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Ferrari 330

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Foto: Chad Kainz from Monterey, CA, USA / Wikimedia Commons / CC BY 2.0

Der Ferrari 330 war eine zwischen 1963 und 1968 produzierte Gran Turismo-Baureihe mit 4,0-Liter-V12-Motor. Die Familie umfasste komfortable 2+2-Sitzer, elegante Coupés und Spider sowie erfolgreiche Rennprototypen. Heute zählt der 330 zu den begehrten Klassikern aus Maranello.

Ideal für: Sammler klassischer Ferrari-Modelle und Liebhaber von 1960er-Jahre-Gran-Turismos

Technische Daten

Ferrari 330 Eckdaten

Motor & Antrieb
Leistung
220 kW (300 PS)
Kraftstoff
Benzin
Verbrauch (komb.)
Getriebe
4-Gang manuell / 5-Gang manuell
Antriebsart
Heckantrieb
Zylinder
12 (V12)
Höchstgeschwindigkeit
240–245 km/h
Maße & Karosserie
Karosserie
Coupé, Spider, 2+2-Coupé
Maße (L/B/H)
4700 x 1730 x 1320 mm
Kofferraum
Gewicht
1350–1450 kg
Sitze
2 / 4 (2+2)
Türen
2
Neupreis

Der Ferrari 330 bezeichnet eine Modellfamilie des italienischen Sportwagenherstellers aus Maranello, die zwischen 1963 und 1968 produziert wurde. Die Zahl "330" bezieht sich auf den Hubraum eines einzelnen Zylinders in Kubikzentimetern – bei zwölf Zylindern ergibt sich daraus ein Gesamthubraum von rund 4,0 Litern. Diese Nomenklatur war typisch für Ferrari in den 1960er Jahren. Der 330 war als Gran Turismo konzipiert und richtete sich an anspruchsvolle Kunden, die sportliche Leistung mit einem gewissen Maß an Alltagstauglichkeit verbinden wollten. Die verschiedenen Varianten des 330 – vom GT 2+2 über den GTC/GTS bis zum exklusiven P4 Rennwagen – demonstrierten Ferraris Bandbreite zwischen luxuriösem Reisewagen und kompromisslosem Renngerät.

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Ferrari 330 America (1963)

Den Auftakt der 330er-Baureihe bildete 1963 der 330 America, ein kurzlebiges Modell, von dem nur 50 Exemplare gebaut wurden. Der America war als komfortabler Gran Turismo für den nordamerikanischen Markt gedacht und verfügte über ein 2+2-Sitzlayout. Angetrieben wurde er von einem 4,0-Liter-V12-Motor mit drei Weber-Doppelvergasern, der 300 PS leistete. Die Karosserie stammte von Pininfarina und vereinte elegante Linienführung mit praktischen Aspekten wie größeren Fensterflächen. Das Vierganggetriebe mit Overdrive machte den Wagen auch für längere Touren geeignet. Der 330 America wurde bereits nach einem Jahr durch den weiterentwickelten 330 GT 2+2 ersetzt und gilt heute als seltener Vertreter der frühen 330er-Serie.

Ferrari 330 GT 2+2 Serie I (1964-1965)

Der 330 GT 2+2 wurde 1964 als direkter Nachfolger des 330 America eingeführt und präsentierte sich als erste eigenständige 2+2-Baureihe von Ferrari. Pininfarina gestaltete eine elegante Coupé-Karosserie mit verlängertem Radstand, um den hinteren Passagieren mehr Raum zu bieten. Charakteristisch für die erste Serie waren die vier runden Scheinwerfer an der Front, die dem Wagen ein unverwechselbares Gesicht verliehen. Der Tipo 209 V12-Motor leistete nun 300 PS bei 6600 U/min und ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 240 km/h. Das Fahrwerk basierte auf Einzelradaufhängung vorne und einer Starrachse hinten, kombiniert mit Scheibenbremsen rundum. Der 330 GT 2+2 richtete sich an Familienmenschen, die nicht auf Ferrari-Leistung verzichten wollten, und wurde zum kommerziellen Erfolg für die Marke.

Ferrari 330 GT 2+2 Serie II (1965-1967)

1965 präsentierte Ferrari eine überarbeitete Version des 330 GT 2+2 als Serie II. Die auffälligste Änderung betraf die Frontpartie: Die vier Rundscheinwerfer wichen zwei größeren ovalen Scheinwerfern, was dem Wagen ein moderneres und harmonischeres Erscheinungsbild verlieh. Technisch erhielt die zweite Serie ein Fünfganggetriebe anstelle des bisherigen Viergangs mit Overdrive, was die Sportlichkeit erhöhte. Auch das Lenkrad wurde modifiziert, die Servolenkung war nun optional erhältlich. Der V12-Motor blieb weitgehend unverändert bei 300 PS. Insgesamt wurden von beiden Serien des 330 GT 2+2 etwa 1000 Exemplare produziert, was ihn zu einem der erfolgreicheren Ferrari-Modelle der 1960er Jahre machte. Die Serie II wird von Sammlern oft als harmonischer im Design angesehen.

Ferrari 330 GTC (1966-1968)

Der 330 GTC stellte 1966 eine Rückkehr zum klassischen zweisitzigen Gran Turismo dar. Ferrari kombinierte das Chassis des 275 GTB mit der bewährten 4,0-Liter-V12-Maschine aus dem 330 GT 2+2, nun mit 300 PS. Das von Pininfarina entworfene Coupé zeigte sich deutlich kompakter und sportlicher als der 2+2-Viersitzer. Die Karosserie vereinte klassische Ferrari-Proportionen mit modernen Designelementen wie der verglasten Heckpartie und den sauber integrierten Stoßstangen. Das Interieur war luxuriös mit Leder ausgestattet, die Instrumentierung klar und fahrerzentriert. Unabhängige Radaufhängungen an allen vier Rädern und Scheibenbremsen sorgten für ausgezeichnete Fahrdynamik. Der 330 GTC erreichte etwa 245 km/h Höchstgeschwindigkeit und galt als einer der ausgewogensten Gran Turismos seiner Zeit. Rund 600 Exemplare wurden bis 1968 gebaut.

Ferrari 330 GTS (1966-1968)

Parallel zum GTC bot Ferrari ab 1966 auch den 330 GTS an – eine Spider-Version mit abnehmbarem Stoffverdeck. Technisch war der GTS identisch mit dem GTC, bot jedoch offenes Fahrvergnügen für sonnige Tage. Die Spider-Karosserie wurde ebenfalls von Pininfarina gestaltet und wirkte durch die fehlende Dachlinie noch eleganter und sportlicher. Das Verdeck ließ sich relativ einfach öffnen und hinter den Sitzen verstauen. Mit nur etwa 100 produzierten Exemplaren ist der 330 GTS deutlich seltener als sein Coupé-Bruder und entsprechend bei Sammlern begehrt. Die Leistung und Fahrleistungen entsprachen dem GTC, wobei die offene Bauweise das Gewicht minimal reduzierte. Der 330 GTS verkörperte den klassischen italienischen Spider-Charme der 1960er Jahre und gilt heute als eines der schönsten offenen Ferraris dieser Ära.

Ferrari 330 P3/P4 (1967-1968)

Eine Sonderstellung in der 330er-Familie nehmen die Rennwagen 330 P3 und P4 ein. Diese Prototypen wurden speziell für Langstreckenrennen wie Le Mans entwickelt und hatten außer dem Hubraum wenig mit den Straßenversionen gemein. Der P3 von 1966 verfügte über einen 4,0-Liter-V12 mit etwa 420 PS, während der weiterentwickelte P4 von 1967 bis zu 450 PS leistete. Die extrem leichte Aluminium-Karosserie wurde aerodynamisch optimiert und wog komplett unter 800 kg. Der P4 schrieb Geschichte, als drei Exemplare 1967 in Daytona einen legendären Dreifachsieg einfuhren. Die Mittelmotorkonzeption, das sequentielle Getriebe und die fortschrittliche Fahrwerksabstimmung machten diese Wagen zu den schnellsten Sportwagen ihrer Zeit. Nur wenige Exemplare wurden gebaut, und heute zählen sie zu den wertvollsten Ferraris überhaupt.

Technische Besonderheiten und Motor

Das Herzstück aller Straßenversionen des Ferrari 330 war der Tipo 209 V12-Motor mit 3967 ccm Hubraum. Dieser entwickelte aus zwölf Zylindern in 60-Grad-Anordnung konstant 300 PS bei 6600 U/min. Die Kraftübertragung erfolgte über ein anfangs viergängiges, später fünfgängiges manuelles Getriebe. Der Motor basierte auf Ferraris bewährter Colombo-Konstruktion mit obenliegenden Nockenwellen und drei Weber-Doppelvergasern. Die Kurbelwelle war siebenfalch gelagert, was für hohe Laufruhe sorgte. Charakteristisch war der markante V12-Klang, der schon bei niedrigen Drehzahlen begeisterte. Das Kühlsystem mit großem Frontgrill sorgte auch bei sportlicher Fahrweise für konstante Temperaturen. Die Zuverlässigkeit der Technik war für damalige Verhältnisse bemerkenswert, auch wenn regelmäßige Wartung unerlässlich war.

Bedeutung und Sammlerwert

Die Ferrari 330-Serie markiert eine wichtige Epoche in der Geschichte des Unternehmens. In den 1960er Jahren musste Ferrari den Spagat zwischen Rennwagenbau und profitabler Serienproduktion meistern. Die 330er-Modelle demonstrierten, dass beides möglich war: straßentaugliche Gran Turismos für zahlungskräftige Kunden und siegreiche Rennwagen für die Rennstrecke. Heute sind alle 330-Varianten begehrte Sammlerobjekte. Während der 330 GT 2+2 aufgrund höherer Stückzahlen noch vergleichsweise erschwinglich ist, erzielen GTC und insbesondere GTS bereits siebenstellige Beträge. Die Rennversionen P3 und P4 gehören zu den wertvollsten Automobilen weltweit. Die 330er-Serie wird von Kennern für ihre ausgewogene Kombination aus Leistung, Eleganz und Alltagstauglichkeit geschätzt – Eigenschaften, die auch moderne Ferrari-Modelle auszeichnen sollen.

Ferrari 330 leasen (bald verfügbar)

Historie

Vorgänger-Generationen

Historische Baureihen und Facelifts des Ferrari 330.

330 GTS (1966-1968)

19661968 · Spider

Der 330 GTS war die offene Spider-Variante des GTC mit abnehmbarem Stoffverdeck. Technisch identisch mit dem Coupé, wurde die elegante Pininfarina-Karosserie noch sportlicher interpretiert. Mit nur rund 100 produzierten Exemplaren ist der GTS heute besonders begehrt und wertvoll.

antrieb
Heckantrieb
leistung
300 PS
besonderheiten
Spider-Version des GTC, nur etwa 100 Exemplare, abnehmbares Stoffverdeck
motorisierungen
4,0-Liter-V12

330 GTC (1966-1968)

19661968 · Coupé

Der 330 GTC von 1966 kombinierte das Chassis des 275 GTB mit dem 4,0-Liter-V12. Als klassischer zweisitziger Gran Turismo mit Pininfarina-Karosserie bot er sportliche Leistung und luxuriöse Ausstattung. Rund 600 Exemplare wurden bis 1968 gebaut und gelten heute als ausgewogene Klassiker.

antrieb
Heckantrieb
leistung
300 PS
besonderheiten
Zweisitzer, Chassis vom 275 GTB, etwa 600 Exemplare, Höchstgeschwindigkeit 245 km/h
motorisierungen
4,0-Liter-V12

330 GT 2+2 Serie II (1965-1967)Facelift

19651967 · Coupé

Die 1965 vorgestellte Serie II des 330 GT 2+2 erhielt zwei ovale Scheinwerfer statt der bisherigen vier Rundleuchten. Technisch wurde ein Fünfganggetriebe integriert und Servolenkung optional angeboten. Die harmonischere Frontgestaltung wird von Kennern geschätzt.

antrieb
Heckantrieb
leistung
300 PS
besonderheiten
Zwei ovale Scheinwerfer, Fünfganggetriebe, optionale Servolenkung
motorisierungen
4,0-Liter-V12

330 GT 2+2 Serie I (1964-1965)

19641965 · Coupé

1964 führte Ferrari den 330 GT 2+2 als Nachfolger des America ein. Charakteristisch für die erste Serie waren vier runde Scheinwerfer und die elegante Pininfarina-Karosserie. Mit verlängertem Radstand bot der Wagen echten Platz für vier Personen und wurde zum kommerziellen Erfolg.

antrieb
Heckantrieb
leistung
300 PS
besonderheiten
Vier Rundscheinwerfer, verlängerter Radstand, erste eigenständige 2+2-Baureihe
motorisierungen
4,0-Liter-V12

330 America (1963)

19631963 · Coupé

Der 330 America bildete 1963 den Auftakt der 330er-Baureihe. Mit nur 50 produzierten Exemplaren und 2+2-Sitzlayout war er speziell für den nordamerikanischen Markt konzipiert. Der 4,0-Liter-V12 mit 300 PS und das Vierganggetriebe mit Overdrive machten ihn zum komfortablen Gran Turismo.

antrieb
Heckantrieb
leistung
300 PS
besonderheiten
Nur 50 Exemplare, 2+2-Sitzer für USA-Markt, Vorgänger des 330 GT 2+2
motorisierungen
4,0-Liter-V12

Häufige Fragen

Wie viele Ferrari 330 wurden gebaut?

Von allen Straßenversionen des Ferrari 330 wurden zwischen 1963 und 1968 etwa 1750 Exemplare produziert. Der 330 GT 2+2 war mit rund 1000 Einheiten am häufigsten, gefolgt vom 330 GTC mit etwa 600 Stück. Der 330 GTS Spider ist mit nur rund 100 Exemplaren besonders selten.

Was bedeutet die Zahl 330 bei Ferrari?

Die Zahl 330 bezeichnet den Hubraum eines einzelnen Zylinders in Kubikzentimetern. Bei einem Zwölfzylinder-Motor ergibt dies einen Gesamthubraum von 3960 ccm (12 x 330 cc), gerundet 4,0 Liter. Diese Nomenklatur war in den 1960er Jahren typisch für Ferrari.

Welcher Ferrari 330 ist am wertvollsten?

Die wertvollsten 330er sind die Rennversionen P3 und P4, die bei Auktionen Beträge im zweistelligen Millionenbereich erzielen. Bei den Straßenversionen ist der 330 GTS Spider aufgrund seiner Seltenheit deutlich wertvoller als der GTC oder der 330 GT 2+2.

Welche Motorleistung hatte der Ferrari 330?

Alle Straßenversionen des Ferrari 330 verfügten über den 4,0-Liter-V12-Motor (Tipo 209) mit 300 PS bei 6600 U/min. Die Rennversionen P3 und P4 leisteten deutlich mehr, mit bis zu 450 PS aus speziell abgestimmten Aggregaten.

Ist der Ferrari 330 alltagstauglich?

Für einen Sportwagen der 1960er Jahre war der Ferrari 330, besonders der GT 2+2, durchaus alltagstauglich. Er bot mit vier Sitzen Platz für die Familie, komfortables Fahrwerk und ausreichend Gepäckraum. Allerdings erfordern Wartung und Teileversorgung heute erheblichen Aufwand und Kosten.