Erste Generation (Typ 8T, 2007-2016): Der Durchbruch im Premium-Coupé-Segment
Im März 2007 präsentierte Audi den A5 als erstes Modell einer neuen Baureihe, die auf der B7-Plattform des Audi A4 basierte. Das von Walter de'Silva gestaltete Coupé begeisterte mit seiner fließenden Dachlinie, der markanten Singleframe-Front und den breiten Schultern. Zum Start waren ausschließlich Benzinmotoren verfügbar: ein 2.0 TFSI mit 180 PS, ein 3.2 FSI V6 mit 265 PS sowie der Top-Benziner 4.2 FSI V8 mit 354 PS. Der Allradantrieb quattro war bei den stärkeren Varianten serienmäßig, beim 2.0 TFSI optional erhältlich. Im Jahr 2008 erweiterte Audi das Angebot um sparsame TDI-Diesel: zunächst der 2.7 TDI mit 190 PS und der 3.0 TDI mit 240 PS. Das manuelle Sechsgang-Getriebe wurde je nach Motorisierung durch die Sechsgang-Multitronic (Frontantrieb) oder die Siebengang-S tronic (Allrad) ergänzt.
2009 folgte mit dem A5 Sportback eine bedeutende Erweiterung der Baureihe. Die fünftürige Variante kombinierte die elegante Coupé-Optik mit deutlich gesteigerter Alltagstauglichkeit und separaten Fond-Türen. Parallel dazu debütierte das A5 Cabriolet mit elektrisch versenkbarem Stoffverdeck, das in 15 Sekunden öffnet oder schließt. Ebenfalls 2009 stellte Audi die erste S5-Version vor: als Coupé mit 333 PS starkem 3.0 TFSI-V6-Kompressormotor. Das Sportmodell beschleunigte in 5,1 Sekunden von null auf 100 km/h und war ausschließlich mit quattro-Allrad sowie S tronic erhältlich. Die Topversion RS 5 kam 2010 auf den Markt, angetrieben von einem 4.2 FSI V8 mit 450 PS, der auch im R8 und RS 4 zum Einsatz kam. Mit 8.250 Umdrehungen pro Minute und einem Sprint in 4,5 Sekunden unterstrich der RS 5 den sportlichen Anspruch der Baureihe.
Facelift der ersten Generation (2011-2016): Modernisierung und Effizienzsteigerung
Im Sommer 2011 unterzog Audi den A5 einem umfassenden Facelift. Äußerlich erhielt das Modell modifizierte Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht, einen überarbeiteten Singleframe-Kühlergrill, neue Stoßfänger und LED-Rückleuchten. Im Innenraum wurde das MMI-Bedienkonzept aktualisiert und neue Materialien verbesserten die Haptik. Technisch wichtiger war die Motorenüberarbeitung: Audi führte neue TFSI- und TDI-Aggregate mit höherer Effizienz ein. Der Einstiegs-Benziner 1.8 TFSI leistete nun 170 PS, der 2.0 TFSI wahlweise 180 oder 225 PS. Bei den Dieseln kamen ein 2.0 TDI mit 143, 177 oder 190 PS sowie die 3.0 TDI-Varianten mit 204 und 245 PS zum Einsatz. Der S5 erhielt 2011 einen neuen 3.0 TFSI-V6-Kompressormotor mit 333 PS, der sparsamer und leichter als der Vorgänger war.
2012 folgte die Überarbeitung des RS 5, der weiterhin mit dem 4.2 FSI V8 und 450 PS antrat, aber optisch geschärft wurde. Alle Sportback- und Cabriolet-Varianten profitierten ebenfalls vom Facelift. 2013 ergänzte Audi das Angebot um besonders effiziente "ultra"-Versionen: Der 2.0 TDI ultra mit 190 PS und Frontantrieb verbrauchte kombiniert nur 4,2 Liter pro 100 Kilometer. Bis zum Produktionsende 2016 verkaufte sich die erste A5-Generation über 770.000 Mal weltweit und etablierte sich als erfolgreiches Premium-Coupé mit hohem Wiedererkennungswert.
Zweite Generation (Typ F5, seit 2016): Leichtbau und Digitalisierung
Im Herbst 2016 präsentierte Audi die zweite A5-Generation, die auf der neuen MLB-evo-Plattform basiert, welche auch A4, Q5 und Q7 nutzen. Durch konsequenten Leichtbau – unter anderem mit Aluminium-Hauben und optimierten Stahlblechen – sank das Gewicht gegenüber dem Vorgänger um bis zu 85 Kilogramm. Optisch blieb Audi der bewährten Linie treu, schärfte aber die Proportionen: Der A5 wirkt breiter, flacher und athletischer. Die Motorenpalette startete mit einem 2.0 TFSI-Benziner (190 PS und 252 PS) sowie einem 2.0 TDI-Diesel (150, 190 und 286 PS beim 3.0 TDI). Alle Motoren erfüllten die Euro-6-Norm und wurden mit Sechsgang-Schaltung, Siebengang-S tronic oder Achtgang-tiptronic kombiniert. Der quattro-Allradantrieb mit selbstsperrendem Mittendifferenzial und adaptiver Drehmomentverteilung war bei stärkeren Versionen serienmäßig, beim Einstiegs-Benziner und -Diesel zunächst nicht erhältlich.
Das Interieur des F5 markierte einen Quantensprung: Das Audi virtual cockpit mit volldigitalem 12,3-Zoll-Instrumentendisplay war erstmals verfügbar, ebenso Head-up-Display, Matrix-LED-Scheinwerfer und zahlreiche Assistenzsysteme wie adaptive Fahrwerksregelung, Spurhalteassistent und autonomer Notbremsassistent. 2017 folgten die Sportback- und Cabriolet-Varianten der zweiten Generation mit identischer Technik. Der S5 kam ebenfalls 2017 mit einem neuen 3.0 TFSI-V6-Turbo mit 354 PS, der den Kompressor durch Biturbo-Aufladung ersetzte. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gelang in 4,7 Sekunden. 2018 debütierte der RS 5 mit einem überarbeiteten 2.9 TFSI-V6-Biturbo-Motor (450 PS), der auch im Porsche Panamera Verwendung fand. Das Sport-Differenzial an der Hinterachse und die adaptive Dämpferregelung machten den RS 5 zu einem vielseitigen Sportler für Straße und Rennstrecke.
Facelift der zweiten Generation (2019-heute): Mild-Hybrid und digitale Features
2019 führte Audi für den A5 ein Mild-Hybrid-System (MHEV) ein, das zunächst bei den stärkeren Motoren verfügbar war. Ein 12-Volt-Starter-Generator ermöglicht Segeln bei Geschwindigkeiten zwischen 55 und 160 km/h, Start-Stopp-Funktion bereits ab 22 km/h und Energierückgewinnung beim Bremsen. Der Verbrauch sank dadurch um bis zu 0,3 Liter pro 100 Kilometer. Gleichzeitig wurde das Infotainment-System MMI touch auf den neuesten Stand gebracht, mit 10,1-Zoll-Touchscreen und natürlicher Sprachsteuerung. 2020 erhielt der A5 ein optisches Update mit modifizierten LED-Scheinwerfern, neuen Felgendesigns und erweiterten Assistenzsystemen wie dem Parkassistenten Plus und dem Kreuzungsassistenten.
Die Motorenpalette wurde 2020 gestrafft: Der 2.0 TFSI ist nun mit 150, 204 oder 265 PS verfügbar, die Diesel 2.0 TDI mit 163, 190 oder 204 PS und der 3.0 TDI mit 286 PS. Alle Aggregate verfügen serienmäßig über Mild-Hybrid-Technik. Der S5 wurde 2020 auf 347 PS leicht abgesenkt, um strengere Emissionsnormen zu erfüllen. Das RS-5-Modell blieb bei 450 PS, erhielt aber 2020 ein optisches Competition-Paket mit mattschwarzen Details und speziellen 20-Zoll-Felgen. 2023 erfolgte ein weiteres dezentes Update mit überarbeiteten Matrix-LED-Scheinwerfern, neuen Lackfarben und erweiterten Konnektivitätsfunktionen über die myAudi-App. Das Produktionsende der zweiten Generation ist für 2024 geplant, denn Audi bereitet eine grundlegend neue A5-Baureihe vor, die als elektrisch angetriebene Nachfolgerin des aktuellen A4 fungieren soll, während die Coupé-Linie voraussichtlich in die A7-Familie integriert wird.