Die erste Generation (2012–2016)
Mit der Markteinführung 2012 belebte Abarth die Tradition des legendären Abarth 595 aus den 1960er-Jahren neu. Die erste Generation des modernen Abarth 595C basierte auf dem Fiat 500C und wurde als direkte Antwort auf die wachsende Nachfrage nach emotionalen Kleinwagen mit sportlichem Einschlag entwickelt. Das elektrisch zu öffnende Stoffverdeck des 500C wurde übernommen und mit sportlicher Abarth-DNA kombiniert. Der 1,4-Liter-Turbobenziner leistete in der Basisversion 140 PS (103 kW) und war mit einem manuellen 5-Gang-Getriebe kombiniert. Optional stand ein automatisiertes Schaltgetriebe zur Verfügung. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 203 km/h, der Sprint von 0 auf 100 km/h gelang in 7,9 Sekunden. Optisch unterschied sich der 595C durch den charakteristischen Abarth-Kühlergrill, größere Lufteinlässe, Seitenschweller und einen dezenten Heckspoiler vom Basismodell. Auch der markante Abarth-Sound durch die Record-Monza-Sportauspuffanlage war Markenzeichen. Im Innenraum sorgten Sportsitze, ein sportliches Lenkrad und spezifische Instrumentierung für Performance-Atmosphäre.
Facelift 2015
Zum Modelljahr 2015 erhielt die erste Generation ein Facelift, das vor allem technische Verbesserungen brachte. Die Motorenpalette wurde um die leistungsstarke 595 Competizione-Version erweitert, die mit 180 PS (132 kW) aus dem 1,4-Liter-Turbo die Spitze der Baureihe markierte. Der Sprint auf 100 km/h gelang nun in nur 6,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit stieg auf 225 km/h. Abarth optimierte das Fahrwerk mit strafferen Dämpfern und stärkeren Stabilisatoren. Das Design wurde behutsam geschärft: Neue LED-Tagfahrlichter, überarbeitete Schürzen und neue Leichtmetallräder in 17 Zoll verliehen dem 595C einen aggressiveren Auftritt. Im Innenraum ergänzten neue Materialien und ein überarbeitetes Infotainmentsystem mit 5-Zoll-Touchscreen das Angebot. Die Farbpalette wurde erweitert, spezielle Lackierungen wie "Pista Grey" oder "Modena Yellow" unterstrichen den Rennstrecken-Charakter.
Die aktuelle Generation (2016–heute)
Ab 2016 führte Abarth die grundlegend überarbeitete zweite Generation des 595C ein, die bis heute produziert wird. Die Basis bildet weiterhin der Fiat 500C (Typ 312), allerdings mit umfassenden Modifikationen. Abarth bot zunächst drei Leistungsstufen an: den Einstiegs-595 mit 145 PS (107 kW), den 595 Turismo mit 165 PS (121 kW) und den 595 Competizione mit 180 PS (132 kW). Alle Varianten nutzen den 1,4-Liter-T-Jet-Turbobenziner mit verbesserter Effizienz und Ansprechverhalten. Das manuelle 5-Gang-Getriebe blieb Standard, optional wurde ein automatisiertes 5-Gang-Robotergetriebe angeboten. Die Fahrwerksabstimmung wurde je nach Version differenzierter: Während der Basis-595C komfortorientierter ausfiel, erhielten Turismo und Competizione straffere Dämpfer, größere Bremsen mit 305-mm-Scheiben vorn und ein mechanisches Sperrdifferenzial. Optisch präsentierte sich die zweite Generation mit schärfer gezeichneten Schürzen, neuen Lufteinlässen und LED-Rückleuchten moderner. Die Stoffverdeck-Konstruktion wurde optimiert und öffnet nun noch leiser.
Modellpflege 2019
2019 spendierte Abarth dem 595C eine umfangreiche Modellpflege. Im Zentrum stand die Einführung der "Serie 4" mit überarbeitetem Design und erweiterter Ausstattung. Die Frontpartie erhielt eine neue Schürze mit größeren Lufteinlässen und neuen Nebelscheinwerfern. Die Heckpartie wurde mit überarbeiteten Diffusorelementen und neuen Auspuffendrohren gestaltet. Technisch wichtig war die Einführung des 7-Zoll-Uconnect-Infotainmentsystems mit Apple CarPlay und Android Auto. Erstmals bot Abarth auch eine 595 Pista-Version an, die mit 165 PS und spezieller Rennstrecken-Ausstattung zwischen Turismo und Competizione positioniert wurde. Die Competizione-Version erhielt serienmäßig das mechanische Sperrdifferenzial und Sabelt-Schalensitze. Neue Lackfarben wie "Scorpione Black" und spezielle Aufkleber-Sets erweiterten die Individualisierungsmöglichkeiten. Abarth führte zudem das "Abarth Telemetry"-System ein, das über die Uconnect-App Rundenzeiten und Fahrdaten aufzeichnen kann.
Update 2022
Zum Modelljahr 2022 erhielt der Abarth 595C ein weiteres Update, das vor allem auf Sondermodelle und Ausstattungsvarianten fokussierte. Die Motorenpalette blieb unverändert, allerdings wurde die Modellstruktur vereinfacht. Abarth konzentrierte sich auf die Versionen 595 (145 PS), 595 Turismo (165 PS) und 595 Competizione (180 PS). Neu hinzu kam die exklusive Version "F595" mit spezieller Karosserie-Farbgebung in "Podio-Blue", gelben Details und einer nummerierten Plakette im Innenraum. Die limitierte Auflage war eine Hommage an den Formel-4-Motorsport, den Abarth in Italien unterstützt. Technisch wurden die Assistenzsysteme erweitert: Erstmals waren nun ein Spurhalteassistent und automatisches Notbremssystem verfügbar. Die Bremsanlage der Competizione-Version wurde mit Brembo-Komponenten weiter optimiert. Im Innenraum ergänzten neue Bezugsstoffe und Carbon-Dekoreinlagen das Angebot. Das Stoffverdeck ist nun in drei Farben erhältlich: Schwarz, Rot und Grau, jeweils passend zur Außenlackierung.
Motorisierung und Technik
Kernstück aller Abarth 595C-Varianten ist der 1.368 cm³ große Vierzylinder-Turbobenziner mit Multiair-Ventilsteuerung. Die Leistungsspreizung von 145 bis 180 PS ermöglicht unterschiedliche Charaktere: Der Basis-595 bietet alltagstaugliche Performance mit 206 Nm Drehmoment und 7,3 Sekunden für den Standardsprint. Die Turismo-Version steigert das Drehmoment auf 230 Nm und beschleunigt in 6,7 Sekunden. Die Top-Version Competizione liefert 230 Nm bereits ab 3.000 U/min und erreicht 100 km/h nach 6,7 Sekunden, maximal sind 225 km/h möglich. Der Verbrauch liegt kombiniert zwischen 6,0 und 6,4 Litern auf 100 Kilometer, die CO2-Emissionen zwischen 138 und 145 g/km. Das Fahrwerk mit MacPherson-Federbeinen vorn und Verbundlenkerachse hinten ist straff abgestimmt, die Lenkung arbeitet direkt mit 2,3 Lenkradumdrehungen von Anschlag zu Anschlag. Die Bremsanlage umfasst vorn 284 mm (595) oder 305 mm (Turismo/Competizione) große Scheiben.
Marktpositionierung und Ausblick
Der Abarth 595C besetzt eine Nische im Segment emotionaler Sport-Cabrios und konkurriert eher mit dem Mini Cooper S Cabrio als mit klassischen Roadsters. Die Preise beginnen bei etwa 28.500 Euro für die Basisversion, die Competizione kostet ab 35.500 Euro. Sondermodelle können deutlich teurer werden. Mit der Elektrifizierung des Fiat 500 steht auch die Zukunft des Abarth 595C vor einem Wendepunkt: 2024 stellte Abarth den elektrischen Abarth 500e vor, der mittelfristig den 595 ersetzen soll. Ob es eine offene Version geben wird, ist noch unklar. Die aktuelle Generation des 595C dürfte damit zu den letzten reinrassigen Verbrenner-Modellen von Abarth gehören und wird bei Sammlern künftig begehrt sein. Die Kombination aus kompakten Maßen (3.660 mm Länge), offenem Verdeck, sportlichem Sound und handschaltbarem Getriebe verkörpert eine aussterbende Gattung analoger Fahrfreude.