Die erste Generation B8 (2007-2016): Der Grundstein einer Erfolgsgeschichte
Im Jahr 2007 führte Audi den S5 als sportliche Variante des A5 ein und schuf damit eine neue Nische im Portfolio. Die erste Generation basierte auf der B8-Plattform und wurde zunächst ausschließlich als zweitüriges Coupé angeboten. Unter der Motorhaube arbeitete ein 4,2-Liter-V8-Saugmotor mit 260 kW (354 PS), der über ein sechsstufiges Automatikgetriebe oder ein sechsgangiges Schaltgetriebe die Kraft an alle vier Räder übertrug. Der charakteristische Sound des V8 und die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 5,1 Sekunden machten den S5 zur echten Alternative zu BMW M3 und Mercedes C 63 AMG. Das Design von Walter de Silva mit der markanten Schulterpartie und den Xenon-Scheinwerfern prägte das moderne Audi-Design nachhaltig. 2009 erweiterte Audi das Angebot um das S5 Cabriolet, das mit dem gleichen V8-Motor und elektrischem Stoffverdeck punktete. Das Gewicht lag beim Cabrio rund 200 kg über dem Coupé, was die Fahrdynamik leicht beeinträchtigte, aber den Fahrspaß unter freiem Himmel nicht schmälerte.
2011 erfolgte ein wichtiges Facelift für die B8-Generation, bei dem Audi dem S5 ein neues Gesicht mit LED-Tagfahrlicht und überarbeiteten Stoßfängern verlieh. Noch bedeutender war jedoch die Motorenrevolution: Der V8-Saugmotor wurde durch einen 3,0-Liter-V6-TFSI mit Kompressor ersetzt, der 245 kW (333 PS) leistete. Trotz geringerer Leistung verbesserten sich die Fahrleistungen leicht, da das neue Aggregat rund 90 kg weniger wog und ein deutlich höheres Drehmoment von 440 Nm bereits bei niedrigen Drehzahlen bereitstellte. Das serienmäßige Siebengang-S-tronic-Doppelkupplungsgetriebe ersetzte die alten Getriebe und sorgte für blitzschnelle Schaltvorgänge. Der Verbrauch sank von über 11 auf unter 9 Liter pro 100 Kilometer. 2012 komplettierte der S5 Sportback das Trio: Die viertürige Fließheck-Variante kombinierte Sportlichkeit mit Alltagstauglichkeit und erwies sich schnell als Verkaufsschlager, insbesondere bei Firmenkunden.
Die zweite Generation B9 (2016-2024): Effizienz trifft Sportlichkeit
2016 präsentierte Audi die zweite S5-Generation auf Basis der B9-Plattform, die durch konsequenten Leichtbau bis zu 85 kg Gewicht einsparte. Der MLB-evo-Baukasten mit höherem Aluminiumanteil und optimierter Karosseriestruktur verbesserte nicht nur die Effizienz, sondern auch die Fahrdynamik. Der 3,0-Liter-V6-TFSI wurde grundlegend überarbeitet und leistete nun 260 kW (354 PS) – exakt so viel wie der ursprüngliche V8 der ersten Generation. Das maximale Drehmoment von 500 Nm stand zwischen 1370 und 4500 U/min zur Verfügung. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erfolgte in 4,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wurde elektronisch bei 250 km/h abgeregelt. Das achtstufige Tiptronic-Automatikgetriebe ersetzte das S-tronic und bot sanftere Gangwechsel bei langen Autobahnfahrten.
Das Design der B9-Generation wirkte schärfer und athletischer als der Vorgänger. Die Singleframe-Kühlermaske fiel breiter aus, die Scheinwerfer flacher und aggressiver. Serienmäßig waren nun LED-Scheinwerfer verbaut, Matrix-LED-Technologie stand optional zur Verfügung. Das Interieur machte einen großen Sprung nach vorne: Das Audi Virtual Cockpit mit 12,3-Zoll-Display ersetzte analoge Instrumente, MMI-Navigation plus mit 8,3-Zoll-Bildschirm wurde Standard. Die Verarbeitung erreichte Oberklasse-Niveau, Materialien wie Alcantara und Carbon-Intarsien unterstrichen den sportlichen Charakter. Das Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern gehörte zur Serienausstattung, ein mechanisches Sportdifferenzial an der Hinterachse verteilte die Kraft variabel zwischen den Rädern und verbesserte die Traktion beim schnellen Kurvenfahren erheblich.
Alle drei Karosserievarianten – Coupé, Cabriolet und Sportback – waren von Beginn an verfügbar. Das Sportback erwies sich erneut als beliebteste Version mit über 50 Prozent Marktanteil. 2019 erfolgte ein umfassendes Facelift mit überarbeiteter Front- und Heckpartie, neu gestalteten LED-Rückleuchten mit dynamischem Blinker und OLED-Technologie als Option. Im Innenraum hielt das neue MMI touch response mit zwei Touchscreens (10,1 und 8,6 Zoll) Einzug, das die klassischen Dreh-Drück-Steller ersetzte. Der Motor blieb unverändert, erhielt aber eine erweiterte Mild-Hybrid-Technologie mit 48-Volt-Bordnetz und Riemen-Starter-Generator, der bis zu 12 kW Leistung rekuperieren konnte. Dies senkte den Verbrauch um bis zu 0,7 Liter pro 100 Kilometer. Die Segelfunktion ermöglichte das Ausschalten des Motors bei Geschwindigkeiten zwischen 55 und 160 km/h, wenn der Fahrer vom Gas ging. Der CO2-Ausstoß sank auf 171 g/km im kombinierten Zyklus.
Technische Highlights über alle Generationen
Über alle Generationen hinweg blieb der permanente quattro-Allradantrieb ein Markenzeichen des S5. In der ersten Generation kam noch ein klassisches Torsen-Differenzial zum Einsatz, das die Kraft im Verhältnis 40:60 zwischen Vorder- und Hinterachse verteilte und bei Bedarf bis zu 70 Prozent nach vorne oder 85 Prozent nach hinten umleiten konnte. Ab der zweiten Generation setzte Audi auf ein selbstsperrendes Mittendifferenzial in Kombination mit dem Sportdifferenzial an der Hinterachse, das durch elektronisch gesteuerte Lamellenkupplungen die Kraftverteilung innerhalb von Millisekunden anpasste. Das Fahrwerk kombiniert bei allen Generationen Sportlichkeit mit Alltagstauglichkeit: Die Tieferlegung um 20 bis 30 mm gegenüber der A5-Basis, straffere Dämpfer und Stabilisatoren sowie eine direktere Lenkung sorgen für präzises Handling, ohne den Komfort zu sehr zu beeinträchtigen.
Das Bremssystem wurde über die Jahre kontinuierlich verbessert. Die erste Generation verfügte über 365-mm-Scheiben vorne und 330 mm hinten. Ab der B9-Generation wuchsen die vorderen Scheiben auf 375 mm, optional waren Keramikbremsen mit 400 mm großen Carbon-Keramik-Scheiben erhältlich, die bei intensiver Nutzung auf Rennstrecken deutlich bessere Standfestigkeit zeigten. Die Räder wuchsen von 18 Zoll in der Basis der ersten Generation auf bis zu 20 Zoll bei späten B9-Modellen. Die Bereifung wurde sportlicher: Von 245/40 R18 zu 255/35 R19 als Standard der letzten Verbrenner-Generation.
Die dritte Generation B10 (ab 2024): Elektrische Neuerfindung
Mit der dritten Generation vollzieht Audi beim S5 einen radikalen Paradigmenwechsel. Die neue Nomenklatur sieht vor, dass Modelle mit ungerader Zahl künftig ausschließlich Verbrenner oder Hybride sind, während gerade Zahlen den Elektromodellen vorbehalten bleiben. Der neue S5 basiert auf der PPE-Plattform (Premium Platform Electric), die Audi gemeinsam mit Porsche entwickelt hat. Zwei E-Maschinen – eine an der Vorder- und eine an der Hinterachse – leisten zusammen 270 kW (367 PS) Dauerleistung, in der Launch-Control-Funktion sind kurzzeitig bis zu 320 kW möglich. Das Drehmoment von 720 Nm steht praktisch ohne Verzögerung zur Verfügung. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erfolgt in nur 4,3 Sekunden, womit der elektrische S5 alle Verbrenner-Vorgänger übertrifft.
Die Batterie mit 94,9 kWh Nettokapazität ermöglicht nach WLTP-Norm eine Reichweite von bis zu 520 Kilometern. Die 800-Volt-Architektur erlaubt Schnellladeleistungen von bis zu 270 kW, womit in 10 Minuten Energie für rund 250 Kilometer nachgeladen werden kann. Von 10 auf 80 Prozent vergehen lediglich 21 Minuten. Der elektrische quattro-Antrieb verteilt die Kraft variabel zwischen den Achsen und ermöglicht durch gezielte Bremseingriffe an einzelnen Rädern eine noch präzisere Kurvenlinie als bei den Verbrenner-Vorgängern. Die adaptive Luftfederung ist serienmäßig und bietet verschiedene Modi von komfortabel bis sportlich straff. Die Allradlenkung mit bis zu fünf Grad Einschlagwinkel an der Hinterachse verbessert die Wendigkeit in der Stadt und die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten.
Das Design der dritten Generation orientiert sich an der neuen Audi-Elektro-Formensprache: Der Singleframe-Grill ist geschlossen und dient als Sensorfläche für die Fahrerassistenzsysteme. Die Scheinwerfer sind flacher und erstmals serienmäßig mit digitaler Matrix-LED-Technologie ausgestattet, die Signatur mit vier LED-Elementen ist inspiriert vom e-tron GT. Der cW-Wert von 0,23 unterbietet alle Vorgänger deutlich. Die Karosserie ist zunächst ausschließlich als Sportback erhältigt, Coupé und Cabriolet sind für 2025/2026 angekündigt. Im Innenraum dominiert das neue MMI panoramic display mit 11,9-Zoll-Instrumentendisplay und 14,5-Zoll-Touchscreen, die nahtlos in einer Glasfläche verschmelzen. Der Beifahrer erhält optional ein eigenes 10,9-Zoll-Display. Augmented Reality findet sowohl im Head-up-Display als auch in der Navigation Anwendung. Die Verarbeitung mit nachhaltigeren Materialien – recycelten Kunststoffen, synthetischem Leder und Mikrofaser – entspricht dem Zeitgeist ohne Kompromisse bei der Wertigkeit.