
Aston Martin
Aston Martin DB1
Foto: Classic Virus / Wikimedia Commons / CC BY 2.0
Der Aston Martin DB1 war das erste unter David Brown produzierte Modell und wurde von 1948 bis 1950 in nur 15 Exemplaren gebaut. Als Vorgänger der legendären DB-Reihe gilt der DB1 heute als eines der seltensten und begehrtesten Sammlerstücke der Automobilgeschichte.
Ideal für: Sammler historischer Fahrzeuge und Liebhaber britischer Automobilgeschichte der Nachkriegszeit
Foto: Classic Virus / Wikimedia Commons / CC BY 2.0
Technische Daten
Aston Martin DB1 Eckdaten
Der Aston Martin DB1 markiert den Beginn einer der berühmtesten Modellreihen der Automobilgeschichte. Als erstes Fahrzeug, das nach dem Rennfahrer und Mäzen David Brown benannt wurde, legte der DB1 zwischen 1948 und 1950 das Fundament für Aston Martins Ruf als Hersteller exklusiver Gran Turismos. Heute ist der DB1 ein äußerst seltenes Sammlerstück, von dem nur 15 Exemplare produziert wurden. Der Wagen verkörpert die Nachkriegszeit des britischen Automobilbaus und zeigt bereits viele Elemente, die später zu Markenzeichen von Aston Martin werden sollten.
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Die Entstehungsgeschichte des DB1 (1948-1950)
Die Geschichte des DB1 beginnt eigentlich mit dem Aston Martin 2-Litre Sports, der bereits 1948 als Prototyp existierte, bevor David Brown das Unternehmen Aston Martin im Februar 1947 übernahm. Brown, ein wohlhabender Industrieller aus Yorkshire, erkannte das Potenzial der Marke und begann sofort mit der Weiterentwicklung der bestehenden Modelle. Der DB1, intern auch als Aston Martin 2-Litre Sports bezeichnet, war das erste in Serie gefertigte Automobil unter seiner Leitung, auch wenn die Bezeichnung "DB1" erst retrospektiv verwendet wurde. Zeitgenössisch wurde das Fahrzeug schlicht als Aston Martin 2-Litre Sports vermarktet.
Die technische Basis bildete ein Vierzylinder-Reihenmotor mit 1970 cm³ Hubraum, der von Claude Hill entwickelt worden war. Dieser Motor leistete in der Standardausführung etwa 90 PS bei 4750 U/min und ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von rund 150 km/h – beachtliche Werte für die späten 1940er Jahre. Der Motor verfügte über zwei SU-Vergaser und eine obenliegende Nockenwelle, was für die damalige Zeit fortschrittliche Technik darstellte. Das Vierganggetriebe wurde von David Brown selbst geliefert, der neben Aston Martin auch den Getriebehersteller David Brown Limited besaß.
Konstruktion und Design
Der DB1 basierte auf einem Gitterrohrrahmen aus Stahl, der sowohl Steifigkeit als auch ein vergleichsweise geringes Gewicht bot. Die Karosserie wurde in Handarbeit aus Aluminiumblechen gefertigt und auf den Rahmen montiert. Das Design stammte von Frank Feeley und zeigte klassische britische Roadster-Proportionen: eine lange Motorhaube, eine zurückgesetzte Fahrgastzelle und ein kurzes Heck. Die meisten DB1 wurden als zweisitzige Roadster gebaut, drei Exemplare erhielten eine geschlossene Coupé-Karosserie, die als "Drophead Coupé" bezeichnet wurde.
Die Vorderradaufhängung bestand aus doppelten Querlenkern mit Schraubenfedern, während die Hinterachse als Starrachse mit Längs- und Querlenkern sowie Schraubenfedern ausgeführt war. Die Bremsen waren mechanisch betätigt – hydraulische Bremsen sollten erst bei späteren DB-Modellen Standard werden. Die Innenausstattung war luxuriös und handgefertigt, mit Ledersitzen und einem Armaturenbrett aus poliertem Holz, das die britische Handwerkskunst der Nachkriegszeit widerspiegelte.
Produktion und Seltenheit
Die Produktion des DB1 war streng limitiert. Zwischen 1948 und 1950 verließen nur 15 Fahrzeuge das Werk in Feltham, Middlesex. Diese geringe Stückzahl erklärt sich aus mehreren Faktoren: Zum einen befand sich Großbritannien noch in der wirtschaftlichen Erholung nach dem Zweiten Weltkrieg, Materialien waren rationiert und die Nachfrage nach Luxussportwagen überschaubar. Zum anderen diente der DB1 primär als Übergangslösung, während David Brown bereits an einem ambitionierteren Nachfolger arbeitete – dem DB2, der 1950 vorgestellt wurde und mit einem Sechszylinder-Motor von Lagonda deutlich leistungsfähiger war.
Von den 15 produzierten Exemplaren haben etwa zehn bis zwölf überlebt, was den DB1 zu einem der seltensten Aston Martins überhaupt macht. Die Fahrzeuge wurden hauptsächlich in Großbritannien verkauft, einige wenige gingen nach Kontinentaleuropa. Der Neupreis lag bei etwa 2.331 Pfund Sterling – eine beträchtliche Summe, die den DB1 in direkte Konkurrenz zu anderen britischen Sportwagen wie dem Jaguar XK120 stellte, der allerdings mehr Leistung bot und erfolgreicher wurde.
Motorsporteinsätze
Obwohl primär als Gran Turismo konzipiert, wurden einige DB1 auch im Motorsport eingesetzt. Das bekannteste Rennen war die Teilnahme beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps 1948 und 1949, wo die Fahrzeuge in der Klasse bis 2 Liter antraten. Die Ergebnisse waren gemischt: Während die Zuverlässigkeit des Vierzylindermotors gelobt wurde, fehlte es dem DB1 an der absoluten Spitzenleistung, um gegen die schnellere Konkurrenz zu bestehen. Dennoch trugen diese frühen Motorsporteinsätze dazu bei, den Ruf von Aston Martin als Sportwagenmarke zu festigen – ein Image, das David Brown systematisch aufbaute und das mit dem DB2 und späteren Modellen zum Markenkern wurde.
Technische Innovationen im Kontext der Zeit
Aus heutiger Sicht mag der DB1 technisch konventionell erscheinen, doch für die unmittelbare Nachkriegszeit bot er durchaus moderne Lösungen. Die obenliegende Nockenwelle war keineswegs Standard, viele Hersteller setzten noch auf seitengesteuerte Motoren. Die Verwendung von Aluminium für die Karosserie war ebenso fortschrittlich und sollte zu einem Markenzeichen von Aston Martin werden. Der Gitterrohrrahmen bot eine gute Basis für die Fahrwerksentwicklung und ermöglichte eine präzisere Abstimmung als die damals noch verbreiteten Leiterrahmen.
Der Übergang zum DB2 und das Erbe des DB1
Der DB1 wurde 1950 vom DB2 abgelöst, der auf einem vollständig neuen Design basierte und den 2,6-Liter-Sechszylindermotor von Lagonda erhielt – eine Marke, die David Brown 1947 ebenfalls erworben hatte. Der DB2 war deutlich leistungsfähiger mit 105 PS (später bis zu 125 PS in der Vantage-Version) und erreichte Höchstgeschwindigkeiten von über 180 km/h. Dennoch legte der DB1 das konzeptionelle Fundament: ein handgefertigter Gran Turismo mit Aluminium-Karosserie, sportlichen Fahrleistungen und luxuriöser Ausstattung – Eigenschaften, die alle nachfolgenden DB-Modelle kennzeichnen sollten.
Bedeutung für Sammler und heutiger Marktwert
Heute gehört der DB1 zu den begehrtesten Sammlerstücken der Automobilwelt. Bei den seltenen Gelegenheiten, bei denen ein DB1 den Besitzer wechselt, werden Preise im mittleren sechsstelligen bis siebenstelligen Euro-Bereich erzielt. Die extreme Seltenheit, die historische Bedeutung als erstes David-Brown-Modell und die Verbindung zur legendären DB-Reihe machen den DB1 für Sammler besonders attraktiv. Restaurierte Exemplare werden regelmäßig auf Concours d'Elegance-Veranstaltungen wie Pebble Beach oder Villa d'Este präsentiert und erzielen dort höchste Auszeichnungen. Die Fahrzeuge sind zudem bei historischen Rallyes wie der Mille Miglia Storica zugelassen und gelegentlich im Einsatz zu sehen, was ihre Bedeutung als fahrende Automobilgeschichte unterstreicht.
Häufige Fragen
Wie viele Aston Martin DB1 wurden gebaut?
Von 1948 bis 1950 wurden nur 15 Exemplare des Aston Martin DB1 produziert, wovon etwa zehn bis zwölf Fahrzeuge bis heute erhalten geblieben sind. Diese extreme Seltenheit macht den DB1 zu einem der begehrtesten Sammlerstücke unter den klassischen Aston Martins.
Warum heißt der Aston Martin DB1 so?
Die Bezeichnung DB1 ehrt David Brown, der Aston Martin 1947 übernahm. Zeitgenössisch wurde das Modell als Aston Martin 2-Litre Sports vermarktet; die Bezeichnung DB1 wurde erst retrospektiv verwendet, um die Kontinuität zur späteren DB-Reihe herzustellen.
Welchen Motor hatte der Aston Martin DB1?
Der DB1 war mit einem Vierzylinder-Reihenmotor mit 1970 cm³ Hubraum ausgestattet, der etwa 90 PS bei 4750 U/min leistete. Der Motor verfügte über zwei SU-Vergaser und eine obenliegende Nockenwelle, was für die späten 1940er Jahre fortschrittliche Technik darstellte.
Wie viel kostet ein Aston Martin DB1 heute?
Aufgrund der extremen Seltenheit und historischen Bedeutung erzielen gut erhaltene Aston Martin DB1 bei Verkäufen Preise im mittleren sechsstelligen bis siebenstelligen Euro-Bereich. Die genauen Preise variieren je nach Zustand, Originalität und Provenienz des jeweiligen Fahrzeugs.
Was ist der Unterschied zwischen DB1 und DB2?
Der DB2 (ab 1950) war der technisch deutlich fortschrittlichere Nachfolger mit einem 2,6-Liter-Sechszylindermotor von Lagonda (105-125 PS), höheren Geschwindigkeiten und moderner Karosserie. Der DB1 mit seinem Vierzylinder-Motor diente als Übergangslösung und war primär eine Weiterentwicklung des Vorkriegsdesigns.