
Bugatti
Bugatti Bolide
Foto: Calreyn88 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Der Bugatti Bolide ist ein ausschließlich für Rennstrecken entwickelter Hypercar mit 1.850 PS starkem W16-Motor und nur 1.240 kg Gewicht. In einer limitierten Auflage von 40 Exemplaren gebaut, repräsentiert er die radikalste Form der Bugatti-Performance-Philosophie und den Höhepunkt der W16-Ära.
Ideal für: Track-Day-Enthusiasten und Sammler, die einen nicht straßenzugelassenen Rennwagen mit Serienmotor in extremster Form suchen
Foto: Calreyn88 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Technische Daten
Bugatti Bolide Eckdaten
Der Bugatti Bolide ist ein radikaler Rennstrecken-Hypercar, der 2020 als Konzeptfahrzeug vorgestellt wurde und ab 2024 in einer streng limitierten Kleinserie von 40 Exemplaren produziert wird. Mit einem Preis von rund 4 Millionen Euro netto repräsentiert der Bolide die kompromissloseste Interpretation der Bugatti-Philosophie: maximale Leistung bei minimalem Gewicht. Anders als der straßenzugelassene Chiron ist der Bolide ausschließlich für den Einsatz auf der Rennstrecke konzipiert und vereint modernste Aerodynamik mit extremer Motorenleistung.
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Die Entstehungsgeschichte des Bugatti Bolide
Die Entwicklung des Bolide begann als internes Projekt der Bugatti-Ingenieure, die sich die Frage stellten: Was wäre möglich, wenn man den legendären 8,0-Liter-W16-Motor ohne die Kompromisse einer Straßenzulassung in ein reines Rennfahrzeug einbauen würde? Das Ergebnis wurde am 28. Oktober 2020 der Weltöffentlichkeit präsentiert – zunächst als experimentelles Konzept. Der Name "Bolide" stammt aus dem Französischen und bezeichnet umgangssprachlich einen sehr schnellen Rennwagen. Die Resonanz war derart überwältigend, dass Bugatti-Präsident Stephan Winkelmann im Jahr 2021 die Entscheidung traf, den Bolide in einer streng limitierten Serie zu produzieren.
Technisches Konzept und Motorisierung
Das Herzstück des Bugatti Bolide ist der weiterentwickelte 8,0-Liter-W16-Quadturbo-Motor aus dem Chiron, der hier jedoch auf 1.850 PS bei 7.000 U/min und 1.850 Newtonmeter Drehmoment hochgezüchtet wurde. Diese extreme Leistungssteigerung wurde durch die Verwendung von hochoktanigem Rennkraftstoff (110 Oktan) erreicht, während der Motor im Chiron mit handelsüblichem 98-Oktan-Benzin betrieben wird und "nur" 1.500 PS leistet. Die vier Turbolader wurden optimiert, die Kühlung massiv verstärkt und die gesamte Motorabstimmung auf maximale Leistung ausgelegt. Das Aggregat ist mit einem sequenziellen 7-Gang-Renngetriebe gekoppelt, das die Kraft über einen permanenten Allradantrieb auf die Straße bringt.
Karosserie und Aerodynamik
Die Karosserie des Bolide besteht nahezu vollständig aus Carbonfaser und wurde im Windkanal sowie mittels Computational Fluid Dynamics optimiert. Mit einem Gewicht von lediglich 1.240 Kilogramm im Trockenzustand erreicht der Bolide ein Leistungsgewicht von 0,67 kg/PS – ein absoluter Spitzenwert in der Automobilgeschichte. Die aggressive Aerodynamik umfasst einen massiven Frontdiffusor, ausgeprägte Seitenschweller mit X-förmigen Luftkanälen, einen riesigen Heckflügel und einen Diffusor, der an Le-Mans-Prototypen erinnert. Bei 320 km/h erzeugt der Bolide 1.800 Kilogramm Abtrieb, bei theoretischen 500 km/h wären es über 2.800 Kilogramm. Die Morphable-Outer-Skin-Technologie erlaubt es, bestimmte aerodynamische Elemente aktiv zu verstellen, um je nach Streckenprofil maximalen Abtrieb oder minimalen Luftwiderstand zu generieren.
Fahrwerk und Bremsen
Das Fahrwerk des Bolide basiert auf einer Kohlefaser-Monocoque-Struktur mit integrierten Crashstrukturen. Die adaptive Dämpfung, Push-Rod-Aufhängung und Stabilisatoren sind direkt aus dem Motorsport adaptiert. Die Spurweite wurde im Vergleich zum Chiron deutlich verbreitert, um höhere Kurvengeschwindigkeiten zu ermöglichen. Die Bremsanlage stammt von Brembo und umfasst 390-Millimeter-Scheiben aus Karbon-Keramik, die von radial montierten Monoblock-Sätteln verzögert werden. Das ABS-System wurde speziell für den Rennstreckeneinsatz kalibriert und erlaubt späte, aggressive Bremsmanöver. Die Michelin-Rennreifen in der Dimension 340/30 R18 vorne und 400/30 R19 hinten wurden exklusiv für den Bolide entwickelt und bieten maximalen Grip bei extremen Belastungen.
Innenraum und Sicherheit
Der Innenraum des Bolide ist radikal auf Funktion ausgelegt. Zwei vollintegrierte Rennsitze aus Karbon mit Sechspunkt-Gurten, ein fest montiertes Lenkrad mit integrierten Bedienelementen im LMP1-Stil und digital angepasste Pedalerie prägen das Cockpit. Anstelle eines klassischen Armaturenbretts findet sich ein zentrales Display, das alle relevanten Telemetriedaten in Echtzeit darstellt. Die Sicherheitsausstattung entspricht FIA-Standards und umfasst einen integrierten Überrollkäfig aus hochfestem Stahl, ein automatisches Feuerlöschsystem, einen Sechspunkt-Gurt mit HANS-System-Anbindung und Netze an den Seitenfenstern. Jeder Käufer erhält zudem einen maßangefertigten Rennoverall und Helm in Bugatti-Blau.
Performance und Rundenzeiten
Bugatti gibt für den Bolide eine theoretische Höchstgeschwindigkeit von über 500 km/h an, wobei dieser Wert aufgrund der hohen Abtriebskonfiguration in der Praxis nicht erreicht werden kann. Im Low-Drag-Modus soll der Bolide jedoch jenseits der 400 km/h liegen. Der Sprint von 0 auf 100 km/h erfolgt in geschätzten 2,2 Sekunden, 0-200 km/h in unter 5 Sekunden und 0-300 km/h in etwa 10 Sekunden. Bugatti simulierte für den Bolide eine Rundenzeit auf dem Nürburgring-Nordschleife von unter 5:23 Minuten – schneller als jeder jemals dort gemessene Straßenwagen. Auf dem Circuit de la Sarthe, der Heimat der 24 Stunden von Le Mans, soll der Bolide theoretisch mit LMP1-Prototypen mithalten können.
Produktion und Verfügbarkeit
Die Produktion des Bugatti Bolide erfolgt im Bugatti-Atelier in Molsheim, Frankreich, wo jedes der 40 Exemplare in Handarbeit gefertigt wird. Die Produktionszeit pro Fahrzeug beträgt mehrere Monate, da zahlreiche Komponenten individuell angefertigt und auf den jeweiligen Kunden abgestimmt werden müssen. Jeder Bolide durchläuft ein umfangreiches Testing-Programm, bevor er ausgeliefert wird. Die ersten Auslieferungen begannen 2024, alle 40 Plätze waren bereits kurz nach der Ankündigung der Serienproduktion vergeben. Käufer erhalten neben dem Fahrzeug auch ein umfangreiches Trackday-Paket mit technischer Unterstützung, Transportlogistik und Fahrtraining durch professionelle Rennfahrer.
Marktpositionierung und Konkurrenz
Der Bugatti Bolide konkurriert nicht im klassischen Sinne mit anderen Fahrzeugen, da er eine eigene Kategorie definiert: ein nicht straßenzugelassener Hypercar mit Serienmotor in Kleinserie. Vergleichbare Konzepte sind der Aston Martin Valkyrie AMR Pro, der McLaren Solus GT oder der Mercedes-AMG ONE in seiner Track-Konfiguration, allerdings sind diese entweder straßenzugelassen oder weniger radikal in ihrer Auslegung. Der Bolide repräsentiert den Höhepunkt der W16-Ära bei Bugatti – ein letztes Aufbäumen des Verbrennungsmotors, bevor auch Bugatti sich der Elektrifizierung zuwendet. Mit dem Tourbillon hat Bugatti bereits den Nachfolger des Chiron mit V16-Hybrid-Antrieb vorgestellt, was den Bolide zum finalen Hurra des reinen Verbrennungsmotors in extremster Form macht.
Technische Innovationen und Rekordambitionen
Der Bolide integriert zahlreiche Technologien, die in dieser Form zuvor nicht in einem Fahrzeug mit Straßenmotor zu finden waren. Dazu gehören die Morphable-Outer-Skin-Aerodynamik, aktive Kühlklappen, ein Drag-Reduction-System ähnlich der Formel 1 und eine vollständig digitale Fahrzeugkontrolle. Die Telemetriesysteme zeichnen über 200 Parameter in Echtzeit auf und erlauben eine detaillierte Analyse jeder Runde. Bugatti plant, mit dem Bolide verschiedene Rundenrekorde auf internationalen Rennstrecken anzugreifen, wobei offizielle Versuche für 2024 und 2025 angekündigt sind. Besonders im Fokus stehen dabei Spa-Francorchamps, die Nordschleife und möglicherweise auch der Circuit of the Americas.
Häufige Fragen
Ist der Bugatti Bolide straßenzugelassen?
Nein, der Bugatti Bolide ist ausschließlich für den Einsatz auf Rennstrecken konzipiert und besitzt keine Straßenzulassung. Er erfüllt zwar FIA-Sicherheitsstandards, aber keine Zulassungsvorschriften für den öffentlichen Straßenverkehr.
Wie viele Exemplare des Bugatti Bolide werden gebaut?
Bugatti produziert exakt 40 Exemplare des Bolide in Handarbeit im Atelier in Molsheim, Frankreich. Alle Produktionsplätze waren bereits kurz nach Ankündigung der Serienproduktion vergeben.
Wie viel kostet der Bugatti Bolide?
Der Bugatti Bolide kostet rund 4 Millionen Euro netto, was etwa 4,76 Millionen Euro brutto entspricht. Im Preis enthalten sind umfangreiche Service-Pakete, Fahrtraining und technische Unterstützung bei Track Days.
Welchen Motor hat der Bugatti Bolide?
Der Bolide nutzt eine weiterentwickelte Version des 8,0-Liter-W16-Quadturbo-Motors aus dem Chiron, der mit 110-Oktan-Rennkraftstoff 1.850 PS bei 7.000 U/min und 1.850 Nm Drehmoment leistet – 350 PS mehr als im Chiron.
Wie schwer ist der Bugatti Bolide?
Der Bugatti Bolide wiegt im Trockenzustand nur 1.240 Kilogramm dank konsequentem Leichtbau mit Carbonfaser. Dies ergibt ein Leistungsgewicht von 0,67 kg/PS – ein absoluter Spitzenwert.
Wie schnell ist der Bugatti Bolide?
Bugatti gibt eine theoretische Höchstgeschwindigkeit von über 500 km/h an. Im High-Downforce-Modus liegt die Spitze niedriger, dafür werden extreme Kurvengeschwindigkeiten ermöglicht. 0-100 km/h erfolgt in geschätzten 2,2 Sekunden.