Die erste Generation: C7 (2012-2018)
Im Jahr 2012 debütierte der erste Audi S7 Sportback als Performance-Version des A7. Angetrieben wurde er von einem 4,0-Liter-V8-TFSI-Biturbo mit 309 kW (420 PS) und 550 Newtonmetern Drehmoment. Der Sprint von null auf 100 km/h gelang in 4,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit war elektronisch auf 250 km/h begrenzt. Serienmäßig arbeitete der Motor mit dem Siebengang-S-tronic-Doppelkupplungsgetriebe und dem permanenten quattro-Allradantrieb mit Sport-Differential zusammen. Das Zylinderabschaltungssystem COD konnte vier Zylinder bei Teillast deaktivieren und reduzierte so den Verbrauch auf kombiniert 9,7 Liter pro 100 Kilometer. Optisch unterschied sich der S7 durch verbreiterte Radhäuser, spezifische Stoßfänger mit größeren Lufteinlässen, Aluminium-Außenspiegelgehäuse und vier ovale Endrohre von der Basisversion. Im Innenraum fanden sich S-spezifische Sportsitze, ein sportliches Lenkrad mit Schaltwippen und eine Instrumentierung mit 320-km/h-Anzeige. Das adaptive Luftfahrwerk mit Dämpferregelung gehörte zur Serienausstattung und senkte die Karosserie um 20 Millimeter ab.
Facelift der ersten Generation (2015-2018)
Im Jahr 2015 erhielt der S7 Sportback eine Modellpflege, die vor allem optische und technische Details betraf. Die Front wurde überarbeitet und zeigte nun einen flacheren Singleframe-Kühlergrill mit wabenförmiger Struktur sowie neu gestaltete Matrix-LED-Scheinwerfer als Option. Am Heck kamen modifizierte LED-Rückleuchten mit dynamischem Blinker zum Einsatz. Technisch blieb der 4,0-Liter-V8-TFSI weitgehend unverändert, allerdings optimierte Audi das Ansprechverhalten und die Effizienz minimal. Die Leistung blieb bei 420 PS, die Fahrleistungen identisch. Im Innenraum hielt das überarbeitete MMI-Infotainmentsystem mit schnellerem Prozessor und LTE-Modul Einzug. Zusätzlich wurde das virtuelle Cockpit mit 12,3-Zoll-Display als Serienausstattung integriert. Die Ausstattungslinien wurden neu strukturiert, und weitere Assistenzsysteme wie der adaptive Fahrassistent und die 360-Grad-Kamera ergänzten das Angebot. Das optionale Sport-Abgassystem mit Klappensteuerung verstärkte den akustischen Auftritt. Das Facelift-Modell war bis 2018 im Handel, bevor die zweite Generation die Baureihe ablöste.
Die zweite Generation: C8 (2019-2024)
Mit der zweiten Generation präsentierte Audi 2019 einen grundlegend neu entwickelten S7 Sportback auf Basis der MLB-evo-Plattform. Die wichtigste Änderung betraf den Antrieb: Statt des V8-Motors kam nun ein 2,9-Liter-V6-TFSI-Biturbo mit elektrisch angetriebenem Verdichter (EPC) zum Einsatz, der 331 kW (450 PS) und 600 Newtonmeter leistete. Die Beschleunigung von null auf 100 km/h verbesserte sich auf 4,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit blieb elektronisch bei 250 km/h limitiert (optional 280 km/h). Das neue Achtgang-tiptronic-Getriebe ersetzte das Doppelkupplungsgetriebe der Vorgängergeneration und arbeitete mit dem weiterentwickelten quattro-Allradantrieb mit selbstsperrendem Mittendifferenzial zusammen. Ein 48-Volt-Mildhybrid-System mit Riemen-Starter-Generator und Lithium-Ionen-Batterie ermöglichte Segeln bei bis zu 160 km/h und Energierückgewinnung beim Verzögern mit bis zu 12 kW. Der kombinierte Verbrauch sank auf 8,1 bis 8,9 Liter pro 100 Kilometer. Das Design wurde schärfer und breiter, mit markanten Lufteinlässen, mattschwarz lackierten Elementen und optionalen HD-Matrix-LED-Scheinwerfern mit Laserlicht. Das adaptive Luftfahrwerk Sport war Serie, optional gab es die dynamische Allradlenkung, die die Agilität deutlich steigerte.
Facelift der zweiten Generation (2023-2024)
Ende 2022 für das Modelljahr 2023 erhielt die zweite S7-Generation ein Facelift mit überarbeiteter Frontpartie und modifizierten Leuchteinheiten. Der Singleframe-Grill wurde breiter und flacher gestaltet, die Lufteinlässe vergrößert. Die neu gestalteten OLED-Rückleuchten boten erstmals digitale Signaturen mit verschiedenen Designs, die der Fahrer auswählen konnte. Technisch blieb der 2,9-Liter-V6-TFSI mit 450 PS unverändert, aber Audi optimierte das Fahrwerk und die Lenkungsabstimmung für mehr Direktheit. Im Innenraum hielt das neue MMI touch response mit 10,1-Zoll-Oberdisplay und 8,6-Zoll-Unterdisplay Einzug, das virtuelle Cockpit plus mit 12,3 Zoll blieb Standard. Ein optionales Head-up-Display projizierte Informationen auf die Windschutzscheibe. Die Ausstattung wurde um weitere Assistenzsysteme ergänzt, darunter der adaptive Fahrassistent plus für teilautomatisiertes Fahren auf Autobahnen. Das Facelift-Modell markierte den Abschluss der Verbrenner-Ära des S7 und war bis Mitte 2024 verfügbar, bevor die vollelektrische dritte Generation den Markt betrat.
Die dritte Generation: S7 e-tron (seit 2024)
Seit 2024 ist der Audi S7 als rein elektrisches Modell auf Basis der neuen PPE-Plattform (Premium Platform Electric) erhältlich, die Audi gemeinsam mit Porsche entwickelt hat. Der S7 Sportback e-tron verfügt über zwei permanenterregte Synchronmotoren (PSM) an Vorder- und Hinterachse mit einer Gesamtleistung von 370 kW (503 PS) und 840 Newtonmetern Drehmoment. Die Beschleunigung von null auf 100 km/h erfolgt in 3,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 210 km/h abgeregelt. Die Hochvoltbatterie mit 100 kWh Bruttokapazität (94,9 kWh netto) ermöglicht Reichweiten von bis zu 614 Kilometern nach WLTP. Das 800-Volt-Ladesystem erlaubt Ladeleistungen von bis zu 270 kW an Schnellladesäulen, wodurch der Ladestand in 21 Minuten von zehn auf 80 Prozent steigt. Das adaptive Luftfahrwerk mit Einzelradregelung und die optionale Aktivlenkung an der Hinterachse sorgen für agiles Fahrverhalten trotz des höheren Gewichts von rund 2400 Kilogramm. Das Design zeigt sich modern und aerodynamisch mit einem geschlossenen Singleframe und digitalen LED-Scheinwerfern. Der Innenraum bietet das neueste MMI panoramic display mit 11,9-Zoll-Instrumententafel und 14,5-Zoll-Infotainmentbildschirm sowie ein optionales 10,9-Zoll-Display für den Beifahrer. Die Serienausstattung umfasst Matrix-LED-Scheinwerfer, Ambientebeleuchtung plus mit 30 Farben und das virtuelle Außenspiegelkamerasystem als Option.