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Ferrari 365

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Foto: Calreyn88 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Die Ferrari 365-Familie umfasst legendäre V12-Sportwagen und Gran Turismos aus den Jahren 1966 bis 1973. Der Name bezieht sich auf den Hubraum pro Zylinder des 4,4-Liter-V12-Motors. Höhepunkt der Reihe war der ikonische 365 GTB/4 "Daytona", einer der schnellsten Sportwagen seiner Zeit.

Ideal für: Sammler klassischer Sportwagen und Ferrari-Enthusiasten, die eine Ikone der 1960er und 1970er Jahre suchen

Technische Daten

Ferrari 365 Eckdaten

Motor & Antrieb
Leistung
235–259 kW (320–352 PS)
Kraftstoff
Benzin
Verbrauch (komb.)
Getriebe
5-Gang manuell (teilw. 3-Gang Automatik)
Antriebsart
Hinterradantrieb
Zylinder
12
Höchstgeschwindigkeit
245–280 km/h
Maße & Karosserie
Karosserie
Coupé, Spider, 2+2-Coupé
Maße (L/B/H)
4425 x 1760 x 1245 mm (365 GTB/4)
Kofferraum
Gewicht
1380–1450 kg
Sitze
2 oder 2+2
Türen
2
Neupreis

Der Ferrari 365 ist keine einzelne Modellreihe, sondern eine ganze Familie von Sportwagen und Gran Turismos, die Ferrari zwischen 1966 und 1973 produzierte. Die Bezeichnung "365" bezieht sich auf den Hubraum eines einzelnen Zylinders – 365 Kubikzentimeter – des legendären V12-Motors, der insgesamt 4,4 Liter Hubraum besaß. Diese Namenskonvention war typisch für Ferrari in jenen Jahren und kennzeichnete eine Ära, in der die Marke aus Maranello ihre technische und gestalterische Reife unter Beweis stellte. Die 365-Baureihe umfasst verschiedene Modelle wie den 365 GT 2+2, den 365 GTC, den 365 GTS, den 365 GTB/4 "Daytona" und den 365 GTC/4, die jeweils unterschiedliche Zielgruppen ansprachen – vom luxuriösen Reise-GT bis zum kompromisslosen Sportwagen.

Mehr lesen

Ferrari 365 GT 2+2 (1967-1971)

Der Ferrari 365 GT 2+2 war der erste Vertreter der 365-Familie und wurde 1967 als Nachfolger des 330 GT 2+2 vorgestellt. Dieses Modell zielte auf Kunden ab, die einen Ferrari als Alltagsfahrzeug nutzen wollten und dabei auch gelegentlich zwei Passagiere auf den hinteren Sitzen mitnehmen mussten. Der 4,4-Liter-V12-Motor leistete 320 PS und ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von rund 245 km/h. Das Design stammte von Pininfarina und präsentierte sich eleganter und weniger aggressiv als die reinen Sportwagen der Marke. Die Karosserie war großzügig dimensioniert, bot ordentlichen Komfort und verfügte über Servolenkung sowie eine Klimaanlage – für einen Ferrari jener Zeit ungewöhnliche Ausstattungsmerkmale. Das Fünfgang-Schaltgetriebe war serienmäßig, später wurde auch eine Dreigang-Automatik angeboten. Die Produktion endete 1971 nach etwa 800 gebauten Exemplaren.

Ferrari 365 GTC und 365 GTS (1968-1970)

1968 präsentierte Ferrari mit dem 365 GTC ein kompakteres Coupé, das auf der Plattform des 330 GTC basierte. Der 365 GTC bot Platz für zwei Personen und verfolgte einen sportlicheren Ansatz als der 2+2. Der V12-Motor leistete ebenfalls 320 PS, doch durch das geringere Gewicht und die kompakteren Abmessungen war der GTC agiler und dynamischer. Parallel wurde der 365 GTS als offene Spider-Variante angeboten, die mit abnehmbarem Hardtop geliefert wurde. Beide Modelle zeichneten sich durch eine harmonische Linienführung und hochwertige Verarbeitung aus. Die Innenausstattung war luxuriös mit Ledersitzen und edlen Materialien ausgestattet. Etwa 150 Exemplare des GTC und nur rund 20 Exemplare des seltenen GTS wurden gebaut, was diese Modelle heute zu begehrten Sammlerstücken macht.

Ferrari 365 GTB/4 "Daytona" (1968-1973)

Der Ferrari 365 GTB/4, weltberühmt unter dem inoffiziellen Namen "Daytona", wurde 1968 auf dem Pariser Autosalon vorgestellt und gilt als einer der größten GT-Sportwagen aller Zeiten. Der Name "Daytona" bezieht sich auf Ferraris Dreifachsieg bei den 24 Stunden von Daytona 1967. Das von Pininfarina gestaltete Coupé war radikal und zeitlos zugleich: eine lange Haube, eine flache Silhouette und eine abfallende Heckpartie prägten das Design. Der 4,4-Liter-V12 mit vier obenliegenden Nockenwellen (daher die Bezeichnung "/4") leistete 352 PS und verhalf dem Daytona zu einer Spitzengeschwindigkeit von über 280 km/h – damit war er einer der schnellsten Straßensportwagen seiner Zeit. Die ersten Modelle hatten Scheinwerfer hinter einer durchgehenden Plexiglasabdeckung, ab 1971 wurden aus Gründen der US-Zulassungsbestimmungen ausklappbare Scheinwerfer eingeführt. Von 1969 bis 1973 wurde auch die offene Variante 365 GTS/4 Spider gebaut, von der nur 122 Exemplare entstanden. Insgesamt verließen etwa 1.400 Daytona-Coupés das Werk in Maranello.

Ferrari 365 GTC/4 (1971-1973)

Als letzter Vertreter der 365-Familie folgte 1971 der Ferrari 365 GTC/4, ein 2+2-Coupé, das die Lücke zwischen dem sportlichen Daytona und dem komfortorientierten 365 GT 2+2 schließen sollte. Das Design war eine Weiterentwicklung des 365 GTC und zeigte bereits erste Elemente, die später beim 365 GT4 2+2 (Nachfolgemodell) wieder auftauchen sollten. Der V12-Motor mit vier obenliegenden Nockenwellen stammte technisch vom Daytona ab, war aber auf 340 PS gedrosselt, um den Fokus auf Komfort und Langstreckentauglichkeit zu legen. Die hinteren Sitze boten allerdings nur begrenzten Platz und waren eher für Kinder oder kurze Strecken geeignet. Das Interieur präsentierte sich luxuriös, mit umfangreicher Serienausstattung inklusive Klimaanlage und elektrischen Fensterhebern. Der 365 GTC/4 markierte das Ende der klassischen 365-Ära, bevor Ferrari mit neuen Baureihen wie dem Berlinetta Boxer in die Mittelmotor-Ära eintrat. Rund 500 Exemplare wurden bis 1973 gebaut.

Technische Basis und Motor

Alle Modelle der Ferrari 365-Familie teilten sich den legendären V12-Motor mit 4.390 ccm Hubraum, der je nach Modell und Abstimmung zwischen 320 und 352 PS leistete. Der Motor mit 60-Grad-Zylinderwinkel war vorne längs eingebaut und trieb die Hinterräder an. Die Kraftübertragung erfolgte über ein manuelles Fünfgang-Schaltgetriebe, beim 365 GT 2+2 war optional auch eine Automatik verfügbar. Das Fahrwerk basierte auf Einzelradaufhängungen vorne und hinten, mit Schraubenfedern und Stoßdämpfern. Scheibenbremsen rundum waren Standard. Die Fahrzeuge waren für ihre Zeit technisch anspruchsvoll und boten eine Kombination aus Leistung, Handling und Komfort, die nur wenige Konkurrenten erreichten.

Bedeutung und Sammlerwert

Die Ferrari 365-Familie hat sich in der Automobilgeschichte einen festen Platz gesichert. Besonders der 365 GTB/4 "Daytona" gilt als Ikone der Sportwagen-Ära der späten 1960er und frühen 1970er Jahre. Die Kombination aus zeitlosem Design, kraftvollem V12-Motor und exzellenten Fahreigenschaften macht die 365-Modelle zu begehrten Sammlerobjekten. Die Preise auf dem Markt für klassische Automobile sind in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Ein gut erhaltener Daytona kann heute sechsstellige bis mittlere sechsstellige Eurobeträge erzielen, während seltene Varianten wie der 365 GTS/4 Spider oder der 365 GTS noch höhere Summen erreichen. Auch die "kleineren" Modelle wie der 365 GTC oder der 365 GTC/4 sind gefragte Klassiker. Die Wartung und Pflege dieser Fahrzeuge erfordert Fachkenntnis und Zugang zu Originalteilen, was die Betriebskosten entsprechend hoch macht. Dennoch ist die Faszination für diese Ära ungebrochen, und die 365-Modelle repräsentieren Ferrari in seiner klassischen Hochphase, bevor der Übergang zu Mittelmotorsportwagen vollzogen wurde.

Ferrari 365 leasen (bald verfügbar)

Historie

Vorgänger-Generationen

Historische Baureihen und Facelifts des Ferrari 365.

365 GTB/4 "Daytona" (1968-1973)

19681973 · Coupé, Spider

Der 365 GTB/4 "Daytona" ist der berühmteste Vertreter der 365-Familie und gilt als einer der größten GT-Sportwagen aller Zeiten. Mit 352 PS aus dem V12 mit vier obenliegenden Nockenwellen erreichte er über 280 km/h und war einer der schnellsten Seriensportwagen der frühen 1970er Jahre. Das zeitlose Pininfarina-Design mit langer Haube und flacher Silhouette sowie die hervorragenden Fahreigenschaften machten ihn zur Legende. Von 1969 bis 1973 entstand auch die extrem seltene Spider-Variante 365 GTS/4 mit nur 122 Exemplaren.

antrieb
Hinterradantrieb
leistung
259 kW (352 PS)
besonderheiten
Über 280 km/h Spitze, Pininfarina-Design, ca. 1.400 Coupés + 122 Spider, Ikone
motorisierungen
4,4-Liter-V12 mit 4 obenliegenden Nockenwellen

365 GTC / 365 GTS (1968-1970)

19681970 · Coupé, Spider

Der 365 GTC war ein kompakter, sportlicher 2-Sitzer-GT mit 320 PS, der agiler und fokussierter als der 2+2 auftrat. Parallel entstand der extrem seltene 365 GTS Spider mit abnehmbarem Hardtop. Beide Modelle zeichneten sich durch harmonisches Design, hochwertige Verarbeitung und luxuriöse Ausstattung aus. Die geringe Stückzahl macht sie heute zu begehrten Sammlerstücken.

antrieb
Hinterradantrieb
leistung
235 kW (320 PS)
besonderheiten
Kompaktes 2-Sitzer-Coupé und seltener Spider, nur ca. 150 GTC und 20 GTS gebaut
motorisierungen
4,4-Liter-V12

365 GT 2+2 (1967-1971)

19671971 · Coupé

Der 365 GT 2+2 war der erste Vertreter der 365-Familie und als alltagstauglicher Gran Turismo konzipiert. Mit 320 PS, großzügigem Platzangebot für gelegentlich vier Personen und Komfortausstattung wie Servolenkung und Klimaanlage sprach er Kunden an, die einen Ferrari täglich nutzen wollten. Das elegante Pininfarina-Design und etwa 800 gebaute Exemplare machen ihn heute zu einem gesuchten Klassiker.

antrieb
Hinterradantrieb
leistung
235 kW (320 PS)
besonderheiten
Erster 365, 2+2-Sitze, Servolenkung, Klimaanlage, optionale Automatik
motorisierungen
4,4-Liter-V12

Häufige Fragen

Was bedeutet die Bezeichnung "365" bei Ferrari?

Die Zahl 365 bezeichnet den Hubraum eines einzelnen Zylinders in Kubikzentimetern. Der V12-Motor der 365-Modelle hatte insgesamt 4.390 ccm Hubraum, was bei zwölf Zylindern etwa 365 ccm pro Zylinder ergibt.

Welches ist das wertvollste Modell der Ferrari 365-Familie?

Der Ferrari 365 GTS/4 Spider (offene Daytona-Variante) ist das wertvollste Modell, da nur 122 Exemplare gebaut wurden. Auch der 365 GTB/4 "Daytona" Coupé erzielt sehr hohe Preise auf dem Sammlermarkt.

Wie viel PS hatte der Ferrari 365 GTB/4 Daytona?

Der Ferrari 365 GTB/4 "Daytona" leistete 352 PS aus seinem 4,4-Liter-V12-Motor mit vier obenliegenden Nockenwellen und erreichte über 280 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Gab es den Ferrari 365 auch als Alltagsauto?

Ja, der Ferrari 365 GT 2+2 (1967-1971) war speziell als alltagstauglicher Gran Turismo konzipiert, mit 2+2-Sitzplätzen, Servolenkung, Klimaanlage und optionaler Automatik.

Wie viele Ferrari 365 Daytona wurden gebaut?

Von 1968 bis 1973 wurden etwa 1.400 Exemplare des Ferrari 365 GTB/4 Daytona Coupé und 122 Exemplare der offenen GTS/4 Spider-Variante produziert.