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Ferrari 612 Scaglietti

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Foto: Matthias from Västerås, Sweden / Wikimedia Commons / CC BY 2.0

Der Ferrari 612 Scaglietti wurde von 2004 bis 2011 als viersitziger Gran Turismo mit V12-Frontmotor produziert. Mit 540 PS, klassischer Coupé-Linie und Aluminiumkarosserie vereinte er sportliche Performance mit einem Hauch Alltagstauglichkeit für anspruchsvolle Ferrari-Enthusiasten.

Ideal für: Sammler und Enthusiasten, die einen klassischen V12-Ferrari-GT mit vier Sitzen und Transaxle-Architektur suchen.

Technische Daten

Ferrari 612 Scaglietti Eckdaten

Motor & Antrieb
Leistung
397 kW (540 PS)
Kraftstoff
Benzin
Verbrauch (komb.)
18,3 l/100km
Getriebe
6-Gang F1A automatisiert
Antriebsart
Hinterradantrieb
Zylinder
12
Höchstgeschwindigkeit
320 km/h
Maße & Karosserie
Karosserie
Coupé
Maße (L/B/H)
4902 x 1957 x 1344 mm
Kofferraum
240 l
Gewicht
1840–1890 kg
Sitze
4
Türen
2
Neupreis

Der Ferrari 612 Scaglietti ist ein viersitziger Gran Turismo, der von 2004 bis 2011 produziert wurde und als Nachfolger des 456M GT die Tradition der großen Ferrari-Frontmotor-GTs fortsetzte. Mit seinem V12-Motor, einer Karosserielänge von knapp fünf Metern und 2+2-Sitzanordnung zielte Ferrari auf Kunden, die sportliche Leistung mit einem Hauch von Alltagstauglichkeit verbinden wollten. Der Name Scaglietti ehrt Sergio Scaglietti, den legendären Karosseriebauer, der jahrzehntelang mit Ferrari zusammenarbeitete.

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Entwicklung und Markteinführung (2004)

Ferrari stellte den 612 Scaglietti im Januar 2004 auf der Detroit Motor Show vor. Das Design stammte von Pininfarina, wobei der Fokus auf eleganter Linienführung und aerodynamischer Effizienz lag. Die Aluminiumkarosserie wurde im Scaglietti-Werk in Modena gefertigt, das Ferrari 2004 komplett übernommen hatte. Mit einem cw-Wert von 0,33 war der 612 Scaglietti aerodynamisch deutlich optimiert gegenüber seinem Vorgänger. Die Front zeigte klassische Ferrari-Gestaltungselemente mit großem Kühlergrill und zurückgesetzten Scheinwerfern, während die Seitenlinie durch lange Motorhaube und kurzes Heck geprägt wurde. Der Radstand betrug 2.950 mm, was im Fond mehr Beinfreiheit ermöglichte als bei früheren 2+2-Ferraris.

Technische Basis und Motor

Herzstück des 612 Scaglietti war der 5,7-Liter-V12-Motor vom Typ F133E, eine Weiterentwicklung des Aggregats aus dem 575M Maranello. Die Leistung betrug 540 PS (397 kW) bei 7.250 U/min, das maximale Drehmoment von 588 Nm lag bei 5.250 U/min an. Ferrari kombinierte den Motor mit einem automatisierten 6-Gang-Schaltgetriebe (F1A), das an der Hinterachse montiert war – eine Transaxle-Bauweise für bessere Gewichtsverteilung. Die Kraftübertragung erfolgte ausschließlich auf die Hinterachse. Mit diesem Antrieb beschleunigte der 612 in 4,2 Sekunden von null auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 320 km/h. Der Verbrauch wurde mit 18,3 Litern auf 100 Kilometer im kombinierten Zyklus angegeben, CO₂-Emissionen lagen bei 438 g/km.

Fahrwerk und Fahrdynamik

Ferrari stattete den 612 Scaglietti serienmäßig mit adaptiven Stoßdämpfern aus, die das System SCM (Magnetorheologische Stoßdämpfer) verwendeten. Diese Technologie ermöglichte es, die Dämpferhärte binnen Millisekunden anzupassen. Die Lenkung arbeitete mit geschwindigkeitsabhängiger Servounterstützung. Das Bremssystem bestand aus 330-mm-Scheiben vorn und 310 mm hinten, optional waren Karbon-Keramik-Bremsen erhältlich. Die Reifendimension betrug standardmäßig 245/45 ZR 18 vorn und 285/40 ZR 19 hinten. Das Leergewicht lag bei rund 1.840 kg, wobei die Aluminiumkonstruktion wesentlich zur Gewichtsreduzierung beitrug. Die Gewichtsverteilung erreichte nahezu ideale 46:54 zwischen Vorder- und Hinterachse.

Interieur und Ausstattung

Der Innenraum bot vier Sitze, wobei die hinteren Plätze für Erwachsene bei längeren Fahrten nur bedingt geeignet waren. Die Verarbeitung umfasste hochwertiges Leder, Alcantara und Aluminiumapplikationen. Das Armaturenbrett zeigte zentral den Drehzahlmesser, links daneben den Tachometer. Ferrari integrierte erstmals ein Navigationssystem und ein verbessertes Audiosystem in einen V12-GT. Der Kofferraum fasste 240 Liter, bei umgeklappter Rücksitzbank erweiterte sich das Volumen deutlich. Zur Serienausstattung gehörten elektrische Sitze, Klimaautomatik, Lederausstattung und das F1-Paddel-Schaltgetriebe. Gegen Aufpreis waren Karbon-Elemente, spezielle Lacke aus der Carrozzeria Scaglietti Personalisierung und diverse Lederkombinationen erhältbar.

Modellpflege HGTS (2007)

2007 präsentierte Ferrari auf dem Genfer Autosalon die sportlichere Version 612 Scaglietti HGTS (Handling GTS). Diese Variante erhielt ein modifiziertes Fahrwerk mit strafferer Abstimmung, 20-Zoll-Räder, überarbeitete Software für das F1-Getriebe mit kürzeren Schaltzeiten und ein sportlicheres Abgassystem. Die Leistung blieb bei 540 PS, doch die optimierten Schaltvorgänge reduzierten die Beschleunigungszeit minimal. Optisch unterschied sich der HGTS durch spezielle Felgen, vergrößerte Bremsscheiben und diskrete Karosserie-Akzente. Diese Variante richtete sich an Kunden, die den Gran-Turismo-Charakter mit mehr Sportlichkeit verbinden wollten, ohne auf die Viersitzigkeit zu verzichten.

Technische Weiterentwicklungen (2008-2009)

Ab 2008 führte Ferrari das Manettino-Drehrad am Lenkrad auch für den 612 Scaglietti ein, das verschiedene Fahrmodi (Ice, Low Grip, Sport, Race, CST off) ermöglichte und die Abstimmung von Stoßdämpfern, Traktionskontrolle und Schaltverhalten beeinflusste. 2009 erhielt der 612 Scaglietti ein dezentes Facelift mit leicht modifizierten Scheinwerfern, überarbeiteter Auspuffanlage und erweiterten Personalisierungsoptionen. Die LED-Technologie hielt Einzug in die Rückleuchten. Technisch blieb der V12 weitgehend unverändert, Ferrari optimierte jedoch die Motorelektronik für etwas besseres Ansprechverhalten. Die Sonderausstattungsliste wurde um weitere Karbon- und Alu-Applikationen ergänzt, und das Infotainment-System erhielt ein Update.

Sondermodelle und Personalisierung

Ferrari bot über das Programm Carrozzeria Scaglietti umfangreiche Individualisierungsmöglichkeiten an. Kunden konnten aus hunderten Lackfarben, speziellen Lederfarben und -prägungen sowie Carbon- und Aluminiumdetails wählen. 2011 erschien die limitierte Edition 612 Scaglietti Sessanta, die anlässlich des 60-jährigen Jubiläums von Pininfarina aufgelegt wurde. Diese Version zeichnete sich durch exklusive Lackierungen, spezielle Innenausstattung und ein Plakette mit Seriennummer aus. Insgesamt entstanden nur 60 Exemplare des Sessanta. Weitere Sondermodelle wie der China-limitierte 612 Scaglietti mit speziellen Farbkombinationen zeigten die Flexibilität des Personalisierungsprogramms.

Marktpositionierung und Konkurrenz

Der Ferrari 612 Scaglietti positionierte sich im Segment der luxuriösen Gran Turismos mit V12-Motoren und Viersitzigkeit. Direkte Konkurrenten waren der Aston Martin Rapide (ab 2009), Bentley Continental GT und Mercedes-Benz CL-Klasse, wobei letztere komfortorientierter ausgelegt waren. Der Neupreis in Deutschland startete 2004 bei etwa 246.000 Euro, stieg aber durch Sonderausstattungen schnell deutlich. Ferrari produzierte den 612 Scaglietti in geringen Stückzahlen – über die gesamte Bauzeit entstanden etwa 3.000 Exemplare weltweit. Die Exklusivität und der V12-Motor machten ihn zu einem begehrten Sammlerobjekt, auch wenn er im Schatten des zweisitzigen 599 GTB stand.

Produktionsende und Nachfolger (2011)

Die Produktion des 612 Scaglietti endete 2011 nach sieben Jahren. Als Nachfolger präsentierte Ferrari den FF (Four/Quattro), der erstmals einen Allradantrieb und ein Shooting-Brake-Design bot – eine deutliche Abkehr vom klassischen GT-Konzept des 612. Der FF bot mehr Praxistauglichkeit durch größeren Kofferraum und Allrad, verzichtete aber auf die elegante Coupé-Silhouette. Später wurde der FF durch den GTC4Lusso abgelöst. Der 612 Scaglietti gilt heute als einer der letzten klassischen Ferrari-GTs mit Frontmotor-V12 und traditioneller Coupé-Linie. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt haben sich die Preise stabilisiert, gut erhaltene Exemplare werden zwischen 80.000 und 140.000 Euro gehandelt, HGTS-Modelle und Sessanta-Editionen erzielen Aufschläge.

Technische Daten im Überblick

Der Ferrari 612 Scaglietti maß 4.902 mm in der Länge, 1.957 mm in der Breite und 1.344 mm in der Höhe. Das Leergewicht variierte je nach Ausstattung zwischen 1.840 und 1.890 kg. Die Kraftstoffanlage fasste 110 Liter. Das F1A-Getriebe ermöglichte Schaltvorgänge in 200 Millisekunden beim HGTS. Die Bereifung nutzte asymmetrische Dimensionen für optimale Traktion. Optional waren Sportabgasanlagen erhältlich, die den V12-Klang intensivierten. Die Garantie betrug drei Jahre, Wartungsintervalle lagen bei 20.000 km oder einem Jahr. Ferrari bot später ein Serviceprogramm für Fahrzeuge ab sieben Jahren an, das planbare Kosten ermöglichte.

Ferrari 612 Scaglietti leasen (bald verfügbar)

Häufige Fragen

Wie viel PS hat der Ferrari 612 Scaglietti?

Der Ferrari 612 Scaglietti verfügt über einen 5,7-Liter-V12-Motor mit 540 PS (397 kW) bei 7.250 U/min und 588 Nm Drehmoment bei 5.250 U/min.

Was ist der Unterschied zwischen 612 Scaglietti und HGTS?

Der 612 Scaglietti HGTS (2007) ist die sportlichere Version mit strafferer Fahrwerksabstimmung, 20-Zoll-Rädern, kürzeren Schaltzeiten im F1-Getriebe und sportlicherem Abgassystem bei gleicher Motorleistung.

Wie viele Ferrari 612 Scaglietti wurden gebaut?

Von 2004 bis 2011 entstanden etwa 3.000 Exemplare des Ferrari 612 Scaglietti weltweit, darunter limitierte Sondermodelle wie die 60 Einheiten der Sessanta-Edition.

Wie hoch ist der Verbrauch des Ferrari 612 Scaglietti?

Der kombinierte Kraftstoffverbrauch des Ferrari 612 Scaglietti liegt bei 18,3 Litern auf 100 Kilometer, die CO₂-Emissionen betragen 438 g/km nach NEFZ.

Was kostet ein gebrauchter Ferrari 612 Scaglietti?

Gut erhaltene Ferrari 612 Scaglietti werden zwischen 80.000 und 140.000 Euro gehandelt. HGTS-Modelle und limitierte Editionen wie der Sessanta erzielen höhere Preise.

Welches Getriebe hat der Ferrari 612 Scaglietti?

Der Ferrari 612 Scaglietti ist mit einem automatisierten 6-Gang-F1A-Schaltgetriebe in Transaxle-Bauweise ausgestattet, das per Schaltpaddles am Lenkrad bedient wird.