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Bugatti La Voiture Noire
Foto: El Plan / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Der Bugatti La Voiture Noire ist ein 2019 präsentiertes Einzelstück und mit rund 16,7 Millionen Euro eines der teuersten Automobile aller Zeiten. Als moderne Hommage an den legendären Type 57 SC Atlantic vereint das Unikat handwerkliche Perfektion mit der Technik des Chiron.
Ideal für: Ultrareiche Sammler und Bugatti-Enthusiasten, die ein einzigartiges automobiles Kunstwerk suchen
Foto: El Plan / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Technische Daten
Bugatti La Voiture Noire Eckdaten
Der Bugatti La Voiture Noire ist kein Serienfahrzeug im klassischen Sinne, sondern ein exklusives Einzelstück, das 2019 auf dem Genfer Autosalon der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Mit einem geschätzten Verkaufspreis von 11 Millionen Euro netto (rund 16,7 Millionen Euro brutto) gilt La Voiture Noire als eines der teuersten Neufahrzeuge aller Zeiten. Das spektakuläre Unikat basiert technisch auf dem Bugatti Chiron und wurde als moderne Hommage an den legendären Bugatti Type 57 SC Atlantic konzipiert, von dem in den 1930er-Jahren nur vier Exemplare gebaut wurden. Der Name "La Voiture Noire" – französisch für "Das schwarze Auto" – verweist auf einen verschollenen Type 57 SC Atlantic, der einst Ettore Bugattis Sohn Jean gehörte und bis heute als verschollen gilt.
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Technische Basis und Antrieb
Unter der handgefertigten Karosserie aus Carbonfaser arbeitet der aus dem Chiron bekannte 8,0-Liter-W16-Motor mit vier Turboladern. Die Leistung beträgt 1.103 kW (1.500 PS) bei einem maximalen Drehmoment von 1.600 Newtonmetern. Der Antrieb erfolgt über ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe auf alle vier Räder. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h soll in unter 2,5 Sekunden erfolgen, die Höchstgeschwindigkeit wird elektronisch bei 420 km/h abgeregelt – theoretisch wären über 440 km/h möglich. Der Motor ist dabei identisch mit dem des Chiron, wurde jedoch speziell für dieses Einzelstück abgestimmt und optimiert. Das Fahrwerk basiert ebenfalls auf der Chiron-Plattform, wurde aber an das erhöhte Gewicht und die veränderte Aerodynamik angepasst.
Design und Karosserie
Das Design von La Voiture Noire wurde federführend von Bugattis Designchef Achim Anscheidt entwickelt und stellt eine radikale Neuinterpretation des Type 57 SC Atlantic dar. Die Karosserie ist komplett aus Carbonfaser gefertigt und wurde in aufwendiger Handarbeit hergestellt. Charakteristisch sind die durchgehende Mittelrippe, die an den legendären Atlantic erinnert, sowie die sechs separaten Auspuffendrohre am Heck. Anders als beim Chiron verzichtet La Voiture Noire auf einen sichtbaren Heckspoiler – stattdessen wurde die Aerodynamik vollständig in die Karosserie integriert. Die Front zeigt die typische Bugatti-Hufeisengrill-Form, allerdings in einer besonders breiten und flachen Interpretation. Die Scheinwerfer sind als schmale LED-Einheiten ausgeführt und verleihen dem Fahrzeug einen aggressiven, zukunftsweisenden Ausdruck.
Exklusivität und Kunde
La Voiture Noire wurde bereits vor der öffentlichen Präsentation an einen anonymen Bugatti-Enthusiasten verkauft. In der Automobilbranche wurde lange spekuliert, dass es sich bei dem Käufer um Ferdinand Piëch, den damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden des Volkswagen-Konzerns, oder um den portugiesischen Fußballstar Cristiano Ronaldo handeln könnte. Bugatti selbst hat die Identität des Käufers nie bestätigt. Das Fahrzeug wurde über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren entwickelt und gebaut, wobei jedes Detail in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber realisiert wurde. Die Auslieferung erfolgte erst 2021, da die komplexe Karosserie und die Integration aller technischen Komponenten außergewöhnlich aufwendig waren.
Historischer Kontext: Bugatti Type 57 SC Atlantic
Um die Bedeutung von La Voiture Noire zu verstehen, muss man einen Blick auf das historische Vorbild werfen: Der Bugatti Type 57 SC Atlantic wurde zwischen 1936 und 1938 in nur vier Exemplaren gebaut und gilt bis heute als eines der schönsten Automobile aller Zeiten. Jean Bugatti, Sohn des Firmengründers Ettore Bugatti, entwarf den Atlantic mit seiner charakteristischen Mittelnaht, die ursprünglich aus technischen Gründen notwendig war – die damals verwendete Elektron-Magnesiumlegierung ließ sich nicht schweißen, sondern musste vernietet werden. Eines der vier Exemplare, ein Modell mit schwarzer Lackierung, gehörte Jean Bugatti persönlich und verschwand während des Zweiten Weltkriegs spurlos. Dieses verschollene Fahrzeug inspirierte den Namen und das Konzept von La Voiture Noire. Die drei erhaltenen Type 57 SC Atlantic gehören heute zu den wertvollsten Automobilen der Welt und erzielen bei Auktionen Preise von über 30 Millionen US-Dollar.
Fertigung und Handwerkskunst
Die Herstellung von La Voiture Noire erfolgte im Bugatti-Atelier in Molsheim im Elsass, wo seit der Wiederbelebung der Marke unter Volkswagen-Ägide alle modernen Bugatti-Modelle entstehen. Über 30 Spezialisten arbeiteten an dem Projekt, darunter Karosseriebauer, Lackierer, Lederverarbeiter und Mechaniker. Die Carbonfaser-Karosserie wurde in mehreren Schichten von Hand laminiert und anschließend im Autoklaven ausgehärtet. Die tiefschwarze Lackierung wurde in über 20 Schichten aufgetragen und von Hand poliert, um die perfekte Tiefenwirkung zu erzielen. Im Innenraum kamen feinste Leder und Aluminium-Frästeile zum Einsatz. Jedes Detail, von den Instrumenten bis zu den Türgriffen, wurde individuell angefertigt und auf die Wünsche des Auftraggebers abgestimmt.
Technische Besonderheiten
Obwohl La Voiture Noire auf der Chiron-Plattform basiert, unterscheidet sich das Fahrzeug in vielen Details vom Serienmodell. Die Hinterachse wurde verlängert, um die elegantere Silhouette zu ermöglichen. Das Kühlsystem musste komplett neu konzipiert werden, da der Verzicht auf den aktiven Heckspoiler eine veränderte Luftführung erforderte. Die sechs Auspuffendrohre sind nicht nur gestalterisches Element, sondern Teil eines speziell entwickelten Abgassystems, das die Abgasströme des W16-Motors optimal führt. Das Fahrwerk wurde mit adaptiven Dämpfern ausgestattet, die sich automatisch an Fahrsituation und Straßenbeschaffenheit anpassen. Die Bremsanlage besteht aus Carbon-Keramik-Scheiben mit einem Durchmesser von 420 mm vorne und 400 mm hinten, kombiniert mit Acht-Kolben-Monoblock-Sätteln aus Titan.
Marktpositionierung und Bedeutung
La Voiture Noire ist kein Fahrzeug für den regulären Automobilmarkt, sondern ein Statement über die Grenzen des technisch und handwerklich Machbaren. Bugatti nutzte das Projekt, um die Kompetenzen der Manufaktur zu demonstrieren und die Marke im ultra-exklusiven Segment der Einzelanfertigungen zu positionieren. Mit diesem Ansatz folgt Bugatti einem Trend, den auch andere Luxusmarken wie Rolls-Royce mit der Coachbuild-Division oder Ferrari mit den One-Off-Projekten verfolgen. Für Bugatti war La Voiture Noire zugleich ein Testballon für weitere Einzelanfertigungen – mittlerweile hat die Marke angekündigt, solche Projekte für ausgewählte Kunden anzubieten. Der wirtschaftliche Erfolg solcher Projekte liegt nicht nur im Verkaufspreis, sondern auch im Marketing-Wert und der Strahlkraft für die Marke.
Vergleich mit anderen Bugatti-Modellen
Im Vergleich zum Chiron, der als Coupé und Roadster angeboten wird, ist La Voiture Noire noch exklusiver und individueller. Während vom Chiron in verschiedenen Varianten mehrere hundert Exemplare gebaut wurden, bleibt La Voiture Noire ein Unikat. Auch gegenüber Sondermodellen wie dem Chiron Super Sport 300+ oder dem Chiron Pur Sport hebt sich La Voiture Noire durch seine kompromisslose Design-Orientierung ab. Anders als diese auf Leistung oder Handling optimierten Varianten steht bei La Voiture Noire die ästhetische Perfektion im Vordergrund. Das Fahrzeug ist damit weniger Track-Tool als rollendes Kunstwerk – eine automobile Skulptur, die Bugattis Erbe und Zukunftsvision vereint.
Rezeption und Kritik
Die Präsentation von La Voiture Noire in Genf 2019 löste weltweit ein enormes Medienecho aus. Während viele Beobachter das Fahrzeug als Meisterwerk der Automobilkunst feierten, gab es auch kritische Stimmen, die den extrem hohen Preis und die Frage nach dem Sinn solcher Projekte in Zeiten des Klimawandels thematisierten. Designexperten lobten die gelungene Verbindung von historischem Vorbild und moderner Interpretation, bemängelten allerdings teilweise die Proportionen, die durch die Chiron-Basis vorgegeben waren. Technisch wurde das Fahrzeug durchweg positiv aufgenommen – die Integration der Chiron-Technik in eine völlig neue Karosserie galt als ingenieurtechnische Meisterleistung. In der Automobilgeschichte wird La Voiture Noire als Markstein der 2010er-Jahre gesehen, als Symbol für den Höhepunkt der Verbrennungsmotor-Ära und als Beleg dafür, dass Automobilbau auch im 21. Jahrhundert noch Handwerkskunst auf höchstem Niveau sein kann.
Häufige Fragen
Was kostet der Bugatti La Voiture Noire?
Der Bugatti La Voiture Noire wurde für geschätzte 11 Millionen Euro netto (etwa 16,7 Millionen Euro brutto) verkauft und gilt damit als eines der teuersten Neufahrzeuge aller Zeiten.
Wie viele Exemplare des Bugatti La Voiture Noire wurden gebaut?
Der Bugatti La Voiture Noire ist ein Einzelstück (Unikat). Es wurde nur ein einziges Exemplar gefertigt und bereits vor der öffentlichen Präsentation 2019 an einen anonymen Sammler verkauft.
Welchen Motor hat der Bugatti La Voiture Noire?
La Voiture Noire nutzt den 8,0-Liter-W16-Motor mit vier Turboladern aus dem Bugatti Chiron. Die Leistung beträgt 1.103 kW (1.500 PS) bei 1.600 Nm Drehmoment.
Was ist das Vorbild für La Voiture Noire?
Das Vorbild ist der legendäre Bugatti Type 57 SC Atlantic aus den 1930er-Jahren. Speziell ein verschollenes schwarzes Exemplar, das Jean Bugatti gehörte, inspirierte Name und Design des modernen Unikats.
Wie schnell ist der Bugatti La Voiture Noire?
Die Höchstgeschwindigkeit wird elektronisch bei 420 km/h abgeregelt. Der Sprint von 0 auf 100 km/h erfolgt in unter 2,5 Sekunden. Theoretisch wären über 440 km/h möglich.