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Hummer H3

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Foto: MercurySable99 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Der Hummer H3 war von 2005 bis 2010 der kompakteste Vertreter der legendären amerikanischen Geländewagen-Marke. Mit Leiterrahmen, Allradantrieb und kompromissloser Offroad-Auslegung bot er spektakuläre Geländetauglichkeit, blieb in Deutschland aber aufgrund hoher Verbrauchs- und Betriebskosten eine absolute Rarität.

Ideal für: Liebhaber amerikanischer Offroad-Fahrzeuge mit Faible für markantes Design und ohne Kostenbedenken

Technische Daten

Hummer H3 Eckdaten

Motor & Antrieb
Leistung
162–224 kW (220–305 PS)
Kraftstoff
Benzin
Verbrauch (komb.)
15–20 l/100km
Getriebe
4-Gang-Automatik / 5-Gang-Automatik
Antriebsart
Allradantrieb
Zylinder
5, 8
Höchstgeschwindigkeit
160–175 km/h
Maße & Karosserie
Karosserie
SUV
Maße (L/B/H)
4740 x 1897 x 1871 mm
Kofferraum
498–1207 l
Gewicht
2100–2200 kg
Sitze
5
Türen
5
Neupreis

Der Hummer H3 markierte den Versuch von General Motors, die martialische Marke Hummer auch einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Als kompaktester Vertreter der Modellreihe wurde der H3 von 2005 bis 2010 produziert und sollte die Lücke zwischen den gigantischen Modellen H1 und H2 schließen. Trotz der Bezeichnung "kompakt" brachte es der H3 auf beeindruckende Außenmaße und bot unvergleichliche Geländegängigkeit. Der deutsche Markt blieb für dieses urtypische amerikanische SUV jedoch stets ein Nischenmarkt, was sich in geringen Verkaufszahlen und hohen Betriebskosten niederschlug. Die Produktion endete 2010 im Zuge der Finanzkrise und der anschließenden GM-Insolvenz, womit auch das Kapitel Hummer zunächst geschlossen wurde.

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Erste Generation (2005-2010): Der kompakte Geländeriese

Im Jahr 2005 präsentierte General Motors den Hummer H3 als kleinsten Ableger der Marke. Gebaut wurde das Fahrzeug auf der GMT355-Plattform, die es sich mit Modellen wie dem Chevrolet Colorado und GMC Canyon teilte. Trotz dieser Basis-Verwandtschaft erhielt der H3 einen eigenständigen Charakter mit markanten Designelementen, die an den legendären H1 erinnerten: Sieben-Schlitz-Kühlergrill, kastenförmige Karosserie, runde Scheinwerfer und exponierte Radhäuser prägten das unverwechselbare Erscheinungsbild. Mit einer Länge von 4,74 Metern und einer Breite von 1,90 Metern war der H3 zwar deutlich kompakter als seine großen Brüder, für europäische Verhältnisse aber immer noch ein ausgewachsenes SUV.

Technisch setzte der H3 auf bewährte GM-Aggregate. Zum Marktstart kam ein 3,5-Liter-Fünfzylinder-Benzinmotor mit 162 kW (220 PS) zum Einsatz, der dem Fahrzeug zu einer Höchstgeschwindigkeit von knapp 160 km/h verhalf. Das klingt bescheiden, entsprach aber der Philosophie des Hummer als Geländewagen, nicht als Sportwagen. Das Leergewicht von rund 2,1 Tonnen und die kompromisslose Offroad-Auslegung machten den H3 zu einem Durstkünstler: Verbräuche von 15 bis 18 Litern auf 100 Kilometer waren im realen Fahrbetrieb keine Seltenheit. Der Allradantrieb war serienmäßig, ebenso die robuste Leiterrahmen-Konstruktion, die dem Fahrzeug außergewöhnliche Festigkeit verlieh.

Die Geländeeigenschaften waren spektakulär: Eine Bodenfreiheit von 241 Millimetern, Böschungswinkel von 40 Grad vorne und 37 Grad hinten sowie eine Wattiefe von bis zu 60 Zentimetern machten den H3 zu einem der fähigsten Serien-Geländewagen seiner Zeit. Eine elektronische Differenzialsperre, Hill Descent Control und wahlweise eine Geländeuntersetzung sorgten dafür, dass nahezu jedes Terrain bezwungen werden konnte. Der Innenraum präsentierte sich robust mit harten Kunststoffen und einfacher Bedienung – Luxus suchte man vergebens, Funktionalität stand im Vordergrund.

Modellpflege 2006: Der V8 kommt

Bereits 2006 reagierte GM auf Kundenwünsche nach mehr Leistung und bot ab dem Modelljahr 2006 optional einen 5,3-Liter-V8-Motor mit 224 kW (305 PS) an. Dieser Antrieb, der aus der Corvette-Verwandtschaft stammte, verwandelte den H3 in einen deutlich spritzhafteren Geländewagen. Die Beschleunigung verbesserte sich merklich, allerdings stieg der ohnehin hohe Verbrauch nochmals an – Werte jenseits der 20-Liter-Marke waren keine Seltenheit. Für den deutschen Markt bedeutete dies eine zusätzliche Hürde, da neben dem Kaufpreis auch die laufenden Kosten durch Kraftstoff- und Kfz-Steuer astronomische Höhen erreichten.

Parallel dazu erweiterte Hummer das Angebot um verschiedene Ausstattungsvarianten. Die Basisversion "Base" bot bereits umfangreiche Serienausstattung, während die Pakete "Adventure" und "Luxury" mit Lederausstattung, Navigationssystem und verbesserten Audio-Anlagen aufwarteten. Ein Sondermodell "Alpha" mit spezieller Lackierung und Ausstattungsdetails rundete das Portfolio ab. Trotz dieser Bemühungen blieb der H3 in Deutschland ein Exot – die hohen Verbrauchswerte, die schiere Größe und die zunehmende Kritik an "Spritfressern" machten ihn zu einem schwierigen Verkaufsargument.

Facelift 2009: Letzte Verbesserungen

Für das Modelljahr 2009 erhielt der H3 ein dezentes Facelift. Die Front wurde leicht überarbeitet, wobei die charakteristischen Designmerkmale erhalten blieben. Die Scheinwerfer erhielten eine neue Grafik, die Stoßfänger wurden modifiziert. Im Innenraum gab es kleinere Verbesserungen bei Materialqualität und Verarbeitung, grundlegend blieb aber alles beim Alten. Technisch wurde nachgebessert: Der Fünfzylinder-Motor leistete nun 179 kW (243 PS), der V8 blieb bei 224 kW. Neu war ein verbessertes Vierrad-Antriebssystem mit elektronisch geregelter Kraftverteilung, das die Geländetauglichkeit nochmals optimierte.

Ebenfalls 2009 führte Hummer den H3T ein – eine Pick-up-Variante des H3 mit offener Ladefläche. Dieses Modell wurde ausschließlich in den USA angeboten und kam offiziell nicht nach Deutschland. Mit einer Länge von über fünf Metern und der kompromisslosen Offroad-Ausrichtung hätte der H3T in Europa ohnehin kaum Abnehmer gefunden. Die klassische SUV-Version blieb also die einzige in Deutschland erhältliche Karosserieform.

Produktionsende 2010: Das Ende einer Ära

Die globale Finanzkrise 2008/2009 traf General Motors mit voller Wucht. Im Zuge der Insolvenz und Restrukturierung entschied sich der Konzern, die Marke Hummer aufzugeben. Verhandlungen über einen Verkauf an chinesische Interessenten scheiterten, sodass im Mai 2010 der letzte Hummer H3 vom Band lief. Insgesamt wurden rund 150.000 Einheiten des H3 produziert – deutlich weniger als erhofft. In Deutschland wurden über die gesamte Produktionszeit nur wenige hundert Exemplare zugelassen, was den H3 hierzulande zu einer absoluten Rarität macht.

Der H3 war geprägt von seiner Zeit: In den USA galten große SUVs mit hohem Verbrauch noch als akzeptabel, während in Europa bereits der Trend zu Effizienz und Downsizing einsetzte. Die Positionierung als kompromissloser Geländewagen mit militärisch anmutendem Design fand in den USA durchaus Anklang, in Deutschland aber blieb der H3 ein Nischenprodukt für Liebhaber amerikanischer Automobile. Die technische Robustheit und Geländetauglichkeit waren unbestritten, die Alltagstauglichkeit angesichts von Größe, Verbrauch und Wendigkeit jedoch eingeschränkt.

Technische Besonderheiten und Fazit

Der Hummer H3 basierte auf einem vollwertigen Leiterrahmen – eine Bauweise, die im Pkw-Bereich längst selten geworden war, im Offroad-Segment aber Vorteile bot. Die hohe Steifigkeit erlaubte extreme Verwindungen ohne Karosserieschäden, gleichzeitig war das Fahrverhalten auf der Straße schwammig und wenig präzise. Die Vorderachse mit Doppelquerlenkern und die Starrachse hinten waren auf maximale Robustheit ausgelegt, Komfort spielte eine untergeordnete Rolle. Das Interieur wirkte auch bei Neufahrzeugen eher simpel – harte Kunststoffe, einfache Schalter und übersichtliche Instrumente prägten das Bild. Moderne Assistenzsysteme fehlten nahezu vollständig; ESP wurde erst spät serienmäßig.

Heute sind gebrauchte Hummer H3 in Deutschland rar und gelten als Liebhaberfahrzeuge. Die laufenden Kosten bleiben hoch: Versicherung, Steuer und vor allem Kraftstoff schlagen zu Buche. Ersatzteile müssen oft aus den USA importiert werden, Fachwerkstätten sind rar. Wer einen H3 fährt, tut dies aus Leidenschaft für amerikanische Automobile und akzeptiert bewusst die Nachteile. Als Alltagsfahrzeug eignet sich der H3 in Deutschland kaum – als Wochenend- und Spaßfahrzeug mit außergewöhnlichem Auftritt hat er jedoch bis heute seine Fans. Die Marke Hummer selbst erlebte 2022 eine Wiedergeburt als Elektro-Submarke von GMC, der klassische H3 bleibt aber ein einzigartiges Zeitdokument der 2000er-Jahre.

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Häufige Fragen

Wie hoch ist der Verbrauch des Hummer H3?

Der Hummer H3 verbraucht je nach Motor zwischen 15 und 20 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Der 3,5-Liter-Fünfzylinder liegt bei etwa 15-17 Litern, der 5,3-Liter-V8 oft über 18 Liter im Alltag.

Wie viele Hummer H3 wurden in Deutschland verkauft?

In Deutschland wurden über die gesamte Produktionszeit von 2005 bis 2010 nur wenige hundert Exemplare des Hummer H3 zugelassen, was ihn zu einem seltenen Fahrzeug macht.

Welche Motoren gab es im Hummer H3?

Der H3 wurde mit zwei Benzinmotoren angeboten: einem 3,5-Liter-Fünfzylinder mit 162-179 kW (220-243 PS) und einem 5,3-Liter-V8 mit 224 kW (305 PS).

Ist der Hummer H3 alltagstauglich in Deutschland?

Für den deutschen Alltag ist der H3 kaum geeignet: Die Breite von 1,90 Metern erschwert das Parken, der hohe Verbrauch verursacht enorme Kosten, und die Kfz-Steuer ist sehr hoch. Ersatzteile sind zudem schwer zu beschaffen.

Wie gut ist der Hummer H3 im Gelände?

Der H3 zählt zu den geländegängigsten Serien-SUVs: 241 mm Bodenfreiheit, 40° Böschungswinkel vorn, 60 cm Wattiefe, Differenzialsperre und Leiterrahmen machen ihn extrem offroad-fähig.