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Ferrari 599 GTB
Foto: Yu Chu Chin / Wikimedia Commons / CC BY 4.0
Der Ferrari 599 GTB Fiorano war von 2006 bis 2012 das Flaggschiff unter den frontmotorisierten Ferrari-Modellen. Mit seinem 620 PS starken V12-Saugmotor und der Kombination aus Gran-Turismo-Komfort und Rennstrecken-Performance markierte er den Höhepunkt einer traditionsreichen Fahrzeugklasse.
Ideal für: Sammler und Enthusiasten, die einen der letzten V12-Saugmotoren-Ferrari mit klassischer Frontmotor-Anordnung suchen
Foto: Yu Chu Chin / Wikimedia Commons / CC BY 4.0
Technische Daten
Ferrari 599 GTB Eckdaten
Der Ferrari 599 GTB Fiorano verkörpert eine einzigartige Ära in der Geschichte des italienischen Sportwagenherstellers. Als V12-Gran-Turismo mit Frontmotor wurde er von 2006 bis 2012 gebaut und stellte den Nachfolger des legendären 550 Maranello und 575M Maranello dar. Der 599 GTB war das letzte frontmotorisierte V12-Coupé von Ferrari, bevor die Marke mit dem F12berlinetta eine neue Richtung einschlug. Mit seiner Kombination aus klassischer Anordnung und modernster Technologie markierte der 599 GTB einen Höhepunkt in der Entwicklung der traditionellen Ferrari-Philosophie.
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Entwicklung und Markteinführung (2006)
Der Ferrari 599 GTB Fiorano debütierte im Februar 2006 auf dem Genfer Automobilsalon und löste den 575M Maranello ab. Die Bezeichnung 599 verwies auf den Hubraum von 5999 Kubikzentimetern, während GTB für Gran Turismo Berlinetta stand. Der Zusatz Fiorano ehrte die hauseigene Teststrecke von Ferrari. Das Design stammte aus der Feder von Pininfarina, wobei Frank Stephenson als Chefdesigner maßgeblich an der Formgebung beteiligt war. Die Karosserie zeigte fließende Linien mit aerodynamisch optimierten Elementen, darunter ausgeprägte Lufteinlässe und eine aktive Aerodynamik-Funktion. Der Aluminium-Space-Frame reduzierte das Gewicht trotz gestiegener Abmessungen gegenüber dem Vorgänger.
Technische Basis und Motor
Herzstück des 599 GTB war ein 65-Grad-V12-Motor mit 5999 cm³ Hubraum, der aus dem Enzo Ferrari abgeleitet wurde. Die Leistung betrug 620 PS (456 kW) bei 7600 U/min, das maximale Drehmoment lag bei 608 Nm bei 5600 U/min. Ferrari setzte erstmals in einem Straßenfahrzeug die aus der Formel 1 stammende High-Racer-Ansauganlage ein, die den Luftwiderstand im Ansaugtrakt minimierte. Der Motor trieb die Hinterräder über ein 6-Gang-Schaltgetriebe F1 SuperFast an, das Schaltvorgänge in nur 100 Millisekunden ermöglichte. Ein konventionelles Sechsgang-Schaltgetriebe stand alternativ zur Verfügung, wurde aber nur selten bestellt. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei über 330 km/h, der Sprint von 0 auf 100 km/h gelang in 3,7 Sekunden.
Fahrwerk und Elektronik
Der 599 GTB verfügte über eine hochentwickelte Fahrwerkstechnik mit Doppelquerlenker-Aufhängung an allen vier Rädern und adaptiven Stoßdämpfern von Manettino. Das Manettino-Drehrad am Lenkrad ermöglichte die Wahl zwischen verschiedenen Fahrmodi: Ice, Low Grip, Sport, Race und CST off. Die F1-Trac-Traktionskontrolle stammte direkt aus dem Rennsport und optimierte die Traktion beim Beschleunigen aus Kurven. Carbon-Keramik-Bremsen (CCM) waren serienmäßig verbaut und boten außergewöhnliche Verzögerungswerte. Das adaptive Magnetorheologische Dämpfersystem SCM (Sospensione a Controllo Magnetoreologico) passte die Dämpferhärte in Millisekunden an.
599 GTB HGTE (2009)
Im Jahr 2009 präsentierte Ferrari das HGTE-Paket (Handling Gran Turismo Evoluzione), das den 599 GTB noch sportlicher ausrichtete. Das Paket umfasste eine um 10 Millimeter tiefergelegte Karosserie, steifere Federn und Stabilisatoren sowie modifizierte Dämpfer. Die Lenkübersetzung wurde direkter ausgelegt, und das Fahrzeug erhielt eine optimierte Kalibrierung der F1-Trac-Traktionskontrolle. Optisch unterschied sich die HGTE-Version durch mattgraue 20-Zoll-Leichtmetallfelgen, einen modifizierten Frontspoiler und einen schwarzen Diffusor am Heck. Das Leergewicht sank durch verschiedene Leichtbaumaßnahmen um rund 40 Kilogramm. Die HGTE-Spezifikation kostete in Deutschland etwa 25.000 Euro Aufpreis und wurde als Option für alle 599 GTB angeboten.
599 GTO (2010-2011)
Als Höhepunkt der Baureihe stellte Ferrari im April 2010 den 599 GTO vor – eine auf Rennstrecken-Performance ausgelegte Sonderserie. GTO stand traditionell für Gran Turismo Omologata und verwies auf legendäre Vorgänger wie den 250 GTO und 288 GTO. Der 599 GTO basierte auf dem 599XX, einer reinen Rennstrecken-Version für Kunden. Die Motorleistung stieg auf 670 PS (493 kW), das Gewicht sank durch extensive Verwendung von Carbon und Aluminium um 100 Kilogramm auf 1495 kg. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erfolgte in 3,35 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 335 km/h. Ferrari produzierte nur 599 Exemplare des GTO, der Neupreis in Deutschland betrug etwa 390.000 Euro.
599 SA Aperta (2010)
Anlässlich des 80. Geburtstags von Pininfarina präsentierte Ferrari im September 2010 den 599 SA Aperta – eine exklusive Roadster-Version. SA Aperta bedeutet Sergio und Andrea Aperto und ehrte Sergio Pininfarina und seinen Sohn Andrea. Die technische Basis entsprach dem 599 GTO mit 670 PS, jedoch mit einer umgebauten Karosserie ohne festes Dach. Zwei separate Überrollbügel hinter den Sitzen ersetzten das Dach. Ferrari limitierte die Produktion auf nur 80 Exemplare, die ausschließlich an ausgewählte Stammkunden verkauft wurden. Der Neupreis lag bei etwa 440.000 Euro, Sammlerpreise erreichten später deutlich über eine Million Euro.
Sondermodelle und Personalisierungen
Neben den offiziellen Sondermodellen entstanden zahlreiche individuelle 599 GTB über das Programma di Personalizzazione von Ferrari. Kunden konnten Farben, Materialien und technische Details nach Wunsch konfigurieren. Bekannt wurde unter anderem der 599 GTB China Limited Edition, von dem 2009 zehn Exemplare in speziellen Farben für den chinesischen Markt entstanden. Das britische Atelier Novitec bot umfangreiche Tuning-Programme mit Leistungssteigerungen bis über 700 PS an. Auch Mansory und andere Veredler boten optische und technische Modifikationen an.
Marktpositionierung und Bedeutung
Der Ferrari 599 GTB Fiorano kostete in Deutschland ab 2006 circa 245.000 Euro in der Basisausstattung. Er positionierte sich als Grand Tourer oberhalb des F430 und unterhalb des Enzo Ferrari. Hauptkonkurrenten waren der Lamborghini Murciélago, Aston Martin DBS und später der Mercedes-Benz SLS AMG. Der 599 GTB verband Langstrecken-Komfort mit Rennstrecken-Performance und bot als 2+2-Sitzer mehr Alltagstauglichkeit als mittelmotorisierte Supersportwagen. Die Produktion endete 2012 nach etwa 3000 gebauten Exemplaren aller Varianten. Heute gelten gut erhaltene 599 GTB als begehrte Sammlerstücke, insbesondere die Sondermodelle GTO und SA Aperta erzielen Höchstpreise bei Auktionen.
Nachfolger und Vermächtnis
Der Ferrari F12berlinetta löste 2012 den 599 GTB ab und führte die Tradition des frontmotorisierten V12-Coupés fort. Mit 740 PS bot der F12 deutlich mehr Leistung und modernere Technik. Der 599 GTB bleibt dennoch für viele Enthusiasten das letzte echte klassische Ferrari-GT-Coupé vor dem Einstieg in die Turbo-Ära, die Ferrari später auch bei V12-Modellen teilweise umsetzte. Die Kombination aus saugstarkem V12, manueller Schaltoption und analogem Fahrerlebnis macht den 599 GTB heute zu einem der letzten Vertreter einer auslaufenden Sportwagen-Generation. Wertsteigerungen sind bei allen Varianten zu beobachten, wobei der 599 GTO als seltenste Rennstrecken-Version die höchsten Preissteigerungen verzeichnet.
Häufige Fragen
Wie viel PS hat der Ferrari 599 GTB?
Der Ferrari 599 GTB Fiorano leistet 620 PS (456 kW) aus seinem 6,0-Liter-V12-Motor. Die Sondermodelle 599 GTO und 599 SA Aperta bieten 670 PS (493 kW).
Wie viele Ferrari 599 GTO wurden gebaut?
Ferrari produzierte exakt 599 Exemplare des 599 GTO zwischen 2010 und 2011. Die Limitierung auf diese symbolische Stückzahl machte den GTO zu einem der seltensten modernen Ferrari.
Was kostet ein Ferrari 599 GTB?
Der Neupreis des Ferrari 599 GTB lag ab 2006 bei circa 245.000 Euro. Gut erhaltene Gebrauchtwagen kosten heute 150.000 bis 250.000 Euro, der 599 GTO erreicht Preise über 800.000 Euro.
Wie schnell ist der Ferrari 599 GTB?
Die Höchstgeschwindigkeit des Ferrari 599 GTB liegt bei über 330 km/h. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 3,7 Sekunden, der 599 GTO erreicht diesen Wert in 3,35 Sekunden.
Was bedeutet HGTE beim Ferrari 599?
HGTE steht für Handling Gran Turismo Evoluzione und bezeichnet ein ab 2009 erhältliches Sportpaket mit tiefergelegtem Fahrwerk, direkterer Lenkung, Gewichtsreduzierung und optimierter Traktionskontrolle.
Ist der Ferrari 599 GTB alltagstauglich?
Als Gran Turismo bietet der 599 GTB mehr Alltagstauglichkeit als mittelmotorisierte Supersportwagen. Er verfügt über einen nutzbaren Kofferraum, akzeptablen Komfort und eine 2+2-Sitzanordnung für gelegentliche Mitfahrer.