Die Ursprünge: V8 Volante (1977–1989)
Der erste Aston Martin V8 Volante wurde 1977 als offene Version des V8 Coupés vorgestellt und bis 1989 produziert. Unter der langen Motorhaube arbeitete ein 5,3-Liter-V8-Motor mit anfangs 305 PS, der in späteren Versionen auf bis zu 432 PS in der Vantage-Variante erstarkt wurde. Das charakteristische Design stammte noch von William Towns und zeigte die typischen Proportionen der 1970er Jahre mit langem Vorderwagen und kurzer Karosserie-Überhang am Heck. Das Stoffverdeck musste manuell bedient werden, was dem Charakter eines handgefertigten britischen Sportwagens entsprach. Die Produktion erfolgte in Handarbeit in Newport Pagnell mit nur etwa 850 Exemplaren in zwölf Jahren. Technisch basierte der Volante auf einem Stahl-Plattformrahmen mit Aluminium-Karosserieteilen. Die Hinterachse verfügte über eine De-Dion-Aufhängung, die für damalige Verhältnisse ausgezeichnete Fahreigenschaften bot. Das Interieur war mit feinstem Connolly-Leder und Wurzelholz ausgestattet.
Zweite Generation: V8 Volante (1996–2000)
Nach einer Produktionspause kehrte der V8 Volante 1996 zurück, basierend auf dem Virage-Modell. Diese Generation nutzte einen weiterentwickelten 5,3-Liter-V8 mit 32 Ventilen und einer Leistung von 350 PS in der Standardversion. Die V8 Vantage Volante-Variante mit Kompressor-Aufladung leistete beeindruckende 550 PS und gehörte zu den stärksten Cabrios ihrer Zeit. Das Design wurde von John Heffernan überarbeitet und zeigte modernere Linien als der Vorgänger, behielt aber die klassischen Aston-Martin-Proportionen bei. Das elektrisch betätigte Stoffverdeck war nun serienmäßig und verschwand unter einer formschönen Abdeckung. Die Produktion blieb weiterhin in Handarbeit mit nur etwa 240 Exemplaren der Basisversion. Die technische Basis bildete ein verstärkter Stahl-Rahmen mit Aluminium-Verkleidung. Das Fahrwerk kombinierte Doppelquerlenker vorn mit einer De-Dion-Achse hinten. Die Bremsen stammten von AP Racing und boten für die damalige Zeit hervorragende Verzögerungswerte.
Dritte Generation: V8 Vantage Roadster (2006–2017)
Mit der dritten Generation erfolgte 2006 ein kompletter Neuanfang unter der Bezeichnung V8 Vantage Roadster, später auch als V8 Volante vermarktet. Die auf der VH-Plattform (Vertical Horizontal) basierende Konstruktion nutzte erstmals eine moderne Aluminium-Raumrahmenstruktur. Der neue 4,3-Liter-V8-Motor von Aston Martin leistete anfangs 385 PS und stammte aus eigener Entwicklung, basierend auf einem Jaguar-Block. Das von Henrik Fisker entworfene Design wurde zum Designklassiker und prägt bis heute die Markenidentität. Das Stoffverdeck öffnete elektrisch in 18 Sekunden. 2008 erfolgte ein erstes Update mit einem vergrößerten 4,7-Liter-Motor und 426 PS Leistung. Die Höchstgeschwindigkeit stieg auf 290 km/h, der Sprint auf 100 km/h gelang in 4,9 Sekunden.
2013 erhielt diese Generation ein umfassendes Facelift mit überarbeitetem Frontend, neuen LED-Scheinwerfern und modifizierter Heckpartie. Die Leistung des 4,7-Liter-V8 wurde auf 436 PS gesteigert. Das Infotainment-System wurde grundlegend modernisiert und bot nun erstmals Smartphone-Integration. Die Sportversion V8 S Roadster leistete in der finalen Ausbaustufe 440 PS. Die Sieben-Gang-Sportshift-Automatik ersetzte zunehmend das manuelle Sechsgang-Getriebe. Das adaptive Dämpfungssystem ermöglichte eine bessere Balance zwischen Komfort und Sportlichkeit. Insgesamt entstanden über 11 Jahre etwa 7.500 Exemplare aller Roadster-Varianten. Die Produktion erfolgte im neuen Werk in Gaydon, Warwickshire. Sondermodelle wie der Vantage N430 Roadster und der GT Roadster mit 440 PS rundeten das Angebot ab.
Aktuelle Generation: V8 Volante (seit 2018)
Die seit 2018 produzierte vierte Generation des V8 Volante basiert auf der komplett neu entwickelten Bonded-Aluminium-Plattform. Erstmals setzt Aston Martin auf einen fremdbezogenen Motor: Der 4,0-Liter-V8-Biturbo stammt aus der Kooperation mit Mercedes-AMG und leistet 510 PS bei 6.000 U/min sowie 685 Nm Drehmoment. Die Kraftübertragung erfolgt ausschließlich über ein Achtgang-Automatikgetriebe von ZF an die Hinterräder. Das von Marek Reichman geleitete Design-Team schuf eine aggressive, muskulöse Formensprache mit breiten Kotflügeln und einer charakteristischen Clamshell-Motorhaube. Das Stoffverdeck besteht aus acht Lagen und bietet hervorragende Isolationseigenschaften. Die Aerodynamik wurde im Windkanal optimiert, ein aktiver Heckdiffusor unterstützt den Abtrieb.
2019 wurde die noch sportlichere Variante V8 Volante AMR (Aston Martin Racing) mit 528 PS vorgestellt. Diese Version verfügt über ein sportlicheres Fahrwerk, Leichtbauräder und Carbon-Karosserieteile. Der Sprint auf 100 km/h gelingt in 3,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 314 km/h. Das Leergewicht beträgt 1.628 kg. 2022 erfolgte ein dezentes Update mit überarbeiteter Infotainment-Software und neuen Farboptionen. Die aktuelle Generation bietet erstmals ein volldigitales Kombiinstrument und ein zentrales 8-Zoll-Touchscreen-Display. Apple CarPlay und Android Auto sind serienmäßig integriert. Die Sportsitze bieten elektrische Verstellung in 12 Richtungen. Das Soundsystem stammt wahlweise von Bang & Olufsen mit 1.000 Watt Leistung. Der Kofferraum fasst 200 Liter bei geschlossenem Verdeck. Die Preise beginnen in Deutschland bei etwa 181.000 Euro. Die Produktion erfolgt weiterhin in Gaydon mit etwa 1.500 Einheiten pro Jahr über alle Vantage-Varianten.