Erste Generation E85/E86 (2002-2008)
Die erste Generation des BMW Z4 debütierte 2002 als Nachfolger des Z3 und wurde zunächst ausschließlich als Roadster (E85) angeboten. Das polarisierende Design von Chris Bangle mit seinen markanten Sicken, den sogenannten Flame Surfacing, sorgte für kontroverse Diskussionen. Der Z4 E85 war deutlich größer und erwachsener als sein Vorgänger und positionierte sich als ernstzunehmender Sportwagen. Zum Marktstart standen Reihensechszylinder-Motoren mit 2,5 und 3,0 Litern Hubraum zur Verfügung, die zwischen 141 kW (192 PS) und 170 kW (231 PS) leisteten. 2003 folgte das Topmodell Z4 3.0i mit 170 kW, bevor 2006 der erste M-Roadster als Z4 M mit dem 252 kW (343 PS) starken Reihensechszylinder aus dem M3 E46 eingeführt wurde. Parallel gab es auch einen Vierzylinder mit 2,0 Litern und 110 kW (150 PS) als Einstiegsmotor.
Im Jahr 2006 erhielt die erste Generation ein Coupé-Schwestermodell (E86), das mit einem festen Stahldach und einer charakteristischen Fließheck-Silhouette aufwartete. Das Z4 Coupé bot eine deutlich höhere Verwindungssteifigkeit und richtete sich an Käufer, die einen reinrassigen Sportwagen suchten. Besonders das Z4 M Coupé entwickelte sich schnell zum Sammlerstück, da es die Fahrwerkstechnik und den Motor des M3 E46 in einem kompakten, zweisitzigen Paket vereinte. Das manuelle 6-Gang-Getriebe war Standard, eine Automatik wurde nicht angeboten. Die E85/E86-Generation war bis 2008 im Programm und etablierte den Z4 als eigenständige Baureihe im BMW-Portfolio.
Zweite Generation E89 (2009-2016)
2009 präsentierte BMW die zweite Generation des Z4 (E89), die einen kompletten Kurswechsel beim Design bedeutete. Die kantige Formensprache des Vorgängers wich einer eleganteren, fließenderen Gestaltung mit weicheren Linien. Der E89 war ausschließlich als Roadster mit einem elektrisch betriebenen Hardtop-Verdeck erhältlich, das sogenannte Retractable Hardtop (RHT). Das Klappdach aus Aluminium und Stahl ließ sich in 20 Sekunden öffnen und schließen, was dem Z4 Coupé-Komfort mit Cabrio-Feeling bot. Mit diesem Konzept verzichtete BMW bewusst auf eine separate Coupé-Version, da das Hardtop bereits geschlossenen Fahrbetrieb ermöglichte.
Motorenseitig startete der E89 mit Reihensechszylindern in 2,5 und 3,0 Litern Hubraum sowie einem Vierzylinder-Turbobenziner mit 2,0 Litern. Die Leistungsspanne reichte von 115 kW (156 PS) beim sDrive18i bis 250 kW (340 PS) beim Z4 sDrive35is, der 2010 als Topmodell eingeführt wurde. Anders als bei der ersten Generation gab es keine eigenständige M-Version, stattdessen positionierte BMW den sDrive35is mit M-Sportpaket als leistungsstärkste Variante. Das Fahrwerk wurde im Vergleich zum Vorgänger komfortabler abgestimmt, ohne jedoch die sportlichen Ambitionen zu vernachlässigen. Optional war ein adaptives M-Fahrwerk erhältlich, das sich elektronisch verstellen ließ.
2013 erhielt der E89 ein umfangreiches Facelift, das vor allem optische Retuschen und modernisierte Assistenzsysteme brachte. Die Scheinwerfer wurden überarbeitet, LED-Technik wurde verfügbar, und das Interieur erhielt neue Materialien sowie das aktualisierte iDrive-System. Die Motorenpalette wurde gestrafft und um effizientere Varianten ergänzt. Der Vierzylinder sDrive20i mit 135 kW (184 PS) und der Sechszylinder sDrive28i mit 180 kW (245 PS) bildeten das Kernangebot. Die stärkste Version blieb der sDrive35is. Das Facelift machte den Z4 E89 technisch auf den neuesten Stand, konnte aber nicht verhindern, dass die Verkaufszahlen im schwierigen Roadster-Segment rückläufig blieben. Die Produktion endete 2016, bevor 2018 die dritte Generation folgte.
Dritte Generation G29 (seit 2018)
Die aktuelle dritte Generation des BMW Z4 (G29) wurde 2018 vorgestellt und markiert eine Rückkehr zum klassischen Stoffverdeck. In Kooperation mit Toyota entwickelt, teilt sich der Z4 die Plattform mit dem Toyota GR Supra, wobei beide Fahrzeuge unterschiedliche Charaktere haben. Der Z4 bleibt ein reiner Roadster, während der Supra als Coupé konzipiert ist. Das Design des G29 ist deutlich muskulöser und aggressiver als beim Vorgänger, mit einer langen Motorhaube, breiten Radhäusern und einer gedrungenen Heckpartie. Das elektrische Stoffverdeck ist leichter als das frühere Hardtop und senkt den Schwerpunkt, was der Fahrdynamik zugutekommt.
Zum Start standen drei Motorisierungen zur Verfügung: der sDrive20i mit einem Vierzylinder-Turbo und 145 kW (197 PS), der sDrive30i mit 190 kW (258 PS) ebenfalls als Vierzylinder sowie der M40i mit einem Reihensechszylinder und 250 kW (340 PS). Alle Motoren sind ausschließlich mit einem 8-Gang-Steptronic-Automatikgetriebe kombiniert; ein manuelles Getriebe wird nicht mehr angeboten. Der M40i bietet serienmäßig ein elektronisch geregeltes M-Sportdifferenzial und ein adaptives M-Fahrwerk. 2021 erfolgte eine leichte Modellpflege mit verfeinerten Details und aktualisierten Assistenzsystemen, wobei BMW auch einen M40i mit xDrive-Allradantrieb einführte – eine Premiere für den Z4.
Das Interieur des G29 orientiert sich an der aktuellen BMW-Designsprache mit einem fahrerfokussierten Cockpit, digitalen Instrumenten und dem iDrive-System der siebten Generation. Die Verarbeitungsqualität liegt auf hohem Niveau, und trotz der kompakten Abmessungen bietet der Z4 ausreichend Stauraum für Alltagstauglichkeit. Der Kofferraum fasst 281 Liter und bleibt auch bei geöffnetem Verdeck nutzbar. Der Z4 G29 positioniert sich als sportlicher Roadster mit Premium-Anspruch und richtet sich an Fahrer, die Fahrspaß und Offenfahren ohne Kompromisse bei der Alltagstauglichkeit suchen. Die Produktion erfolgt im Magna-Steyr-Werk in Graz, Österreich.