Hyundai Logo

Hyundai

Hyundai Azera

1/4

Foto: Alawadhi3000 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Der Hyundai Azera war eine Premium-Limousine der oberen Mittelklasse, die von 2005 bis 2019 in drei Generationen produziert wurde. Als Flaggschiff der Marke in ausgewählten Märkten bot der Azera V6-Motoren, luxuriöse Ausstattung und modernste Technologie, wurde jedoch nie offiziell in Deutschland verkauft.

Ideal für: Dieser Wagen wurde für den deutschen Markt nicht angeboten

Technische Daten

Hyundai Azera Eckdaten

Motor & Antrieb
Leistung
Kraftstoff
Verbrauch (komb.)
Getriebe
Antriebsart
Zylinder
Höchstgeschwindigkeit
Maße & Karosserie
Karosserie
Maße (L/B/H)
Kofferraum
Gewicht
Sitze
Türen
Neupreis

Der Hyundai Azera wurde für den deutschen Markt offiziell nie angeboten, was ihn zu einem nahezu unbekannten Modell hierzulande macht. In anderen Märkten, insbesondere in Nordamerika, Südkorea und einigen asiatischen Ländern, etablierte sich der Azera jedoch als Hyundais Flaggschiff in der oberen Mittelklasse. Die Limousine sollte das Image der Marke aufwerten und mit europäischen sowie japanischen Premium-Limousinen konkurrieren. Während Hyundai in Europa andere Modelle wie den Genesis und später die eigenständige Luxusmarke Genesis etablierte, blieb der Azera dem deutschen Publikum verwehrt. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die Geschichte dieses bedeutenden Modells, das technologisch und qualitativ den Aufstieg Hyundais vom Volumenhersteller zum ernstzunehmenden Konkurrenten im Premiumsegment dokumentiert.

Mehr lesen

Die erste Generation: TG (2005–2011)

Die erste Generation des Hyundai Azera erschien 2005 und basierte auf der Plattform des Hyundai Sonata, wurde jedoch deutlich vergrößert und luxuriöser ausgestattet. Mit einer Länge von 4,89 Metern positionierte sich die Limousine zwischen gehobener Mittelklasse und Oberklasse. Der Azera trug intern die Bezeichnung TG und wurde in Südkorea als Grandeur vermarktet – ein Name, der bereits seit 1986 für Hyundais Flaggschiff-Limousinen verwendet wurde. Das Design orientierte sich an konservativen Werten mit klassischen Proportionen, einer langen Motorhaube und kurzen Überhängen. Die Frontpartie zeigte bereits Hyundais damaliges Markengesicht mit einem großen Chromgrill. Im Innenraum setzte Hyundai auf hochwertige Materialien, Holzapplikationen und eine umfangreiche Serienausstattung, die in dieser Preisklasse ungewöhnlich war.

Angetrieben wurde die erste Generation ausschließlich von V6-Motoren. Zum Marktstart stand ein 3,3-Liter-V6 mit 173 kW (235 PS) zur Verfügung, später folgte ein stärkerer 3,8-Liter-V6 mit 198 kW (269 PS). Beide Aggregate wurden mit einer Fünfgang-Automatik kombiniert und trieben die Vorderräder an. Die Motorisierungen waren auf Laufruhe und Komfort ausgelegt, weniger auf sportliche Fahrleistungen. Das Fahrwerk war komfortorientiert abgestimmt, wobei Hyundai auf eine Einzelradaufhängung an allen vier Rädern setzte. Zur Serienausstattung gehörten bereits damals Xenon-Scheinwerfer, Ledersitze, Klimaautomatik, ein Premium-Soundsystem und zahlreiche Sicherheitsfeatures. Der Azera TG wurde vor allem in Nordamerika ein Erfolg, wo er als preisgünstige Alternative zu japanischen Konkurrenten wie dem Toyota Avalon oder Nissan Maxima wahrgenommen wurde.

Die zweite Generation: HG (2011–2017)

2011 präsentierte Hyundai die zweite Azera-Generation mit dem internen Code HG. Das Design wurde deutlich moderner und folgte Hyundais neuer Designsprache "Fluidic Sculpture", die fließende Linien und dynamischere Proportionen betonte. Die Fahrzeuglänge wuchs minimal auf 4,92 Meter, während die Breite auf 1,86 Meter zunahm – die Limousine wirkte nun deutlich kraftvoller und präsenter. Die Front dominierte nun ein großer hexagonaler Kühlergrill, der zum neuen Markenzeichen Hyundais wurde. LED-Tagfahrlicht und eine coupéhafte Dachlinie verliehen dem Azera einen moderneren Charakter. Im Innenraum setzte Hyundai auf hochwertigere Materialien, eine bessere Verarbeitung und modernste Technologie.

Motorenseitig bot die zweite Generation zunächst weiterhin den 3,3-Liter-V6 mit nun 213 kW (290 PS) sowie optional den bekannten 3,8-Liter-V6. Die Kraftübertragung erfolgte über eine moderne Sechsgang-Automatik, die spürbar geschmeidiger schaltete als der Vorgänger. Der Fokus lag weiterhin auf Komfort und Laufruhe, wobei die Geräuschdämmung nochmals verbessert wurde. Zur umfangreichen Serienausstattung gehörten nun ein großer Touchscreen, Navigationssystem, Rückfahrkamera, beheizte und belüftete Sitze vorne und hinten, ein Panorama-Glasdach sowie fortschrittliche Assistenzsysteme wie Spurhalteassistent, Totwinkelwarner und adaptive Geschwindigkeitsregelung. Die zweite Generation unterstrich Hyundais Anspruch, technologisch und qualitativ mit etablierten Premiummarken gleichzuziehen.

Facelift der zweiten Generation (2014–2017)

2014 erhielt der Azera HG ein dezentes Facelift, das sich hauptsächlich auf optische Details und Technologie-Updates konzentrierte. Die Frontschürze wurde leicht überarbeitet, die Scheinwerfer erhielten modernere LED-Elemente, und der Kühlergrill wurde breiter und dominanter gestaltet. Am Heck wurden die Rückleuchten mit neuer LED-Grafik ausgestattet. Im Innenraum ergänzte Hyundai das Infotainment-System um neue Funktionen und verbesserte die Konnektivität. Die Motorenpalette blieb weitgehend unverändert, allerdings arbeitete Hyundai an der Effizienz und senkte den Verbrauch leicht durch optimierte Motorsteuerung und geringere Reibungsverluste. Das Facelift sollte das Modell für die letzten Jahre der zweiten Generation frisch halten, bevor 2017 die Produktion dieser Baureihe auslief.

Die dritte Generation: IG (2017–2019)

Die dritte und bislang letzte Generation des Hyundai Azera erschien 2017 ausschließlich für den südkoreanischen Markt als Grandeur IG sowie für einige ausgewählte asiatische Märkte. Der nordamerikanische Markt erhielt dieses Modell nicht mehr, da Hyundai dort bereits die Genesis-Marke etabliert hatte. Das Design der dritten Generation folgte einer eleganteren und zurückhaltenderen Linie im Vergleich zum dramatischen Vorgänger. Die Proportionen wurden harmonischer, die Linienführung reduzierter und die Front zeigte einen großen, kaskadenförmigen Kühlergrill im Stil der Genesis-Modelle. Mit 4,93 Metern Länge blieb die Limousine kompakt genug für asiatische Innenstädte, bot jedoch einen großzügigen Innenraum mit besonders viel Beinfreiheit im Fond.

Die Motorenpalette der dritten Generation umfasste mehrere Optionen: einen 2,4-Liter-Vierzylinder mit 138 kW (188 PS), einen 2,5-Liter-Vierzylinder mit 142 kW (193 PS), einen 3,0-Liter-V6 mit 186 kW (253 PS) und optional einen 3,3-Liter-V6 mit 220 kW (299 PS). Neu war auch eine Hybrid-Variante, die den 2,4-Liter-Benziner mit einem Elektromotor kombinierte und eine Systemleistung von 158 kW (215 PS) bot. Alle Motoren wurden mit einer Sechsgang-Automatik oder einer modernen Achtgang-Automatik kombiniert. Die technische Ausstattung erreichte ein neues Niveau mit Semi-autonomen Fahrfunktionen, 360-Grad-Kamera, Head-up-Display, Gestensteuerung für das Infotainment und einem hochauflösenden 12,3-Zoll-Digitaldisplay.

Warum der Azera Deutschland nie erreichte

Für den deutschen und europäischen Markt entschied sich Hyundai bewusst gegen den Azera. Stattdessen setzte die Marke auf andere Strategien zur Markenpositionierung im Premiumsegment. Zunächst versuchte Hyundai mit dem Genesis (2008–2016) als eigenständiges Modell Fuß zu fassen. Als diese Strategie nur mäßig erfolgreich war, gründete der Konzern 2015 Genesis als eigenständige Luxusmarke, die heute mit Modellen wie G70, G80 und G90 gegen deutsche Premiumhersteller antritt. Der europäische Markt galt als zu kompetitiv und anspruchsvoll für den Azera, der trotz seiner Qualitäten nicht die Markenstärke und das Prestige europäischer oder japanischer Premium-Konkurrenten erreichte.

Zudem bevorzugen europäische Käufer in dieser Fahrzeugklasse eher Dieselmotoren oder kleinere, effizientere Aggregate, während der Azera hauptsächlich auf großvolumige Benziner setzte. Die Positionierung zwischen gehobener Mittelklasse und Oberklasse war in Europa schwierig, da hier traditionell deutsche Hersteller dominieren. Hyundai konzentrierte sich daher auf Modelle wie den i40 in der Mittelklasse und später auf SUVs wie den Santa Fe und Tucson, die deutlich erfolgreicher waren. Die Entscheidung, den Azera nicht nach Deutschland zu bringen, erwies sich retrospektiv als richtig, da die Genesis-Marke heute die Premium-Ambitionen des Konzerns besser repräsentiert und gezielter positioniert ist.

Technische Besonderheiten und Innovationen

Über alle Generationen hinweg zeichnete sich der Azera durch eine überdurchschnittliche Serienausstattung aus, die oft Features beinhaltete, die bei europäischen Konkurrenten nur gegen Aufpreis erhältlich waren. Dazu gehörten adaptive Dämpfer, belüftete Sitze, Premium-Soundsysteme von Marken wie Lexicon oder Infinity, elektrische Heckklappe bei späteren Versionen und umfangreiche Assistenzsysteme. Die dritte Generation war eine der ersten Hyundai-Limousinen mit semi-autonomen Fahrfunktionen, die Lenken, Beschleunigen und Bremsen in bestimmten Situationen übernahmen. Der Fokus auf Komfort, Geräuschdämmung und Langstreckentauglichkeit blieb über alle Generationen konstant und machte den Azera besonders in Nordamerika und Asien zur beliebten Wahl für geschäftliche Vielfahrer und als Chauffeur-Limousine.

Hyundai Azera leasen (bald verfügbar)

Historie

Vorgänger-Generationen

Historische Baureihen und Facelifts des Hyundai Azera.

HG Facelift (2014–2017)Facelift

20142017 · Limousine

Das Facelift von 2014 brachte dezente optische Updates mit überarbeiteter Front, breiterer Kühlergrill-Gestaltung und neuer LED-Grafik an Scheinwerfern und Rückleuchten. Technisch wurde das Infotainment-System aktualisiert und die Konnektivität verbessert. Die Motoren blieben weitgehend unverändert, wurden aber durch optimierte Steuerung und geringere Reibungsverluste effizienter. Das Facelift hielt die zweite Generation bis 2017 frisch, bevor die Produktion für die meisten Märkte endete.

antrieb
Frontantrieb
leistung
213 kW (290 PS)
besonderheiten
Überarbeitete Front- und Heckpartie, modernisierte LED-Lichttechnik, verbessertes Infotainment, optimierter Verbrauch
motorisierungen
3,3-Liter-V6, 3,8-Liter-V6

HG (2011–2014)

20112014 · Limousine

Die zweite Generation (HG) brachte 2011 ein deutlich moderneres Design nach Hyundais Fluidic Sculpture-Philosophie. Die Limousine wuchs leicht auf 4,92 Meter Länge und 1,86 Meter Breite. Der 3,3-Liter-V6 leistete nun 213 kW (290 PS), die neue Sechsgang-Automatik schaltete geschmeidiger. Touchscreen, Navigation, Panoramadach und fortschrittliche Assistenzsysteme wie Spurhalteassistent und Totwinkelwarner gehörten zur Serienausstattung. Die zweite Generation unterstrich Hyundais Premiumanspruch deutlich.

antrieb
Frontantrieb
leistung
213 kW (290 PS), 3,8-Liter-V6
besonderheiten
Fluidic Sculpture Design, Sechsgang-Automatik, verbesserte Geräuschdämmung, modernste Assistenzsysteme
motorisierungen
3,3-Liter-V6, 3,8-Liter-V6

TG (2005–2011)

20052011 · Limousine

Die erste Generation des Hyundai Azera (TG) erschien 2005 als Hyundais Einstieg ins Premiumsegment. Mit 4,89 Metern Länge bot die Limousine viel Platz und eine luxuriöse Ausstattung mit Ledersitzen, Holzapplikationen und umfangreicher Sicherheitstechnik. Angetrieben wurde sie von V6-Motoren mit 3,3 oder 3,8 Litern Hubraum, kombiniert mit einer Fünfgang-Automatik und Frontantrieb. Das klassische Design und der komfortorientierte Charakter machten den Azera vor allem in Nordamerika erfolgreich.

antrieb
Frontantrieb
leistung
173–198 kW (235–269 PS)
besonderheiten
Erste Premium-Limousine von Hyundai, umfangreiche Serienausstattung, V6-Motoren, Fünfgang-Automatik
motorisierungen
3,3-Liter-V6, 3,8-Liter-V6

Häufige Fragen

Wurde der Hyundai Azera in Deutschland verkauft?

Nein, der Hyundai Azera wurde offiziell nie für den deutschen oder europäischen Markt angeboten. Er war hauptsächlich in Nordamerika, Südkorea und ausgewählten asiatischen Märkten erhältlich. In Europa setzte Hyundai stattdessen auf andere Modelle und später auf die eigenständige Luxusmarke Genesis.

Wie viele Generationen des Hyundai Azera gab es?

Es gab drei Generationen des Hyundai Azera: die erste (TG, 2005–2011), die zweite (HG, 2011–2017) mit Facelift 2014, und die dritte Generation (IG, 2017–2019), die nur noch in wenigen Märkten angeboten wurde.

Welche Motoren hatte der Hyundai Azera?

Der Azera wurde hauptsächlich mit V6-Benzinmotoren angeboten: 3,3-Liter-V6 (173–220 kW) und 3,8-Liter-V6 (198 kW). Die dritte Generation bot zusätzlich Vierzylinder-Motoren (2,4–2,5 Liter) und eine Hybrid-Variante mit 158 kW Systemleistung.

Ist der Hyundai Azera mit dem Genesis verwandt?

Ja, der Azera teilte sich die Plattform und viele technische Komponenten mit dem Hyundai Genesis. Beide Modelle dienten dazu, Hyundai im Premiumsegment zu etablieren. Der Genesis wurde später zur eigenständigen Luxusmarke, während der Azera auslief.

Warum wurde die Produktion des Azera eingestellt?

Die Produktion endete 2019, da Hyundai seine Premiumstrategie auf die eigenständige Genesis-Marke fokussierte. In Nordamerika wurde der Azera nicht mehr benötigt, da Genesis-Modelle diese Rolle übernahmen. In Südkorea läuft der Grandeur (Azera) jedoch in neuer Generation weiter.