Die erste Generation F32/F33/F36 (2013-2020)
Im Jahr 2013 trennte BMW das Coupé vom 3er ab und führte die neue 4er-Baureihe ein. Die erste Generation mit den internen Codes F32 (Coupé), F33 (Cabriolet) und F36 (Gran Coupé) basierte auf der F30-Plattform des 3er. Das Design orientierte sich am kantigen, muskulösen Stil der damaligen BMW-Designsprache mit schlanken Nieren und charakteristischen Schweinwerfereinheiten. Der Radstand betrug 2.810 mm, die Gesamtlänge des Coupés 4.638 mm. Zur Markteinführung standen Vierzylinder-Benziner ab 184 PS (420i) und Sechszylinder bis 306 PS (435i) zur Verfügung. Der Dieselbereich startete mit dem 420d (184 PS) und reichte bis zum 435d mit 313 PS. Alle Modelle waren serienmäßig mit Hinterradantrieb ausgestattet, optional gab es xDrive-Allradantrieb. Das Stoffverdeck des Cabriolets öffnete in 20 Sekunden und war bis 50 km/h bedienbar. Das Gran Coupé folgte 2014 als viertürige Variante mit rahmenlosten Türen und Fließheck-Silhouette, die den Kofferraum auf 480 Liter vergrößerte.
Facelift der ersten Generation (2017-2020)
Zur Jahresmitte 2017 erhielt die F3x-Baureihe eine umfassende Überarbeitung. Äußerlich erkennbar war das Facelift an modifizierten LED-Scheinwerfern mit neuer Grafik, überarbeiteten Stoßfängern und neu gezeichneten Rückleuchten. Im Innenraum kam das aktualisierte iDrive-System mit größerem 8,8-Zoll-Bildschirm zum Einsatz, optional war ein 10,25-Zoll-Display erhältlich. Die Motorenpalette wurde überarbeitet: Der 420i erhielt einen neuen B48-Vierzylinder mit weiterhin 184 PS, aber besserem Drehmoment. Neu hinzu kam der 430i mit 252 PS, der den 428i ersetzte. Bei den Dieseln debütierte der 420d mit 190 PS (zuvor 184 PS). Die M-Performance-Variante M440i xDrive bot 374 PS aus einem Reihensechszylinder mit Mild-Hybrid-Technik. Das Facelift umfasste auch Verbesserungen bei den Assistenzsystemen, darunter einen aktiven Spurhalteassistenten und einen Stauassistenten für teilautomatisiertes Fahren bis 60 km/h. Die Lenkung wurde bei einigen Varianten nachgeschärft, um das Handling weiter zu verbessern.
Die zweite Generation G22/G23/G26 (ab 2020)
Im Sommer 2020 präsentierte BMW die zweite Generation des 4er, die auf der CLAR-Plattform basiert, die auch dem G20 3er zugrunde liegt. Das markanteste Designmerkmal ist die vertikale, deutlich vergrößerte Doppelniere, die an klassische BMW-Modelle wie den 328 oder den 3.0 CSi erinnert. Die Kontroverse um dieses Gestaltungselement teilte die Fangemeinde, BMW hielt jedoch am Design fest. Das Coupé (G22) misst 4.768 mm in der Länge und ist damit 130 mm länger als der Vorgänger. Der Radstand wuchs um 41 mm auf 2.851 mm. Das Cabriolet (G23) folgte zeitgleich mit einem elektrischen Stoffverdeck, das in 18 Sekunden öffnet. Die Motorenpalette startete mit dem 420i (184 PS), gefolgt vom 430i (245 PS) und dem M440i xDrive mit 374 PS und 48-Volt-Mildhybrid-System. Bei den Dieseln begannen die Optionen beim 420d mit 190 PS, der M440d xDrive liefert 340 PS aus einem Reihensechszylinder. Alle Motoren sind an ein 8-Gang-Automatikgetriebe gekoppelt. Die adaptive M Sportfederung und das M Sportdifferenzial sind optional erhältlich und schärfen die Fahrdynamik deutlich nach.
Das Gran Coupé (G26) kam 2021 auf den Markt und bietet mit 4.783 mm Länge noch mehr Platz im Fond. Der Kofferraum fasst 470 Liter, bei umgeklappter Rückbank bis zu 1.290 Liter. Serienmäßig verfügen alle G2x-Modelle über Voll-LED-Scheinwerfer, optional sind adaptive LED-Scheinwerfer mit Matrix-Funktion verfügbar. Das iDrive-System der siebten Generation mit Live-Cockpit Professional umfasst ein 12,3-Zoll-Kombiinstrument und ein 10,25-Zoll-Zentraldisplay. Die Sprachsteuerung wurde durch die BMW Intelligent Personal Assistant erweitert. Zu den Fahrerassistenzsystemen gehören ein Stauassistent mit Stop-and-Go-Funktion, Spurwechselassistent und ein Parkassistent mit Rückfahrkamera.
BMW i4 – die elektrische Variante (ab 2021)
Als bedeutende Erweiterung der 4er-Familie stellte BMW 2021 den i4 vor, die vollelektrische Variante des Gran Coupé. Der i4 nutzt die fünfte Generation der BMW eDrive-Technologie und wird in mehreren Leistungsstufen angeboten. Der i4 eDrive40 mit Hinterradantrieb leistet 340 PS und ermöglicht eine WLTP-Reichweite von bis zu 590 km. Die Batterie hat eine Nettokapazität von 80,7 kWh. Der i4 M50 kombiniert zwei Elektromotoren für Allradantrieb und liefert 544 PS Systemleistung, was einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden erlaubt. Die Reichweite beträgt hier bis zu 510 km. An einer Schnellladestation mit bis zu 205 kW Ladeleistung lassen sich in zehn Minuten bis zu 164 km Reichweite nachladen. Optisch unterscheidet sich der i4 durch geschlossene Nierenelemente, aerodynamisch optimierte Felgen und blaue Akzente. Das Fahrwerk wurde speziell auf die tiefere Schwerpunktlage durch die Unterboden-Batterie abgestimmt, was dem i4 eine bemerkenswerte Agilität verleiht.
M4 – die Hochleistungsvariante (ab 2020)
Parallel zum 4er debütierte 2020 der M4 der dritten Generation (G82 Coupé, G83 Cabriolet). Der S58-Reihensechszylinder mit 3,0 Litern Hubraum und zwei Turboladern leistet in der Basisversion 480 PS und 550 Nm. Die Competition-Variante steigert die Leistung auf 510 PS bei unverändertem Drehmoment. Mit Hinterradantrieb und 6-Gang-Schaltgetriebe (nur Basisversion) erreicht der M4 eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h (elektronisch begrenzt), optional 280 km/h mit M Driver's Package. Die Competition ist ausschließlich mit 8-Gang-M-Steptronic und wahlweise mit M xDrive-Allradantrieb erhältlich. Der Sprint auf 100 km/h gelingt in 3,9 Sekunden (Competition xDrive). Das adaptive M Fahrwerk, M Servolenkung und das M Compound-Bremssystem mit 380-mm-Scheiben vorne gehören zur Serienausstattung. Der WLTP-Verbrauch liegt zwischen 9,8 und 10,2 l/100 km. Optional bietet BMW Carbon-Keramik-Bremsen, M Carbon-Dach und M Carbon-Anbauteile. Der M4 CSL kam 2022 als limitierte Sonderversion mit 550 PS, reduziertem Gewicht und noch schärferer Abstimmung auf den Markt.
Facelift der zweiten Generation (ab 2024/2025)
Für das Modelljahr 2025 plant BMW ein Facelift der G2x-Baureihe, das voraussichtlich Mitte 2024 vorgestellt wird. Erwartet werden dezente optische Anpassungen an Front und Heck, ein überarbeitetes iDrive-System der achten Generation mit curved Display sowie verbesserte Assistenzsysteme. Die Motorenpalette soll um effizientere Mild-Hybrid-Varianten erweitert werden, während die Dieselmotoren in einzelnen Märkten möglicherweise auslaufen. Auch der i4 wird ein Update erhalten, das eine höhere Batteriekapazität und optimierte Ladetechnologie bringen könnte. Die M-Modelle erhalten möglicherweise zusätzliche Leistungsstufen oder limitierte Sondermodelle, um die Attraktivität der Baureihe im hart umkämpften Premium-Sport-Segment zu sichern. BMW wird den 4er weiterhin als sportliches Pendant zum 3er positionieren, wobei der Fokus auf Fahrdynamik, Design und technologischer Innovation liegt.