Erste Generation RD (1996–2001): Der Einstieg ins Coupé-Segment
Die erste Generation des Hyundai Coupé wurde 1996 vorgestellt und intern als RD bezeichnet. Das Design stammte von einem externen Designbüro in Kalifornien und präsentierte sich mit einer keilförmigen Silhouette, Klappscheinwerfern und einer markanten Gürtellinie. Für damalige Verhältnisse bot das Coupé ein modernes und dynamisches Erscheinungsbild, das sich deutlich von den eher konservativen Limousinen und Kombis von Hyundai abhob. Die Karosserie war ausschließlich als 2+2-sitziges Coupé mit drei Türen erhältlich – zwei große Türen vorn und eine Heckklappe.
Technisch basierte das RD auf der Plattform des Hyundai Elantra und wurde zunächst mit zwei Vierzylinder-Ottomotoren angeboten: einem 1,6-Liter-Motor mit 84 kW (114 PS) und einem 2,0-Liter-Aggregat mit 102 kW (139 PS). Später kamen ein stärkerer 1,8-Liter-Motor sowie ein 2,0-Liter-Vierzylinder mit bis zu 104 kW (141 PS) hinzu. Die Motoren waren wahlweise mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe oder einer Viergang-Automatik kombinierbar. Der Antrieb erfolgte ausschließlich über die Vorderachse. Das Fahrwerk war straffer abgestimmt als bei den Limousinen der Marke, bot jedoch mehr Komfort als reine Sportwagen. In Deutschland wurde das Hyundai Coupé zu einem attraktiven Einstiegspreis angeboten und richtete sich vor allem an junge Käufer, die ein sportliches Design suchten, aber nicht die Preise europäischer oder japanischer Premiummarken zahlen wollten.
Facelift der ersten Generation (1999–2001)
1999 erhielt die erste Generation ein Facelift, bei dem die Klappscheinwerfer durch moderne Festscheinwerfer ersetzt wurden – ein Schritt, der dem Coupé ein zeitgemäßeres Gesicht verlieh. Auch die Front- und Heckpartie wurden überarbeitet, die Rückleuchten neu gestaltet und das Interieur aufgewertet. Die Motorenpalette blieb weitgehend identisch, wurde jedoch in einigen Märkten um leistungsstärkere Varianten ergänzt. Das Facelift verbesserte die Wahrnehmung des Modells, konnte aber nicht verhindern, dass das Hyundai Coupé in Europa weiterhin ein Nischendasein fristete. Dennoch legte das RD den Grundstein für die sportliche Ausrichtung der Marke und zeigte, dass Hyundai auch außerhalb des Volumensegments Fahrzeuge entwickeln konnte.
Zweite Generation GK (2001–2008): Reifer Auftritt und mehr Leistung
Im Jahr 2001 stellte Hyundai die zweite Generation des Coupés vor, die intern die Bezeichnung GK trug. Das Design wurde komplett überarbeitet und orientierte sich stärker an europäischen Sportwagen. Die Linienführung war fließender, die Proportionen ausgewogener, und das Heck präsentierte sich mit einer breiten Schulterpartie und markanten Rückleuchten. Die Klappscheinwerfer waren Geschichte, stattdessen setzten die Designer auf moderne Scheinwerfereinheiten. Das GK war größer und schwerer als sein Vorgänger, wirkte aber deutlich hochwertiger und erwachsener.
Die Motorenpalette wurde ebenfalls erweitert. Zum Marktstart standen ein 1,6-Liter-Vierzylinder mit 77 kW (105 PS) und ein 2,0-Liter-Motor mit 104 kW (141 PS) zur Verfügung. Das Highlight war jedoch der neu entwickelte 2,7-Liter-V6-Motor, der 125 kW (170 PS) leistete und dem Hyundai Coupé erstmals echte Sportwagenqualitäten verlieh. Dieser V6 wurde später auf 130 kW (177 PS) aufgewertet. Auch bei der zweiten Generation war der Antrieb ausschließlich über die Vorderachse, gekoppelt mit Fünf- oder Sechsgang-Schaltgetrieben sowie optional einer Viergang-Automatik. Das Fahrwerk der GK-Generation war sportlicher abgestimmt, bot aber weiterhin einen guten Kompromiss zwischen Komfort und Dynamik. In Deutschland wurde das Modell weiterhin als Hyundai Coupé vermarktet, in den USA und anderen Märkten hingegen als Tiburon.
Facelift der zweiten Generation (2004–2008)
2004 wurde die zweite Generation überarbeitet. Das Facelift brachte eine neue Frontpartie mit markanter Kühlergrille, überarbeitete Scheinwerfer und eine modifizierte Heckansicht. Der Innenraum erhielt neue Materialien, eine überarbeitete Instrumententafel und modernere Ausstattungsoptionen. Die Motorenpalette wurde ebenfalls angepasst: Der 1,6-Liter-Vierzylinder entfiel in vielen Märkten, während die 2,0-Liter- und 2,7-Liter-Aggregate optimiert wurden. In Südkorea und den USA kam zudem eine noch stärkere 2,0-Liter-Turbovariante auf den Markt, die jedoch nicht in Deutschland angeboten wurde. Das Facelift konnte die Verkaufszahlen stabilisieren, aber das Interesse am klassischen Coupé-Segment ließ weltweit nach, und Hyundai entschied sich, die Produktion des Coupés 2008 endgültig einzustellen.
Ende der Produktion und Nachfolger
Nach dem Produktionsende 2008 gab es keinen direkten Nachfolger für das Hyundai Coupé auf dem deutschen Markt. Hyundai konzentrierte sich in der Folgezeit auf SUVs, Limousinen und Kombis. In Nordamerika führte die Luxusmarke Genesis das Genesis Coupé ein, das auf einer Hinterradantriebsplattform basierte und mit Vier- und Sechszylindermotoren angeboten wurde. Dieses Modell wurde jedoch nie offiziell in Europa verkauft. In Europa selbst erschien 2011 der Hyundai Veloster, ein unkonventionelles 2+1-türiges Coupé mit asymmetrischer Türenanordnung, das jedoch eine andere Zielgruppe ansprach und eher als Lifestyle-Fahrzeug denn als klassisches Sportwagen-Coupé positioniert wurde. Heute erinnert das Hyundai Coupé an eine Zeit, in der die Marke versuchte, mit erschwinglichen und optisch ansprechenden Sportcoupés Fuß zu fassen – eine Strategie, die zwar nicht zu großem kommerziellen Erfolg führte, aber wichtige Erfahrungen für die weitere Entwicklung der Marke lieferte.
Bedeutung für den deutschen Markt
In Deutschland blieb das Hyundai Coupé stets ein Nischenprodukt. Die Verkaufszahlen waren bescheiden, und das Modell konnte sich nie gegen etablierte europäische oder japanische Konkurrenten durchsetzen. Dennoch fand das Coupé eine kleine, aber treue Fangemeinde, die das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis, die solide Verarbeitung und die umfangreiche Serienausstattung schätzte. Gebrauchtwagen der beiden Generationen sind heute auf dem Markt kaum noch präsent, und gut erhaltene Exemplare gelten unter Liebhabern als interessante Youngtimer. Das Hyundai Coupé steht heute symbolisch für den Aufbruch der Marke Hyundai in neue Segmente und den Versuch, sich als ernstzunehmender Hersteller auch jenseits von Volumenmodellen zu etablieren.