Ferrari California (2008–2012): Die erste Generation
Der erste California debütierte 2008 auf dem Pariser Autosalon und kam 2009 in den Handel. Ferrari verbaute einen 4,3-Liter-V8-Saugmotor mit 338 kW (460 PS) in Frontmittelposition, kombiniert mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Das Aluminiumfahrgestell nutzte Space-Frame-Technologie und trug maßgeblich zum Leergewicht von rund 1735 kg bei – bemerkenswert leicht für ein Cabrio mit Metallklappdach. Das Dach selbst öffnete oder schloss in nur 14 Sekunden und verschwand komplett unter einer Klappe hinter den Sitzen. Der Kofferraum fasste 340 Liter bei geschlossenem Dach. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 310 km/h, der Sprint von 0 auf 100 km/h gelang in 3,9 Sekunden. Der Kraftstoffverbrauch pendelte sich bei etwa 13,1 Litern auf 100 km ein. Erstmals bot Ferrari das Manettino-Drehrad am Lenkrad auch in einem GT-orientierten Modell, das verschiedene Fahrmodi von Comfort bis Sport einstellte. Die Preise starteten in Deutschland bei etwa 175.000 Euro. Optisch präsentierte sich der California mit für Ferrari-Verhältnisse sanften Linien, einer langen Motorhaube und kurzen Überhängen. Die Front zeigte den charakteristischen Kühlergrill mit Cavallino-Emblem, während die Seitenlinie von einem markanten Lufteinlass hinter den Vordertüren geprägt wurde.
Ferrari California 30 (2012–2014): Das erste Facelift
2012 überarbeitete Ferrari den California zum California 30, wobei die Zahl für die Gewichtsreduktion von 30 Kilogramm stand. Der Hubraum blieb bei 4,3 Litern, doch die Leistung stieg auf 368 kW (490 PS). Ferrari erreichte dies durch neue Kolben, modifizierte Pleuel und überarbeitete Ansaugwege. Das Drehmoment wuchs auf 505 Newtonmeter. Die Beschleunigung verbesserte sich auf 3,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit kletterte auf 312 km/h. Gleichzeitig sank der Verbrauch auf 11,5 Liter pro 100 km. Die Gewichtsersparnis resultierte aus leichteren Felgen, dünneren Scheiben und optimierten Strukturbauteilen. Optisch blieb der California 30 weitgehend unverändert, erkennbar waren die Modifikationen an neuen Felgendesigns und dezenten Karosserie-Details. Das Fahrwerk erhielt neue Federn und Dämpfer für eine sportlichere Abstimmung, während das Handling Switch Director (HSD) die Integration von F1-Trac-Traktionskontrolle, E-Diff-Differenzial und Stabilitätskontrolle verfeinerte. Im Innenraum verbesserte Ferrari die Materialqualität und bot mehr Personalisierungsoptionen durch das Programma Tailor Made. Der Einstiegspreis lag bei etwa 185.000 Euro.
Ferrari California T (2014–2017): Die zweite Generation mit Turbo
Mit dem California T vollzog Ferrari 2014 einen radikalen Wechsel: Erstmals seit dem F40 von 1987 verbaute die Marke wieder einen Turbomotor in einem Serienmodell. Der neue 3,9-Liter-V8-Biturbo leistete 412 kW (560 PS) und entwickelte 755 Newtonmeter Drehmoment – eine Steigerung von 49 Prozent gegenüber dem California 30. Der Sprint auf 100 km/h gelang nun in 3,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit blieb bei 316 km/h. Trotz der Leistungssteigerung sank der Verbrauch auf 10,5 Liter pro 100 km. Ferrari setzte auf variable Turbinengeometrie ähnlich der Formel 1, um Turboloch zu minimieren. Das Doppelkupplungsgetriebe erhielt kürzere Schaltwege, und das Manettino-System wurde um den ESC-Off-Modus erweitert. Optisch erfuhr der California T deutlichere Änderungen: Eine aggressivere Front mit größeren Lufteinlässen, neue LED-Rückleuchten und modifizierte Seitenschweller verliehen ihm eine sportlichere Anmutung. Der Kühlergrill wurde breiter und flacher, die Motorhaube erhielt neue Luftauslässe. Im Cockpit dominierte ein neues Infotainmentsystem mit Touchscreen, während das Lenkrad komplett neu gestaltet wurde und mehr Funktionen integrierte. Die Sitze boten besseren Seitenhalt, und die Rücksitze wurden leicht vergrößert. Das Kofferraumvolumen blieb bei 340 Litern. In Deutschland startete der California T bei etwa 202.000 Euro. Ferrari positionierte das Modell weiterhin als Einstiegs-GT, doch die Turboaufladung brachte ihn näher an die Performance der Mittelmotor-Sportwagen heran.
Ferrari California T Handling Speciale (2016–2017): Sportliches Facelift
2016 erweiterte Ferrari das California-T-Angebot um das Handling Speciale Paket, das ab Werk oder als Nachrüstung verfügbar war. Dieses Paket umfasste ein sportlicheres Fahrwerk mit strafferen Federn und Dämpfern, schnellere Lenkübersetzung und ein modifiziertes Kalibrierung des F1-Trac-Systems für mehr Agilität. Optisch unterschied sich das Handling Speciale durch mattgraue Felgen, spezielle Bremssättel und dezente Karosserie-Akzente. Die Motorleistung blieb unverändert bei 560 PS, doch das Setup zielte auf ambitionierte Fahrer, die den California T sportlicher bewegen wollten. Der Aufpreis für das Paket lag bei etwa 15.000 Euro. Ferrari bot zudem neue Lackfarben und Interieur-Kombinationen an, um die Individualisierungsmöglichkeiten zu erweitern. Das Handling Speciale demonstrierte Ferraris Fähigkeit, auch GT-Modelle mit echter Sportlichkeit auszustatten, ohne den Komfort grundlegend zu opfern.
Das Ende einer Ära und der Nachfolger Portofino
2017 lief die Produktion des California T aus, und Ferrari präsentierte den Nachfolger Portofino. Der California hatte über seine neunjährige Produktionszeit hinweg rund 17.000 Einheiten erreicht – für Ferrari-Verhältnisse ein Erfolg. Er hatte bewiesen, dass ein Ferrari als Alltagsauto funktionieren konnte, ohne die Marken-DNA zu verwässern. Das Klappdach-Cabrio-Konzept mit 2+2-Sitzen und Frontmotor etablierte sich als feste Größe im Portfolio und sprach Kunden an, die Luxus, Sportlichkeit und Praktikabilität suchten. Der California öffnete Ferrari für neue Käuferschichten, insbesondere in den USA und Asien, wo das offene Fahren und die Alltagstauglichkeit geschätzt wurden. Technologisch war der California ein Innovationsträger: Vom ersten Doppelkupplungsgetriebe in einem V8-Frontmotor-Ferrari über die Gewichtsoptimierung bis hin zur Rückkehr der Turboaufladung. Heute gelten besonders frühe Saugmotor-Exemplare und California T mit geringer Laufleistung als interessante Klassiker der modernen Ferrari-Geschichte. Der Portofino setzte das Konzept fort, bot aber mehr Leistung, moderneres Design und verbesserte Technologie – doch die Grundidee des California lebt in ihm weiter.