Die ursprüngliche Generation DB5 (1963–1965)
Der Aston Martin DB5 wurde im Juli 1963 als Nachfolger des DB4 vorgestellt und auf dem Londoner Autosalon im Oktober desselben Jahres der Öffentlichkeit präsentiert. Die Basis bildete weiterhin die Plattform des DB4, doch Aston Martin hatte zahlreiche Verbesserungen vorgenommen. Äußerlich unterschied sich der DB5 durch eine flachere Motorhaube mit zusätzlichen Lufteinlässen, verchromte Seitenzierleisten, Scheinwerfer mit Abdeckglas und eine modernere Frontpartie. Das Design stammte von Carrozzeria Touring Superleggera aus Mailand und folgte dem Superleggera-Prinzip: ein leichtes Aluminiumblech über einem Stahlrohrrahmen. Die Karosserie war als zweitüriges Coupé oder als Volante (Cabrio) erhältlich, wobei das Cabrio erst 1965 auf den Markt kam.
Unter der Haube arbeitete ein 4,0-Liter-Reihensechszylinder-Motor mit zwei obenliegenden Nockenwellen, der von drei SU-Vergasern gespeist wurde. Die Leistung betrug 210 kW (282 PS), was den DB5 auf eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 230 km/h brachte – beeindruckende Werte für die frühen 1960er-Jahre. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelang in rund 8 Sekunden. Serienmäßig war ein Fünfgang-Schaltgetriebe von ZF verbaut, optional gab es eine Dreigang-Automatik von Borg-Warner. Das Fahrwerk bot vorne doppelte Querlenker und hinten eine Starrachse mit Panhardstab, kombiniert mit Schraubenfedern und Teleskopstoßdämpfern. Scheibenbremsen von Girling rundeten das Sicherheitspaket ab.
Von 1963 bis 1965 entstanden insgesamt 1.021 Exemplare des DB5 Coupés sowie 123 Volante-Cabrios. Hinzu kamen zwölf Exemplare der sportlichen Shooting-Brake-Variante (Kombi) von Radford. Eine Sonderstellung nimmt die Vantage-Version ein: 65 DB5 wurden als "Vantage" mit drei Weber-Doppelvergasern und 325 PS ausgeliefert – eine noch seltenere und heute extrem begehrte Variante. Der DB5 kostete bei Markteinführung in Großbritannien rund 4.175 Pfund, was ihn zu einem exklusiven Statussymbol für wohlhabende Käufer machte.
James Bond und der Weg zur Legende
Der Durchbruch zur Ikone gelang dem DB5 durch die James-Bond-Filme. In "Goldfinger" (1964) fuhr Sean Connery einen silbernen DB5 mit der Kennnummer BMT 216A, ausgestattet mit allerlei Q-Branch-Gadgets: ausfahrbare Maschinengewehre, ein Schleudersitz, drehbare Nummernschilder, Ölsprüher und Nagelstreuer. Diese filmische Inszenierung machte den DB5 über Nacht weltberühmt und prägte das Image von Aston Martin als Hersteller eleganter Spionage-Sportwagen. Der DB5 erschien später auch in "Thunderball" (1965) und wurde in zahlreichen späteren Bond-Filmen wieder aufgegriffen, darunter "GoldenEye" (1995), "Casino Royale" (2006), "Skyfall" (2012), "Spectre" (2015) und "Keine Zeit zu sterben" (2021). Der originale Filmwagen aus "Goldfinger" wurde 2010 für 2,6 Millionen Pfund versteigert – ein Rekord, der die Bedeutung des DB5 unterstreicht.
Technische Entwicklung und Unterschiede im Modelljahr
Während der kurzen Produktionszeit von 1963 bis 1965 gab es beim DB5 keine offiziellen Facelifts, wohl aber laufende Detailverbesserungen. Frühe Exemplare besaßen noch Vergaser von SU, spätere erhielten teilweise andere Einstellungen. Die Volante-Version, die ab 1965 verfügbar war, hatte konstruktionsbedingt ein etwas höheres Gewicht und eine leicht reduzierte Steifigkeit, bot aber das offene Fahrerlebnis. Das Verdeck war ein manuell zu bedienendes Stoffverdeck. Im Interieur setzte Aston Martin auf feinste Materialien: Ledersitze von Connolly, Wurzelholz-Armaturenbrett, verchromte Rundinstrumente und ein Holzlenkrad von Bluemel. Die Verarbeitung entsprach höchstem handwerklichen Niveau, jedes Fahrzeug wurde in Handarbeit in Newport Pagnell gefertigt.
Nachfolger DB6 und das Ende der DB5-Ära
1965 wurde der DB5 vom DB6 abgelöst, der eine längere Karosserie, eine steilere Heckpartie mit integriertem Spoiler und ein verbessertes Fahrwerk bot. Der DB6 wurde bis 1970 produziert und verkaufte sich besser als der DB5 – insgesamt 1.788 Einheiten. Dennoch blieb der DB5 in der öffentlichen Wahrnehmung das ikonischere Modell, vor allem wegen der Bond-Filme. Der DB5 wird heute auf dem Sammlermarkt als einer der begehrtesten klassischen Aston Martins gehandelt. Gut erhaltene Exemplare erzielen regelmäßig Preise von über einer Million Euro, Vantage-Versionen und Volantes noch deutlich mehr.
DB5 Goldfinger Continuation (seit 2020)
Im Jahr 2020 kündigte Aston Martin eine limitierte Serie von 25 DB5 "Goldfinger Continuation"-Modellen an, die in Zusammenarbeit mit EON Productions und den Bond-Filmproduzenten entstanden. Diese Fahrzeuge sind originalgetreue Nachbauten des DB5 aus "Goldfinger", komplett mit funktionsfähigen Gadgets wie drehbaren Nummernschildern, simulierten Maschinengewehren, Rauchgeneratoren und Ölsprühern (für Showzwecke). Jedes Continuation-Modell wird in Handarbeit bei Aston Martin Works in Newport Pagnell gefertigt, wo auch die Originale entstanden. Der Preis liegt bei rund 3,3 Millionen Euro pro Exemplar. Diese Fahrzeuge sind nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen, sondern reine Sammlerstücke und Track-Day-Specials. Sie basieren auf den originalen Konstruktionsplänen und Fertigungsmethoden der 1960er-Jahre, nutzen aber moderne Fertigungstechniken, um höchste Qualität zu garantieren.
DB5 Junior und weitere Sondermodelle
Neben dem Goldfinger Continuation bot Aston Martin in den letzten Jahren auch den DB5 Junior an – eine maßstabsgetreue, aber fahrbare Miniatur-Version des DB5 im Zweidrittel-Maßstab, konzipiert für Kinder und Sammler. Diese elektrisch angetriebene Version zeigt, wie tief der DB5 in der Markenidentität von Aston Martin verwurzelt ist. Zudem gab es limitierte Sondereditionen und Restaurierungsprogramme durch Aston Martin Works, die klassische DB5 aufarbeiten und modernisieren – mit diskreten technischen Upgrades bei Erhalt der Originalität.
Bedeutung für den deutschen Markt
In Deutschland wurde der DB5 in den 1960er-Jahren nur in sehr geringen Stückzahlen verkauft, da Aston Martin damals noch kein flächendeckendes Händlernetz besaß. Dennoch genoss die Marke hohes Ansehen bei wohlhabenden Enthusiasten und Sammlern. Heute sind in Deutschland schätzungsweise einige Dutzend originale DB5 registriert, die meisten davon als Oldtimer mit H-Kennzeichen. Der deutsche Markt für klassische Aston Martins ist lebhaft, mit spezialisierten Händlern und Werkstätten, die sich auf die Restaurierung und Wartung von DB4, DB5 und DB6 spezialisiert haben. Die Goldfinger Continuation-Modelle fanden auch unter deutschen Sammlern Abnehmer, wenngleich die hohen Preise und die fehlende Straßenzulassung den Kreis potenzieller Käufer stark einschränken.
Fazit: Der DB5 als zeitlose Ikone
Der Aston Martin DB5 bleibt mehr als ein halbes Jahrhundert nach seiner Produktionszeit ein Symbol für Eleganz, Leistung und britischen Automobilbau. Die Kombination aus zeitlosem Design, kraftvollem Reihensechszylinder und der Verbindung zu James Bond hat den DB5 zur unsterblichen Legende gemacht. Für Sammler und Enthusiasten ist der DB5 ein absolutes Must-have, dessen Wert weiter steigt. Die modernen Continuation-Modelle zeigen, dass Aston Martin das Erbe des DB5 pflegt und für neue Generationen zugänglich macht – wenn auch zu astronomischen Preisen. Der DB5 ist und bleibt das definitive Aston Martin-Erlebnis und ein Meilenstein der Automobilgeschichte.