BMW 3er E21 (1975–1982): Die Geburtsstunde einer Ikone
Der E21 war der erste BMW, der offiziell die Bezeichnung "3er" trug und löste 1975 die legendäre 02er-Reihe ab. Die zweitürige Limousine wurde ausschließlich mit Vierzylinder-Motoren angeboten, die von 55 kW (75 PS) im 316 bis 92 kW (125 PS) im 323i reichten. Das kantige Design mit der markanten Haifischnase stammte von Paul Bracq. 1977 kam mit dem 320i das erste Modell mit Bosch-Jetronic-Einspritzung. Der E21 etablierte den 3er als sportliche Mittelklasse-Limousine und verkaufte sich über 1,36 Millionen Mal. Ein Facelift 1979 brachte geänderte Rückleuchten und überarbeitete Stoßfänger. Die Lenkung war präzise, das Fahrwerk straff – Merkmale, die bis heute den 3er prägen.
BMW 3er E30 (1982–1994): Der Durchbruch zum Welterfolg
Der E30 gilt vielen als der schönste 3er aller Zeiten. Von 1982 bis 1994 entstanden über 2,3 Millionen Einheiten in zahlreichen Varianten: zweitürige und viertürige Limousine, Touring (ab 1987), Cabrio (ab 1985) und sogar ein Allrad-Modell (325iX, ab 1985). Die Motorenpalette reichte vom 66 kW (90 PS) starken 316 bis zum legendären M3 mit 2,3-Liter-Vierzylinder und zunächst 145 kW (195 PS), später im Sport Evolution bis 175 kW (238 PS). Der M3 E30 wurde zur Motorsport-Legende und gewann zahlreiche DTM- und Tourenwagen-Titel. 1987 erschien das erste Facelift mit überarbeiteter Front, neuen Kunststoff-Stoßfängern und moderneren Rückleuchten. 1990 folgte ein zweites Facelift mit leicht modifizierten Details. Der E30 bot erstmals Vierventiltechnik und Katalysator, was ihn auch für umweltbewusste Käufer attraktiv machte.
BMW 3er E36 (1990–2000): Modernisierung und Vielfalt
Der E36 markierte 1990 den Einstieg in die Moderne: Vorderradaufhängung mit zentralen Dreiecksquerlenkern, Schräglenker-Hinterachse und erstmals serienmäßig ABS. Die Karosseriepalette umfasste Limousine, Coupé (ab 1992), Touring (ab 1994), Cabrio (ab 1993) und das kompakte Coupé Compact (ab 1994). Die Motoren reichten vom 77 kW (105 PS) starken 316i bis zum M3 mit 3,0-Liter-Reihensechszylinder und 210 kW (286 PS) in der US-Version, in Europa zunächst 210 kW (286 PS), später 236 kW (321 PS) im M3 GT. Ein dezentes Facelift 1996 brachte überarbeitete Scheinwerfer, neue Rückleuchten (Limousine) und Xenon-Licht als Option. Innen hielt ein moderneres Cockpit Einzug. Der E36 verkaufte sich weltweit über 2,7 Millionen Mal und festigte BMWs Ruf als Anbieter sportlicher und zugleich komfortabler Mittelklasse-Fahrzeuge.
BMW 3er E46 (1998–2007): Qualität und Dynamik in Perfektion
Der E46 gilt als qualitativ hochwertigster 3er und wird von vielen Enthusiasten als Höhepunkt der Baureihe betrachtet. Von 1998 bis 2007 (Coupé und Cabrio bis 2006, Touring bis 2005) entstanden rund 3,2 Millionen Einheiten. Die Limousine startete 1998, Touring und Coupé folgten 1999, das Cabrio 2000 und der Compact 2001. Die Motorenpalette umfasste Vierzylinder ab 77 kW (105 PS), Sechszylinder bis 170 kW (231 PS) im 330i und den M3 mit 3,2-Liter-Reihensechszylinder und 252 kW (343 PS). Das Facelift 2001 (Limousine/Touring) bzw. 2003 (Coupé/Cabrio) brachte neue Scheinwerfer mit Klarglas-Optik, überarbeitete Rückleuchten und feinere Interieur-Details. Der E46 führte erstmals das iDrive-System (optional) ein und bot elektronisch geregelte Dämpfer (EDC). Die Verarbeitungsqualität und Fahrwerksabstimmung setzen Maßstäbe, die bis heute Referenzcharakter haben.
BMW 3er E90/E91/E92/E93 (2004–2013): Wachstum und Technologiesprung
Die vierte Generation wuchs in allen Dimensionen: Die Limousine (E90, ab 2005) maß nun 4,52 Meter, der Touring (E91, ab 2005) bot bis zu 1.500 Liter Kofferraum, das Coupé (E92, ab 2006) und das Cabrio mit Stahldach (E93, ab 2007) rundeten die Palette ab. Erstmals gab es auch Dieselmotoren mit Common-Rail-Direkteinspritzung und Turboaufladung im gesamten Programm: vom 90 kW (122 PS) starken 318d bis zum 210 kW (286 PS) leistenden 335d. Benziner reichten vom 115 kW (156 PS) starken 318i bis zum M3 mit 4,0-Liter-V8 und 309 kW (420 PS). Das Facelift 2008 (Limousine/Touring) bzw. 2010 (Coupé/Cabrio) brachte LED-Rückleuchten, überarbeitete Scheinwerfer, effizientere Motoren (EfficientDynamics) und ein moderneres iDrive. Die Lenkung wurde erstmals optional elektrisch (Efficient Dynamics), was zunächst kritisch gesehen wurde. Insgesamt verkaufte sich der E90/E91/E92/E93 über 2,5 Millionen Mal.
BMW 3er F30/F31/F34 (2011–2019): Effizienz und Vernetzung
Der F30 (Limousine, ab 2012), F31 (Touring, ab 2012) und F34 (Gran Turismo, ab 2013) markierten den Übergang zur modularen Plattform und zu deutlich effizienteren Antrieben. Dreizylinder-Motoren im 318i mit 100 kW (136 PS), Vierzylinder bis 180 kW (245 PS) im 330i und Sechszylinder bis 240 kW (326 PS) im 340i (nach Facelift) sowie der M3 mit 317 kW (431 PS) aus einem Reihensechszylinder mit Turboaufladung prägten das Angebot. Erstmals gab es auch einen Plug-in-Hybrid (330e) mit 185 kW Systemleistung. Das Facelift 2015 (LCI) brachte vollständig neue LED-Scheinwerfer, überarbeitete Stoßfänger, moderneres iDrive 6.0 und effizientere Motoren (B-Serie statt N-Serie). Die elektrische Servolenkung wurde weiter verfeinert, war aber weiterhin umstritten. Der F30 verkaufte sich weltweit über 1,8 Millionen Mal und bot als erster 3er serienmäßig Spurverlassenswarnung und Frontkollisionswarnung.
BMW 3er G20/G21 (seit 2018): Digitalisierung und Fahrdynamik neu interpretiert
Die aktuelle siebte Generation G20 (Limousine, seit 2019) und G21 (Touring, seit 2019) basiert auf der CLAR-Plattform und ist leichter, steifer und digitaler als alle Vorgänger. Die Motoren sind ausnahmslos aufgeladen: Vierzylinder ab 135 kW (184 PS), Sechszylinder bis 285 kW (387 PS) im M340i und M340d sowie der M3 Competition mit bis zu 375 kW (510 PS). Plug-in-Hybride (320e, 330e) leisten bis 215 kW und schaffen bis zu 60 Kilometer elektrisch. Das umfangreiche Facelift 2022 (G20 LCI) brachte das Curved Display mit 12,3-Zoll-Kombiinstrument und 14,9-Zoll-Touchscreen, BMW Operating System 8.5, überarbeitete Scheinwerfer mit schmaleren Tagfahrlicht-Signaturen und neue Stoßfänger. Die Assistenzsysteme wurden erweitert (Autobahnassistent, Parkassistent Plus), das Interieur hochwertiger verarbeitet. Der G20/G21 bleibt der Benchmark in der sportlichen Mittelklasse und wird voraussichtlich bis 2027 produziert, bevor die Nachfolgegeneration mit Fokus auf Elektrifizierung folgt.