Die erste Generation DB7 (1994-1999)
Der ursprüngliche DB7 wurde im März 1994 auf dem Genfer Autosalon vorgestellt und kam im September desselben Jahres auf den Markt. Das Design stammte von Ian Callum, der später für Jaguar arbeitete, und basierte auf einer modifizierten Jaguar XJS-Plattform. Diese Verbindung war kein Zufall: Aston Martin gehörte damals zu Ford, ebenso wie Jaguar. Die Produktion fand im TWR-Werk in Bloxham, Oxfordshire, statt, nicht im traditionellen Aston-Martin-Werk in Newport Pagnell.
Technisch bot der DB7 anfangs ausschließlich einen aufgeladenen Reihensechszylinder-Motor mit 3,2 Litern Hubraum, der von der Supercharger-Einheit von Eaton unterstützt wurde. Die Leistung betrug 250 kW (335 PS), übertragen durch ein Fünfgang-Schaltgetriebe oder optional eine Viergang-Automatik. Der Motor basierte auf dem Jaguar AJ6-Aggregat und ermöglichte dem DB7 eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 266 km/h. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelang in rund 5,7 Sekunden. Das Coupé wog etwa 1.750 kg und bot eine für einen Sportwagen dieser Klasse komfortable Ausstattung mit Ledersitzen, Klimaanlage und elektrischen Fensterhebern. 1996 folgte die Volante-Version als offenes Cabriolet mit elektrischem Stoffverdeck, das die gleiche technische Basis teilte, aber etwa 100 kg schwerer war.
Der DB7 Vantage (1999-2003)
Im Jahr 1999 führte Aston Martin eine bedeutende technische Überarbeitung durch und präsentierte den DB7 Vantage. Die wichtigste Neuerung war der komplett neue V12-Motor mit 5,9 Litern Hubraum, der speziell für Aston Martin entwickelt wurde. Dieser Motor leistete 309 kW (420 PS) und ermöglichte deutlich verbesserte Fahrleistungen: 0-100 km/h in 5,0 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 298 km/h. Der V12 war eine Eigenentwicklung, die aus zwei Ford Duratec V6-Motoren entstand, die zu einer Einheit zusammengefügt wurden.
Äußerlich unterschied sich der Vantage durch subtile Designänderungen: breitere Lufteinlässe in der Front, Mesh-Gitter statt der bisherigen horizontalen Streben, neue Scheinwerfer mit klaren Streuscheiben und modifizierte Seitenschweller. Das Heck erhielt überarbeitete Rückleuchten und einen dezenten Diffusor. Im Innenraum gab es verbesserte Materialien und eine modernisierte Instrumentierung. Das Getriebe war nun standardmäßig ein Sechsgang-Schaltgetriebe von Getrag oder optional eine Fünfgang-Automatik. Die Volante-Variante des Vantage folgte im Jahr 2000 und bot das gleiche V12-Aggregat in offener Form. Der DB7 Vantage war in Deutschland deutlich teurer als der ursprüngliche Sechszylinder und positionierte sich preislich näher an Ferrari und Porsche.
Facelift und Sondermodelle (2002-2004)
Im Jahr 2002 erhielt der DB7 ein dezentes Facelift, das hauptsächlich die Innenausstattung betraf. Aston Martin verbesserte die Verarbeitungsqualität, führte neue Holzoberflächen ein und überarbeitete die Elektronik. Die Sitze wurden ergonomisch angepasst, und das Navigationssystem wurde modernisiert. Äußerlich blieben die Änderungen minimal: leicht modifizierte Stoßfänger und neue Felgendesigns.
Gegen Ende der Produktionszeit führte Aston Martin mehrere Sondermodelle ein. Der DB7 GT und der DB7 GTA (mit Automatikgetriebe) von 2002 boten zusätzliche 20 PS (nun 440 PS), sportlichere Fahrwerksabstimmung, leichtere Räder und ein aggressiveres Aerodynamikpaket mit einem markanten Heckspoiler. Nur 190 GT-Exemplare wurden produziert. Das letzte Sondermodell war der DB7 Zagato von 2003, eine Kooperation mit dem italienischen Designhaus Zagato. Mit komplett neuem Aluminium-Karosserie, nur 128 gebauten Exemplaren und einem Preis von über 250.000 Euro war dies das exklusivste DB7-Modell. Parallel dazu wurde der DB AR1 produziert, ein Roadster ohne Verdeck und Windschutzscheibe, von dem nur 99 Stück für den amerikanischen Markt gebaut wurden.
Technische Besonderheiten und Fahrverhalten
Der DB7 nutzte eine Stahl-Monocoque-Struktur mit Aluminium-Karosserieteilen, was für Aston Martin damals eine Abkehr von der traditionellen Aluminium-Bauweise darstellte. Die Vorderradaufhängung bestand aus Doppelquerlenkern, hinten kam eine De-Dion-Achse zum Einsatz, die ein gutes Gleichgewicht zwischen Komfort und Sportlichkeit bot. Die Bremsanlage mit belüfteten Scheiben rundum (auf Wunsch mit ABS) sorgte für solide Verzögerungswerte. Das Fahrverhalten des DB7 wird oft als elegant und komfortorientiert beschrieben, weniger extrem als bei italienischen Konkurrenten. Die V12-Variante bot deutlich mehr Durchzug und einen sonoren Klang, während der aufgeladene Sechszylinder sich durch Effizienz und Zuverlässigkeit auszeichnete.
Marktposition und Erbe
Der DB7 rettete Aston Martin in einer kritischen Phase. Die Verkaufszahlen übertrafen alle Erwartungen, und das Modell etablierte die Marke wieder im Bewusstsein kaufkräftiger Sportwagenkäufer. In Deutschland war der DB7 ein seltener Anblick, da die Preise deutlich über 200.000 DM (später über 100.000 Euro) lagen und die Marke noch nicht die Präsenz späterer Jahre hatte. Der DB7 ebnete den Weg für den DB9, der 2004 als Nachfolger mit Aluminium-VH-Plattform und moderner Technik eingeführt wurde. Heute sind DB7 auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt zwischen 30.000 und 80.000 Euro zu finden, abhängig von Zustand, Laufleistung und Modellvariante. Die V12-Vantage-Modelle sind besonders begehrt, während frühe Sechszylinder-Versionen erschwinglicher sind. Wichtig beim Kauf sind eine lückenlose Wartungshistorie und eine gründliche Inspektion, da Ersatzteile teuer sein können und einige elektronische Komponenten anfällig für Alterung sind.