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Hyundai XG 350

Foto: IFCAR / Wikimedia Commons / Public domain

Der Hyundai XG 350 war eine Oberklasse-Limousine, die von 2002 bis 2005 produziert wurde. Das Modell sollte Hyundai im Premiumsegment etablieren, blieb in Deutschland aber eine extreme Rarität. Mit 3,5-Liter-V6-Motor und umfangreicher Ausstattung zielte der XG 350 auf Käufer, die Komfort und Platz zu einem attraktiven Preis suchten.

Neupreis
In Deutschland nicht offiziell verkauft

Ideal für: Liebhaber seltener koreanischer Limousinen und Sammler automobiler Kuriositäten

Technische Daten

Hyundai XG 350 Eckdaten

Motor & Antrieb
Leistung
142 kW (194 PS)
Kraftstoff
Benzin
Verbrauch (komb.)
11–12 l/100km
Getriebe
5-Gang Automatik
Antriebsart
Frontantrieb
Zylinder
6
Höchstgeschwindigkeit
ca. 210 km/h
Maße & Karosserie
Karosserie
Limousine
Maße (L/B/H)
4915 x 1850 x 1465 mm
Kofferraum
ca. 430 l
Gewicht
ca. 1650 kg
Sitze
5
Türen
4
Neupreis
In Deutschland nicht offiziell verkauft

Der Hyundai XG 350 war eine Oberklasse-Limousine des südkoreanischen Automobilherstellers Hyundai, die zwischen 2002 und 2005 produziert wurde. Als Nachfolger des Hyundai Grandeur XG und direkter Vorgänger des Hyundai Grandeur TG sollte der XG 350 Hyundai in der oberen Mittelklasse etablieren und gegen europäische sowie japanische Premiumhersteller positionieren. In Deutschland blieb das Modell eine absolute Rarität, da es hier nur in sehr begrenzter Stückzahl offiziell angeboten wurde. Der XG 350 war Teil von Hyundais Strategie, sich vom Image des Billiganbieters zu lösen und als vollwertiger Hersteller hochwertiger Fahrzeuge wahrgenommen zu werden.

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Die Entstehungsgeschichte und Marktpositionierung

Der Hyundai XG wurde ursprünglich 1998 in Südkorea als Hyundai Grandeur XG eingeführt und sollte die Nachfolge des erfolgreichen Grandeur antreten. Für den nordamerikanischen Markt wurde das Fahrzeug als Hyundai XG300 und später als XG350 vermarktet, wobei die Zahl jeweils auf den Hubraum des Motors hinwies. In Europa und speziell in Deutschland war das Modell als XG bekannt, erreichte hier aber nie nennenswerte Verkaufszahlen. Die Limousine basierte auf einer eigenständigen Plattform und sollte mit etablierten Modellen wie dem Toyota Avalon, dem Nissan Maxima oder in Europa mit der Mittelklasse deutscher Premiumhersteller konkurrieren. Das Design stammte vom italienischen Designhaus Italdesign Giugiaro, was dem Fahrzeug eine gewisse europäische Eleganz verleihen sollte.

Erste Generation: Hyundai XG/Grandeur XG (1998-2002)

Die erste Generation des XG wurde 1998 vorgestellt und war als großzügige Fünfsitzer-Limousine konzipiert. Mit einer Länge von über 4,90 Metern bot das Fahrzeug viel Platz im Innenraum und einen großzügigen Kofferraum. Das Design war für damalige Verhältnisse modern, orientierte sich aber deutlich an europäischen und japanischen Vorbildern. Die Front zeigte eine breite Kühlermaske mit dem Hyundai-Logo, während die Seitenansicht durch eine klassische Stufenheck-Silhouette geprägt war. In dieser ersten Phase wurde der XG hauptsächlich mit einem 3,0-Liter-V6-Motor angeboten, der rund 195 PS leistete und über eine Fünfgang-Automatik die Vorderräder antrieb. Die Ausstattung war bereits in der Basis umfangreich: Klimaautomatik, Ledersitze, elektrische Fensterheber und ein hochwertiges Audiosystem gehörten zum Standard. In Deutschland war diese Generation praktisch nicht verfügbar und blieb auf asiatische Märkte sowie Nordamerika beschränkt.

Facelift und Einführung des XG 350 (2002-2005)

Im Jahr 2002 erhielt die Baureihe ein umfassendes Facelift, das vor allem technische Verbesserungen und eine leicht überarbeitete Optik mit sich brachte. Wichtigste Neuerung war die Einführung des stärkeren 3,5-Liter-V6-Motors mit 194 PS (später 203 PS in manchen Märkten), der dem Fahrzeug die Bezeichnung XG 350 einbrachte. Parallel wurde in einigen Märkten weiterhin der 3,0-Liter-Motor als XG 300 angeboten. Das Facelift umfasste eine modifizierte Frontpartie mit größeren Scheinwerfern, einen überarbeiteten Kühlergrill und neue Rückleuchten. Im Innenraum wurden hochwertigere Materialien verarbeitet, und die Verarbeitungsqualität konnte spürbar verbessert werden. Das Armaturenbrett wurde neu gestaltet und wirkte moderner, mit einem zentralen Display und übersichtlicheren Bedienungselementen. Die Fünfgang-Automatik blieb zunächst Standard, wurde aber im Laufe der Produktionszeit in einigen Märkten durch eine moderne Viergang-Automatik mit adaptiver Schaltlogik ersetzt.

Technische Ausstattung und Fahreigenschaften

Der XG 350 basierte auf einer Vorderradantriebsplattform mit MacPherson-Federbeinen vorn und einer Mehrlenkerachse hinten. Das Fahrwerk war auf Komfort ausgelegt und bot eine weiche, amerikanisch anmutende Abstimmung, die Bodenwellen und Unebenheiten gut filterte, aber bei sportlicher Fahrweise an ihre Grenzen stieß. Die Lenkung war leichtgängig und für das Rangieren gut geeignet, bot aber wenig Rückmeldung. Der 3,5-Liter-V6-Motor mit Lambda-Technologie leistete je nach Markt zwischen 194 und 203 PS und bot ein maximales Drehmoment von etwa 304 Nm. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erfolgte in rund 9,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit lag bei etwa 210 km/h. Der Verbrauch bewegte sich im kombinierten Betrieb bei etwa 11 bis 12 Litern auf 100 Kilometer, was für ein Fahrzeug dieser Größe und Leistung im damaligen Zeitraum durchschnittlich war.

Ausstattung und Komfortmerkmale

Hyundai positionierte den XG 350 als vollwertige Premium-Limousine mit umfangreicher Serienausstattung. Zur Basisausstattung gehörten Ledersitze mit elektrischer Verstellung und Sitzheizung, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, ein hochwertiges Soundsystem mit CD-Wechsler, elektrische Fensterheber rundum, eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung sowie Tempomat. Optional waren unter anderem ein Navigationssystem, ein Schiebedach, Xenon-Scheinwerfer und ein Premium-Soundsystem erhältlich. Die Sicherheitsausstattung umfasste ABS, ESP, mehrere Airbags (Front-, Seiten- und Kopfairbags) sowie Traktionskontrolle. Im nordamerikanischen Markt erhielt der XG 350 in Crashtests ordentliche Bewertungen, auch wenn er nicht an die Spitzenwerte europäischer oder japanischer Konkurrenten heranreichte. Der Innenraum bot viel Platz für fünf Personen, wobei besonders die Beinfreiheit im Fond beeindruckte. Der Kofferraum fasste etwa 430 Liter und war durch eine breite Öffnung gut zugänglich.

Marktpräsenz und Verkaufserfolg

Während der XG 350 in Nordamerika und in Südkorea solide Verkaufszahlen erzielte, blieb er auf dem deutschen und europäischen Markt praktisch unsichtbar. Hyundai konzentrierte sich hierzulande auf kleinere und erschwinglichere Modelle wie den Accent, den Coupe, den Elantra und später den Santa Fe. Die wenigen XG 350, die nach Deutschland kamen, wurden meist von Importeuren als Einzelstücke eingeführt oder von in Deutschland lebenden Koreanern privat importiert. Das fehlende Händlernetz für Serviceleistungen und die mangelnde Bekanntheit der Marke im Premiumsegment machten den XG 350 zu einer exotischen Erscheinung auf deutschen Straßen. In den USA hingegen profitierte Hyundai von der großzügigen Garantie (damals 10 Jahre oder 100.000 Meilen auf den Antriebsstrang) und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis, das deutlich unter dem deutscher Premium-Limousinen lag.

Das Ende der Baureihe und der Nachfolger

2005 lief die Produktion des XG 350 aus. Als Nachfolger präsentierte Hyundai den Grandeur TG (intern als Azera vermarktet), der auf einer komplett neuen Plattform basierte und ein moderneres, selbstbewussteres Design erhielt. Der neue Grandeur/Azera zeigte, dass Hyundai enorme Fortschritte in Sachen Design, Qualität und technischer Raffinesse gemacht hatte. Während der XG 350 noch stark an etablierte Konkurrenten angelehnt war, präsentierte sich der Nachfolger als eigenständigere Alternative. In Deutschland blieb aber auch der Azera eine Randerscheinung, da Hyundai den Fokus weiterhin auf Volumenmodelle legte. Erst mit der Genesis-Submarke wagte Hyundai ab 2015 einen ernsthaften Vorstoß ins Premiumsegment, der international mehr Anerkennung fand.

Zuverlässigkeit und Unterhaltskosten

Der XG 350 galt als robustes und zuverlässiges Fahrzeug. Der V6-Motor war bewährt und bei regelmäßiger Wartung langlebig. Typische Schwachstellen waren elektrische Komponenten, die gelegentlich Probleme bereiteten, sowie Verschleißteile am Fahrwerk bei höheren Laufleistungen. Die Ersatzteilversorgung in Deutschland war und ist problematisch, da offiziell nie nennenswerte Stückzahlen verkauft wurden. Verschleißteile wie Bremsen, Filter und Flüssigkeiten lassen sich über den allgemeinen Hyundai-Service beschaffen, spezifische Karosserie- oder Elektronikteile müssen oft aus dem Ausland importiert werden. Die Unterhaltskosten bewegten sich im moderaten Bereich: Versicherung und Steuern waren aufgrund des Hubraums nicht günstig, aber der Wertverlust war gering, da ohnehin kaum Nachfrage bestand. Für Liebhaber seltener Fahrzeuge kann der XG 350 heute eine interessante Kuriosität darstellen, jedoch ohne nennenswerten Sammlerwert.

Fazit und historische Bedeutung

Der Hyundai XG 350 war ein wichtiger Schritt in Hyundais Entwicklung vom Billiganbieter zum ernstzunehmenden Vollsortimenter. Auch wenn das Modell in Deutschland nie Fuß fassen konnte, zeigte es, dass Hyundai in der Lage war, große, komfortable Limousinen mit anständiger Qualität und umfangreicher Ausstattung zu produzieren. Die Erfahrungen aus der XG-Baureihe flossen in nachfolgende Generationen ein und bereiteten den Weg für spätere Erfolge im Premium- und Oberklasse-Segment, insbesondere mit der Genesis-Marke. Heute ist der XG 350 auf deutschen Straßen eine absolute Seltenheit und wird wenn überhaupt als kurioses Zeitzeugnis der frühen 2000er-Jahre wahrgenommen. Technisch solide, aber ohne besondere Alleinstellungsmerkmale, bleibt der XG 350 ein Fahrzeug für Enthusiasten koreanischer Automobilgeschichte und für jene, die das Außergewöhnliche suchen.

Hyundai XG 350 leasen (bald verfügbar)

Historie

Vorgänger-Generationen

Historische Baureihen und Facelifts des Hyundai XG 350.

XG/Grandeur XG (1998-2002)

19982002 · Limousine

Die erste Generation des Hyundai XG wurde 1998 vorgestellt und war als großzügige Oberklasse-Limousine konzipiert. Das von Italdesign Giugiaro gestaltete Fahrzeug bot viel Platz, umfangreiche Serienausstattung und einen 3,0-Liter-V6-Motor mit rund 195 PS. In Deutschland war diese Generation praktisch nicht erhältlich und blieb auf asiatische und nordamerikanische Märkte beschränkt.

antrieb
Frontantrieb
leistung
ca. 195 PS
besonderheiten
Design von Italdesign Giugiaro, erste Generation der XG-Baureihe
motorisierungen
3,0-Liter V6

Häufige Fragen

Wurde der Hyundai XG 350 offiziell in Deutschland verkauft?

Nein, der Hyundai XG 350 wurde in Deutschland nur in sehr geringen Stückzahlen von Importeuren angeboten. Hyundai konzentrierte sich hierzulande auf Volumenmodelle. Die meisten XG 350 in Deutschland sind Privatimporte.

Welchen Motor hatte der Hyundai XG 350?

Der XG 350 war mit einem 3,5-Liter-V6-Motor ausgestattet, der je nach Markt zwischen 194 und 203 PS leistete. Die Kraftübertragung erfolgte über eine Automatik an die Vorderräder.

Wie zuverlässig ist der Hyundai XG 350?

Der XG 350 gilt als robust und zuverlässig. Der V6-Motor ist langlebig, gelegentlich können elektrische Komponenten Probleme bereiten. Die Ersatzteilversorgung in Deutschland ist jedoch schwierig.

Was kostete der Hyundai XG 350 neu?

In den USA lag der Neupreis des XG 350 bei etwa 25.000 bis 28.000 US-Dollar. Offizielle deutsche Listenpreise existieren kaum, da das Modell hier nicht regulär verkauft wurde.

Welches Modell war der Nachfolger des Hyundai XG 350?

Der Nachfolger des XG 350 war der Hyundai Grandeur TG (international als Hyundai Azera vermarktet), der ab 2005 produziert wurde und auf einer neuen Plattform basierte.