Die erste Generation (2018-2023): Pionierarbeit im kompakten Elektro-SUV-Segment
Hyundai brachte den Kona Elektro im Frühjahr 2018 auf den deutschen Markt und erwischte damit einen günstigen Zeitpunkt: Die Nachfrage nach bezahlbaren Elektroautos mit alltagstauglicher Reichweite stieg deutlich, das Angebot war jedoch begrenzt. Der Kona Elektro basierte auf der gleichen Plattform wie die Verbrenner-Varianten des Kona, wurde aber mit einem vollständig elektrischen Antriebsstrang ausgestattet. Anfangs standen zwei Batterievarianten zur Wahl: eine 39,2-kWh-Version mit 100 kW (136 PS) und einer WLTP-Reichweite von 305 Kilometern sowie eine 64-kWh-Variante mit 150 kW (204 PS) und bis zu 484 Kilometern Reichweite. Beide Versionen waren ausschließlich mit Frontantrieb erhältlich.
Die Ladeleistung lag bei der kleinen Batterie bei maximal 44 kW DC, bei der großen Batterie bei bis zu 77 kW DC. Damit ließ sich die 64-kWh-Batterie in rund 47 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufladen – für damalige Verhältnisse ein solider Wert. Das Design des ersten Kona Elektro unterschied sich nur minimal von den Verbrenner-Versionen: Ein geschlossener Kühlergrill, spezifische Felgen und blaue Akzente signalisierten den elektrischen Antrieb. Der Innenraum bot Platz für fünf Personen und einen Kofferraum von 332 Litern, der sich bei umgeklappter Rückbank auf 1.114 Liter erweitern ließ – etwas weniger als bei den Verbrenner-Varianten, da die Batterie unter dem Fahrzeugboden Platz beanspruchte.
Der Kona Elektro der ersten Generation traf den Nerv der Zeit: Wartezeiten von mehreren Monaten waren keine Seltenheit, viele Interessenten mussten sich gedulden. Die Kombination aus kompakter Größe, SUV-Optik, ordentlicher Reichweite und vergleichsweise günstigem Preis (ab etwa 34.000 Euro vor Abzug der Umweltprämie) machte ihn zu einem der meistverkauften Elektroautos in Deutschland. Kritik gab es vor allem an den Materialien im Innenraum, die teilweise hart und wenig hochwertig wirkten, sowie am begrenzten Ladevolumen.
Facelift 2020: Optische Auffrischung und verbesserte Technik
Im Jahr 2020 erhielt der Kona Elektro sein erstes Facelift. Die Änderungen betrafen vor allem das Design: Die Front wurde überarbeitet, neue LED-Scheinwerfer und ein modifizierter Kühlergrill-Bereich (weiterhin geschlossen) verliehen dem Elektro-SUV einen frischeren Auftritt. Auch die Heckpartie wurde leicht modifiziert, neue Felgendesigns kamen hinzu. Im Innenraum gab es dezente Updates, darunter neue Materialien und ein überarbeitetes Infotainmentsystem mit einem 10,25-Zoll-Touchscreen in den höheren Ausstattungslinien. Die kleine Batterievariante wurde auf 39,2 kWh belassen, die große Batterie behielt ebenfalls ihre Kapazität von 64 kWh.
Wichtiger als die optischen Änderungen waren die technischen Verbesserungen: Hyundai erhöhte die DC-Ladeleistung der großen Batterie von 77 kW auf bis zu 100 kW, wodurch sich die Ladezeit von 10 auf 80 Prozent auf rund 43 Minuten verkürzte. Die Motorleistung blieb unverändert, ebenso die Reichweite. Zusätzlich erweiterte Hyundai das Assistenzsystem-Angebot: Eine verbesserte Version des Spurhalteassistenten, ein Totwinkelassistent mit Rückfahrfunktion und ein Stauassistent gehörten nun zum Programm. Die Preise stiegen leicht, blieben aber im Vergleich zur Konkurrenz attraktiv. Das Facelift festigte die Position des Kona Elektro als eines der beliebtesten Elektroautos im deutschen Markt.
Die zweite Generation (seit 2023): Neues Design und moderne Technik
Mit der zweiten Generation, die im Herbst 2023 auf den deutschen Markt kam, vollzog Hyundai einen radikalen Designwechsel. Der neue Kona Elektro wirkt deutlich moderner und kantiger als sein Vorgänger. Die Pixelgrafik-Scheinwerfer, die bereits vom Ioniq 5 bekannt sind, prägen die Front, die Karosserie ist breiter und muskulöser gezeichnet. Mit einer Länge von 4.355 mm ist die zweite Generation minimal länger als der Vorgänger, wirkt aber deutlich wuchtiger. Im Innenraum setzt Hyundai auf zwei große Displays, die nahtlos ineinander übergehen: ein 12,3-Zoll-Kombiinstrument und ein 12,3-Zoll-Infotainment-Bildschirm. Die Materialqualität hat spürbar zugelegt, Soft-Touch-Oberflächen und hochwertigere Kunststoffe schaffen eine deutlich wertigere Atmosphäre.
Technisch basiert die zweite Generation auf einer überarbeiteten Plattform, die jedoch weiterhin nicht die dedizierte E-GMP-Architektur der Ioniq-Modelle nutzt. Der Kona Elektro wird in zwei Batterievarianten angeboten: mit 48,4 kWh und 154 kW (210 PS) für eine WLTP-Reichweite von bis zu 377 Kilometern sowie mit 65,4 kWh und 160 kW (218 PS) für bis zu 514 Kilometer Reichweite. Die DC-Ladeleistung beträgt bei der großen Batterie bis zu 102 kW, bei der kleinen bis zu 50 kW. Damit lässt sich die 65,4-kWh-Batterie in etwa 41 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden – ein moderater Fortschritt gegenüber dem Vorgänger.
Der Kofferraum fasst nun 466 Liter, bei umgeklappter Rückbank sind es bis zu 1.300 Liter – eine deutliche Verbesserung gegenüber der ersten Generation. Auch der Wendekreis wurde verringert, was die Manövrierfähigkeit in der Stadt verbessert. Die Preise starten bei etwa 42.000 Euro für die kleine Batterievariante, die große Batterie kostet ab rund 48.000 Euro. Damit liegt der neue Kona Elektro preislich über seinem Vorgänger, bietet aber auch spürbar mehr Ausstattung, Reichweite und Komfort.
Marktposition und Konkurrenz
Der Hyundai Kona Elektro konkurriert im deutschen Markt mit Modellen wie dem VW ID.3, dem Kia Niro EV, dem Peugeot e-2008, dem Opel Mokka Electric und dem MG ZS EV. Während der VW ID.3 auf einer reinen Elektro-Plattform basiert und etwas mehr Platz bietet, punktet der Kona Elektro mit seinem klassischen SUV-Design und dem oft günstigeren Einstiegspreis. Der Kia Niro EV, technisch eng verwandt, bietet ähnliche Werte, setzt aber auf ein runderes, weniger kantiges Design. Der Peugeot e-2008 und der Opel Mokka Electric sind kompakter und bieten weniger Reichweite, sind aber ebenfalls deutlich günstiger.
Die Stärke des Kona Elektro liegt in der ausgewogenen Kombination aus Reichweite, Preis, Ausstattung und Alltagstauglichkeit. Er ist kein Technik-Flaggschiff wie die Ioniq-Modelle von Hyundai, aber ein solides, zuverlässiges Elektro-SUV für den täglichen Gebrauch. Die Garantie von fünf Jahren auf das Fahrzeug und acht Jahren oder 160.000 Kilometern auf die Batterie unterstreicht das Vertrauen des Herstellers in die Technik. Mit seinen beiden Batterievarianten deckt der Kona Elektro unterschiedliche Bedürfnisse ab: Die kleinere Batterie eignet sich für Kurzstrecken und Stadtverkehr, die größere Batterie ermöglicht auch längere Fahrten ohne häufiges Nachladen. Insgesamt hat sich der Kona Elektro seit 2018 als einer der wichtigsten Elektro-SUVs im deutschen Markt etabliert und trägt maßgeblich zum Erfolg von Hyundai im Elektrosegment bei.