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Ferrari 328

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Foto: Calreyn88 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Der Ferrari 328 ist ein klassischer Mittelmotor-Sportwagen, der von 1985 bis 1989 gebaut wurde. Mit seinem 3,2-Liter-V8-Motor, Pininfarina-Design und mechanischer Reinheit gilt er als letzter traditioneller V8-Ferrari vor der Ära moderner Elektronik.

Neupreis
ca. 140.000 DM (1985)

Ideal für: Sammler und Enthusiasten klassischer Ferrari-Sportwagen mit Mittelmotor-Konfiguration aus den 1980er-Jahren

Technische Daten

Ferrari 328 Eckdaten

Motor & Antrieb
Leistung
199 kW (270 PS)
Kraftstoff
Benzin
Verbrauch (komb.)
14-16 l/100km
Getriebe
5-Gang manuell
Antriebsart
Heckantrieb
Zylinder
8
Höchstgeschwindigkeit
263 km/h
Maße & Karosserie
Karosserie
Coupé (GTB), Targa (GTS)
Maße (L/B/H)
4230 x 1720 x 1120 mm
Kofferraum
ca. 150 l
Gewicht
ca. 1250 kg
Sitze
2
Türen
2
Neupreis
ca. 140.000 DM (1985)

Der Ferrari 328 ist ein Sportwagen, der von 1985 bis 1989 produziert wurde und als Weiterentwicklung des Ferrari 308 gilt. Mit seinem 3,2-Liter-V8-Motor stellte der 328 einen bedeutenden technischen Fortschritt dar und gilt heute als einer der letzten klassischen Mittelmotor-Ferraris vor der Einführung moderner Elektronik und größerer Motoren. Der 328 wird von Sammlern besonders geschätzt, da er klassisches Design mit verbesserter Alltagstauglichkeit verbindet.

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Entwicklung und Markteinführung (1985)

Ferrari präsentierte den 328 GTB und 328 GTS im Jahr 1985 als Nachfolger des erfolgreichen 308. Die Typbezeichnung 328 folgte der Ferrari-Nomenklatur: Die erste Ziffer stand für den Hubraum von 3,2 Litern, die letzte Ziffer für die Zylinderanzahl. Der 328 wurde in zwei Karosserievarianten angeboten: als GTB (Gran Turismo Berlinetta) mit festem Dach und als GTS (Gran Turismo Spider) mit abnehmbarem Targadach. Äußerlich orientierte sich der 328 stark am 308, erhielt jedoch eine neue, tiefergezogene Frontschürze mit integrierten Nebelscheinwerfern, modifizierte Seitenschweller und eine überarbeitete Heckpartie mit breiteren Lufteinlässen. Die charakteristischen Seitenschlitze wurden ebenfalls neu gestaltet und horizontal angeordnet, was dem Fahrzeug eine modernere Optik verlieh. Das Design stammte nach wie vor von Pininfarina und verkörperte die klassische Keilform der 1980er-Jahre.

Technische Innovation: Der Tipo F105 V8-Motor

Das Herzstück des Ferrari 328 war der komplett überarbeitete 3,2-Liter-V8-Motor mit der internen Bezeichnung Tipo F105. Im Vergleich zum 2,9-Liter-Motor des 308 wurde der Hubraum durch eine Vergrößerung des Bohrungsdurchmessers von 81 mm auf 83 mm sowie eine Verlängerung des Kolbenhubs von 71 mm auf 73,6 mm erhöht. Die Leistung stieg auf 270 PS (199 kW) bei 7000 U/min, während das maximale Drehmoment 304 Nm bei 5500 U/min erreichte. Diese Leistungssteigerung um etwa 30 PS gegenüber dem 308 Quattrovalvole resultierte nicht nur aus dem größeren Hubraum, sondern auch aus verbesserten Vier-Ventil-Zylinderköpfen, optimierten Ansaugwegen und einer effizienteren Bosch K-Jetronic Einspritzanlage. Der Motor wurde quer hinter den Sitzen montiert und trieb über ein manuelles Fünfgang-Getriebe die Hinterräder an. Die Kraftübertragung erfolgte präzise und direkt, was dem Fahrzeug ein sportliches Fahrverhalten verlieh.

Fahrwerk und Chassis-Verbesserungen

Ferrari überarbeitete beim 328 auch das Fahrwerk grundlegend. Die Einzelradaufhängung vorne und hinten basierte auf Dreieckquerlenkern mit Schraubenfedern und Teleskopstoßdämpfern. Die Fahrzeuggeometrie wurde im Vergleich zum 308 optimiert, um das Handling zu verbessern und die Alltagstauglichkeit zu erhöhen. Das Rohrrahmen-Chassis bestand aus Stahlrohren, die mit Stahlblechen beplankt wurden – eine klassische Ferrari-Konstruktion jener Zeit. Die Bremsanlage umfasste belüftete Scheibenbremsen an allen vier Rädern, wobei ein ABS-System noch nicht zur Serienausstattung gehörte. Die Lenkung war eine Zahnstangenlenkung ohne Servounterstützung, was bei niedrigen Geschwindigkeiten einen gewissen Kraftaufwand erforderte, aber direktes Feedback vermittelte. Der Radstand betrug 2350 mm, die Gesamtlänge 4230 mm, die Breite 1720 mm und die Höhe lediglich 1120 mm – typische Proportionen eines flachen Mittelmotorsportwagens.

Fahrleistungen und Alltagstauglichkeit

Mit einem Leergewicht von etwa 1250 kg erreichte der Ferrari 328 eine Höchstgeschwindigkeit von 263 km/h und beschleunigte in rund 5,5 Sekunden von null auf 100 km/h. Diese Werte waren für die Mitte der 1980er-Jahre beeindruckend und stellten den 328 in direkte Konkurrenz zu Fahrzeugen wie dem Porsche 911 Turbo oder dem Lamborghini Jalpa. Im Vergleich zu seinen Vorgängern bot der 328 eine verbesserte Alltagstauglichkeit: Der Motor lief kultivierter, die Sitzposition war ergonomischer, und die Verarbeitung entsprach höheren Standards. Dennoch blieb der 328 ein kompromissloser Sportwagen mit spartanischer Serienausstattung, ohne Klimaanlage oder elektrische Fensterheber in der Basisversion. Der Kofferraum im Bug war mit etwa 150 Litern sehr klein bemessen, und der Innenraum bot Platz für zwei Personen, wobei die Sicht nach hinten durch die markante Motorabdeckung eingeschränkt war.

Produktion und Modellvarianten

Während der vierjährigen Produktionszeit von 1985 bis 1989 entstanden insgesamt 7.412 Einheiten des Ferrari 328, davon 6.068 Exemplare der GTS-Version und 1.344 Einheiten der geschlossenen GTB-Variante. Die deutliche Präferenz für die GTS-Version mit Targadach zeigt die Beliebtheit dieser Karosserieform, besonders auf dem amerikanischen Markt, der ein Hauptabsatzgebiet darstellte. Alle Fahrzeuge wurden im Ferrari-Werk in Maranello handgefertigt, wobei die Karosserien von Scaglietti gebaut wurden. Neben den beiden Serienmodellen entstanden auch einige Sonderversionen: Der 328 GTS Turbo war ein Einzelstück für Enzo Ferrari persönlich, und es gab vereinzelt Fahrzeuge mit individuellen Sonderwünschen, die über das Programma di Personalizzazione bestellt wurden. Für den Rennsport entstand keine offizielle Werks-Rennversion des 328, da Ferrari zu dieser Zeit mit anderen Modellen im Motorsport aktiv war.

Design und Innenraum

Das Interieur des Ferrari 328 war funktional gestaltet und konzentrierte sich auf das Wesentliche. Das Armaturenbrett zeigte analoge Rundinstrumente hinter einem dreiarmigen Lederlenkrad, wobei der zentrale Drehzahlmesser besonders prominent platziert war. Die Sitze waren sportlich konturiert und mit Leder oder Alcantara bezogen, boten jedoch nur begrenzte Einstellmöglichkeiten. Der charakteristische offene Schaltknauf des Ferrari-Schaltgestricks ragte aus dem Mitteltunnel und vermittelte unmittelbares mechanisches Feedback. Die Materialqualität entsprach dem damaligen Ferrari-Standard, wobei Leder, Aluminium und Kunststoff zum Einsatz kamen. Im Vergleich zu modernen Standards wirkt das Interieur spartanisch, was jedoch Teil des ursprünglichen Charmes ist. Die Klimaanlage war optional erhältlich und wurde von vielen Käufern geordert, ebenso wie elektrische Fensterheber und eine verbesserte Audioanlage.

Der 328 im Marktkontext

Preislich lag der Ferrari 328 bei seiner Markteinführung in Deutschland bei etwa 140.000 DM, was ihn deutlich teurer machte als einen Porsche 911 Carrera, aber günstiger als exotischere Ferraris wie den Testarossa. Der 328 richtete sich an Kunden, die einen authentischen Ferrari mit Mittelmotor suchten, ohne die extreme Größe und den hohen Verbrauch des Testarossa in Kauf nehmen zu müssen. Im Vergleich zum Vorgänger 308 bot der 328 spürbar mehr Leistung und bessere Fahrleistungen bei verbesserter Zuverlässigkeit. Die mechanische Einspritzanlage galt als robuster als die Vergaser des frühen 308, und die überarbeiteten Zylinderköpfe reduzierten Probleme mit überhitzten Ventilen. Dennoch blieb der 328 ein Fahrzeug, das regelmäßige Wartung durch Fachpersonal erforderte, insbesondere die berüchtigten Zahnriemenwechsel, die bei Ferrari alle drei bis fünf Jahre empfohlen wurden und aufgrund des Motors-Ausbaus sehr kostspielig waren.

Nachfolger und Vermächtnis

1989 wurde der Ferrari 328 durch den 348 tb und 348 ts abgelöst, der ein deutlich moderneres Design und eine längseingebaute Motorposition bot. Der Übergang vom 328 zum 348 markierte einen Stilwechsel bei Ferrari: Weg von den klassischen Pininfarina-Linien der 1970er und 1980er-Jahre hin zu kantigeren, aggressiveren Formen, die sich stärker am Testarossa orientierten. Der 328 wird heute als letzter Vertreter der klassischen V8-Mittelmotor-Ferraris betrachtet, bevor Elektronik, ABS und größere Motoren zur Norm wurden. Auf dem Sammlermarkt sind gut erhaltene 328 sehr begehrt, wobei die Preise in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind. Besonders originale, wenig gefahrene Exemplare mit lückenloser Wartungshistorie erzielen mittlerweile sechsstellige Beträge. Die GTS-Version ist aufgrund der höheren Stückzahl häufiger anzutreffen, während die GTB-Coupés seltener und bei Puristen besonders geschätzt sind.

Technische Besonderheiten und Wartung

Bei der Wartung des Ferrari 328 gibt es einige kritische Punkte zu beachten. Der Zahnriemenwechsel ist die kostspieligste Wartungsarbeit, da der Motor ausgebaut werden muss, um Zugang zu den Riemen zu erhalten. Dieser Service sollte alle fünf Jahre oder 30.000 Kilometer durchgeführt werden und kostet mehrere tausend Euro. Weitere typische Schwachstellen sind die Kraftstoffleitungen, die im Motorraum verlaufen und bei Hitze porös werden können, sowie die elektrischen Fensterheber, die aufgrund veralteter Mechanik oft Probleme bereiten. Die Klimaanlage, sofern vorhanden, nutzt das mittlerweile verbotene R12-Kältemittel und muss auf moderne Alternativen umgerüstet werden. Rostprobleme sind beim 328 weniger verbreitet als bei älteren Ferraris, können aber an den Radläufen und Schwellern auftreten, besonders bei Fahrzeugen, die in feuchtem Klima genutzt wurden. Ersatzteilpreise sind hoch, wobei viele mechanische Komponenten gut verfügbar sind, während spezifische Karosserieteile selten und teuer sein können.

Ferrari 328 leasen (bald verfügbar)

Häufige Fragen

Wie viel PS hat der Ferrari 328?

Der Ferrari 328 leistet 270 PS (199 kW) aus seinem 3,2-Liter-V8-Motor mit Vierventiltechnik bei 7000 U/min.

Wie viele Ferrari 328 wurden gebaut?

Von 1985 bis 1989 wurden insgesamt 7.412 Ferrari 328 produziert, davon 6.068 GTS (Targa) und 1.344 GTB (Coupé).

Was kostet ein Ferrari 328 heute?

Gut erhaltene Ferrari 328 kosten heute zwischen 80.000 und 150.000 Euro, abhängig von Zustand, Laufleistung, Wartungshistorie und Karosserievariante.

Was ist der Unterschied zwischen 328 GTB und GTS?

Der 328 GTB ist ein geschlossenes Coupé, während der 328 GTS ein abnehmbares Targadach besitzt. Die GTS-Version wurde deutlich häufiger gebaut.

Wie schnell ist ein Ferrari 328?

Der Ferrari 328 erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 263 km/h und beschleunigt in etwa 5,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Welches Getriebe hat der Ferrari 328?

Der Ferrari 328 verfügt serienmäßig über ein manuelles Fünfgang-Schaltgetriebe, das die Kraft auf die Hinterachse überträgt.

Wie teuer ist die Wartung eines Ferrari 328?

Die Wartung ist kostspielig, besonders der Zahnriemenwechsel, der den Motorausbau erfordert und mehrere tausend Euro kostet. Jährliche Inspektionen liegen bei 1.500-3.000 Euro.