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Bugatti Centodieci
Foto: MrWalkr / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Der Bugatti Centodieci ist ein ultra-limitiertes Hypercar auf Basis des Chiron, von dem nur zehn Exemplare gebaut wurden. Als Hommage an den legendären EB110 kombiniert er einen 1.600 PS starken W16-Motor mit puristischem Design und extremer Exklusivität.
Ideal für: Hypercar-Sammler mit höchstem Anspruch an Exklusivität, Leistung und Design-Historie.
Foto: MrWalkr / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Technische Daten
Bugatti Centodieci Eckdaten
Der Bugatti Centodieci ist ein ultra-exklusives Hypercar, das 2019 auf der Pebble Beach Concours d'Elegance in Kalifornien vorgestellt wurde. Mit einer limitierten Auflage von nur zehn Exemplaren und einem Stückpreis von rund acht Millionen Euro (vor Steuern und Individualisierung) gehört der Centodieci zu den seltensten und teuersten Automobilen der Welt. Der Name bedeutet auf Italienisch "einhundertzehn" und ist eine Hommage an den legendären Bugatti EB110, der in den 1990er Jahren als technisches Meisterwerk galt und die Marke nach Jahrzehnten des Stillstands wiederbelebte. Der Centodieci verbindet moderne Hypercar-Technologie mit dem Design-Erbe des EB110 und markiert einen emotionalen Höhepunkt in der modernen Ära von Bugatti unter Volkswagen-Konzernführung.
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Design und Konzept des Centodieci
Das Design des Bugatti Centodieci stammt von Achim Anscheidt und seinem Team im Bugatti-Designstudio in Molsheim. Im Gegensatz zum Chiron, auf dessen technischer Basis der Centodieci aufbaut, präsentiert sich das Sondermodell mit einer völlig eigenständigen Karosserie. Die Front zeigt sich flacher und breiter, mit acht runden LED-Scheinwerfern, die direkt an die fünf kreisrunden Leuchten des EB110 erinnern. Die markante Keilform und die extrem reduzierte Formensprache schaffen eine aggressive, nach vorne gerichtete Dynamik. Besonders auffällig sind die fünf runden Luftauslässe im Heck, die ebenfalls eine direkte Reminiszenz an den EB110 darstellen. Die Karosserie besteht vollständig aus Karbon und wurde aerodynamisch optimiert, um bei Höchstgeschwindigkeit ausreichend Abtrieb zu generieren. Der feststehende Heckflügel ersetzt den aktiven Spoiler des Chiron und betont den puristischen, trackorientierten Charakter des Centodieci. Jedes der zehn Fahrzeuge wurde nach individuellen Kundenwünschen konfiguriert, wobei Bugatti eine nahezu unbegrenzte Palette an Lacken, Materialien und Veredelungen anbot.
Technische Basis und Antrieb
Unter der Haut teilt sich der Centodieci die technische Plattform mit dem Bugatti Chiron, nutzt jedoch eine gesteigerte Leistungsstufe des legendären 8,0-Liter-W16-Motors mit vier Turboladern. Die Leistung beträgt 1.600 PS bei 7.000 U/min, was exakt der Leistung des Chiron Super Sport 300+ entspricht. Das maximale Drehmoment liegt bei 1.600 Newtonmetern. Der Centodieci beschleunigt in 2,4 Sekunden von null auf 100 km/h, erreicht 200 km/h in 6,1 Sekunden und 300 km/h in 13,1 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist aus aerodynamischen Gründen auf 380 km/h begrenzt – deutlich weniger als beim Chiron Super Sport, aber immer noch im absoluten Hypersportwagen-Bereich. Die Kraftübertragung erfolgt über ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und einen permanenten Allradantrieb mit elektronisch geregelter Momentenverteilung. Das Fahrwerk basiert auf Doppelquerlenkern rundum mit adaptiven Dämpfern. Die Bremsanlage stammt von Brembo und verwendet Karbon-Keramik-Scheiben mit einem Durchmesser von 420 mm vorne und 400 mm hinten. Die Räder messen 20 Zoll vorne und 21 Zoll hinten und sind mit speziell entwickelten Michelin Pilot Sport Cup 2-Reifen bereift.
Gewichtsreduktion und Performance-Optimierung
Ein zentrales Entwicklungsziel war die Gewichtsreduktion gegenüber dem Chiron. Durch extensive Nutzung von Karbon, dünneres Glas, leichtere Felgen und den Verzicht auf Komfortausstattungen wie elektrische Sitzverstellung und Teile der Geräuschdämmung konnte Bugatti das Gewicht um rund 20 Kilogramm senken – bei einem Fahrzeug dieser Größe und Leistungsklasse eine beachtliche Leistung. Das Leergewicht liegt bei etwa 1.978 Kilogramm. Die Gewichtsverteilung beträgt nahezu 45:55 (vorne:hinten), was dem Centodieci eine besonders agile Charakteristik verleiht. Im Vergleich zum Chiron wurden auch die Kühlsysteme angepasst: Der Centodieci verfügt über zehn Kühler, um Motor, Getriebe, Differenzial und Turbolader auch unter extremen Belastungen auf Betriebstemperatur zu halten. Die aerodynamische Effizienz wurde durch den festen Heckflügel und die optimierte Unterbodengestaltung verbessert, was zu einem höheren Anpressdruck bei hohen Geschwindigkeiten führt. Bugatti gibt an, dass der Centodieci bei 380 km/h einen Abtrieb von rund 90 Kilogramm erzeugt, während gleichzeitig der Luftwiderstand minimiert wurde.
Innenraum und Ausstattung
Das Interieur des Centodieci folgt der puristischen Philosophie des Exterieurs. Der Innenraum ist konsequent auf den Fahrer ausgerichtet, mit einem dreispeichigen Sportlenkrad, digitalen Instrumenten und einem zentralen Touchscreen für Infotainment und Fahrzeugeinstellungen. Die Sitze sind fest mit der Karosserie verbunden; nur das Lenkrad und die Pedalerie sind verstellbar, um die Sitzposition anzupassen. Die Materialien umfassen Alcantara, Leder und Karbon in individuellen Farbkombinationen. Jedes Fahrzeug trägt eine nummerierte Plakette, die seine Position innerhalb der Zehner-Serie anzeigt. Im Gegensatz zu einem klassischen Grand-Tourer wie dem Chiron verzichtet der Centodieci weitgehend auf Komfortfeatures – es gibt keine elektrischen Sitze, keine aufwendige Klimatisierung und kein großes Soundsystem. Stattdessen steht das unmittelbare Fahrerlebnis im Vordergrund. Der Kofferraum fällt mit rund 30 Litern symbolisch aus; Platz für mehr als eine maßgeschneiderte Reisetasche ist nicht vorhanden. Die Bedienelemente sind intuitiv angeordnet, und die Materialqualität entspricht dem Anspruch eines Acht-Millionen-Euro-Fahrzeugs.
Produktion und Auslieferung
Die Fertigung des Centodieci erfolgte im Bugatti-Atelier in Molsheim im Elsass, wo jedes Fahrzeug in Handarbeit montiert wurde. Die ersten Auslieferungen begannen im Jahr 2022, nachdem die Entwicklung und Homologation abgeschlossen waren. Jeder Centodieci durchlief einen mehrwöchigen Fertigungsprozess, bei dem Karosserie, Motor und Fahrwerk präzise aufeinander abgestimmt wurden. Vor der Auslieferung absolvierten die Fahrzeuge umfangreiche Test- und Einfahrprogramme, um die außergewöhnliche Qualität und Zuverlässigkeit sicherzustellen. Alle zehn Exemplare waren bereits vor der öffentlichen Präsentation verkauft, hauptsächlich an langjährige Bugatti-Kunden und Sammler. Die Käufer kamen aus verschiedenen Regionen weltweit, darunter Europa, Nordamerika und Asien. Für den deutschen Markt wurden mindestens zwei Fahrzeuge bestätigt, die an Sammler in Deutschland ausgeliefert wurden. Der Centodieci ist nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein rollender Kunstgegenstand und ein Investment, dessen Wert mit der Zeit voraussichtlich weiter steigen wird.
Historischer Kontext: Der Bugatti EB110 als Inspiration
Um die Bedeutung des Centodieci vollständig zu verstehen, muss man den Bugatti EB110 betrachten, der von 1991 bis 1995 produziert wurde. Der EB110 war das erste neue Bugatti-Modell nach dem Zweiten Weltkrieg und entstand unter der Führung des italienischen Unternehmers Romano Artioli. Der Name EB110 ehrte Ettore Bugatti zu dessen 110. Geburtstag. Mit einem 3,5-Liter-V12-Motor mit vier Turboladern und einer Leistung von 560 PS (EB110 GT) bzw. 611 PS (EB110 Super Sport) war der EB110 seiner Zeit technisch weit voraus. Er verfügte über Allradantrieb, eine Karbon-Monocoque-Struktur und ein futuristisches Keildesign von Marcello Gandini. Trotz seiner technischen Brillanz war der EB110 kommerziell nicht erfolgreich, und Bugatti ging 1995 in Konkurs. Erst unter der Führung von Volkswagen ab 1998 erlebte die Marke ihre Wiedergeburt. Der Centodieci ist somit eine späte, aber umso emotionalere Hommage an dieses ambivalente Kapitel der Bugatti-Geschichte und würdigt den EB110 als Wegbereiter der modernen Hypercar-Ära.
Einordnung in die moderne Bugatti-Produktfamilie
Der Centodieci reiht sich in eine Serie von ultra-limitierten Bugatti-Sondermodellen ein, die auf der Chiron-Plattform basieren. Dazu gehören unter anderem der Divo (40 Exemplare), der La Voiture Noire (Einzelstück), der Chiron Super Sport 300+ (30 Exemplare) und der Bolide (limitierte Serie). Jedes dieser Modelle interpretiert die technische Basis unterschiedlich: Der Divo setzt auf Agilität und Kurvenperformance, der Super Sport 300+ auf Höchstgeschwindigkeit, der Bolide auf extremen Leichtbau und Rennstrecken-Performance. Der Centodieci hingegen verbindet Designnostalgie mit moderner Technologie und schafft so eine emotionale Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Mit dem Ende der Chiron-Produktion und der Einführung des vollelektrischen Nachfolgers wird der Centodieci als eines der letzten Modelle mit dem legendären W16-Motor in die Geschichte eingehen. Für Sammler und Enthusiasten ist der Centodieci daher nicht nur ein seltenes Fahrzeug, sondern auch ein Symbol für das Ende einer technologischen Ära.
Marktposition und Bedeutung
Der Bugatti Centodieci positioniert sich im absoluten Spitzensegment des Automobilmarktes, wo Preis, Leistung und Exklusivität keine Rolle mehr im herkömmlichen Sinne spielen. Er konkurriert nicht mit Serienfahrzeugen, sondern mit anderen Ultra-Limited-Hypercar-Sonderserien wie dem Pagani Zonda HP Barchetta, dem Ferrari Monza SP, dem McLaren Speedtail oder dem Aston Martin Valkyrie. In diesem Segment geht es weniger um objektive Leistungsdaten als um emotionale Werte, Design, Markenhistorie und Sammlerwert. Der Centodieci unterstreicht Bugattis Anspruch, nicht nur die schnellsten, sondern auch die exklusivsten und begehrtesten Automobile der Welt zu bauen. Für die Marke hat der Centodieci auch strategische Bedeutung: Er zeigt, dass Bugatti in der Lage ist, seine reiche Historie kreativ zu interpretieren und in moderne Produkte zu übersetzen, ohne in Retro-Klischees zu verfallen. Gleichzeitig demonstriert das Projekt die technische und handwerkliche Kompetenz des Ateliers in Molsheim.
Häufige Fragen
Wie viele Bugatti Centodieci wurden gebaut?
Vom Bugatti Centodieci wurden exakt zehn Exemplare gefertigt. Alle Fahrzeuge waren bereits vor der öffentlichen Präsentation 2019 verkauft.
Was kostet ein Bugatti Centodieci?
Der Listenpreis des Bugatti Centodieci betrug rund acht Millionen Euro netto, ohne Steuern und individuelle Sonderausstattungen. In Deutschland lag der Endpreis deutlich über zehn Millionen Euro.
Welchen Motor hat der Bugatti Centodieci?
Der Centodieci nutzt den 8,0-Liter-W16-Motor mit vier Turboladern aus dem Chiron, jedoch in der gesteigerten Version mit 1.600 PS und 1.600 Nm Drehmoment.
Wie schnell ist der Bugatti Centodieci?
Die Höchstgeschwindigkeit des Centodieci ist auf 380 km/h begrenzt. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 2,4 Sekunden, 0-300 km/h in 13,1 Sekunden.
Was bedeutet der Name Centodieci?
Centodieci bedeutet auf Italienisch "einhundertzehn" und ist eine Hommage an den Bugatti EB110 aus den 1990er Jahren, dessen Name Ettore Bugatti zu dessen 110. Geburtstag ehrte.
Basiert der Centodieci auf dem Chiron?
Ja, der Centodieci nutzt die technische Plattform, Motor und Fahrwerk des Chiron, erhielt jedoch eine vollständig eigenständige Karosserie aus Karbon und ein spezifisches Setup.