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Ferrari SF90 Stradale

Foto: Calreyn88 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Der Ferrari SF90 Stradale ist der erste Plug-in-Hybrid-Supersportwagen von Ferrari mit 1000 PS Systemleistung. Er kombiniert einen V8-Biturbo mit drei Elektromotoren, Allradantrieb und Formel-1-Technologie zu einem Hypersportwagen mit Alltagstauglichkeit.

Neupreis
ab 430.000 €

Ideal für: Supersportwagen-Enthusiasten, die maximale Leistung mit Hybrid-Effizienz und Allrad-Traktion verbinden möchten.

Technische Daten

Ferrari SF90 Stradale Eckdaten

Motor & Antrieb
Leistung
735 kW (1000 PS)
Kraftstoff
Plug-in-Hybrid (Benzin + Elektro)
Verbrauch (komb.)
15,0 kWh/100km + 6,3 l/100km (kombiniert WLTP)
Getriebe
8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Antriebsart
Allradantrieb
Zylinder
8
Höchstgeschwindigkeit
340 km/h
Maße & Karosserie
Karosserie
Coupé, Spider
Maße (L/B/H)
4710 x 1972 x 1186 mm
Kofferraum
74 l
Gewicht
1570 kg
Sitze
2
Türen
2
Neupreis
ab 430.000 €

Der Ferrari SF90 Stradale markiert seit 2019 eine Revolution im Portfolio von Ferrari: Als erster Plug-in-Hybrid-Supersportwagen der Marke aus Maranello verbindet er einen V8-Biturbo-Motor mit drei Elektromotoren zu einer Systemleistung von 1000 PS (735 kW). Der Name verweist auf die 90-jährige Geschichte der Scuderia Ferrari und signalisiert den Anspruch, Rennstrecken-Technologie direkt auf die Straße zu bringen. Mit diesem Modell läutet Ferrari eine neue Ära ein, in der Elektrifizierung nicht als Kompromiss, sondern als Leistungsverstärker verstanden wird.

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Debüt und Konzept (2019)

Bei seiner Präsentation im Mai 2019 sorgte der SF90 Stradale für Aufsehen: Ferrari hatte erstmals einen Plug-in-Hybriden entwickelt, der die bisherigen Leistungsgrenzen der Serie sprengte. Das Herzstück bildet ein 4,0-Liter-V8-Biturbo mit 780 PS, der von drei Elektromotoren unterstützt wird – zwei an der Vorderachse (je 135 PS) und einer zwischen Motor und Getriebe (136 PS). Die kombinierte Systemleistung erreicht exakt 1000 PS, was den SF90 Stradale zum leistungsstärksten Serien-Ferrari aller Zeiten machte. Der 7,9-kWh-Akku ermöglicht eine rein elektrische Reichweite von etwa 25 Kilometern bei Geschwindigkeiten bis 135 km/h. Das Allradsystem, das durch die beiden vorderen E-Motoren realisiert wird, stellt ebenfalls eine Premiere für einen straßenzugelassenen Ferrari dar und verbessert die Traktion erheblich.

Technologisch orientiert sich der SF90 Stradale stark an der Formel 1 und Ferraris Langstrecken-Rennwagen: Die Aerodynamik wurde im hauseigenen Windkanal entwickelt und erreicht einen Abtrieb von 390 kg bei 250 km/h. Aktive Aerodynamikelemente wie der Shutdown-Gürtel am Heck und die bewegliche Flap am Diffusor passen sich automatisch an Geschwindigkeit und Fahrmodus an. Das Chassis besteht aus Carbon und Aluminium, wodurch das Leergewicht trotz Hybridtechnik bei etwa 1570 kg liegt. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erfolgt in 2,5 Sekunden, 200 km/h werden nach 6,7 Sekunden erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 340 km/h.

Varianten und Ausbaustufen

Neben dem Stradale wurde 2020 der SF90 Spider vorgestellt, eine offene Version mit versenkbarem Hardtop. Das Retractable Hard Top (RHT) benötigt 14 Sekunden zum Öffnen oder Schließen und kann bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h betätigt werden. Trotz des zusätzlichen Dachsystems wiegt der Spider nur etwa 100 kg mehr als das Coupé und bietet nahezu identische Fahrleistungen. Die Aerodynamik wurde für die offene Variante neu kalibriert, um auch bei geöffnetem Dach optimale Luftströmung zu gewährleisten.

Im November 2021 ergänzte Ferrari das Angebot um die noch radikalere Variante SF90 XX Stradale und SF90 XX Spider. Diese auf jeweils 799 Einheiten limitierten Sondermodelle entstammen dem XX-Programm, das normalerweise ausschließlich nicht straßenzugelassene Rennstreckenfahrzeuge umfasst. Die XX-Versionen leisten weiterhin 1000 PS, wurden aber in puncto Aerodynamik, Fahrwerk und Gewicht nochmals optimiert. Der Abtrieb steigt auf 530 kg bei 250 km/h, während das Gewicht um etwa 30 kg reduziert wurde. Modifizierte Kohlefaser-Karosserieteile, ein fester Heckflügel, überarbeitete Stoßdämpfer und spezielle Michelin-Reifen kennzeichnen die XX-Varianten. Die Rundenzeit auf der Ferrari-Teststrecke Fiorano verkürzt sich um eine Sekunde gegenüber dem Standard-SF90.

Technische Weiterentwicklungen

Ferrari hat den SF90 Stradale kontinuierlich weiterentwickelt, ohne dabei ein klassisches Facelift durchzuführen. Für das Modelljahr 2021 wurden Detailverbesserungen am Infotainment vorgenommen, und die Konnektivität wurde erweitert. Das 16-Zoll-Digital-Cockpit vor dem Fahrer wurde softwareseitig aktualisiert und bietet neue Anzeige-Modi für die Hybridfunktionen. 2022 folgten Optimierungen am Thermomanagement des Batteriesystems, um die Leistungskonstanz bei Rennstreckeneinsätzen zu verbessern.

Das Antriebssystem verfügt über vier Fahrmodi: eDrive (rein elektrisch), Hybrid (automatische Verteilung), Performance (Fokus auf Leistung) und Qualify (maximale Leistung für begrenzte Zeit, analog zu Qualifyings im Rennsport). Im Qualify-Modus wird der Akku nicht geladen, sondern ausschließlich für maximale Leistungsentfaltung genutzt. Die Energie-Rekuperation erfolgt sowohl beim Bremsen als auch beim Rollen und kann in der Intensität über Tasten am Lenkrad angepasst werden.

Design und Ausstattung

Gestalterisch bricht der SF90 Stradale mit traditionellen Ferrari-Proportionen: Die Front wirkt extrem flach und breit, die Scheinwerfer sind schmal und aggressiv geformt. Die S-Duct-Luftführung an der Front und die großen Lufteinlässe hinter den Türen dominieren die Seitenansicht. Das Cockpit orientiert sich an modernen Fighter-Jets mit einem volldigitalen Instrumententräger und einem minimalistischen Lenkrad, das sämtliche Bedienelemente integriert. Klassische Schalter und Drehregler wurden nahezu vollständig eliminiert. Der Beifahrer erhält einen eigenen Touchscreen, über den sich Fahrdaten und Navigationsinformationen anzeigen lassen.

Die Sitze sind fest in die Monocoque-Struktur integriert, lediglich die Pedalerie lässt sich elektrisch verstellen – eine aus dem Rennsport übernommene Lösung für optimale Gewichtsverteilung. Der Kofferraum fasst 74 Liter im vorderen Bereich, ein zusätzlicher kleiner Stauraum befindet sich hinter den Sitzen. Die Materialqualität entspricht höchsten Ansprüchen mit Alcantara, Carbon und Leder in zahlreichen Kombinationen.

Marktpositionierung und Konkurrenz

Mit einem deutschen Grundpreis von etwa 430.000 Euro positioniert sich der SF90 Stradale im absoluten Supersportwagen-Segment. Direkte Konkurrenten sind der McLaren Speedtail, der Lamborghini Sián oder der Porsche 918 Spyder (dessen Produktion allerdings bereits 2015 endete). Der SF90 ist jedoch der einzige aktuelle Plug-in-Hybrid-Supersportwagen mit 1000 PS Systemleistung und kombiniert dabei Alltagstauglichkeit mit Rennstrecken-Performance auf einzigartige Weise. Die jährlichen Produktionszahlen werden von Ferrari nicht offiziell kommuniziert, Schätzungen gehen von etwa 1.500 bis 2.000 Einheiten pro Jahr aus.

Bedeutung für Ferrari

Der SF90 Stradale stellt einen Wendepunkt in der Unternehmensgeschichte dar. Er demonstriert, dass Ferrari die Elektrifizierung als Chance begreift und die DNA der Marke – extreme Leistung, emotionale Verbindung, Rennsport-Kompetenz – auch in eine hybride und später vollelektrische Zukunft übertragen kann. Die gewonnenen Erkenntnisse aus dem SF90-Programm fließen in weitere Modelle ein, darunter der 296 GTB mit V6-Hybrid-Antrieb und künftige Baureihen. Als erste Großserie mit Plug-in-Hybrid-Technik ebnet der SF90 den Weg für Ferraris Elektrifizierungsstrategie, die bis 2030 mindestens 60 Prozent elektrifizierte Modelle vorsieht.

Ferrari SF90 Stradale leasen (bald verfügbar)

Häufige Fragen

Wie viel PS hat der Ferrari SF90 Stradale?

Der Ferrari SF90 Stradale leistet insgesamt 1000 PS (735 kW) Systemleistung. Davon stammen 780 PS aus dem 4,0-Liter-V8-Biturbo und 220 PS aus drei Elektromotoren (zwei vorne à 135 PS, einer zentral mit 136 PS).

Wie weit fährt der SF90 Stradale rein elektrisch?

Der SF90 Stradale kann im eDrive-Modus rein elektrisch etwa 25 Kilometer weit fahren, bei Geschwindigkeiten bis zu 135 km/h. Die 7,9-kWh-Batterie lässt sich an der Haushaltssteckdose in circa drei Stunden vollständig laden.

Was kostet ein Ferrari SF90 Stradale in Deutschland?

Der Grundpreis für einen Ferrari SF90 Stradale liegt in Deutschland bei etwa 430.000 Euro. Der SF90 Spider ist nochmals rund 30.000 Euro teurer. Die limitierten XX-Versionen waren bei Markteinführung ab etwa 700.000 Euro erhältlich.

Welche Varianten gibt es vom SF90 Stradale?

Ferrari bietet den SF90 als Stradale (Coupé) und als Spider (offene Version mit Hardtop) an. Zusätzlich gibt es die limitierten, noch schärferen Varianten SF90 XX Stradale und SF90 XX Spider mit jeweils 799 Exemplaren.

Hat der Ferrari SF90 Stradale Allradantrieb?

Ja, der SF90 Stradale verfügt über Allradantrieb. Die beiden Elektromotoren an der Vorderachse treiben die Vorderräder an, während der V8-Motor die Hinterachse antreibt. Dies ist der erste straßenzugelassene Ferrari mit Allradantrieb.