Erste Generation (2006–2012): Der Einstieg ins Kompakt-SUV-Segment
Der erste Acura RDX debütierte 2006 als Einstiegsmodell unterhalb des größeren MDX und basierte auf der Honda CR-V-Plattform. Mit einer Länge von etwa 4,60 Metern positionierte sich der RDX als kompakter Premium-SUV. Angetrieben wurde er von einem 2,3-Liter-Vierzylinder-Turbomotor mit 240 PS, der in dieser Klasse ungewöhnlich war – die meisten Konkurrenten setzten auf Saugmotoren. Das Super Handling All-Wheel Drive System (SH-AWD) verteilte die Kraft aktiv auf alle vier Räder und konnte bis zu 70 Prozent des Drehmoments an die Hinterachse und bis zu 100 Prozent an das äußere Hinterrad in Kurven übertragen. Das Interieur bot Platz für fünf Personen und einen Kofferraum mit 784 Litern Volumen. Das Design war für damalige Verhältnisse modern, mit einem markanten Kühlergrill und sportlichen Proportionen. Die erste Generation etablierte den RDX als dynamische Alternative zu deutschen Premium-SUVs wie dem BMW X3 oder Audi Q5, blieb jedoch auf Nordamerika beschränkt.
Zweite Generation (2012–2018): Konsolidierung und V6-Motor
2012 erfolgte der Generationswechsel zur zweiten RDX-Generation. Acura verabschiedete sich vom Turbomotor und setzte stattdessen auf einen 3,5-Liter-V6-Saugmotor mit 273 PS, der auch in anderen Honda- und Acura-Modellen zum Einsatz kam. Diese Entscheidung wurde mit besserer Laufkultur und Zuverlässigkeit begründet, kostete jedoch etwas Drehmoment im unteren Drehzahlbereich. Die zweite Generation wuchs leicht auf 4,68 Meter Länge und bot mehr Innenraum. Das SH-AWD-System blieb optional, während Frontantrieb zum Standard wurde. Das Kofferraumvolumen stieg auf 739 Liter. Optisch präsentierte sich der RDX mit einem horizontalen Kühlergrill und einer gestreckteren Silhouette. 2015 erhielt das Modell ein Facelift mit überarbeiteter Frontpartie, neuen LED-Scheinwerfern, verfeinerten Stoßfängern und einem aktualisierten Infotainmentsystem mit 8-Zoll-Touchscreen. Die Sicherheitsausstattung wurde um das AcuraWatch-Paket mit Notbremsassistent, adaptivem Tempomat und Spurhalteassistent erweitert. Die zweite Generation festigte die Position des RDX als meistverkaufter Acura-SUV in Nordamerika mit jährlich über 50.000 verkauften Einheiten.
Dritte Generation (2018–2024): Turbo-Rückkehr und Technologiesprung
Die dritte Generation des Acura RDX wurde 2018 vorgestellt und markierte einen Neuanfang für das Modell. Basierend auf einer neuen Honda-Plattform kehrte Acura zum Turbokonzept zurück: Ein 2,0-Liter-VTEC-Turbomotor mit 272 PS und 380 Nm Drehmoment ersetzte den V6. Dieser Motor bot mehr Leistung im mittleren Drehzahlbereich und bessere Effizienz. Ein 10-Gang-Automatikgetriebe übertrug die Kraft wahlweise an die Vorderräder oder alle vier Räder via SH-AWD. Das Design wurde deutlich sportlicher mit einem neuen Pentagon-Grill, schmalen LED-Scheinwerfern und einer coupéhaften Dachlinie. Die Länge wuchs auf 4,75 Meter, die Breite auf 1,92 Meter. Der Innenraum erhielt ein völlig neues Bedienkonzept: Das True Touchpad Interface ersetzte den Drehregler und spiegelte den Bildschirm 1:1 auf ein Touchpad, was intuitivere Bedienung ermöglichen sollte – in der Praxis war die Lösung jedoch umstritten. Ein 10,2-Zoll-Display diente als zentrale Informationsquelle. Das ELS Studio 3D Premium Audio System mit 16 Lautsprechern war optional erhältlich. Der Kofferraum fasste 834 Liter, bei umgeklappten Rücksitzen bis zu 2.260 Liter. Das AcuraWatch-Sicherheitspaket war ab 2019 serienmäßig. 2021 erfolgte eine behutsame Modellpflege mit verfeinertem Design, zusätzlichen USB-Anschlüssen und erweiterten Konnektivitätsfunktionen. Die dritte Generation wurde zum erfolgreichsten RDX aller Zeiten und festigte Acuras Position im hart umkämpften Kompakt-SUV-Segment.
Vierte Generation (2025–heute): Evolution mit hybridem Ausblick
Zur Modellpflege 2025 erhielt der RDX der dritten Generation umfangreiche Updates, die manche Beobachter als Generationswechsel betrachten. Das Design wurde geschärft mit einem neuen Kühlergrill, modifizierten LED-Scheinwerfern mit Chicane-Signatur und überarbeiteten Stoßfängern. Der 2,0-Liter-Turbomotor bleibt mit 272 PS, wurde jedoch für bessere Effizienz optimiert. Das SH-AWD-System erhielt Feinabstimmungen für präziseres Handling. Im Innenraum ersetzt ein 12,3-Zoll-Touchscreen das bisherige Display, ergänzt um ein neues 10,2-Zoll-Digitaltacho. Das umstrittene Touchpad-Interface wurde durch eine konventionellere Touchscreen-Bedienung ersetzt, was die Alltagstauglichkeit deutlich verbessert. Google Built-in mit Google Maps, Google Assistant und Google Play Store ist integriert, ebenso wie drahtlose Apple CarPlay- und Android Auto-Integration. Die AcuraWatch-Sicherheitssuite wurde erweitert um einen Querverkehrswarner hinten mit Bremsfunktion und einen automatischen Spurwechselassistenten. Für 2026 kündigte Acura eine Hybrid-Variante an, die den 2,0-Liter-Turbo mit zwei Elektromotoren kombinieren soll – ähnlich dem System des Honda CR-V Hybrid. Diese Elektrifizierung soll den RDX fit für strengere Emissionsvorschriften machen und die Effizienz deutlich steigern, ohne die Dynamik zu kompromittieren.
Bedeutung für den deutschen Markt
Obwohl der Acura RDX nie offiziell in Deutschland erhältlich war, ist er für den hiesigen Markt aus mehreren Gründen relevant: Erstens teilt er sich technische Komponenten mit dem in Deutschland verkauften Honda CR-V, zweitens zeigt er die Entwicklungsrichtung von Premium-SUVs im Kompaktsegment, und drittens konkurriert er auf dem nordamerikanischen Markt direkt mit deutschen Premium-SUVs wie dem BMW X3, Audi Q5 und Mercedes GLC. Einzelne Fahrzeuge wurden als US-Importe nach Deutschland gebracht, stoßen jedoch auf Herausforderungen bei Zulassung, Wartung und Ersatzteilversorgung. Die Honda-Händler können zwar technisch verwandte Teile liefern, spezifische Acura-Komponenten müssen jedoch aus den USA importiert werden. Für Enthusiasten amerikanischer Automobilkultur und Sammler bleibt der RDX dennoch ein interessantes Fahrzeug, das japanische Zuverlässigkeit mit amerikanischen Designpräferenzen und Premium-Anspruch verbindet. Die fehlende Diesel-Option und die Fokussierung auf Benzinmotoren entsprechen nicht der traditionellen europäischen Nachfrage, passen jedoch gut zur aktuellen Elektrifizierungsstrategie vieler Hersteller.