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Fiat 124 Spider

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Foto: Autoweek USA / Wikimedia Commons / CC BY 2.0

Der Fiat 124 Spider (2016–2019) ist ein zweisitziger Roadster, der technisch auf dem Mazda MX-5 basiert, aber ein eigenständiges italienisches Design und einen 1,4-Liter-Turbomotor erhält. Mit klassischen Roadster-Proportionen und emotionaler Fahrkultur spricht er Puristen an.

Neupreis
ab 27.990 € (2016)

Ideal für: Puristen und Stil-Enthusiasten, die einen bezahlbaren, emotionalen Roadster mit italienischem Design suchen.

Technische Daten

Fiat 124 Spider Eckdaten

Motor & Antrieb
Leistung
103–125 kW (140–170 PS)
Kraftstoff
Benzin
Verbrauch (komb.)
6,3–6,7 l/100 km
Getriebe
6-Gang manuell, 6-Gang Automatik
Antriebsart
Hinterradantrieb
Zylinder
4
Höchstgeschwindigkeit
204–215 km/h
Maße & Karosserie
Karosserie
Roadster (zweisitzig)
Maße (L/B/H)
4054 x 1740 x 1233 mm
Kofferraum
140 l
Gewicht
1050–1075 kg
Sitze
2
Türen
2
Neupreis
ab 27.990 € (2016)

Der Fiat 124 Spider ist ein zweisitziger Roadster, der in seiner modernen Inkarnation von 2016 bis 2019 auf dem deutschen Markt erhältlich war. Die aktuelle Generation (Typ 348) entstand in Kooperation mit Mazda und basiert technisch auf dem MX-5 (ND), erhielt jedoch eine eigenständige italienische Interpretation mit verlängerter Karosserie, eigenem Turbo-Motor und charakteristischem Design. Mit klassischen Roadster-Proportionen, langem Vorderwagen und kurzem Heck knüpft der moderne 124 Spider bewusst an das legendäre Original aus den 1960er-Jahren an und positioniert sich als emotionales, stilbewusstes Cabriolet für Puristen.

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Die erste Generation: Klassiker mit Kultstatus (1966–1985)

Der ursprüngliche Fiat 124 Spider wurde 1966 eingeführt und von Pininfarina entworfen – eine Designikone der 1960er-Jahre. Das elegante Roadster-Coupé basierte auf der Bodengruppe der Fiat 124-Limousine, wurde aber von Anfang an als eigenständiges Sportmodell konzipiert. Anfangs kam ein 1,4-Liter-Vierzylinder mit 90 PS zum Einsatz, der dem leichten Spider (unter 900 kg) durchaus sportliche Fahrleistungen bescherte. Die Karosserie wurde bei Pininfarina in Turin gefertigt, was dem 124 Spider eine besondere Exklusivität verlieh.

1972 erfolgte eine erste Modellpflege (AS), bei der die Motorenpalette erweitert wurde. Es gab nun Varianten mit 1,6 und 1,8 Litern Hubraum, wobei letzterer bis zu 128 PS leistete. Die charakteristische Keilform mit den markanten Doppelscheinwerfern blieb erhalten, während technische Details wie die Bremsanlage verbessert wurden. 1975 folgte eine weitere Überarbeitung (BS), die vor allem US-Sicherheitsvorschriften Rechnung trug: größere Stoßfänger und modifizierte Scheinwerfer veränderten das Erscheinungsbild leicht.

Ab 1979 wurde der 124 Spider als Spider 2000 mit 2,0-Liter-Motor und Bosch L-Jetronic-Einspritzung angeboten, der rund 102 PS leistete. In den USA wurde das Modell unter dem Label Pininfarina Spider vermarktet und erfreute sich dort großer Beliebtheit. Die Produktion des klassischen 124 Spider endete erst 1985 nach einer beeindruckenden Laufzeit von 19 Jahren – insgesamt entstanden über 198.000 Exemplare. Bis heute gilt der Original-124 Spider als erschwinglicher Klassiker mit zeitlosem Design und einem treuen Liebhaberkreis.

Die Neuauflage: Fiat 124 Spider (2016–2019)

Nach über 30 Jahren Pause präsentierte Fiat 2015 auf dem Genfer Autosalon den neuen 124 Spider (Typ 348), der 2016 in den Verkauf startete. Die Wiedergeburt erfolgte in enger Zusammenarbeit mit Mazda: Plattform, Fahrwerk, Getriebe und große Teile der Innenraumstruktur stammen vom Mazda MX-5 (ND). Fiat steuerte jedoch ein völlig eigenständiges Design bei, das mit verlängerter Karosserie (rund 14 cm länger als der MX-5), eigenem Frontdesign mit charakteristischem Kühlergrill und hecklastiger Silhouette an die Designsprache des Originals anknüpft.

Technisch unterscheidet sich der 124 Spider fundamental vom Mazda-Partner: Statt Saugmotoren setzt Fiat auf einen 1,4-Liter-Vierzylinder-Turbomotor (MultiAir) aus eigener Produktion. In der Basisversion leistet dieser 140 PS, die stärkere Variante bringt es auf 170 PS. Das maximale Drehmoment von 240 Nm liegt bereits bei 2.250 U/min an, was dem 124 Spider einen kräftigeren Durchzug im mittleren Drehzahlbereich beschert als dem Saugmotor-MX-5. Zur Wahl stehen ein manuelles 6-Gang-Getriebe oder eine 6-Gang-Automatik. Das Stoffverdeck lässt sich in wenigen Sekunden manuell öffnen und schließen.

Das Fahrwerk wurde von Fiat eigenständig abgestimmt: Die Federn sind weicher, die Dämpfer komfortorientierter als beim straffer abgestimmten Mazda. Die Lenkung bietet weniger direktes Feedback, dafür legt Fiat mehr Wert auf Langstreckenkomfort. Die Gewichtsverteilung ist mit 50:50 optimal ausbalanciert, und mit einem Leergewicht von rund 1.050 kg bleibt der 124 Spider ein Leichtgewicht. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 7,5 Sekunden (170 PS) beziehungsweise 8,5 Sekunden (140 PS), die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 215 bzw. 204 km/h.

Sondermodell Abarth 124 Spider (2016–2019)

Parallel zum normalen 124 Spider bot Fiat ab 2016 auch eine Abarth-Version an, die als sportlichste Variante deutlich schärfer auftrat. Der Abarth 124 Spider leistet 170 PS und erhielt ein speziell abgestimmtes Sportfahrwerk mit Bilstein-Dämpfern, ein mechanisches Sperrdifferenzial (wahlweise), Brembo-Bremsen und ein sportlicheres Auspuffsystem mit markanten Endrohren. Optisch unterscheidet sich der Abarth durch aggressivere Stoßfänger, einen Heckdiffusor, rote Akzente und spezifische 17-Zoll-Felgen.

Das Fahrverhalten des Abarth ist deutlich straffer und direkter als beim Basis-Fiat, die Lenkung wurde präziser kalibriert. Der Sound des Abarth-Auspuffs ist deutlich markanter und emotionaler – ein wichtiger Faktor für die Marke. 2018 legte Abarth noch einmal nach und präsentierte den 124 Rally Tribute mit 170 PS, der in limitierter Stückzahl an die Rallye-Erfolge des historischen 124 Abarth erinnern sollte. Diese Sondermodelle sind heute besonders gesucht.

Modellpflege und Marktende (2019)

2018 erhielt der Fiat 124 Spider eine leichte Modellpflege: neue Außenfarben, überarbeitete Ausstattungslinien und kleinere Detail-Verbesserungen. Technisch blieb alles beim Alten. Doch der Erfolg blieb überschaubar: Während der Mazda MX-5 kontinuierlich hohe Verkaufszahlen erzielte, fristete der 124 Spider ein Nischendasein. Die Gründe waren vielfältig: höherer Preis als der MX-5 (ab ca. 28.000 Euro), fehlende Markentradition bei Sportwagen, mangelndes Händlernetz und die Tatsache, dass viele Kunden die japanische Zuverlässigkeit und das bewährte Saugmotor-Konzept bevorzugten.

Fiat entschied sich 2019, die Produktion des 124 Spider einzustellen – nach nur dreieinhalb Jahren auf dem Markt. In Deutschland wurden insgesamt weniger als 2.000 Exemplare zugelassen, weltweit blieb die Stückzahl im unteren fünfstelligen Bereich. Mazda produzierte den MX-5 hingegen weiter. Der vorzeitige Produktionsabbruch macht den modernen 124 Spider heute zu einem seltenen Fahrzeug, das bei Liebhabern durchaus geschätzt wird – vor allem die Abarth-Varianten gelten als Geheimtipp.

Technik und Konzept

Der moderne Fiat 124 Spider folgt konsequent dem klassischen Roadster-Rezept: Frontmotor, Hinterradantrieb, zwei Sitze, Stoffverdeck. Die Plattform-Architektur mit längs eingebautem Motor und Hinterradantrieb stammt vollständig von Mazda, die Produktion erfolgte im Mazda-Werk in Hiroshima, Japan. Fiat lieferte die Motoren aus Italien zu. Der Innenraum ist weitgehend identisch mit dem MX-5, lediglich Lenkrad, Schalthebel und einige Details tragen Fiat-Branding.

Der Kofferraum fasst 140 Liter – typisch für einen kompakten Roadster. Das Verdeck ist gut isoliert und dichtet zuverlässig ab. Serienmäßig gab es bereits in der Basis-Ausstattung Klimaanlage, Lederausstattung und ein anständiges Infotainment-System. ESP, ABS und sechs Airbags gehören zur Standardausstattung. Der Verbrauch liegt bei rund 6,5 Litern auf 100 km (NEFZ), was für einen Turbomotor dieser Leistungsklasse akzeptabel ist.

Fazit und Einordnung

Der Fiat 124 Spider bleibt ein ambivalentes Kapitel in der jüngeren Fiat-Geschichte. Einerseits gelang es, mit dem eigenständigen Design und dem charaktervollen Turbomotor eine echte Alternative zum Mazda MX-5 zu schaffen. Andererseits scheiterte das Modell am Markt, weil die Marke Fiat im Sportwagen-Segment keine Tradition mehr hat und der Preis-Leistungs-Vorteil fehlte. Heute werden gut erhaltene Exemplare, insbesondere Abarth-Versionen, zu interessanten Gebrauchtwagenpreisen gehandelt. Für Puristen, die einen bezahlbaren, emotionalen Roadster mit italienischem Flair suchen, ist der 124 Spider eine echte Alternative – auch wenn die Produktion längst eingestellt wurde.

Fiat 124 Spider leasen (bald verfügbar)

Historie

Vorgänger-Generationen

Historische Baureihen und Facelifts des Fiat 124 Spider.

Spider 2000 (1979–1985)Facelift

19791985 · Roadster

Fiat 124 Spider Spider 2000 (1979–1985)
Foto: Pujanak / Wikimedia Commons / Public domain
Fiat 124 Spider Spider 2000 (1979–1985)
Foto: Bull-Doser / Wikimedia Commons / Public domain

Ab 1979 firmierte der 124 Spider als Spider 2000 mit 2,0-Liter-Motor und moderner Bosch-Einspritzung (102 PS). In den USA lief er unter dem Label Pininfarina Spider und erfreute sich dort großer Beliebtheit. Die Produktion endete 1985 nach 19 Jahren – über 198.000 Exemplare entstanden insgesamt. Heute gilt der klassische 124 Spider als erschwinglicher Youngtimer mit Kultstatus.

antrieb
Hinterradantrieb, 5-Gang manuell
leistung
75 kW (102 PS)
besonderheiten
Bosch L-Jetronic-Einspritzung, in USA als Pininfarina Spider vermarktet, Produktionsende 1985
motorisierungen
2,0 l Vierzylinder mit Einspritzung

Typ 124 BS (1972–1979)Facelift

19721979 · Roadster

Fiat 124 Spider Typ 124 BS (1972–1979)
Foto: nakhon100 / Wikimedia Commons / CC BY 2.0
Fiat 124 Spider Typ 124 BS (1972–1979)
Foto: Herodotptlomeu / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Die erste Modellpflege 1972 brachte stärkere Motoren mit 1,6 und 1,8 Litern Hubraum, wobei letzterer bis zu 128 PS leistete. 1975 erfolgte eine weitere Überarbeitung (BS) mit größeren Stoßfängern und modifizierten Scheinwerfern gemäß US-Vorschriften. Das Grunddesign blieb erhalten, während Technik und Sicherheit modernisiert wurden.

antrieb
Hinterradantrieb, 5-Gang manuell
leistung
81–94 kW (110–128 PS)
besonderheiten
Erweiterte Motorenpalette, US-Sicherheitsvorschriften ab 1975, größere Stoßfänger
motorisierungen
1,6 l / 1,8 l Vierzylinder

Typ 124 AS (1966–1972)

19661972 · Roadster

Fiat 124 Spider Typ 124 AS (1966–1972)
Foto: Ermell / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Fiat 124 Spider Typ 124 AS (1966–1972)
Foto: Ermell / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Der originale Fiat 124 Spider startete 1966 als eleganter Roadster mit Pininfarina-Design. Basierend auf der 124-Limousine, erhielt er einen 1,4-Liter-Motor mit 90 PS und ein Leergewicht von unter 900 kg. Die Karosserie wurde komplett bei Pininfarina gefertigt, was dem Modell eine besondere Exklusivität verlieh. Mit zeitlosem Design und agiler Fahrkultur wurde er schnell zum Kultobjekt.

antrieb
Hinterradantrieb, 4-Gang manuell
leistung
66 kW (90 PS)
besonderheiten
Pininfarina-Design, Karosserie aus Turin, unter 900 kg Leergewicht
motorisierungen
1,4 l Vierzylinder

Häufige Fragen

Wie lange wurde der moderne Fiat 124 Spider gebaut?

Der moderne Fiat 124 Spider (Typ 348) wurde von 2016 bis 2019 produziert. Nach nur dreieinhalb Jahren stellte Fiat die Produktion aufgrund enttäuschender Verkaufszahlen ein.

Welche Motoren bietet der Fiat 124 Spider?

Der moderne 124 Spider (2016–2019) war ausschließlich mit einem 1,4-Liter-Turbobenziner erhältlich: mit 140 PS in der Basisversion und 170 PS in der stärkeren Variante sowie im Abarth 124 Spider.

Was ist der Unterschied zwischen Fiat 124 Spider und Mazda MX-5?

Beide teilen sich Plattform, Fahrwerk und Getriebe. Der Fiat hat jedoch ein eigenständiges Design mit längerer Karosserie, einen 1,4-Liter-Turbomotor (statt Saugmotor) und eine komfortorientierte Fahrwerksabstimmung.

Ist der Fiat 124 Spider ein Cabrio?

Ja, der 124 Spider ist ein zweisitziger Roadster mit manuell zu bedienendem Stoffverdeck, das sich in wenigen Sekunden öffnen und schließen lässt.

Was kostet ein gebrauchter Fiat 124 Spider?

Gebrauchte Fiat 124 Spider (2016–2019) sind ab etwa 18.000 Euro erhältlich. Abarth-Varianten und gut ausgestattete Exemplare kosten zwischen 22.000 und 30.000 Euro (Stand 2024).