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Ferrari 208

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Foto: nakhon100 / Wikimedia Commons / CC BY 2.0

Der Ferrari 208 war ein exklusiv für den italienischen Markt entwickelter Sportwagen mit Zweiliter-V8-Motor, der von 1975 bis 1985 in verschiedenen Varianten produziert wurde. Als Antwort auf hohe Hubraumsteuern in Italien bot Ferrari damit eine kompaktere Alternative zum 308, wobei die Turbo-Version 1982 als erster aufgeladener Straßen-Ferrari Geschichte schrieb.

Ideal für: Sammler historischer Ferrari-Modelle und Liebhaber seltener italienischer Sportwagen

Technische Daten

Ferrari 208 Eckdaten

Motor & Antrieb
Leistung
114–162 kW (155–220 PS)
Kraftstoff
Benzin
Verbrauch (komb.)
11–13 l/100km
Getriebe
5-Gang manuell
Antriebsart
Heckantrieb
Zylinder
8
Höchstgeschwindigkeit
220–240 km/h
Maße & Karosserie
Karosserie
Coupé (GTB), Targa (GTS), 2+2-Coupé (GT4)
Maße (L/B/H)
4230 x 1720 x 1120 mm
Kofferraum
Gewicht
1100–1150 kg
Sitze
2 (GTB/GTS), 4 (GT4)
Türen
2
Neupreis

Der Ferrari 208 ist ein seltenes und faszinierendes Kapitel in der Geschichte des italienischen Sportwagenherstellers. Entwickelt ausschließlich für den italienischen Heimatmarkt, stellte der 208 eine Antwort auf die dort geltenden steuerlichen Rahmenbedingungen dar. In Italien galten für Fahrzeuge mit einem Hubraum über zwei Litern deutlich höhere Kfz-Steuern, weshalb Ferrari ab 1980 eine speziell hubraumreduzierte Variante seiner erfolgreichen Mittelmotor-Sportwagen anbot. Der 208 basierte technisch auf dem Ferrari 308, verfügte jedoch über einen auf zwei Liter reduzierten V8-Motor. Diese Downsizing-Strategie war für Ferrari ungewöhnlich, zeigte aber das Bestreben der Marke, auch in steuerlich ungünstigen Märkten präsent zu bleiben. Für den deutschen Markt spielte der 208 praktisch keine Rolle, da hier die steuerlichen Rahmenbedingungen andere waren und deutsche Kunden überwiegend zum vollwertigen 308 griffen.

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Die Entstehung: Ferrari 208 GT4 (1975-1980)

Die Geschichte des Ferrari 208 begann bereits 1975 mit dem 208 GT4, der auf dem Dino 308 GT4 basierte. Der Dino 308 GT4 war Ferraris erster Serien-V8-Mittelmotor-Sportwagen mit 2+2-Sitzanordnung und stammte vom Design-Haus Bertone. Um den italienischen Markt besser bedienen zu können, entwickelte Ferrari eine Version mit reduziertem Hubraum. Der V8-Motor wurde von 2927 cm³ auf 1991 cm³ verkleinert, indem Bohrung und Hub verringert wurden. Die Leistung sank dadurch von 255 PS auf etwa 170 PS. Der 208 GT4 war ausschließlich für Italien bestimmt und wurde dort von 1975 bis 1980 produziert. Die Keilform des GT4, entworfen von Marcello Gandini bei Bertone, war damals polarisierend, ist heute aber zu einer Ikone geworden. Technisch verfügte der 208 GT4 über einen quer eingebauten V8-Motor, Doppelquerlenker-Aufhängung vorne und hinten sowie ein 5-Gang-Schaltgetriebe.

Ferrari 208 GTB und GTS (1980-1985)

1980 folgte die wichtigste Generation des 208: der 208 GTB (Gran Turismo Berlinetta) und 208 GTS (Gran Turismo Spider) als Pendant zum weitaus bekannteren Ferrari 308 GTB/GTS. Diese Generation nutzte die von Pininfarina gestaltete Karosserie des 308, die zu den schönsten Ferrari-Designs aller Zeiten zählt. Der 208 GTB kam zunächst als geschlossenes Coupé auf den Markt, kurz darauf folgte die Targa-Version GTS mit herausnehmbarem Dachsegment. Der Zweiliter-V8 leistete in dieser Ausführung zunächst rund 155 PS bei 7000 U/min, was für einen Ferrari bescheiden war. Das Drehmoment lag bei etwa 166 Nm. Die Performance war entsprechend moderat: Die Höchstgeschwindigkeit lag bei etwa 220 km/h, der Sprint von 0 auf 100 km/h dauerte rund 8,5 Sekunden. Für damalige Verhältnisse war das durchaus akzeptabel, konnte aber mit dem 308er nicht mithalten. Die Karosserie bestand zunächst aus Stahl, später auch aus GFK. Das Fahrwerk entsprach weitgehend dem des 308 mit Doppelquerlenkern rundum, Scheibenbremsen und Zahnstangenlenkung.

Ferrari 208 Turbo (1982-1985)

Um den Leistungsnachteil des kleinen Hubraums auszugleichen, präsentierte Ferrari 1982 den 208 Turbo – eine technische Sensation. Es war der erste straßenzugelassene Ferrari mit Turboaufladung überhaupt. Der 208 Turbo erhielt einen KKK-Abgasturbolader, der den Zwei-Liter-V8 auf beeindruckende 220 PS bei 7000 U/min brachte. Das maximale Drehmoment stieg auf 245 Nm bei 3800 U/min. Damit war der 208 Turbo plötzlich annähernd so schnell wie der hubraumstärkere 308 Quattrovalvole: Höchstgeschwindigkeit etwa 240 km/h, 0-100 km/h in rund 6,5 Sekunden. Äußerlich unterschied sich der 208 Turbo durch spezielle Schriftzüge, NACA-Lufteinlässe auf der Motorhaube zur Kühlung des Ladeluftkühlers und teilweise durch dezente Spoilerlippen. Der 208 Turbo wurde sowohl als GTB (Coupé) als auch als GTS (Targa) angeboten. Die Turbo-Technologie war damals noch anfällig für Turboloch, doch Ferrari gelang eine für die Zeit gute Abstimmung. Der 208 Turbo markierte den Einstieg Ferraris in die Turbo-Ära, die später mit dem F40 und modernen Modellen zum Standard wurde.

Technische Details und Besonderheiten

Alle Varianten des Ferrari 208 teilten sich die grundlegende Mittelmotor-Architektur mit quer eingebautem V8 hinter den Sitzen. Der Motor verfügte über zwei obenliegende Nockenwellen pro Zylinderbank, vier Weber-Doppelvergaser (beim Turbo eine Einspritzanlage) und eine Trockensumpfschmierung. Das Fünfgang-Getriebe war mechanisch über ein offenes Gestänge geschaltet – typisch für Ferrari jener Ära. Die Bremsen waren rundum belüftete Scheiben. Die Bereifung war mit 205/70 VR14 vorne und 225/70 VR14 hinten nach heutigen Maßstäben schmal, entsprach aber dem damaligen Stand der Technik. Das Leergewicht lag bei etwa 1100-1150 kg, was dem 208 trotz moderater Leistung eine gute Agilität verlieh. Der Verbrauch war für einen Ferrari günstig und lag bei etwa 11-13 Litern auf 100 km.

Produktion und Marktsituation

Der Ferrari 208 wurde ausschließlich in Italien verkauft und war nie offiziell für den Export vorgesehen. Die Produktionszahlen blieben entsprechend niedrig: Vom 208 GT4 entstanden etwa 840 Exemplare, vom 208 GTB/GTS ohne Turbo rund 160 Einheiten und vom 208 Turbo etwa 450 Fahrzeuge in verschiedenen Varianten (GTS und GTB). Damit gehört der 208 zu den seltensten modernen Ferraris. Für den deutschen Markt spielte das Modell praktisch keine Rolle, da hier die steuerlichen Anreize fehlten und Ferrari-Kunden den leistungsstärkeren 308 bevorzugten. Einige wenige Exemplare gelangten später über Reimporte nach Deutschland, bleiben aber absolute Raritäten. In Italien hingegen fand der 208 eine treue, wenn auch kleine Käuferschaft, die die steuerlichen Vorteile zu schätzen wusste.

Bedeutung und Sammlerwert heute

Heute ist der Ferrari 208 ein begehrtes Sammlerstück, vor allem der 208 Turbo als erster Turbo-Ferrari für die Straße. Die Preise liegen deutlich unter denen vergleichbarer 308er-Modelle, was den 208 zu einem relativen Schnäppchen im Ferrari-Segment macht. Gut erhaltene 208 Turbo GTS werden für 80.000 bis 120.000 Euro gehandelt, während vergleichbare 308er deutlich teurer sind. Die Seltenheit, die historische Bedeutung als erster Turbo-Ferrari und das zeitlose Pininfarina-Design machen den 208 zu einer interessanten Wahl für Sammler. Allerdings ist die Ersatzteilversorgung aufgrund der geringen Stückzahlen teilweise schwierig, und viele Teile müssen mit dem 308 geteilt werden. Für den deutschen Markt bleibt der 208 eine Kuriosität – ein Ferrari, der zeigt, dass selbst eine Luxusmarke pragmatisch auf Marktbedingungen reagieren musste.

Ferrari 208 leasen (bald verfügbar)

Historie

Vorgänger-Generationen

Historische Baureihen und Facelifts des Ferrari 208.

208 GTB/GTS (1980-1985)

19801985 · Coupé, Targa

Ferrari 208 208 GTB/GTS (1980-1985)
Foto: Alexander Migl / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Der 208 GTB und GTS nutzten die zeitlose Pininfarina-Karosserie des 308er und wurden als Coupé (GTB) und Targa (GTS) angeboten. Mit nur 155 PS aus dem Zweiliter-V8 war die Leistung bescheiden, doch das geringe Gewicht von rund 1100 kg sorgte für akzeptable Fahrleistungen. Mit nur etwa 160 produzierten Einheiten gehört diese Version zu den seltensten Ferrari-Modellen.

antrieb
Heckantrieb
leistung
114 kW (155 PS)
besonderheiten
Pininfarina-Design, sehr selten (ca. 160 Stück)
motorisierungen
2.0 V8

208 GT4 (1975-1980)

19751980 · Coupé

Der 208 GT4 war die erste Hubraumreduzierte Variante für den italienischen Markt, basierend auf dem Dino 308 GT4. Mit seinem von Bertone gestalteten Keildesign und 2+2-Sitzanordnung bot er 170 PS aus einem 1991 cm³ großen V8. Etwa 840 Exemplare wurden ausschließlich für Italien gebaut, um die dortigen Hubraumsteuern zu umgehen.

antrieb
Heckantrieb
leistung
125 kW (170 PS)
besonderheiten
Erster Ferrari 208, 2+2-Sitzer, Bertone-Design
motorisierungen
2.0 V8

Häufige Fragen

Warum wurde der Ferrari 208 nur in Italien verkauft?

Der Ferrari 208 wurde ausschließlich für den italienischen Markt entwickelt, um die dort geltenden hohen Kfz-Steuern für Fahrzeuge über zwei Liter Hubraum zu umgehen. Mit seinem 1991 cm³ großen V8-Motor blieb er unter der kritischen Grenze und bot italienischen Kunden eine steuerlich günstigere Alternative zum Ferrari 308.

Was macht den Ferrari 208 Turbo besonders?

Der 1982 vorgestellte Ferrari 208 Turbo war der erste straßenzugelassene Ferrari mit Turboaufladung überhaupt. Mit 220 PS aus zwei Litern Hubraum erreichte er trotz des kleinen Motors eine ähnliche Leistung wie der hubraumstärkere 308 Quattrovalvole und markierte den Beginn der Turbo-Ära bei Ferrari.

Wie viele Ferrari 208 wurden gebaut?

Die Produktionszahlen des Ferrari 208 waren sehr niedrig: Etwa 840 Exemplare des 208 GT4 (1975-1980), rund 160 Einheiten des 208 GTB/GTS ohne Turbo und circa 450 Fahrzeuge des 208 Turbo. Damit gehört der 208 zu den seltensten modernen Ferrari-Modellen.

Welche Leistung hatte der Ferrari 208?

Die Leistung variierte je nach Version: Der 208 GTB/GTS leistete etwa 155 PS, während der 208 Turbo dank Abgasturbolader auf 220 PS kam. Der 208 GT4 hatte rund 170 PS. Alle Versionen nutzten einen V8-Motor mit knapp zwei Litern Hubraum.

Ist der Ferrari 208 eine gute Wertanlage?

Der Ferrari 208, insbesondere die Turbo-Version, gewinnt als Sammlerstück zunehmend an Bedeutung. Als erster Turbo-Ferrari und seltenes Sondermodell liegt er preislich deutlich unter vergleichbaren 308er-Modellen (80.000-120.000 Euro), bietet aber historischen Wert und Wertsteigerungspotenzial.