Die erste Generation (2008–2016): Wiedergeburt einer Legende
Mit der Einführung des Abarth 500 im Jahr 2008 knüpfte Abarth an seine große Tradition an, aus Fiat-Kleinwagen echte Sportgeräte zu machen. Basierend auf dem 2007 neu aufgelegten Fiat 500 entwickelte Abarth eine Version mit 1,4-Liter-T-Jet-Motor, der zunächst 99 kW (135 PS) leistete. Das Fahrzeug war sofort an seiner aggressiven Front mit größeren Lufteinlässen, breiteren Radhäusern, dem charakteristischen Skorpion-Logo und dem markanten Auspuffendrohren zu erkennen. Die sportliche Abstimmung des Fahrwerks und die straffere Lenkung machten den kleinen Italiener zu einem echten Fahrspaß-Garant auf kurvigen Landstraßen. 2009 folgte der Abarth 500 esseesse mit gesteigerter Leistung von 118 kW (160 PS) durch ein Tuning-Kit, das ab Werk erhältlich war. Die Cabrio-Variante erweiterte 2010 das Angebot und bot offenen Fahrspaß mit mediterranem Flair.
Entwicklung und Sondermodelle der ersten Generation
Im Laufe der Jahre erschienen zahlreiche Sondermodelle, die den Abarth 500 zu einem begehrten Sammlerobjekt machten. Der Abarth 695 Tributo Ferrari aus dem Jahr 2011 würdigte die historische Verbindung zwischen Abarth und Ferrari mit exklusivem Design und 132 kW (180 PS) Leistung. 2012 präsentierte Abarth den 695 Biposto – eine auf 133 Exemplare limitierte Rennversion ohne Rücksitze, mit Überrollkäfig und einer Leistung von 140 kW (190 PS). Dieses Modell war mit einem Gewicht von nur 997 kg das leichteste Serienfahrzeug der Marke. Weitere Sondermodelle wie der Abarth 500 Competizione, der Abarth 595 Turismo und der Abarth 595 Competizione brachten unterschiedliche Ausstattungsvarianten und Leistungsstufen auf den Markt. 2015 erfolgte eine umfassende Modellpflege mit überarbeiteter Front, neuem Armaturenbrett und modernisierter Technik.
Zweite Generation (2016–2023): Verfeinerte Performance
Ab 2016 wurde die Baureihe grundlegend überarbeitet und in die Modelle Abarth 595 und Abarth 695 aufgeteilt. Der Abarth 595 ersetzte den bisherigen Abarth 500 und bot drei Leistungsstufen: Die Basisversion mit 107 kW (145 PS), die Turismo-Variante mit 121 kW (165 PS) und die Competizione-Version mit 132 kW (180 PS). Der Abarth 695 bildete die Spitze des Angebots mit verschiedenen Sondermodellen. Technisch erhielt die zweite Generation ein überarbeitetes Fahrwerk mit Koni-Stoßdämpfern in den höheren Ausstattungslinien, verbesserte Bremsen und ein optionales mechanisches Differenzial für die stärkeren Versionen. Das Infotainmentsystem wurde auf den neuesten Stand gebracht und bot nun einen 7-Zoll-Touchscreen mit Apple CarPlay und Android Auto. Die charakteristische Record-Monza-Auspuffanlage sorgte weiterhin für den unverwechselbaren Sound.
Sondermodelle und Performance-Varianten ab 2016
Zwischen 2016 und 2023 erschienen zahlreiche limitierte Editionen. Der Abarth 695 Rivale (2016) mit 132 kW (180 PS) war auf 1.499 Einheiten limitiert und würdigte den Sieg beim Mille Miglia 1956. Der Abarth 695 XSR Yamaha (2017) kombinierte italienisches Automobildesign mit japanischer Motorradkultur und bot exklusives Design in Kooperation mit Yamaha. 2018 folgte der Abarth 595 Pista mit 121 kW (165 PS) und spezieller Rennstrecken-Ausrichtung. Der Abarth 695 70° Anniversario feierte 2019 das 70-jährige Bestehen der Marke mit 132 kW (180 PS) und exklusiver Ausstattung. Als Höhepunkt präsentierte Abarth 2020 den 695 Esseesse mit 132 kW (180 PS) und mechanischem Sperrdifferenzial. 2021 erschien der Abarth 595 Scorpioneoro (Goldener Skorpion) in limitierter Auflage.
Technische Weiterentwicklung und Facelift
Im Jahr 2019 erhielt die Baureihe ein dezentes Facelift mit überarbeiteten LED-Tagfahrlichtern, neuem Frontspoiler und frischen Farboptionen. Die Motorenpalette wurde um eine Variante mit 121 kW (165 PS) für den Abarth 595 Turismo erweitert. Das optionale Akrapovič-Auspuffsystem bot noch mehr Sound und eine Gewichtsersparnis von 4,5 kg. Die stärkste Serienversion blieb der Abarth 695 mit 132 kW (180 PS), der in 6,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigte und eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h erreichte. Das Fünfgang-Schaltgetriebe wurde für präzisere Schaltvorgänge optimiert, während ein automatisiertes Fünfgang-Roboter-Getriebe als Option verfügbar blieb, allerdings von Enthusiasten kritisch betrachtet wurde.
Der Übergang zur Elektromobilität
Mit der Einstellung der Verbrenner-Versionen Ende 2022 und der parallelen Entwicklung des elektrischen Nachfolgers vollzog Abarth einen historischen Wandel. Die Entwicklung des Abarth 500e war eine technische Herausforderung: Wie könnte ein Elektroauto die Emotionen und den Charakter eines Abarth transportieren? Die Ingenieure arbeiteten intensiv an der Fahrwerkabstimmung, um trotz des höheren Gewichts durch die Batterie (1415 kg Leergewicht) ein agiles Fahrverhalten zu gewährleisten. Der Schwerpunkt liegt tiefer als beim Verbrenner-Vorgänger, was die Kurvenstabilität verbessert. Die Bremsanlage wurde verstärkt dimensioniert, um der höheren Masse und dem elektrischen Drehmoment von 235 Nm gerecht zu werden, das ab der ersten Umdrehung anliegt.
Der elektrische Abarth 500e (ab 2023): Neue Ära
Der seit 2023 erhältliche Abarth 500e bietet drei Fahrmodi: Turismo für entspanntes Fahren mit bis zu 260 km Reichweite, Scorpion Street für sportlichere Fahrweise und Scorpion Track für maximale Performance auf der Rennstrecke. Im schärfsten Modus werden ESP und Traktionskontrolle gelockert, um kontrollierte Drifts zu ermöglichen. Das Sound-Generator-System spielt einen synthetischen Gitarren-Sound ab, der von ehemaligen Abarth-Ingenieuren zusammen mit Musikproduzenten entwickelt wurde. An Gleichstrom-Schnellladestationen lädt die Batterie in 35 Minuten von 20 auf 80 Prozent. Optisch unterscheidet sich der elektrische Abarth durch eine geschlossene Front mit kleinen Lufteinlässen, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen und die charakteristischen Skorpion-Embleme. Das Interieur bietet Sportsitze von Sabelt, ein sportliches Lenkrad mit flachem Untergrund und digitale Instrumente mit speziellen Abarth-Grafiken.