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Ferrari F355

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Foto: Lothar Spurzem / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0 de

Der Ferrari F355 (1994-1999) ist ein klassischer Mittelmotorsportwagen mit 3,5-Liter-V8-Motor und 380 PS. Er gilt als einer der letzten analogen Ferrari und überzeugt mit puristischem Fahrerlebnis, legendärem Sound und zeitlosem Pininfarina-Design.

Neupreis
ab 230.000 DM (ca. 117.500 €, 1994)

Ideal für: Sammler und Enthusiasten, die einen authentischen, analogen Ferrari-Sportwagen mit manuellem Getriebe suchen.

Technische Daten

Ferrari F355 Eckdaten

Motor & Antrieb
Leistung
280 kW (380 PS)
Kraftstoff
Benzin (Super Plus)
Verbrauch (komb.)
16,5–18,2 l/100 km (kombiniert)
Getriebe
6-Gang manuell oder 6-Gang F1 (sequenziell)
Antriebsart
Hinterradantrieb
Zylinder
8 (V8)
Höchstgeschwindigkeit
295 km/h
Maße & Karosserie
Karosserie
Berlinetta (Coupé), GTS (Targa), Spider (Cabriolet)
Maße (L/B/H)
4250 x 1900 x 1170 mm
Kofferraum
140 l
Gewicht
1350–1450 kg
Sitze
2
Türen
2
Neupreis
ab 230.000 DM (ca. 117.500 €, 1994)

Der Ferrari F355 markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des italienischen Sportwagenherstellers und gilt bis heute als einer der reinsten und fahraktivsten Mittelmotorsportwagen, die jemals gebaut wurden. Zwischen 1994 und 1999 produziert, war der F355 der Nachfolger des 348 und stellte eine deutliche Weiterentwicklung in nahezu allen Bereichen dar. Mit seinem 3,5-Liter-V8-Motor, der 280 kW (380 PS) leistete, und einem Hubraum von exakt 3495 cm³ bot der F355 nicht nur beeindruckende Fahrleistungen, sondern auch einen der schönsten Motorsounds seiner Ära. Die Bezeichnung F355 folgte der Ferrari-Nomenklatur: F für Ferrari, 35 für die 3,5 Liter Hubraum und 5 für die fünf Ventile pro Zylinder – eine damals innovative Technik, die Ferrari als erster Hersteller in einem Seriensportwagen einsetzte.

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Entwicklung und Markteinführung (1994)

Als Ferrari 1994 den F355 auf dem Genfer Autosalon präsentierte, war die Erwartungshaltung enorm. Der Vorgänger 348 hatte zwar treue Fans, galt aber vielen Kritikern als zu kompromissbehaftet und nicht ganz auf der Höhe der Konkurrenz. Der F355 sollte diese Kritik verstummen lassen. Pininfarina zeichnete erneut für das Design verantwortlich und schuf eine Karosserie, die zeitlos elegant und gleichzeitig aggressiv sportlich wirkte. Die Proportionen waren perfekt ausbalanciert, mit kurzen Überhängen, breiten Schultern und einer flachen Silhouette. Besonders markant waren die charakteristischen Lufteinlässe hinter den Türen und die vier runden Rückleuchten, die zum Markenzeichen wurden.

Technisch setzte Ferrari neue Maßstäbe: Der 90-Grad-V8-Motor mit fünf Ventilen pro Zylinder (drei Einlass-, zwei Auslassventile) ermöglichte eine bessere Zylinderfüllung und höhere Drehzahlen. Das Triebwerk drehte bis 8.500 U/min und entwickelte sein maximales Drehmoment von 363 Nm bei 6.000 U/min. Die Leistungsausbeute von 109 PS pro Liter Hubraum war für die Mitte der 1990er-Jahre außergewöhnlich. Der F355 sprintete in 4,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 295 km/h.

Karosserievarianten: Berlinetta, GTS und Spider

Der F355 wurde in drei Karosserieformen angeboten, die jeweils unterschiedliche Käuferschichten ansprachen. Die Basis bildete der F355 Berlinetta als geschlossenes Coupé mit festem Dach – die puristischste und leichteste Variante mit rund 1.350 kg Leergewicht. 1995 folgte der F355 GTS mit abnehmbarem Targadach, dessen Mittelteil aus Aluminium und Kohlefaser bestand und im Kofferraum verstaut werden konnte. Diese Variante bot einen Kompromiss zwischen geschlossenem Fahrgefühl und Open-Air-Erlebnis.

1995 komplettierte der F355 Spider das Angebot. Mit seinem elektrisch betätigten Stoffverdeck war er die schwerste Variante (ca. 1.450 kg), bot aber das authentischste Cabrio-Erlebnis und wurde zum Verkaufsschlager. Etwa die Hälfte aller produzierten F355 waren Spider-Versionen, was die Nachfrage nach offenem Fahren mit Ferrari-V8-Sound eindrucksvoll dokumentierte. Alle drei Karosserieformen teilten sich die identische technische Basis und unterschieden sich nur minimal in den Fahrleistungen.

Getriebevarianten: Manuale und F1

Ein weiterer Meilenstein war die Einführung des F1-Getriebes im Jahr 1997. Dieses elektrohydraulisch betätigte 6-Gang-Schaltgetriebe erlaubte manuelle Gangwechsel ohne Kupplungspedal – entweder über Schaltwippen am Lenkrad oder über den sequenziellen Schalthebel in der Mittelkonsole. Die Schaltvorgänge dauerten nur 150 Millisekunden und waren für damalige Verhältnisse extrem schnell. Das F1-Getriebe revolutionierte den Supersportwagen-Markt und wurde zum Vorbild für nahezu alle modernen Doppelkupplungsgetriebe.

Puristen bevorzugten jedoch weiterhin das klassische 6-Gang-Schaltgetriebe mit offenem Metalltor und mechanischer Kopplung. Dieses bot ein direkteres Fahrerlebnis und gilt heute als die begehrtere Variante unter Sammlern. Die Schaltkulisse des manuellen Getriebes war präzise und erforderte Übung, belohnte den Fahrer aber mit einem unverfälschten Sportwagenerlebnis. Etwa 20-25% aller F355 wurden mit dem F1-Getriebe ausgeliefert, wobei der Anteil gegen Ende der Produktionszeit deutlich zunahm.

Fahrwerk und Technik

Das Fahrwerk des F355 kombinierte Doppelquerlenker rundum mit adaptiven Stoßdämpfern von Bilstein. Die Lenkung war hydraulisch unterstützt und bot exzellentes Feedback. Die Bremsanlage bestand aus belüfteten Scheibenbremsen mit 330 mm Durchmesser vorne und 310 mm hinten. ABS war serienmäßig, Fahrhilfen wie ESP fehlten jedoch – der F355 erforderte einen respektvollen und aufmerksamen Fahrstil.

Die Gewichtsverteilung von 43:57 (vorne:hinten) war typisch für Mittelmotor-Sportwagen und sorgte für ein leicht übersteuerndes Fahrverhalten an der Grenze. Ferrari verwendete großflächig Aluminium für Motorhaube, Türen und Teile der Karosserie, um das Gewicht zu reduzieren. Der Kofferraum im Bug fasste bescheidene 140 Liter – ausreichend für ein Wochenende, aber nicht für ausgedehnte Reisen.

Serie Fiorano und Sondermodelle

1999, im letzten Produktionsjahr, legte Ferrari die limitierte Serie F355 Fiorano auf. Diese Sonderedition war nach Ferraris Teststrecke benannt und umfasste verschiedene optische und technische Verbesserungen. Dazu gehörten spezielle Lackierungen, Carbon-Akzente im Interieur und optimierte Fahrwerksabstimmungen. Die genaue Stückzahl ist nicht offiziell dokumentiert, Schätzungen gehen von etwa 100 Exemplaren aus.

Daneben existieren einige werksseitige Rennversionen: Der F355 Challenge diente als Basis für Ferraris Markenpokal und war mit etwa 60 kg Gewichtsreduktion, Überrollkäfig, Rennsitzen und optimierter Aerodynamik ausgestattet. Der noch extremere F355 GTS-R trat in der GT2-Klasse bei Langstreckenrennen an und hatte wenig mit dem Straßenauto gemein.

Produktion und Markterfolg

Zwischen 1994 und 1999 entstanden insgesamt 11.273 Exemplare des F355 – eine für Ferrari-Verhältnisse hohe Stückzahl, die den kommerziellen Erfolg des Modells unterstreicht. Davon waren etwa 4.871 Berlinetta, 2.577 GTS und 3.717 Spider. Der deutsche Neupreis lag 1994 bei rund 230.000 DM (ca. 117.500 Euro) für die Berlinetta und kletterte bis 1999 auf etwa 260.000 DM.

Der F355 etablierte sich schnell als Benchmark im Segment der achtzylindrigen Mittelmotorsportwagen und setzte Maßstäbe für Fahrverhalten, Motorleistung und Sound. In der Fachpresse erhielt er überwiegend begeisterte Kritiken, auch wenn die frühen Modelle mit Kinderkrankheiten wie undichten Ventildeckeldichtungen und anfälliger Abgasanlage zu kämpfen hatten.

Nachfolge und Vermächtnis

1999 wurde der F355 vom 360 Modena abgelöst, der mit Aluminium-Spaceframe, modernerer Aerodynamik und 400 PS einen weiteren Entwicklungssprung darstellte. Der 360 war komfortabler, alltagstauglicher und technisch fortschrittlicher, doch viele Enthusiasten empfanden ihn als weniger charaktervoll als den F355.

Heute gilt der F355 als einer der letzten "analogen" Ferrari und ist bei Sammlern hoch geschätzt. Die Preise für gut erhaltene Exemplare haben sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Berlinetta-Versionen mit manuellem Getriebe erzielen Spitzenpreise von über 150.000 Euro, Spider-Modelle liegen meist etwas darunter. Kaufinteressenten sollten auf lückenlose Wartungshistorie, insbesondere den teuren Zahnriemenwechsel alle drei Jahre, achten. Der F355 verkörpert die Ära, als Ferrari-Sportwagen noch kompromisslos und fordernd waren – ein zeitloses Denkmal italienischer Ingenieurskunst und Leidenschaft.

Ferrari F355 leasen (bald verfügbar)

Häufige Fragen

Wie viel kostet ein Ferrari F355 heute?

Gut erhaltene Ferrari F355 kosten zwischen 80.000 und 150.000 Euro. Berlinetta-Modelle mit manuellem Getriebe erzielen die höchsten Preise, während Spider-Versionen meist etwas günstiger sind. Der Zustand und die Wartungshistorie sind entscheidend für den Wert.

Welches Getriebe ist beim F355 besser?

Das manuelle 6-Gang-Getriebe gilt als authentischer und wird von Sammlern bevorzugt. Das F1-Getriebe (ab 1997) war damals innovativ, ist heute aber wartungsintensiver. Manuelle Fahrzeuge erzielen höhere Preise auf dem Gebrauchtmarkt.

Was kostet die Wartung eines Ferrari F355?

Der verpflichtende Zahnriemenwechsel alle 3 Jahre kostet 4.000-6.000 Euro, da der Motor ausgebaut werden muss. Jährliche Inspektionen liegen bei 1.500-2.500 Euro. Insgesamt sollten 5.000-8.000 Euro pro Jahr für Wartung und Verschleiß eingeplant werden.

Welche Karosserieform des F355 ist die beste?

Die Berlinetta ist die leichteste und puristischste Variante. Der Spider bietet das intensivste Fahrerlebnis dank offenem V8-Sound. Der GTS mit Targadach ist ein Kompromiss. Die Wahl hängt von persönlichen Präferenzen ab – fahrdynamische Unterschiede sind minimal.

Wie viel PS hat der Ferrari F355?

Der Ferrari F355 leistet 280 kW (380 PS) aus seinem 3,5-Liter-V8-Motor mit fünf Ventilen pro Zylinder. Das maximale Drehmoment von 363 Nm liegt bei 6.000 U/min an. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 295 km/h, der Sprint auf 100 km/h gelingt in 4,7 Sekunden.