Die erste Generation: E28 M5 (1985-1988)
Die Geschichte des BMW M5 begann 1985 auf der IAA in Frankfurt. Der E28 M5 war die erste in Serie produzierte Sportlimousine mit einem Sechszylinder-Reihentriebwerk aus dem Motorsport. Der 3,5-Liter-Motor stammte aus dem M1-Supersportwagen und leistete 210 kW (286 PS). Mit 245 km/h Höchstgeschwindigkeit war der E28 M5 die schnellste Serienlimousine seiner Zeit. Die dezente Optik mit minimalen Spoilerelementen und breiteren Radhäusern machte ihn zum Inbegriff des Wolf-im-Schafspelz-Prinzips. In drei Jahren entstanden nur 2.191 Exemplare, was ihn heute zu einem begehrten Sammlerobjekt macht. Das Dogleg-Getriebe mit der Schaltanordnung 1-links-unten sorgte für besonders sportliche Gangwechsel.
Die zweite Generation: E34 M5 (1989-1995)
Der E34 M5 debütierte 1988 und verfeinerte das Konzept deutlich. Der neu entwickelte S38-Reihensechszylinder wuchs auf 3,6 Liter Hubraum und leistete zunächst 232 kW (315 PS). Ab 1992 erhielt der Motor 3,8 Liter Hubraum und 250 kW (340 PS). Die Höchstgeschwindigkeit blieb bei elektronisch begrenzten 250 km/h. Erstmals gab es den M5 auch als Touring-Kombi, allerdings nur in limitierter Stückzahl von 891 Fahrzeugen. Der E34 M5 war komfortabler als sein Vorgänger, bot mehr Platz und bessere Verarbeitung. Die Produktion umfasste 12.254 Limousinen. Ein Sechsgang-Getriebe ersetzte das Dogleg-Schema und machte die Bedienung alltagstauglicher. Optisch blieb der E34 M5 zurückhaltend, erkennbar an den M-Außenspiegeln, Heckspoiler und 17-Zoll-M-Leichtmetallrädern.
Die dritte Generation: E39 M5 (1998-2003)
Der E39 M5 gilt vielen Enthusiasten als der beste M5 aller Zeiten. 1998 eingeführt, brachte er den ersten V8-Motor in die Baureihe: Der S62 mit 4,9 Liter Hubraum leistete 294 kW (400 PS) und drehte bis 7.000 U/min. Das Triebwerk wurde von BMW Motorsport komplett neu entwickelt und bot lineare Kraftentfaltung ohne Turbolader. Die Beschleunigung auf 100 km/h erfolgte in 5,3 Sekunden. Das Sechsgang-Schaltgetriebe blieb obligatorisch, eine Automatik gab es nicht. Der E39 M5 kombinierte Sportlichkeit mit Langstreckentauglichkeit und bot ein für damalige Verhältnisse exzellentes Fahrwerk mit EDC-Dämpfern. Die Produktion belief sich auf 20.482 Einheiten. Als Touring wurde der E39 M5 nicht angeboten, was die Limousine zum Puristen-Favoriten machte. Kennzeichnend waren Vierfach-Auspuffendrohre und zurückhaltende M-Designelemente.
Die vierte Generation: E60 M5 (2005-2010)
Mit dem E60 M5 wagte BMW 2005 einen radikalen Schritt: Der V10-Motor S85 mit 5,0 Liter Hubraum und 373 kW (507 PS) stammte direkt aus der Formel-1-Entwicklung. Er drehte bis 8.250 U/min und bot ein spektakuläres Sounderlebnis. Erstmals kam ein Siebengang-SMG-Getriebe zum Einsatz, eine automatisierte Schaltung ohne Kupplungspedal. Ab 2007 war auch ein konventionelles Sechsgang-Schaltgetriebe erhältlich. Der E60 M5 erreichte in 4,7 Sekunden 100 km/h. Das Design polarisierte mit seinem markanten Chris-Bangle-Styling und den ausgestellten Radhäusern. Von 2007 bis 2010 gab es auch einen E61 M5 Touring mit identischer Motorisierung (1.025 Exemplare). Der E60 M5 bot variable Dämpferkontrolle, M-Differential und eine umfassende elektronische Regelung. Insgesamt entstanden 20.548 Limousinen und Kombis.
Die fünfte Generation: F10 M5 (2011-2016)
Der F10 M5 markierte 2011 die Rückkehr zum V8-Konzept. Der 4,4-Liter-V8-Biturbo S63 leistete 412 kW (560 PS) und 680 Nm. Damit beschleunigte der F10 M5 in 4,3 Sekunden auf 100 km/h. Erstmals kam ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe M-DCT zum Einsatz, das schnellere Schaltvorgänge ermöglichte. Das markanteste Novum: Der F10 M5 erhielt serienmäßig xDrive-Allradantrieb (allerdings erst ab dem Facelift 2013, davor war Hinterradantrieb Standard). Das Fahrwerk bot adaptive Dämpfer, aktive Wankstabilisierung und verschiedene Fahrprogramme. Der F10 M5 war komfortabler und alltagstauglicher als seine Vorgänger, ohne Kompromisse bei der Dynamik. Die Competition-Variante ab 2014 leistete 441 kW (600 PS). Optisch präsentierte sich der F10 M5 mit markanten Lufteinlässen, verbreiterten Radhäusern und Carbon-Dach als Option.
Facelift F10 M5 LCI (2013-2016)
Das Facelift 2013 brachte überarbeitete LED-Scheinwerfer, modifizierte Stoßfänger und neue Rückleuchten. Technisch blieb der Motor weitgehend unverändert, allerdings verfeinerte BMW das M-DCT-Getriebe und optimierte die Motorelektronik. Die Competition-Version mit 600 PS wurde eingeführt und bot schärfere Fahrwerksabstimmung, 20-Zoll-Räder und spezielle Designelemente. Das Interieur erhielt das iDrive-System der neuesten Generation und verbesserte Materialien. Der F10 M5 LCI bot nun auch WLAN-Hotspot und Head-up-Display als Option. Die Produktion endete 2016 nach insgesamt etwa 21.000 produzierten F10 M5.
Die sechste Generation: F90 M5 (2017-2023)
Der F90 M5 debütierte 2017 und setzte konsequent auf Allradantrieb. Der überarbeitete S63-V8-Biturbo leistete nun 441 kW (600 PS) und 750 Nm. Die Sprint-Zeit auf 100 km/h sank auf 3,4 Sekunden. Das M xDrive-System konnte vom Fahrer zwischen Allrad-, allradlastigem Hinterrad- und reinem Hinterradantrieb (mit deaktivierter Stabilitätskontrolle) umgeschaltet werden. Das Achtgang-M-Steptronic-Getriebe ersetzte das Doppelkupplungsgetriebe. Der F90 M5 bot aktive Motorlager, Integral-Aktivlenkung und variable Sportdifferentialsperre. Die Competition-Version leistete 460 kW (625 PS). 2021 folgte die noch extremere CS-Variante mit 467 kW (635 PS), Gewichtsreduzierung um 70 kg und Carbon-Keramik-Bremsen. Der F90 M5 war 4,96 Meter lang und damit größer als alle Vorgänger.
Facelift F90 M5 LCI (2020-2023)
Das Facelift 2020 brachte eine überarbeitete Front mit schmaleren LED-Scheinwerfern, größerer Niere und modifizierten Lufteinlässen. Die Heckleuchten wurden ebenfalls neu gestaltet. Die Leistung der Basisversion stieg auf 460 kW (625 PS), die Competition leistete nun 470 kW (639 PS). Das Interieur erhielt das volldigitale BMW Operating System 7.0 mit 12,3-Zoll-Instrumenten und 10,25-Zoll-Zentraldisplay. Die Fahrmodi wurden erweitert, die M-Traction-Kontrolle verfeinert. Der F90 M5 LCI war mit 19-Zoll- oder 20-Zoll-Rädern erhältlich. Die CS-Sonderversion blieb bis 2023 im Programm. Insgesamt wurden vom F90 M5 über alle Varianten mehr als 30.000 Exemplare produziert, was ihn zum erfolgreichsten M5 macht.