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Bentley Arnage

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Foto: Ethan Llamas / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Der Bentley Arnage war eine von 1998 bis 2009 gebaute Ultra-Luxuslimousine, die britische Handwerkskunst mit einem klassischen 6,75-Liter-V8-Motor verband. Als letzter Vertreter traditioneller Bentley-Werte bot er höchsten Komfort und zeitlose Eleganz in handgefertigter Perfektion.

Neupreis
ab 250.000 € (Produktionsende 2009)

Ideal für: Liebhaber klassischer britischer Luxuslimousinen und Sammler exklusiver Automobile mit traditionellem Charakter.

Technische Daten

Bentley Arnage Eckdaten

Motor & Antrieb
Leistung
331–368 kW (450–500 PS)
Kraftstoff
Benzin
Verbrauch (komb.)
20–25 l/100km
Getriebe
6-Gang Automatik
Antriebsart
Heckantrieb
Zylinder
8
Höchstgeschwindigkeit
250–270 km/h
Maße & Karosserie
Karosserie
Limousine
Maße (L/B/H)
5400 x 1920 x 1520 mm
Kofferraum
475 l
Gewicht
2550–2650 kg
Sitze
4–5
Türen
4
Neupreis
ab 250.000 € (Produktionsende 2009)

Der Bentley Arnage war eine Luxuslimousine der Oberklasse, die von 1998 bis 2009 produziert wurde und als Nachfolger des Bentley Mulsanne/Turbo R fungierte. Die letzte Generation des Arnage, die von 2005 bis 2009 gebaut wurde, stellte den Höhepunkt der Modellreihe dar und bot einen 6,75-Liter-V8-Motor mit bis zu 500 PS, der die klassische britische Luxuslimousine zu einem der letzten Vertreter traditioneller Bentley-Werte machte. Mit einer Länge von über 5,40 Metern und einem Gewicht von rund 2,6 Tonnen verkörperte der Arnage pure Präsenz und handwerkliche Perfektion. Die Produktion endete 2009, als der Bentley Mulsanne als Nachfolger eingeführt wurde.

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Die Anfänge: Arnage Red Label und Green Label (1998–2002)

Der Bentley Arnage debütierte 1998 auf dem Genfer Automobilsalon als Nachfolger der Bentley Turbo R-Reihe. Ursprünglich wurde der Arnage mit zwei verschiedenen Motorisierungen angeboten, die zu den Beinamen Red Label und Green Label führten. Der Arnage Green Label war mit einem 4,4-Liter-V8-Turbomotor von BMW ausgestattet, der 354 PS leistete – eine Folge der damaligen Eigentumsverhältnisse, als BMW und Volkswagen um die Marke Bentley konkurrierten. Dieses Aggregat wurde von vielen Puristen kritisiert, da es nicht dem traditionellen Bentley-Charakter entsprach. Der Arnage Red Label hingegen setzte auf den klassischen 6,75-Liter-V8-Motor von Bentley mit Turboaufladung, der zunächst 400 PS und ein gewaltiges Drehmoment von 835 Nm lieferte. Dieser Motor basierte auf dem legendären Aggregat, das seit den 1950er-Jahren in verschiedenen Varianten bei Bentley und Rolls-Royce zum Einsatz kam. Die Red-Label-Version erwies sich als deutlich beliebter und entsprach dem traditionellen Bentley-Ideal von sanfter, müheloser Kraftentfaltung und britischer Ingenieurskunst.

Konsolidierung: Arnage R und T (2002–2005)

Nach der vollständigen Übernahme durch Volkswagen im Jahr 2002 wurde das Modellprogramm bereinigt. Der BMW-Motor verschwand komplett aus dem Angebot, und alle Arnage-Varianten erhielten fortan den 6,75-Liter-V8. Der Arnage R wurde als Nachfolger des Red Label eingeführt und bot nun 450 PS sowie 875 Nm Drehmoment. Parallel dazu kam der Arnage T auf den Markt, eine sportlichere Version mit 500 PS und 1020 Nm – zu dieser Zeit das höchste Drehmoment aller Serienlimousinen weltweit. Der Arnage T verfügte über ein strafferes Fahrwerk, größere Bremsen und ein modifiziertes Motormanagement. Äußerlich unterschieden sich die Versionen durch Details wie Kühlergrill-Design, Felgen und dezente Chromakzente. Im Innenraum setzten beide Varianten auf feinste Materialien: Leder von Connolly, Wurzelholzfurniere und handpolierte Metallteile prägten das Ambiente. Die Verarbeitung erfolgte weitgehend in Handarbeit im Werk Crewe, wobei jeder Arnage etwa 400 Arbeitsstunden benötigte.

Die finale Generation: Arnage (2005–2009)

Im Jahr 2005 erhielt der Arnage ein umfassendes Facelift, das ihn optisch und technisch auf den neuesten Stand brachte. Die Front wurde markanter gestaltet mit einem breiteren Kühlergrill, der stärker aufrecht stand und an klassische Bentley-Modelle erinnerte. Die Scheinwerfer wurden modernisiert, und die gesamte Karosserie erhielt subtile Retuschen, die den Arnage zeitgemäßer erscheinen ließen, ohne seinen klassischen Charakter zu verlieren. Im Innenraum wurden neue Sitze mit verbesserter Seitenhaltung eingeführt, und das Infotainmentsystem wurde aktualisiert. Technisch blieb der 6,75-Liter-V8 das Herzstück, nun in drei Leistungsstufen erhältlich: Der Arnage RL (Luxusversion mit langem Radstand) bot 450 PS, während der Arnage T weiterhin mit 500 PS die Spitze markierte. Eine Besonderheit stellte der Arnage Final Series dar, eine limitierte Auflage von 150 Exemplaren, die 2009 das Ende der Produktion markierte. Diese Sondermodelle waren mit exklusiven Farbkombinationen, speziellen Plaketten und einer besonders hochwertigen Ausstattung versehen.

Technische Besonderheiten und Fahrdynamik

Der Bentley Arnage war technisch konservativ konzipiert, setzte aber auf bewährte Technik auf höchstem Niveau. Der 6,75-Liter-V8 mit Twin-Turbo-Aufladung war ein Meisterwerk der Ingenieurskunst, das trotz seiner Größe und seines Gewichts bemerkenswert sanft und leise lief. Die Kraftübertragung erfolgte über eine Sechsgang-Automatik von ZF (in den späteren Versionen), die für sanfte, kaum spürbare Schaltvorgänge sorgte. Die Luftfederung an allen vier Rädern passte sich automatisch an Beladung und Fahrsituation an und garantierte einen außergewöhnlichen Fahrkomfort. Trotz eines Leergewichts von über 2,5 Tonnen beschleunigte der Arnage T in etwa 5,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von über 270 km/h. Der Verbrauch bewegte sich allerdings im Bereich von 20 bis 25 Litern auf 100 Kilometer – ein Wert, der selbst für damalige Verhältnisse hoch war, aber bei dieser Fahrzeugklasse eine untergeordnete Rolle spielte.

Marktpositionierung und Konkurrenz

Der Bentley Arnage positionierte sich im Segment der Ultra-Luxuslimousinen und konkurrierte mit Modellen wie dem Rolls-Royce Phantom, dem Maybach 57/62 und in gewissem Maße auch mit Langversionen von Mercedes S-Klasse und BMW 7er. Sein Preis lag in Deutschland bei etwa 250.000 bis 300.000 Euro, je nach Ausstattung und Individualisierung. Bentley bot über das Mulliner-Atelier nahezu unbegrenzte Personalisierungsmöglichkeiten an, von individuellen Lederfarben über eingelegte Intarsien bis hin zu maßgefertigten Picknick-Sets. Der Arnage wurde hauptsächlich an vermögende Privatpersonen verkauft, fand aber auch als Chauffeurslimousine Verwendung, insbesondere in der RL-Version mit verlängertem Radstand und erhöhtem Fond-Komfort. In Deutschland wurden insgesamt nur wenige hundert Exemplare zugelassen, was den Arnage heute zu einem seltenen Klassiker macht.

Sondermodelle und Varianten

Neben den Standardversionen bot Bentley mehrere Sondermodelle des Arnage an. Der Arnage RL (Red Label Long) verfügte über einen um 250 mm verlängerten Radstand, der ausschließlich dem Fond zugutekam und dort fürstlichen Beinraum schuf. Der Arnage Limousine war eine nochmals verlängerte Staatskarosse mit Trennscheibe, die hauptsächlich für offizielle Anlässe und Staatsoberhäupter gebaut wurde. Besonders exklusiv war der Arnage Drophead Coupé, ein Cabriolet in Kleinserie, das jedoch auf der Arnage-Plattform basierte, aber eigenständig vermarktet wurde. Verschiedene limitierte Auflagen wie der Arnage Final Series, der Arnage 60th Anniversary oder spezielle Mulliner-Editionen unterstrichen die Exklusivität des Modells. Jede dieser Sonderversionen war mit einzigartigen Farben, Materialien und Details ausgestattet, die heute bei Sammlern besonders gefragt sind.

Das Erbe des Arnage

Mit dem Ende der Produktion im Jahr 2009 ging eine Ära zu Ende. Der Arnage war der letzte Bentley, der noch stark an die klassische britische Automobilbautradition angelehnt war, bevor die Marke unter VW-Führung moderner und technisch fortschrittlicher wurde. Sein Nachfolger, der Bentley Mulsanne, setzte zwar auf demselben Motor und ähnlichen Werten, war aber in Design und Technik deutlich zeitgemäßer. Heute gilt der Arnage als begehrtes Sammlerstück, insbesondere die Final Series und die T-Modelle. Die Ersatzteilverfügbarkeit ist dank Bentleys Heritage-Programm weiterhin gut, und spezialisierte Werkstätten pflegen und restaurieren diese Fahrzeuge. Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt werden gut erhaltene Exemplare für 40.000 bis 80.000 Euro gehandelt, je nach Zustand, Laufleistung und Ausstattung. Der Arnage verkörpert eine Zeit, in der Luxus noch durch Handarbeit, klassische Technik und zeitlose Eleganz definiert wurde – Werte, die in der heutigen, zunehmend digitalisierten Automobilwelt selten geworden sind.

Bentley Arnage leasen (bald verfügbar)

Historie

Vorgänger-Generationen

Historische Baureihen und Facelifts des Bentley Arnage.

Arnage R und T (2002–2005)Facelift

20022005 · Limousine

Bentley Arnage Arnage R und T (2002–2005)
Foto: Tomas Fano / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0

Nach der VW-Übernahme wurde 2002 der BMW-Motor gestrichen und alle Arnage erhielten den 6,75-Liter-V8. Der Arnage R bot 450 PS und 875 Nm, während der sportliche Arnage T mit 500 PS und weltrekordverdächtigen 1020 Nm aufwartete. Der T verfügte über strafferes Fahrwerk, größere Bremsen und sportlichere Details. Beide Versionen wurden in Handarbeit in Crewe gefertigt und boten ultimativen britischen Luxus mit modernster Technik ihrer Zeit.

antrieb
Heckantrieb
leistung
450 PS (R), 500 PS (T)
besonderheiten
Nur noch Bentley-Motor, höchstes Drehmoment der Welt (T: 1020 Nm), sportlichere T-Version
motorisierungen
6,75-Liter-V8 Turbo

Arnage Red/Green Label (1998–2002)

19982002 · Limousine

Bentley Arnage Arnage Red/Green Label (1998–2002)
Foto: Kevrich6924 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Bentley Arnage Arnage Red/Green Label (1998–2002)
Foto: Kevrich6924 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Die erste Generation des Bentley Arnage (1998–2002) wurde in zwei Varianten angeboten: Der Green Label mit 4,4-Liter-BMW-V8 (354 PS) und der Red Label mit dem traditionellen 6,75-Liter-V8-Turbo (400 PS, 835 Nm). Der Red Label erwies sich als deutlich beliebter und entsprach dem klassischen Bentley-Charakter besser. Diese Generation etablierte den Arnage als würdigen Nachfolger der Turbo-R-Reihe und setzte auf handwerkliche Perfektion mit Connolly-Leder und Wurzelholzfurnieren.

antrieb
Heckantrieb
leistung
354 PS (Green Label), 400 PS (Red Label)
besonderheiten
Erste Generation, zwei verschiedene Motorkonzepte, klassisches Bentley-Design
motorisierungen
4,4-Liter-V8 BMW (Green Label), 6,75-Liter-V8 Turbo (Red Label)

Häufige Fragen

Wie viel kostete ein Bentley Arnage neu?

Der Bentley Arnage kostete in Deutschland ab etwa 250.000 Euro. Je nach Ausstattung und Individualisierung über das Mulliner-Programm konnte der Preis auf über 300.000 Euro steigen. Die Final Series und Sondermodelle waren noch teurer.

Welcher Motor steckt im Bentley Arnage?

Die meisten Arnage-Modelle verfügten über den klassischen 6,75-Liter-V8-Motor mit Turboaufladung, der je nach Version 400 bis 500 PS leistete. Nur die frühen Green-Label-Modelle (1998-2000) hatten einen 4,4-Liter-BMW-V8 mit 354 PS.

Wie hoch ist der Verbrauch des Bentley Arnage?

Der Bentley Arnage verbrauchte im Durchschnitt 20 bis 25 Liter Super Plus auf 100 Kilometer. In der Stadt konnte der Verbrauch auch deutlich über 30 Liter betragen. Der große V8-Motor und das hohe Gewicht von über 2,5 Tonnen waren dafür verantwortlich.

Was ist der Unterschied zwischen Arnage R und Arnage T?

Der Arnage R hatte 450 PS und 875 Nm, während der Arnage T mit 500 PS und 1020 Nm die sportlichere Variante darstellte. Der T verfügte zudem über ein strafferes Fahrwerk, größere Bremsen und sportlichere Designdetails.

Ist der Bentley Arnage zuverlässig?

Der Arnage gilt als grundsätzlich robust, benötigt aber regelmäßige, fachkundige Wartung. Probleme können bei Turboladern, Luftfederung und Elektronik auftreten. Die Ersatzteilverfügbarkeit ist über Bentley Heritage gut, die Unterhaltskosten sind jedoch hoch.

Wie viele Bentley Arnage wurden gebaut?

In den elf Produktionsjahren von 1998 bis 2009 wurden etwa 5.500 bis 6.000 Exemplare des Bentley Arnage produziert. In Deutschland wurden nur wenige hundert Fahrzeuge zugelassen, was den Arnage heute zu einem seltenen Fahrzeug macht.