Die zweite Generation: DBS (2007–2012)
Nach einer langen Pause kehrte die DBS-Bezeichnung 2007 zurück und löste den Vanquish S als Flaggschiff ab. Diese zweite DBS-Generation basierte auf der VH-Plattform (Vertical Horizontal) aus Aluminium, die Aston Martin erstmals beim DB9 einsetzte. Der 5,9-Liter-V12-Saugmotor leistete 517 PS bei 6.500 U/min und entwickelte 570 Nm Drehmoment. Die Kraftübertragung erfolgte über ein 6-Gang-Schaltgetriebe von Graziano oder optional ein 6-Stufen-Touchtronic-Automatikgetriebe. Der Sprint auf 100 km/h gelang in 4,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 307 km/h. Optisch zeichnete sich der DBS durch eine Kohlefaser-Motorhaube mit markanter Lufthutze, Carbon-Seitenteile und einen integrierten Heckspoiler aus. Die Bremsanlage stammte von Brembo mit Kohlefaser-Keramik-Scheiben (398 mm vorn, 360 mm hinten). Der DBS wurde durch seinen Auftritt als James-Bond-Fahrzeug im Film "Casino Royale" (2006) weltberühmt, was die Markenbekanntheit erheblich steigerte. In Deutschland kostete das Coupé ab 2007 rund 235.000 Euro. Das Design stammte von Henrik Fisker und Marek Reichman und betonte die aggressive, muskulöse Linienführung gegenüber dem eleganteren DB9.
DBS Volante (2009–2012)
2009 erweiterte Aston Martin die DBS-Baureihe um die Volante-Variante, ein Cabrio mit elektrisch betriebenem Stoffverdeck. Das Verdeck öffnete oder schloss in etwa 14 Sekunden und konnte bis zu einer Geschwindigkeit von 48 km/h betätigt werden. Trotz des Verdeckmechanismus und zusätzlicher Versteifungen blieb das Mehrgewicht gegenüber dem Coupé mit etwa 50 kg moderat. Die technischen Daten entsprachen weitgehend dem Coupé, lediglich die Höchstgeschwindigkeit fiel mit 305 km/h minimal geringer aus. Das Volante bot Platz für vier Personen, wobei die Rücksitze eher symbolischen Charakter hatten. Der Kofferraum fasste 186 Liter beim Coupé, beim Volante reduzierte sich das Volumen je nach Verdeckstellung. In Deutschland startete der DBS Volante bei etwa 255.000 Euro. Die Kombination aus V12-Klang unter freiem Himmel und Gran-Turismo-Performance machte das Volante zu einem begehrten Objekt bei Sammlern.
DBS Ultimate Edition (2012)
Zum Produktionsende 2012 legte Aston Martin die DBS Ultimate Edition auf, limitiert auf 100 Exemplare weltweit. Diese Sonderedition erhielt spezielle Carbon-Elemente, Ultimate-Schriftzüge, eine exklusive Farbpalette und hochwertigere Lederausstattungen im Innenraum. Die technischen Daten blieben unverändert, aber die Ultimate Edition markierte den Abschluss der zweiten DBS-Generation. Der Nachfolger Vanquish übernahm 2012 die Rolle des Flaggschiffs mit überarbeitetem Design und leistungsgesteigertem Motor. Die Ultimate Edition erzielte in Deutschland Preise ab etwa 260.000 Euro und gilt heute als gesuchtes Sammlerstück.
Die erste Generation: DBS (1967–1972)
Der ursprüngliche Aston Martin DBS debütierte 1967 als Nachfolger des DB6 und stellte einen radikalen Designbruch dar. Gestaltet von William Towns, zeigte der DBS eine kantige, moderne Linienführung mit vier Scheinwerfern hinter Plexiglas-Abdeckungen und einer breiten, flachen Frontpartie. Zunächst kam ein 4,0-Liter-Reihensechszylinder mit 282 PS zum Einsatz, der vom Vorgänger übernommen wurde. 1969 folgte der DBS V8 mit einem neu entwickelten 5,3-Liter-V8, der etwa 315 PS leistete. Dieser Motor wurde später zur Grundlage aller Aston-Martin-V8-Modelle bis 2000. Der DBS bot erstmals bei Aston Martin serienmäßig Servolenkung, elektrische Fensterheber und eine aufwendige Klimaanlage. Die Plattform basierte auf einem Gitterrohrrahmen mit Aluminium-Karosseriepanelen. Der DBS war als 2+2-Sitzer konzipiert und bot deutlich mehr Innenraum als seine Vorgänger. Die Produktion umfasste 787 Exemplare des Sechszylinder-DBS und etwa 402 DBS V8. Der DBS V8 wurde 1972 in Aston Martin V8 umbenannt und bis 1989 in verschiedenen Varianten produziert.
DBS V8 Vantage (1972–1973)
Eine besonders seltene Variante war der DBS V8 mit Vantage-Spezifikation, der zwischen 1972 und 1973 in sehr kleiner Stückzahl gebaut wurde. Diese Version erhielt Hochleistungs-Vergaser und modifizierte Nockenwellen, was die Leistung auf geschätzte 340 PS steigerte. Die exakte Produktionszahl ist unklar, Schätzungen gehen von weniger als 70 Exemplaren aus. Diese frühen Vantage-Versionen gelten heute als äußerst wertvoll und werden von Sammlern hoch gehandelt. Der DBS legte den Grundstein für Aston Martins moderne Ära und etablierte Design- und Technikstandards, die jahrzehntelang prägend blieben.
Technische Entwicklung und Marktpositionierung
Über alle Generationen hinweg verfolgte Aston Martin mit dem DBS das Konzept des ultimativen Gran Turismo: hohe Leistung, luxuriöse Ausstattung und Langstreckentauglichkeit. Die erste Generation etablierte moderne Designsprache und V8-Technologie, die zweite Generation von 2007 nutzte Leichtbau-Materialien und moderne Aerodynamik, während die aktuelle Superleggera-Variante mit Biturbo-Aufladung und Carbon-Karosserie neue Maßstäbe setzt. Der deutsche Markt spielte stets eine wichtige Rolle, da deutsche Kunden Wert auf Verarbeitung und Performance legen. Die Konkurrenz umfasst Fahrzeuge wie Ferrari 812, Bentley Continental GT und Mercedes-AMG GT R. Der DBS positioniert sich als exklusivere, handgefertigtere Alternative zu Serien-Sportwagen. Die Produktionszahlen bleiben bewusst niedrig, um Exklusivität zu gewährleisten. Jeder DBS durchläuft eine aufwendige Endkontrolle im Werk Gaydon, viele Kunden nutzen das umfangreiche Personalisierungsprogramm "Q by Aston Martin" für individuelle Sonderwünsche. Die Wertstabilität ist im Vergleich zu Großserien-Sportwagen hoch, besonders limitierte Editionen und frühe Exemplare gewinnen an Sammlerwert.