Die Anfänge: E30 M3 (1986–1991)
Der erste BMW M3 auf Basis der 3er-Baureihe E30 debütierte 1986 und wurde entwickelt, um die Homologation für den Tourenwagensport zu erfüllen. Der S14-Vierzylinder-Motor mit 2,3 Litern Hubraum leistete zunächst 195 PS (143 kW), später in der Sport Evolution 238 PS (175 kW). Mit seinem kastenförmigen Design, den ausgestellten Radhäusern und dem markanten Heckspoiler wurde der E30 M3 zur Ikone. Die Karosserie war deutlich breiter als beim Serien-E30, um breitere Räder aufnehmen zu können. Das Leergewicht lag bei nur rund 1.200 kg, was zusammen mit der präzisen Lenkung und dem Hinterradantrieb für außergewöhnliche Fahrdynamik sorgte. Auf der Rennstrecke holte der E30 M3 zahlreiche Titel in der DTM und anderen Serien. Produziert wurden etwa 17.970 Exemplare, heute ein begehrtes Sammlerobjekt.
Zweite Generation: E36 M3 (1992–1999)
1992 folgte der E36 M3 mit einem grundlegend neuen Konzept. BMW ersetzte den Vierzylinder durch einen 3,0-Liter-Reihensechszylinder (S50), der zunächst 286 PS (210 kW) leistete. Die europäische Version erhielt ab 1995 den S50B32 mit 3,2 Litern und 321 PS (236 kW). Der E36 M3 war erstmals auch als Coupé, Limousine und Cabrio erhältlich, womit BMW die Zielgruppe erweiterte. Die Fahrdynamik blieb auf höchstem Niveau, das Mehrlenker-Hinterachskonzept setzte Maßstäbe. Im Vergleich zum E30 war der E36 komfortabler und alltagstauglicher, ohne seine Rennstrecken-Gene zu verleugnen. Das Design war deutlich moderner und aerodynamischer. 1996 erschien eine Limousinen-Variante mit vier Türen, die vor allem in Deutschland gut ankam. Der E36 M3 verkaufte sich weltweit über 71.000 Mal und festigte den Ruf der M3-Reihe als Benchmark im Sportwagensegment.
Dritte Generation: E46 M3 (2000–2006)
Der E46 M3, eingeführt im Jahr 2000, gilt vielen Enthusiasten als bester M3 aller Zeiten. Der neu entwickelte S54-Reihensechszylinder mit 3,2 Litern Hubraum leistete 343 PS (252 kW) und drehte bis 8.000 U/min. Das Triebwerk wurde für seine Laufkultur, Drehfreude und den linearen Leistungsaufbau gefeiert. Der E46 M3 war ausschließlich als Coupé und Cabrio erhältlich, eine Limousinen-Version gab es nicht. Die Karosserie war durch breitere Radhäuser, vier Endrohre und einen dezenten Heckspoiler gekennzeichnet. Das CSL-Sondermodell (Coupé Sport Leichtbau) von 2003 bot mit 360 PS, Carbonteilen und reduziertem Gewicht eine noch radikalere Variante. Serienmäßig kam ein 6-Gang-Schaltgetriebe zum Einsatz, optional war ab 2003 das sequenzielle SMG-Getriebe verfügbar. Der E46 M3 beschleunigte in 5,2 Sekunden auf 100 km/h und erreichte abgeregelt 250 km/h. Seine Balance, Präzision und der hochdrehende Motor machten ihn zur Referenz.
Vierte Generation: E90/E92/E93 M3 (2007–2013)
2007 läutete BMW mit dem E90/E92/E93 M3 eine neue Ära ein: Erstmals kam ein V8-Motor zum Einsatz. Der 4,0-Liter-V8 (S65) mit 420 PS (309 kW) drehte bis 8.300 U/min und bot einen völlig anderen Charakter als die bisherigen Sechszylinder. Der M3 war nun wieder in drei Karosserieformen verfügbar: als viertürige Limousine (E90), zweitüriges Coupé (E92) und Cabrio (E93). Das Design war muskulöser und breiter, die Technik aufwendiger mit elektronischen Helfern wie M Dynamic Mode. Das Doppelkupplungsgetriebe M DCT wurde optional angeboten und galt als eines der besten seiner Art. Der Sprint auf 100 km/h gelang in 4,8 Sekunden (DCT). Der E92 M3 GTS von 2010 war eine auf 150 Exemplare limitierte Sonderversion mit 450 PS, Überrollkäfig und Gewichtsreduktion. Die vierte Generation verkaufte sich insgesamt rund 40.000 Mal und begeisterte durch ihre Vielseitigkeit zwischen Alltagstauglichkeit und Rennstrecken-Performance.
Fünfte Generation: F80 M3 (2014–2018)
2014 kehrte BMW mit dem F80 M3 zum Reihensechszylinder zurück – allerdings mit Biturbo-Aufladung. Der S55-Motor mit 3,0 Litern Hubraum leistete 431 PS (317 kW) und bot mit 550 Nm deutlich mehr Drehmoment als alle Vorgänger. Der F80 war ausschließlich als viertürige Limousine erhältlich; das Coupé lief fortan als M4 (F82). Damit trennte BMW erstmals die Karosserieformen in eigenständige Modelllinien. Optisch war der F80 durch aggressive Lufteinlässe, Carbon-Dach und vier Endrohre geprägt. Die Gewichtsverteilung lag bei nahezu perfekten 50:50. Das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe M DCT war Standard, ein 6-Gang-Schaltgetriebe optional und bei Puristen begehrt. Der Sprint auf 100 km/h gelang in 4,1 Sekunden. 2016 folgte eine Modellpflege mit leicht überarbeiteter Optik und optimierter Software. Die Competition-Variante ab 2016 bot 450 PS und strafferes Fahrwerk. Der F80 M3 überzeugte durch seine Kombination aus Alltagsnutzen, Effizienz und beeindruckender Leistungsentfaltung.
Facelift F80 M3 (2016–2018)
Im Rahmen der Modellpflege 2016 erhielt der F80 M3 überarbeitete LED-Scheinwerfer, neue Rückleuchten und modifizierte Stoßfänger. Die Competition-Version wurde mit 450 PS und 19-Zoll-Rädern ins Programm aufgenommen und bot ein noch sportlicheres Setup. Das adaptive M Fahrwerk wurde weiter verfeinert, die Lenkung präziser abgestimmt. Im Innenraum gab es das aktualisierte iDrive-System mit größerem Display und verbesserte Konnektivität. Die Sportsitze erhielten mehr Seitenhalt. Technisch blieb der S55-Motor weitgehend unverändert, profitierte aber von optimierter Kennfeldabstimmung. Der Competition-Modus erlaubte schärfere Charakteristik bei Gasannahme und Dämpfung. Mit dieser Überarbeitung festigte der F80 seinen Status als vielseitiger Sportwagen für Alltag und Rennstrecke, bevor 2020 die sechste Generation G80 das Erbe antrat.