Markteinführung und erste Generation (2011-2015)
Der Hyundai i40 debütierte im März 2011 auf dem Genfer Autosalon zunächst als Kombi-Variante (Tourer), die im Sommer 2011 in den Handel kam. Die viertürige Limousine folgte wenige Monate später im November 2011. Diese Markteinführungsstrategie war ungewöhnlich, da Hyundai damit bewusst die in Europa beliebte Kombi-Variante in den Vordergrund stellte. Das Design stammte aus der Feder von Thomas Bürkle im Hyundai-Designzentrum in Rüsselsheim und zeigte die damals neue Formensprache der Koreaner mit der markanten Fluidic-Sculpture-Designphilosophie. Der i40 präsentierte sich mit dynamisch gezeichneter Karosserie, großem Hexagon-Kühlergrill und sportlicher Linienführung, die sich deutlich von den eher konservativen Vorgängern abhob.
Zum Marktstart bot Hyundai den i40 mit einer Auswahl an Benzin- und Dieselmotoren an. Bei den Benzinern standen ein 1,6-Liter-Motor mit 135 PS sowie ein 2,0-Liter-Aggregat mit 177 PS zur Verfügung. Die Dieselpalette umfasste einen 1,7-Liter-CRDi mit 115 oder 136 PS sowie einen 2,0-Liter-CRDi mit 136 oder 150 PS. Alle Motoren erfüllten die Euro-5-Norm. Je nach Motorisierung waren ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe oder eine Sechsgang-Automatik verfügbar. Der Antrieb erfolgte ausschließlich über die Vorderachse. Die Ausstattungslinien hießen Trend, Classic, Style und Premium, wobei bereits die Basisversion serienmäßig ESP, sechs Airbags, Klimaanlage und elektrische Fensterheber vorne und hinten bot.
Besonders hervorzuheben war das Raumangebot des i40: Die Limousine maß 4.740 mm in der Länge, der Kombi 4.745 mm. Der Radstand betrug 2.770 mm, was großzügige Platzverhältnisse im Fond ermöglichte. Der Kofferraum fasste bei der Limousine 525 Liter, beim Kombi zwischen 553 und 1.719 Liter bei umgeklappter Rückbank. Damit spielte der i40 in der oberen Liga des Segments. Die Verarbeitung und Materialqualität waren für Hyundai-Verhältnisse deutlich verbessert, erreichten aber noch nicht ganz das Niveau der deutschen Premium-Konkurrenz. Hyundai bot auf den i40 die für damalige Verhältnisse außergewöhnliche Fünfjahresgarantie ohne Kilometerbegrenzung an, was ein wichtiges Verkaufsargument darstellte.
Facelift 2015
Im Frühjahr 2015 unterzog Hyundai den i40 einem Facelift, das auf dem Genfer Autosalon im März präsentiert wurde. Die überarbeitete Version kam im Sommer 2015 zu den Händlern. Die Designänderungen fielen moderat aus: Die Front erhielt einen modifizierten Kühlergrill mit horizontalen Chromstreben, neue Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht und eine überarbeitete Stoßfängergestaltung. Am Heck gab es ebenfalls leicht modifizierte Leuchten und einen angepassten Stoßfänger. Im Innenraum veränderte sich vor allem das Infotainment-System, das nun mit einem größeren Touchscreen ausgestattet war und über die Hyundai Blue Link Konnektivitätsdienste verfügte.
Wichtiger als die optischen Retuschen waren die technischen Überarbeitungen. Hyundai optimierte die Motorenpalette und bot nun einen 1,6-Liter-GDI-Benziner mit 135 PS, einen 2,0-Liter-GDI mit 166 PS (zuvor 177 PS) sowie bei den Dieseln weiterhin den 1,7-Liter-CRDi mit 115 oder 141 PS (zuvor 136 PS) und den 2,0-Liter-CRDi mit 136 oder 141 PS an. Alle Motoren erfüllten nun die Euro-6-Abgasnorm. Der Verbrauch wurde durch verschiedene Maßnahmen wie optimierte Aerodynamik, Start-Stopp-System und verbessertes Thermomanagement gesenkt. Der sparsamste Diesel verbrauchte nun kombiniert nur noch 4,3 Liter auf 100 Kilometer.
Das Facelift brachte auch neue Ausstattungslinien: Die Einstiegsversion hieß nun Classic, darüber rangierten Comfort, Trend, Style und Premium. Neu verfügbar waren unter anderem ein adaptiver Tempomat, ein Spurhalteassistent, ein Toter-Winkel-Warner und eine Rückfahrkamera. Die Sitze wurden überarbeitet und boten nun noch mehr Komfort auf langen Strecken. Das Fahrwerk erhielt eine leichte Abstimmungsänderung, die zu einem etwas strafferen, direkteren Fahrverhalten führte, ohne den Komfort zu beeinträchtigen. Die elektrische Servolenkung wurde ebenfalls überarbeitet und lieferte nun präziseres Feedback.
Ende der Produktion und Marktstellung
Trotz solider Qualitäten konnte sich der Hyundai i40 im europäischen Mittelklasse-Segment nie wirklich etablieren. Die Verkaufszahlen blieben hinter den Erwartungen zurück, was vor allem am schrumpfenden Gesamtmarkt für klassische Limousinen und Kombis der Mittelklasse lag. Viele Kunden wechselten in diesem Zeitraum zu SUVs, die auch Hyundai zunehmend im Portfolio stärkte. In Deutschland lagen die jährlichen Neuzulassungen meist im niedrigen vierstelligen Bereich, während Platzhirsche wie Passat, Mondeo oder Insignia trotz rückläufiger Zahlen deutlich höhere Volumina erzielten.
Im Jahr 2019 stellte Hyundai die Produktion des i40 ein, ohne einen direkten Nachfolger zu benennen. Die Lücke in der Modellpalette wurde faktisch durch SUVs wie den Tucson und den Santa Fe geschlossen, die ähnliche Raumangebote boten und dem Zeitgeist besser entsprachen. Für einige Märkte außerhalb Europas, insbesondere Südkorea und Australien, blieb der technisch verwandte Sonata weiterhin erhältlich, der dort eine ähnliche Rolle einnahm. In Europa markierte das Ende des i40 das vorläufige Aus für Hyundai-Limousinen und -Kombis im klassischen Mittelklasse-Segment.
Aus heutiger Sicht wird der i40 als solides, zuverlässiges Familienfahrzeug mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis bewertet. Besonders die Kombi-Version findet auf dem Gebrauchtwagenmarkt Liebhaber, die großen Stauraum, moderate Unterhaltskosten und die lange Hyundai-Garantie schätzen. Die Motoren, insbesondere die Diesel, gelten als langlebig und robust. Schwachpunkte sind gelegentliche Probleme mit der Doppelkupplungsautomatik bei höheren Laufleistungen und die im Vergleich zur deutschen Konkurrenz etwas schlichtere Innenraumgestaltung. Insgesamt hinterlässt der i40 ein positives Bild als unterschätzter Allrounder, der seiner Zeit vielleicht etwas voraus war – oder einfach zur falschen Zeit auf den Markt kam, als das Interesse an klassischen Mittelklasse-Fahrzeugen bereits zu schwinden begann.
Technische Besonderheiten und Innovationen
Für ein Fahrzeug der Mittelklasse bot der i40 bereits zur Markteinführung eine beachtliche Serienausstattung. Selbst in der Basisversion waren Annehmlichkeiten an Bord, die bei deutschen Herstellern oft Aufpreislisten füllten. Dazu gehörten unter anderem beheizbare Außenspiegel, ein Bordcomputer, ein CD-Radio mit MP3-Funktion und USB-Anschluss sowie eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung. In höheren Ausstattungslinien gab es ein Panorama-Glasschiebedach, Leder-Sportsitze mit elektrischer Verstellung und Memory-Funktion, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Xenon-Scheinwerfer und ein Premium-Soundsystem.
Nach dem Facelift 2015 rückte Hyundai auch bei den Assistenzsystemen nach. Der adaptive Tempomat mit Stop-and-Go-Funktion, der Spurhalteassistent und der autonome Notbremsassistent waren Technologien, die zuvor vor allem in der Premiumklasse zu finden waren. Der Toter-Winkel-Warner und die Rückfahrkamera erhöhten die Sicherheit im Alltag spürbar. In den Euro-NCAP-Crashtests erreichte der i40 allerdings nur vier von fünf Sternen, was vor allem an der zum Testzeitpunkt noch fehlenden Ausstattung mit modernen Assistenzsystemen lag. Nach dem Update verbesserte sich die Bewertung.
Ein weiteres Verkaufsargument war die bereits erwähnte Fünfjahresgarantie ohne Kilometerbegrenzung, die Hyundai als einer der ersten Volumenhersteller in Europa anbot. Diese wurde später auf alle Hyundai-Modelle ausgeweitet und gilt bis heute als wichtiges Unterscheidungsmerkmal der Marke. Für viele Käufer, insbesondere Vielfahrer und Gewerbetreibende, war diese Garantie ein entscheidender Faktor bei der Kaufentscheidung, da sie Planungssicherheit bei den Unterhaltskosten bot.