Bentley Logo

Bentley

Bentley Brooklands

1/5

Foto: Calreyn88 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Der Bentley Brooklands (2007–2011) war ein exklusives zweitüriges Gran Turismo Coupé, limitiert auf nur 550 Exemplare weltweit. Mit seinem 6,75-Liter-V8-Motor und handgefertigtem Interieur repräsentierte er klassische Bentley-Werte und zählt heute zu den begehrtesten modernen Bentley-Sammlerstücken.

Neupreis
ab 285.000 € (2007)

Ideal für: Sammler und Liebhaber klassischer Bentley-Werte, die ein exklusives, handgefertigtes Gran Turismo Coupé mit zeitloser Eleganz suchen.

Technische Daten

Bentley Brooklands Eckdaten

Motor & Antrieb
Leistung
395 kW (537 PS)
Kraftstoff
Benzin (Super Plus)
Verbrauch (komb.)
20,5 l/100km (kombiniert)
Getriebe
6-Gang Automatik
Antriebsart
Hinterradantrieb
Zylinder
8 (V8)
Höchstgeschwindigkeit
296 km/h (elektronisch begrenzt)
Maße & Karosserie
Karosserie
Coupé (2+2 Sitze)
Maße (L/B/H)
5434 x 1920 x 1475 mm
Kofferraum
330 l
Gewicht
2730 kg
Sitze
4 (2+2)
Türen
2
Neupreis
ab 285.000 € (2007)

Der Bentley Brooklands repräsentiert eine exklusive Nische innerhalb der ohnehin schon exklusiven Bentley-Produktpalette. Von 2007 bis 2011 produziert, verkörperte dieser Gran Turismo die Synthese aus klassischer Eleganz und moderner Leistung. Der Name Brooklands würdigt die legendäre britische Rennstrecke, auf der Bentley in den 1920er Jahren zahlreiche Erfolge feierte. Mit nur 550 weltweit produzierten Exemplaren zählt der Brooklands zu den seltensten modernen Bentley-Modellen und war als zweitüriges Coupé konzipiert, das bewusst auf einen Nachfolger des Azure verzichtete und stattdessen eine eigenständige Position im Portfolio einnahm.

Mehr lesen

Die Generation 2007–2011: Exklusivität in Perfektion

Der Bentley Brooklands wurde 2007 auf dem Genfer Automobilsalon präsentiert und stellte eine bewusste Rückbesinnung auf klassische Bentley-Werte dar. Das zweitürige Coupé basierte technisch auf der Arnage-Plattform, wurde jedoch mit einer auf 2+2 Sitze reduzierten Konfiguration und einer deutlich sportlicheren Charakteristik versehen. Die Karosserie zeichnete sich durch fließende Linien, eine markante Gürtellinie und die charakteristische Bentley-Matrix-Kühlergrill aus. Mit einer Länge von 5.434 mm, einer Breite von 1.920 mm und einer Höhe von 1.475 mm präsentierte sich der Brooklands als imposante Erscheinung auf der Straße. Das Design stammte von Dirk van Braeckel und seinem Team, die großen Wert auf zeitlose Eleganz statt kurzlebige Trends legten.

Unter der langen Motorhaube arbeitete der legendäre 6,75-Liter-V8-Motor, der von Bentley über Jahrzehnte kontinuierlich weiterentwickelt wurde. In der Brooklands-Spezifikation leistete dieser Twin-Turbo-Motor 537 PS (395 kW) bei 4.000 U/min und generierte ein monumentales Drehmoment von 1.050 Newtonmetern bereits bei 3.250 U/min. Dieses enorme Drehmoment wurde über eine speziell verstärkte 6-Gang-Automatik von ZF an die Hinterräder übertragen. Trotz eines Leergewichts von rund 2.730 Kilogramm beschleunigte der Brooklands in 5,3 Sekunden von null auf 100 km/h und erreichte eine elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 296 km/h. Der Verbrauch lag nach Herstellerangaben bei etwa 20,5 Litern Super Plus auf 100 Kilometer im kombinierten Zyklus.

Ausstattung und Handwerkskunst

Der Innenraum des Brooklands war eine Hommage an die britische Handwerkskunst. Jedes Exemplar wurde in Crewe von Hand gefertigt, wobei die Kunden aus einer nahezu unbegrenzten Palette an Leder-, Holz- und Teppichfarben wählen konnten. Standardmäßig kam feinstes Connolly-Leder zum Einsatz, das in traditioneller Weise von Hand vernäht wurde. Die Holzfurniere – wahlweise Walnuss oder Vogelaugenahorn – wurden aus einem einzigen Stamm geschnitten, um eine perfekte Maserung zu gewährleisten. Bis zu drei Wochen benötigten die Handwerker allein für die Holzarbeiten eines einzigen Fahrzeugs. Die Sitze boten elektrische Verstellung in zahlreichen Ebenen, Heizung, Belüftung und Massage-Funktion. Die hinteren Einzelsitze waren zwar eher für gelegentliche Nutzung oder Gepäck gedacht, aber dennoch auf gleichem Luxusniveau ausgeführt.

Technisch war der Brooklands für seine Zeit sehr gut ausgestattet. Ein Navigationssystem, eine Premium-Soundanlage, Klimaautomatik, beheizbare und elektrisch verstellbare Außenspiegel sowie ein elektrisches Schiebedach gehörten zur Serienausstattung. Das adaptive Luftfederungssystem erlaubte es, zwischen verschiedenen Fahrwerkseinstellungen zu wählen, um entweder maximalen Komfort oder sportlicheres Handling zu priorisieren. Die Bremsanlage mit belüfteten Scheiben rundum (vorne 405 mm, hinten 335 mm Durchmesser) sorgte für souveräne Verzögerung trotz des hohen Fahrzeuggewichts.

Marktpositionierung und Preisgestaltung

In Deutschland startete der Bentley Brooklands zu einem Grundpreis von etwa 285.000 Euro, wobei die meisten Exemplare durch individuelle Sonderausstattungen deutlich teurer wurden. Viele Fahrzeuge erreichten Endpreise von über 350.000 Euro. Der Brooklands positionierte sich damit oberhalb des Continental GT, aber unterhalb des Mulsanne in der Bentley-Hierarchie. Er richtete sich an Kunden, die bewusst ein klassischeres, exklusiveres Bentley-Erlebnis suchten als es der in höheren Stückzahlen produzierte Continental GT bieten konnte. Die limitierte Auflage von nur 550 Exemplaren weltweit – davon circa 50 bis 60 für den deutschen Markt – unterstrich den Exklusivitätsanspruch.

Technische Besonderheiten und Fahrdynamik

Der Brooklands verfügte über eine Einzelradaufhängung vorne und hinten, wobei die Luftfederung an allen vier Rädern adaptiv auf Straßenverhältnisse und Fahrstil reagierte. Die Kraftübertragung erfolgte ausschließlich auf die Hinterachse, was dem Brooklands einen traditionelleren Charakter verlieh als den allradgetriebenen Continental-Modellen. Das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) konnte vom Fahrer deaktiviert werden, griff aber bei Bedarf sanft ein. Die Lenkung war als Zahnstangenlenkung mit geschwindigkeitsabhängiger Servounterstützung ausgelegt und bot trotz der Fahrzeuggröße ein erstaunlich präzises Feedback. Die 20-Zoll-Leichtmetallräder waren serienmäßig, wobei verschiedene Designs zur Wahl standen. Die Bereifung in der Dimension 255/45 R20 vorne und 285/40 R20 hinten wurde speziell für dieses Modell entwickelt.

Produktion und Verfügbarkeit

Die Produktion des Bentley Brooklands endete im Jahr 2011, da die Arnage-Plattform, auf der er basierte, durch die neue Mulsanne-Architektur abgelöst wurde. Ein direkter Nachfolger wurde nicht entwickelt, was den Brooklands zu einem einzigartigen Kapitel in der modernen Bentley-Geschichte macht. Heute sind gut erhaltene Exemplare auf dem Gebrauchtwagenmarkt sehr gesucht und erzielen teilweise höhere Preise als zu Neuwagenzeiten, insbesondere wenn es sich um seltene Farbkombinationen oder Fahrzeuge mit besonderer Provenienz handelt. Die Wartung und Reparatur erfolgt über das Bentley-Händlernetz, wobei die Ersatzteilversorgung durch die Verwandtschaft mit dem länger produzierten Arnage gut gesichert ist.

Historischer Kontext und Namensvetter

Der Name Brooklands wurde bereits in der Vergangenheit von Bentley verwendet. In den 1990er Jahren gab es eine Brooklands-Variante des Turbo R, die sich durch reduzierte Ausstattung und Leistung sowie einen günstigeren Preis auszeichnete. Der moderne Brooklands von 2007 schlug einen völlig anderen Weg ein: Statt eines Einstiegsmodells repräsentierte er die Spitze der Exklusivität. Diese Neuinterpretation eines traditionsreichen Namens unterstreicht Bentleys Fähigkeit, historisches Erbe in moderne Kontexte zu übertragen. Die Rennstrecke Brooklands selbst, 1907 eröffnet und die erste speziell gebaute Motorsport-Rennstrecke der Welt, war Schauplatz zahlreicher Bentley-Triumphe in der Vorkriegszeit und bleibt ein Symbol für britische Motorsportgeschichte.

Sammler- und Wertsteigerungspotenzial

Aufgrund der extrem limitierten Stückzahl und der Tatsache, dass es keinen Nachfolger gab, entwickelte sich der Brooklands rasch zu einem begehrten Sammlerfahrzeug. Experten sehen langfristig gutes Wertsteigerungspotenzial, insbesondere bei gut dokumentierten Fahrzeugen mit niedriger Laufleistung. Die klassische Proportionierung, der legendäre V8-Motor und die handwerkliche Qualität machen den Brooklands zu einem der letzten Vertreter einer auslaufenden Ära im Automobilbau. Während moderne Bentleys zunehmend auf effizientere Motoren und digitale Technologien setzen, verkörpert der Brooklands eine kompromisslose Philosophie von Leistung, Luxus und Exklusivität, die in dieser Form nicht mehr wiederholt werden wird. Für Liebhaber klassischer Bentley-Werte ist der Brooklands damit ein automotive Zeitzeuge von besonderem Rang.

Bentley Brooklands leasen (bald verfügbar)

Häufige Fragen

Wie viele Bentley Brooklands wurden produziert?

Von 2007 bis 2011 wurden weltweit nur 550 Exemplare des Bentley Brooklands gebaut, was ihn zu einem der seltensten modernen Bentley-Modelle macht. Für den deutschen Markt waren etwa 50 bis 60 Fahrzeuge vorgesehen.

Welcher Motor kommt im Bentley Brooklands zum Einsatz?

Der Brooklands wird von einem 6,75-Liter-V8-Twin-Turbo-Motor angetrieben, der 537 PS (395 kW) und 1.050 Nm Drehmoment leistet. Dieser legendäre Motor wurde über Jahrzehnte von Bentley entwickelt und verfeinert.

Was kostete der Bentley Brooklands neu in Deutschland?

Der Grundpreis des Bentley Brooklands lag in Deutschland bei etwa 285.000 Euro. Durch individuelle Sonderausstattungen erreichten viele Fahrzeuge Endpreise von über 350.000 Euro.

Gibt es einen Nachfolger für den Bentley Brooklands?

Nein, der Bentley Brooklands hat keinen direkten Nachfolger. Nach dem Ende der Produktion 2011 wurde die Arnage-Plattform durch die Mulsanne-Architektur ersetzt, aber kein vergleichbares zweitüriges Coupé mehr aufgelegt.

Ist der Bentley Brooklands ein gutes Investment?

Aufgrund der extrem limitierten Stückzahl von nur 550 Exemplaren, der handwerklichen Qualität und des Fehlens eines Nachfolgers sehen Experten gutes Wertsteigerungspotenzial, besonders bei gut erhaltenen Fahrzeugen mit niedriger Laufleistung und vollständiger Dokumentation.