Die erste Generation: A7 Sportback C7 (2010-2018)
Im Sommer 2010 debütierte der erste Audi A7 Sportback auf dem Markt und etablierte eine neue Fahrzeugkategorie bei der Marke mit den vier Ringen. Die Design-Studie A7 Sportback concept wurde bereits 2009 auf der Detroit Motor Show vorgestellt und ließ die Serienversion erahnen. Audi nutzte die MLB-Plattform (Modularer Längsbaukasten) des A6 C7, verlängerte jedoch den Radstand minimal und verpasste der Karosserie eine deutlich flachere Dachlinie. Das Ergebnis war eine 4,97 Meter lange, viertürige Limousine mit großer Heckklappe, die Coupé-Proportionen mit der Praktikabilität eines Kombis vereinte. Der Kofferraum fasste 535 bis 1.390 Liter.
Zum Marktstart standen drei Motorisierungen zur Wahl: der 3.0 TFSI mit 300 PS, der 3.0 TDI mit 245 PS sowie der 3.0 BiTDI mit 313 PS. Alle Motoren wurden serienmäßig mit Siebengang-S-tronic-Doppelkupplungsgetriebe und permanentem quattro-Allradantrieb kombiniert. 2011 folgte der Einstiegsdiesel 3.0 TDI mit 204 PS, später kamen ein 2.8 FSI mit 204 PS sowie leistungsstärkere Varianten des 3.0 BiTDI mit bis zu 320 PS hinzu. Die Topmotorisierung stellte bis zum Facelift der 4.0 TFSI mit 420 PS dar, bevor 2015 die RS-Variante mit 560 PS das Portfolio krönte.
Facelift der ersten Generation (2014-2018)
Im Herbst 2014 erhielt der A7 Sportback sein erstes umfassendes Facelift. Die Überarbeitung umfasste eine neue Frontpartie mit flacheren Scheinwerfern in Voll-LED-Technik (Matrix-LED optional), einen modifizierten Singleframe-Kühlergrill und überarbeitete Stoßfänger vorn und hinten. Die Heckleuchten wurden ebenfalls neu gestaltet und erhielten durchgehende LED-Lichtbänder. Im Innenraum integrierte Audi das MMI-Infotainmentsystem der neuesten Generation mit größerem Farbbildschirm und verbesserter Bedienung.
Wichtigste Neuerung war die Motorenpalette: Der 3.0 TFSI wurde durch einen effizienteren 3.0 TFSI mit 333 PS ersetzt, die Dieselmotoren profitierten von Effizienzsteigerungen. Neu hinzu kam 2015 der A7 Sportback e-tron quattro als Plug-in-Hybrid, der einen 2.0 TFSI mit 211 PS und einen Elektromotor mit 102 kW kombinierte – Systemleistung 367 PS. Die elektrische Reichweite betrug rund 50 Kilometer. Der überarbeitete A7 blieb bis Ende 2017 im Programm, bevor Anfang 2018 die zweite Generation ihre Premiere feierte.
Zweite Generation: A7 Sportback C8 (seit 2018)
Mit der zweiten Generation, die im Oktober 2017 in Ingolstadt vorgestellt wurde und ab März 2018 beim Händler stand, vollzog Audi einen deutlichen technologischen Sprung. Die MLB-evo-Plattform brachte Gewichtseinsparungen von bis zu 100 Kilogramm trotz gewachsener Abmessungen (nun 4,97 Meter Länge). Das Design wurde geschärft: Die Coupé-Silhouette wirkt noch dynamischer, die Heckklappe erstreckt sich über die gesamte Fahrzeugbreite, und ein durchgehendes OLED-Lichtband (je nach Ausstattung) prägt die Heckansicht. Die Rückleuchten sind in drei Segmente gegliedert und bieten verschiedene Signatur-Designs.
Der Innenraum markierte 2018 den Beginn einer neuen Audi-Ära: Nahezu alle physischen Tasten wurden durch Touchscreens ersetzt. Das MMI touch response besteht aus zwei Displays – einem 10,1-Zoll-Touchscreen oben für Infotainment und Navigation sowie einem 8,6-Zoll-Display unten für Klimatisierung und Texteingabe. Das volldigitale Kombiinstrument (Audi virtual cockpit) mit 12,3 Zoll Diagonale ist Serie. Optional bietet Audi ein Head-up-Display. Zu den weiteren technischen Highlights gehören das adaptive Luftfahrwerk, Allradlenkung, bis zu 40 Fahrerassistenzsysteme und eine optionale HD-Matrix-LED-Scheinwerfer mit Laserlicht.
Zum Marktstart standen ein 3.0 TFSI mit 340 PS und ein 3.0 TDI mit 231 PS zur Wahl, beide mit 48-Volt-Mildhybridsystem, das Segeln mit abgeschaltetem Motor und Energierückgewinnung ermöglicht. Das Siebengang-S-tronic wich einem Achtgang-tiptronic-Wandlerautomaten, der harmonischer und komfortabler arbeitet. Quattro-Allradantrieb ist weiterhin Standard. Der Kofferraum fasst unverändert 535 bis 1.390 Liter. 2019 folgte ein stärkerer 3.0 TDI mit 286 PS, 2020 dann die Plug-in-Hybridvariante A7 Sportback TFSI e quattro mit 299 PS Systemleistung (später auch als 367-PS-Version) und rund 40 Kilometern elektrischer Reichweite nach WLTP.
Facelift der zweiten Generation (2023)
Im Sommer 2023 präsentierte Audi das Facelift der zweiten A7-Generation, das Anfang 2024 in den Handel kam. Die Überarbeitung fiel moderat aus: Der Singleframe-Grill wurde flacher und breiter gestaltet, die Lufteinlässe im Stoßfänger neu geformt. Die HD-Matrix-LED-Scheinwerfer sind nun serienmäßig, optional gibt es digitale OLED-Rückleuchten der zweiten Generation mit konfigurierbaren Signaturen und Näherungssensorik für erweiterte Kommunikation. Im Innenraum blieb das Bedienkonzept weitgehend unverändert, das MMI-System erhielt jedoch aktualisierte Software und schnellere Prozessoren.
Die größten Änderungen betrafen den Antriebsstrang: Die Motorenpalette wurde gestrafft. Der Einstiegs-TDI wurde auf einen 2.0 TDI mit 204 PS herunterskaliert, der erstmals auch mit Frontantrieb erhältlich ist – eine Premiere beim A7. Für den deutschen Markt bleibt jedoch der 3.0 TDI mit 286 PS und quattro die relevante Dieselvariante. Auf der Benzinerseite wurde der Basis-TFSI ebenfalls durch einen 2.0 TFSI mit 204 PS ersetzt, während der 3.0 TFSI mit nun 340 PS weiterhin lieferbar ist. Die Plug-in-Hybrid-Varianten erhielten eine größere Batterie (14,4 kWh netto) für bis zu 70 Kilometer elektrische Reichweite (WLTP), die Systemleistungen betragen 299 PS oder 367 PS.
Die Performance-Varianten S7 und RS 7 bleiben Teil des Programms: Der S7 leistet mit seinem 3.0 TFSI und 48-Volt-Technik 450 PS, der RS 7 Sportback mit 4.0 TFSI biturbo bringt es auf 600 PS (RS 7 performance sogar 630 PS). Beide nutzen ein Achtgang-tiptronic und quattro-Allradantrieb mit Sport-Differential. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 250 km/h begrenzt, kann optional auf 280 oder 305 km/h erhöht werden. Das Facelift umfasst zudem neue Assistenzsysteme wie einen verbesserten adaptiven Tempomat und erweiterte Park- und Rangier-Funktionen.
Marktpositionierung und Konkurrenz
Der Audi A7 Sportback konkurriert mit Fahrzeugen wie dem BMW 5er Gran Turismo (eingestellt 2017), dem Mercedes-Benz CLS (inzwischen ebenfalls mit viertüriger Coupé-Karosserie) und dem Porsche Panamera. Im Konzern steht der VW Arteon als günstigere Alternative zur Verfügung, während der A6 die klassische Limousinen-Alternative darstellt. Der A7 wird fast ausschließlich mit hochwertiger Ausstattung verkauft, typische Einstiegspreise liegen deutlich über 70.000 Euro. Wichtigste Märkte sind Deutschland, USA und China. Der A7 gilt als Designikone im Audi-Portfolio und wird häufig mit erweiterten Individualisierungsoptionen bestellt, insbesondere aus dem Audi exclusive Programm. Mit seinen fortschrittlichen Assistenzsystemen und dem eleganten Auftritt spricht der A7 Sportback vorrangig anspruchsvolle Kunden an, die sportliches Design und hohen Reisekomfort verbinden möchten.