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Audi 50

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Foto: Sam-4u / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Der Audi 50 war von 1974 bis 1978 der erste und einzige Kleinwagen der Marke Audi in dieser Ära. Als dreitüriges Schrägheck-Modell bot er gehobene Ausstattung und hochwertige Verarbeitung im Kompaktsegment. Technisch bildete er die Basis für den erfolgreichen VW Polo.

Neupreis
ab 7.995 DM (1974)

Ideal für: Sammler und Liebhaber klassischer Automobile, die einen seltenen Youngtimer der Marke Audi suchen

Technische Daten

Audi 50 Eckdaten

Motor & Antrieb
Leistung
37–44 kW (50–60 PS)
Kraftstoff
Benzin
Verbrauch (komb.)
6,0–8,0 l/100km
Getriebe
4-Gang manuell, später 5-Gang optional
Antriebsart
Frontantrieb
Zylinder
4
Höchstgeschwindigkeit
135–145 km/h
Maße & Karosserie
Karosserie
Schrägheck, 3-türig
Maße (L/B/H)
3495 x 1560 x 1365 mm
Kofferraum
235–640 l
Gewicht
720–780 kg
Sitze
4
Türen
3
Neupreis
ab 7.995 DM (1974)

Der Audi 50 war ein Kleinwagen, der von 1974 bis 1978 produziert wurde und als erstes Modell der Marke Audi in diesem Segment positioniert war. Mit einer Gesamtproduktion von nur etwa 180.000 Einheiten blieb der Audi 50 ein vergleichsweise seltenes Fahrzeug, das jedoch technisch und konzeptionell wegweisend für den Volkswagen Konzern war. Der Wagen wurde ausschließlich als dreitürige Schrägheck-Limousine angeboten und sollte eine gehobene Alternative zu kleineren Volkswagen-Modellen darstellen. Heute ist der Audi 50 ein gesuchtes Sammlerstück und ein wichtiges Zeugnis der Audi-Geschichte in den 1970er Jahren.

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Die Entstehungsgeschichte und Markteinführung 1974

Der Audi 50 wurde im Sommer 1974 auf dem Pariser Autosalon der Öffentlichkeit präsentiert und kam noch im selben Jahr auf den deutschen Markt. Die Entwicklung fiel in eine Zeit, in der die Ölkrise von 1973 die Automobilindustrie nachhaltig erschüttert hatte und sparsame Kleinwagen plötzlich stark gefragt waren. Audi reagierte auf diese Marktsituation mit einem kompakten, aber hochwertigen Fahrzeug, das auf der EA337-Plattform des Volkswagen Konzerns basierte. Mit einer Länge von nur 3,49 Metern war der Audi 50 deutlich kompakter als der Audi 80, bot aber dennoch Platz für vier Personen und überraschend viel Kofferraum für seine Klasse.

Das Design stammte vom italienischen Gestalter Giorgetto Giugiaro und seiner Firma Italdesign, der bereits für zahlreiche andere Volkswagen-Modelle verantwortlich zeichnete. Die klare Linienführung mit den charakteristischen rechteckigen Scheinwerfern, der steilen Frontpartie und dem ausgeprägten Heck verliehen dem Audi 50 ein modernes und zeitloses Erscheinungsbild. Die Karosserie war für damalige Verhältnisse aerodynamisch günstig gestaltet und trug zur Wirtschaftlichkeit des Fahrzeugs bei.

Technische Ausstattung und Motorisierung

Der Audi 50 wurde ausschließlich mit Frontantrieb und wassergekühlten Vierzylinder-Ottomotoren angeboten, die quer vor der Vorderachse eingebaut waren. Diese Konfiguration war für Audi damals noch relativ neu, da die Marke zuvor hauptsächlich Fahrzeuge mit Frontmotor und Hinterradantrieb gebaut hatte. Zur Markteinführung standen zwei Motorvarianten zur Verfügung: Der Audi 50 LS verfügte über einen 1,1-Liter-Motor mit 37 kW (50 PS), während der besser ausgestattete Audi 50 GL einen 1,3-Liter-Motor mit 44 kW (60 PS) unter der Haube hatte. Beide Motoren waren mit einem Vierganggetriebe gekoppelt, das eine präzise Schaltung und gute Übersetzungsverhältnisse bot.

Die Fahrwerksabstimmung des Audi 50 war für einen Kleinwagen ungewöhnlich komfortabel und gleichzeitig sportlich-straff ausgelegt. Vorne kam eine MacPherson-Federbeinachse zum Einsatz, hinten eine Verbundlenkerachse mit Schraubenfedern. Die Lenkung war direkt und präzise, was dem Audi 50 gute Fahreigenschaften bescheinigte. Gebremst wurde mit Scheibenbremsen vorne und Trommelbremsen hinten, wobei höhere Ausstattungsvarianten optional mit einer Bremskraftverstärkung ausgerüstet werden konnten.

Ausstattungsvarianten und Positionierung

Der Audi 50 war in verschiedenen Ausstattungslinien erhältlich, die sich deutlich in Preis und Komfort unterschieden. Die Basisversion Audi 50 LS war spartanisch ausgestattet und konzentrierte sich auf das Wesentliche. Der Audi 50 GL bot bereits eine deutlich gehobenere Ausstattung mit besseren Sitzen, mehr Chromzierrat und zusätzlichen Komfortdetails. Die Topversion Audi 50 GLS verfügte über Extras wie eine Heckscheibenheizung, bessere Polster und aufwendigere Innenraumverkleidungen. Trotz der kompakten Abmessungen legte Audi Wert auf eine hochwertige Materialanmutung, die sich deutlich von günstigeren Konkurrenten abhob.

Das Armaturenbrett war übersichtlich gestaltet und orientierte sich am Design der größeren Audi-Modelle. Die Rundinstrumente waren klar ablesbar, und die Bedienelemente waren logisch angeordnet. Der Kofferraum fasste zwischen 235 und 640 Liter, je nach Stellung der umklappbaren Rücksitzlehne. Für einen Kleinwagen der 1970er Jahre waren diese Werte beachtlich und machten den Audi 50 zu einem praktischen Alltagsfahrzeug.

Die Beziehung zum VW Polo und Produktionsende

Parallel zur Entwicklung des Audi 50 arbeitete Volkswagen an einer günstigeren Variante für die Kernmarke VW. Das Ergebnis war der VW Polo, der 1975 – ein Jahr nach dem Audi 50 – auf den Markt kam. Der Polo basierte auf der gleichen Plattform und war technisch nahezu identisch, wurde aber einfacher ausgestattet und zu einem deutlich niedrigeren Preis angeboten. Diese Strategie erwies sich als problematisch für den Audi 50, da viele potenzielle Käufer den preiswerteren Polo bevorzugten, der für deutlich weniger Geld nahezu die gleiche Technik bot.

Der Audi 50 geriet zunehmend in eine schwierige Marktsituation: Er war zu teuer für Käufer, die einen einfachen Kleinwagen suchten, und zu klein für Kunden, die den Premiumanspruch von Audi mit mehr Größe und Prestige verbanden. Trotz seiner technischen Qualitäten und der guten Verarbeitung konnte sich der Audi 50 nicht in ausreichenden Stückzahlen verkaufen. Im Sommer 1978, nach nur vier Jahren Produktionszeit, stellte Audi die Fertigung des Modells 50 ein. Der VW Polo hingegen entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Kleinwagen Europas und wird bis heute produziert.

Besonderheiten und technische Innovationen

Trotz seiner kurzen Produktionszeit bot der Audi 50 einige bemerkenswerte technische Lösungen. Die Karosserie war für damalige Verhältnisse verwindungssteif konstruiert und bot einen guten Korrosionsschutz durch Hohlraumversiegelung und verzinkte Bleche an besonders gefährdeten Stellen. Die Heizung und Belüftung waren effektiv und boten auch bei niedrigen Außentemperaturen einen guten Komfort. Optional war ab 1976 ein Fünfganggetriebe erhältlich, das die Autobahnfahrten komfortabler und sparsamer machte.

Der Verbrauch lag je nach Motorisierung und Fahrweise zwischen 6 und 8 Litern auf 100 Kilometer, was für die damalige Zeit durchaus akzeptable Werte waren. Die Höchstgeschwindigkeit des 60-PS-Modells lag bei etwa 145 km/h, während die schwächere Variante rund 135 km/h erreichte. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dauerte je nach Version zwischen 15 und 18 Sekunden – Werte, die für einen Kleinwagen der 1970er Jahre typisch waren.

Nachfolge und historische Bedeutung

Einen direkten Nachfolger des Audi 50 gab es nicht. Audi konzentrierte sich nach 1978 auf die Mittelklasse und höher positionierte Modelle. Erst mit dem Audi A2, der von 1999 bis 2005 produziert wurde, wagte sich die Marke wieder in das Segment der Kleinwagen. Der A2 war allerdings konzeptionell völlig anders aufgebaut und zielte auf eine avantgardistische, technologieorientierte Käuferschicht ab. Erst in jüngster Zeit mit dem Audi A1 (ab 2010) etablierte sich wieder dauerhaft ein Kleinwagen-Modell im Audi-Programm.

Die historische Bedeutung des Audi 50 liegt vor allem in seiner Pionierrolle als erstes Frontantrieb-Kleinwagenmodell der Marke und als technische Basis für den überaus erfolgreichen VW Polo. Viele Konstruktionsprinzipien und Designelemente des Audi 50 flossen in spätere Volkswagen-Konzern-Modelle ein. Heute ist der Audi 50 ein gesuchtes Sammlerfahrzeug, von dem nur noch wenige gut erhaltene Exemplare existieren. Die geringe Produktionszahl und die hohe Korrosionsanfälligkeit der Karosserien haben dazu geführt, dass gut restaurierte Fahrzeuge mittlerweile beachtliche Liebhaberpreise erzielen.

Der Audi 50 im Alltagseinsatz und als Klassiker

Für Besitzer und Enthusiasten klassischer Automobile stellt der Audi 50 heute eine interessante Alternative zu den häufigeren VW Polo-Modellen dar. Die bessere Ausstattung und die hochwertigere Materialqualität machen ihn zu einem attraktiven Youngtimer. Allerdings ist die Ersatzteilversorgung mittlerweile schwierig geworden, da viele spezifische Audi-Teile nicht mehr verfügbar sind. Glücklicherweise lassen sich zahlreiche Komponenten vom VW Polo übernehmen, was die Wartung erleichtert. Die mechanische Einfachheit der Technik und die überschaubare Elektronik machen den Audi 50 zu einem relativ wartungsfreundlichen Klassiker, der auch von ambitionierten Hobbyschraubern instand gehalten werden kann.

Audi 50 leasen (bald verfügbar)

Häufige Fragen

Wie lange wurde der Audi 50 gebaut?

Der Audi 50 wurde von 1974 bis 1978 produziert, also nur vier Jahre lang. In dieser Zeit entstanden etwa 180.000 Exemplare.

Was ist der Unterschied zwischen Audi 50 und VW Polo?

Der Audi 50 und der VW Polo I basieren auf der gleichen Plattform. Der Audi 50 war jedoch besser ausgestattet, hochwertiger verarbeitet und deutlich teurer als der VW Polo.

Welche Motoren hatte der Audi 50?

Der Audi 50 wurde mit zwei Vierzylinder-Benzinmotoren angeboten: einem 1,1-Liter-Motor mit 50 PS und einem 1,3-Liter-Motor mit 60 PS.

Warum wurde der Audi 50 eingestellt?

Der Audi 50 war zu teuer im Vergleich zum technisch nahezu identischen VW Polo und verkaufte sich nicht in ausreichenden Stückzahlen. 1978 wurde die Produktion eingestellt.

Ist der Audi 50 heute ein gesuchter Klassiker?

Ja, aufgrund der geringen Produktionszahl und der wenigen noch erhaltenen Exemplare ist der Audi 50 heute ein gesuchtes Sammlerfahrzeug mit steigenden Liebhaberpreisen.