Kapitel in der Geschichte der italienischen Sportwagenmarke. Als emotionale Alternative zum Mazda MX-5 bot er italienisches Flair, einen charaktervollen Turbo-Motor und eine straffe Fahrwerksabstimmung. Die kurze Produktionszeit und die überschaubaren Verkaufszahlen machen ihn heute zu einem interessanten Gebrauchtwagen für Enthusiasten, die einen seltenen und charakterstarken Roadster suchen. Technisch basiert er auf bewährter Mazda-Technik, was Zuverlässigkeit verspricht, während der Abarth-Motor und die spezifischen Komponenten für Individualität sorgen. Obwohl kein Nachfolger geplant ist, bleibt der Abarth 124 Spider ein Symbol für die Leidenschaft klassischer Roadster mit modernen Turbo-Motoren.
Häufige Fragen
Wie viel PS hat der Abarth 124 Spider?
Der Abarth 124 Spider leistet 170 PS (125 kW) aus einem 1,4-Liter-Turbobenziner mit 250 Nm Drehmoment. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erfolgt in 6,8 Sekunden mit Schaltgetriebe.
Wie viel kostet ein Abarth 124 Spider?
Der Neupreis des Abarth 124 Spider startete 2016 in Deutschland bei etwa 34.990 Euro. Sondermodelle wie der Rally Tribute lagen bei über 40.000 Euro. Heute sind Gebrauchtwagen ab ca. 20.000 Euro erhältlich.
Wird der Abarth 124 Spider noch gebaut?
Nein, die Produktion des Abarth 124 Spider endete im Sommer 2020. Es gibt keinen direkten Nachfolger, da Abarth sich auf elektrifizierte Performance-Modelle konzentriert.
Was ist der Unterschied zwischen Fiat 124 Spider und Abarth 124 Spider?
Der Abarth 124 Spider hat einen 1,4-Liter-Turbomotor mit 170 PS (Fiat: 140 PS Saugmotor), strafferes Bilstein-Fahrwerk, Brembo-Bremsen, aggressiveres Design und einen sportlicheren Sound.
Wie zuverlässig ist der Abarth 124 Spider?
Der Abarth 124 Spider basiert auf der bewährten Mazda MX-5-Plattform und gilt als relativ zuverlässig. Der Abarth-Motor erfordert regelmäßige Wartung, die Mazda-Komponenten sind langlebig.