Die erste und einzige Generation: LM (2010–2015)
Der Hyundai ix35 der Baureihe LM wurde im März 2010 auf dem Genfer Autosalon präsentiert und kam im Frühjahr desselben Jahres auf den deutschen Markt. Das Design stammte aus der Feder von Thomas Bürkle und folgte Hyundais damals neuer Designphilosophie "Fluidic Sculpture", die fließende Linien und eine dynamische Silhouette betonte. Mit einer Länge von 4.410 mm, einer Breite von 1.820 mm und einer Höhe von 1.670 mm positionierte sich der ix35 im Herzen des kompakten SUV-Segments. Der markante Kühlergrill mit Chromspange, die hochgezogenen Scheinwerfer und die kräftig ausgestellten Radhäuser verliehen dem Fahrzeug einen selbstbewussten Auftritt. Der Innenraum bot Platz für fünf Personen und ein Kofferraumvolumen von 465 Litern, das sich bei umgeklappter Rückbank auf bis zu 1.436 Liter erweitern ließ.
Zum Marktstart bot Hyundai den ix35 mit einer breiten Palette an Benzin- und Dieselmotoren an. Bei den Benzinern standen zunächst ein 1,6-Liter-Motor mit 135 PS sowie ein 2,0-Liter-Aggregat mit 166 PS zur Wahl. Die Dieselmotorpalette umfasste einen 1,7-Liter-CRDi mit 115 PS und einen stärkeren 2,0-Liter-CRDi, der wahlweise mit 136 PS oder 184 PS erhältlich war. Alle Motoren erfüllten die Euro-5-Norm. Je nach Motorisierung und Ausstattung konnten Kunden zwischen Frontantrieb und Allradantrieb wählen, wobei letzterer über eine elektronisch gesteuerte Kupplung verfügte. Die Kraftübertragung erfolgte serienmäßig über ein 6-Gang-Schaltgetriebe, optional stand für einige Varianten auch eine 6-Gang-Automatik zur Verfügung. Die Fahrwerksabstimmung orientierte sich klar an Straßentauglichkeit und Komfort, während die Offroad-Fähigkeiten solide, aber nicht herausragend waren.
Facelift 2013: Optische Auffrischung und technische Verbesserungen
Im Frühjahr 2013 unterzog Hyundai den ix35 einem umfassenden Facelift, das sowohl optische als auch technische Neuerungen brachte. Die Frontpartie wurde überarbeitet und erhielt einen breiteren Kühlergrill mit horizontalen Chromstreben, neue Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht sowie eine neu gestaltete Stoßfänger. Am Heck gab es ebenfalls modifizierte Rückleuchten und einen dezent angepassten Stoßfänger. Im Innenraum verbesserte Hyundai die Materialqualität und führte ein neues Infotainmentsystem mit 7-Zoll-Touchscreen ein, das Navigation, Bluetooth und eine Rückfahrkamera integrieren konnte. Die Bedienung wurde intuitiver gestaltet, und die Verarbeitung erreichte ein höheres Niveau.
Technisch blieb die Motorenpalette weitgehend erhalten, allerdings optimierte Hyundai die Aggregate hinsichtlich Verbrauch und Emissionen. Der 1,7-Liter-Diesel wurde auf 116 PS aufgewertet, während der 2,0-Liter-Diesel in der stärkeren Variante nun 185 PS leistete. Der Verbrauch sank bei allen Motorisierungen leicht, und die Effizienz verbesserte sich spürbar. Gleichzeitig erweiterte Hyundai das Sicherheitspaket: Serienmäßig waren nun sechs Airbags, ESP und Berganfahrassistent an Bord, während je nach Ausstattungslinie auch Spurhalteassistent, Toter-Winkel-Warner und aktiver Tempomat verfügbar wurden. Diese Assistenzsysteme waren für die Klasse und Preislage damals noch nicht selbstverständlich und unterstrichen Hyundais Anspruch, moderne Technologie auch in erschwinglichen Modellen anzubieten.
Brennstoffzellen-Version ix35 Fuel Cell
Eine technische Besonderheit war der Hyundai ix35 Fuel Cell, der ab 2013 als eines der ersten in Serie produzierten Brennstoffzellen-Fahrzeuge weltweit angeboten wurde. Der ix35 Fuel Cell wurde in sehr kleinen Stückzahlen gebaut und hauptsächlich an Flottenkunden, Behörden und im Rahmen von Pilotprojekten verleast. Der Elektromotor leistete 100 kW (136 PS), und die Reichweite lag bei rund 500 Kilometern. Die Betankung mit Wasserstoff dauerte etwa fünf Minuten, was im Vergleich zu damaligen Batterie-Elektrofahrzeugen ein deutlicher Vorteil war. In Deutschland wurden einzelne Fahrzeuge unter anderem von der Bundesregierung, Energieversorgern und Taxiunternehmen eingesetzt. Die begrenzte Wasserstoff-Infrastruktur und die hohen Produktionskosten verhinderten jedoch eine breitere Marktdurchdringung. Dennoch gilt der ix35 Fuel Cell als wichtiger Meilenstein in der Brennstoffzellentechnologie und bewies, dass Hyundai technologisch auf Augenhöhe mit etablierten Premiumherstellern agieren konnte.
Ausstattungslinien und Marktpositionierung
Der Hyundai ix35 wurde in Deutschland in den Ausstattungslinien Trend, Style und Premium angeboten. Die Basisversion Trend bot bereits serienmäßig Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung und ein Audio-System. Die mittlere Style-Ausstattung fügte unter anderem 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Sitzheizung, Tempomat und ein Lederlenkrad hinzu. Das Topmodell Premium wartete mit Lederausstattung, Panorama-Glasdach, Xenon-Scheinwerfern und dem großen Navigationssystem auf. Die Preise starteten 2010 bei etwa 19.990 Euro für die Basisversion mit Frontantrieb und dem kleinsten Benziner, während die top-ausgestatteten Allrad-Diesel-Varianten über 35.000 Euro kosteten. Damit lag der ix35 deutlich günstiger als vergleichbare deutsche Konkurrenten, bot aber eine umfangreiche Serienausstattung und die damals branchenweit längste Garantie von fünf Jahren ohne Kilometerbegrenzung.
Verkaufszahlen und Markterfolg
In Deutschland entwickelte sich der ix35 zu einem der erfolgreichsten Modelle von Hyundai. Zwischen 2010 und 2015 wurden hierzulande über 100.000 Einheiten zugelassen, was den ix35 zu einem festen Bestandteil des deutschen SUV-Marktes machte. Besonders die Dieselvarianten mit Allradantrieb waren gefragt, aber auch die günstigen Fronttriebler fanden ihre Käufer. Der ix35 profitierte vom allgemeinen SUV-Boom, von Hyundais wachsender Reputation und vom attraktiven Gesamtpaket aus Preis, Ausstattung und Garantie. Kritiker lobten das gute Platzangebot, die solide Verarbeitung und die zuverlässige Technik, bemängelten aber mitunter das nicht ganz so dynamische Fahrverhalten und die Innenraumakustik bei höheren Geschwindigkeiten.
Das Ende des ix35 und die Rückkehr zum Tucson-Namen
2015 endete die Produktion des ix35, und Hyundai kehrte zur ursprünglichen Tucson-Bezeichnung zurück. Die dritte Generation des Tucson (TL) übernahm nahtlos die Rolle des ix35 und setzte auf eine noch modernere Optik, effizientere Motoren und umfangreichere Sicherheits- und Assistenzsysteme. Der Name ix35 verschwand damit aus dem europäischen Programm, und Hyundai vereinheitlichte die Modellbezeichnungen weltweit. Heute wird der ix35 auf dem Gebrauchtwagenmarkt noch häufig angeboten und gilt als zuverlässiger, gut ausgestatteter und preiswerter Einstieg in die SUV-Klasse. Die robusten Motoren, die lange Garantie und die solide Verarbeitung machen ihn zu einem beliebten Gebrauchtwagen, insbesondere für Käufer, die Wert auf Praxistauglichkeit und niedrige Unterhaltskosten legen. Der ix35 bleibt damit ein wichtiger Baustein in Hyundais Erfolgsgeschichte in Europa und ein Symbol für die Transformation der Marke vom Billiganbieter zum etablierten Volumenhersteller mit ernstzunehmendem Produktportfolio.