Erste Generation (2011-2018): Das asymmetrische Original
Der erste Hyundai Veloster wurde 2011 auf der Detroit Auto Show präsentiert und basierte auf der Plattform des Hyundai Elantra. Das markanteste Merkmal war die asymmetrische 2+1-Türenkonfiguration: eine große Tür auf der Fahrerseite und zwei kleinere Türen auf der Beifahrerseite. Diese Lösung sollte die Sportlichkeit eines Coupés mit der Praktikabilität eines viertürigen Fahrzeugs verbinden. Das Design folgte Hyundais damaliger "Fluidic Sculpture"-Designphilosophie mit dynamischen Linien und einem coupéhaften Profil.
Zum Marktstart war der Veloster mit einem 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 103 kW (140 PS) ausgestattet, der mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe oder einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert wurde. In einigen Märkten bot Hyundai auch eine 1,6-Liter-Turbovariante mit 150 kW (204 PS) an. Das Fahrwerk war sportlich abgestimmt, blieb aber alltagstauglich. Der Veloster richtete sich primär an jüngere Käufer, die ein individuelles Design und moderate Sportlichkeit suchten.
2012 führte Hyundai den Veloster Turbo ein, der mit einem aufgeladenen 1,6-Liter-Motor 150 kW (204 PS) leistete und eine deutlich sportlichere Abstimmung erhielt. Diese Variante verfügte über größere Bremsen, ein strafferes Fahrwerk und optische Unterscheidungsmerkmale. 2014 erhielt die erste Generation ein Facelift mit überarbeiteter Frontpartie, modifiziertem Kühlergrill und aktualisierten LED-Tagfahrlichtern. Die Scheinwerfer erhielten eine neue Grafik, und im Innenraum wurden Materialqualität und Infotainmentsystem verbessert. Das Display wuchs auf 7 Zoll, und es wurden zusätzliche Assistenzsysteme integriert.
Veloster N (2018): Der Hochleistungs-Ableger
Mit der Einführung der N-Performance-Marke präsentierte Hyundai 2018 den Veloster N als Hochleistungsvariante der ersten Generation. Dieser war mit einem 2,0-Liter-Turbomotor mit bis zu 202 kW (275 PS) ausgestattet, der in einer Performance-Version sogar 224 kW (305 PS) leistete. Der Veloster N erhielt ein elektronisches Sperrdifferenzial, adaptive Dämpfer, eine verstärkte Bremsanlage von Brembo und ein sportliches Abgassystem mit aktivem Sound. Das Design wurde mit aggressiveren Stoßfängern, größeren Lufteinlässen und einem markanten Heckdiffusor geschärft.
Der Veloster N konkurrierte direkt mit etablierten Kompakt-Sportlern wie dem Volkswagen Golf GTI und dem Honda Civic Type R, bot aber ein individuelleres Design und ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Fahrwerksabstimmung war straff, aber nicht unbequem, und das Fahrzeug bot mehrere Fahrmodi zur Anpassung von Motor, Getriebe und Fahrwerk. In Fachmedien wurde der Veloster N für seine Fahrdynamik und sein emotionales Fahrverhalten gelobt.
Zweite Generation (2018-2022): Evolution mit bekanntem Konzept
Die zweite Generation des Hyundai Veloster debütierte 2018 auf der Detroit Auto Show und behielt das charakteristische asymmetrische Türenkonzept bei. Das Design wurde deutlich geschärft und folgte nun Hyundais "Sensuous Sportiness"-Philosophie mit markanteren Kanten, einem breiteren Kühlergrill und aggressiveren Proportionen. Die Plattform war eine Weiterentwicklung der Vorgängerarchitektur mit verbesserter Steifigkeit und optimierter Gewichtsverteilung.
Die Motorenpalette der zweiten Generation umfasste einen Basis-2,0-Liter-Saugmotor mit 108 kW (147 PS) sowie einen 1,6-Liter-Turbomotor mit 150 kW (201 PS). Beide Motoren konnten mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe oder einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert werden. Der Innenraum wurde deutlich aufgewertet mit hochwertigen Materialien, einem 8-Zoll-Touchscreen-Infotainmentsystem und digitalen Instrumenten in höheren Ausstattungsvarianten. Die Verarbeitungsqualität erreichte ein deutlich höheres Niveau als beim Vorgänger.
Parallel zur Standardversion wurde der Veloster N der zweiten Generation weiterentwickelt und erhielt 2019 zusätzliche Performance-Upgrades. Ein optionales N Performance Package brachte die Leistung auf 224 kW (305 PS) und fügte größere Räder, verbesserte Kühlung und eine Launch-Control-Funktion hinzu. 2020 folgte eine weitere Verfeinerung mit dem DCT-Doppelkupplungsgetriebe als Option, das noch schnellere Schaltvorgänge ermöglichte und den Veloster N noch alltagstauglicher machte.
Das Ende der Produktion
2022 stellte Hyundai die Produktion des Veloster ein, ohne einen direkten Nachfolger anzukündigen. Der Rückzug wurde mit der veränderten Marktnachfrage begründet, die sich zunehmend in Richtung SUVs und Crossover verschob. Die N-Performance-Aktivitäten von Hyundai konzentrierten sich fortan auf den i30 N und später auf den Ioniq 5 N. Der Veloster bleibt jedoch als mutiges Experiment in Erinnerung, das zeigte, dass Hyundai bereit war, unkonventionelle Wege zu gehen und sich als Performance-Marke zu etablieren. Die asymmetrische Türenkonfiguration wurde von keinem anderen Hersteller übernommen, was den Veloster zu einem einzigartigen Kapitel in der Automobilgeschichte macht.
Bedeutung für den deutschen Markt
Obwohl der Hyundai Veloster nie offiziell in Deutschland verkauft wurde, hat er die Wahrnehmung der Marke Hyundai auch hierzulande beeinflusst. Er demonstrierte, dass der koreanische Hersteller in der Lage ist, emotional ansprechende und technisch überzeugende Sportfahrzeuge zu entwickeln. Diese Kompetenz mündete in die erfolgreiche Einführung der N-Modelle in Europa, insbesondere des i30 N, der auch auf deutschen Straßen großen Anklang fand. Der Veloster diente als Experimentierfeld für Technologien und Designelemente, die später in europäischen Modellen zum Einsatz kamen. Einzelne Fahrzeuge wurden über Grauimporte nach Deutschland gebracht und erfreuen sich in Enthusiastenkreisen einer treuen Anhängerschaft.