
Jaguar
Jaguar 420
Foto: Ermell / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Der Jaguar 420 war eine elegante Oberklasse-Limousine, die von 1966 bis 1968 produziert wurde. Mit seinem 4,2-Liter-Reihensechszylinder und klassisch-britischem Design stellte er eine Brücke zwischen S-Type und Mark X dar. Heute ist der 420 ein gesuchter Klassiker für Liebhaber britischer Automobile.
Ideal für: Klassiker-Enthusiasten und Liebhaber britischer Automobile der 1960er-Jahre
Foto: Ermell / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Technische Daten
Jaguar 420 Eckdaten
Der Jaguar 420 war eine elegante Limousine der britischen Oberklasse, die von 1966 bis 1968 produziert wurde. Als Nachfolger des Jaguar 3.8 S-Type stellte der 420 eine Weiterentwicklung der bewährten Mittelklasse-Baureihe dar und positionierte sich zwischen dem kleineren S-Type und dem luxuriösen Mark X. Das Modell war von Anfang an nur als viertürige Limousine erhältlich und richtete sich an kaufkräftige Kunden, die britische Eleganz mit solider Technik und einem komfortablen Fahrverhalten suchten. Der Name 420 bezog sich auf den Hubraum des Motors von 4,2 Litern, eine Namensgebung, die Jaguar in dieser Ära häufig verwendete.
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Einführung und Marktpositionierung (1966–1968)
Der Jaguar 420 wurde im Oktober 1966 vorgestellt und basierte technisch auf dem S-Type, erhielt jedoch eine deutlich aufgewertete Ausstattung und ein modifiziertes Design. Die Frontpartie orientierte sich stärker am größeren Mark X und verlieh dem Fahrzeug ein imposanteres, moderneres Erscheinungsbild. Die vier runden Scheinwerfer und der breitere Kühlergrill mit vertikalen Chromstreben unterstrichen den gehobenen Anspruch. Die Stoßfänger waren massiver gestaltet, und die gesamte Karosserie wirkte straffer und zeitgemäßer als beim Vorgänger.
Technisch setzte der 420 auf den bewährten 4,2-Liter-Reihensechszylinder-Motor, der bereits im E-Type und im Mark X zum Einsatz kam. Mit zwei SU-Vergasern leistete das Triebwerk 245 PS (180 kW) und ermöglichte dem rund 1.600 Kilogramm schweren Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 200 km/h. Die Kraftübertragung erfolgte wahlweise über ein manuelles Vierganggetriebe oder eine optionale Borg-Warner-Dreigangautomatik, die vor allem bei britischen und amerikanischen Kunden beliebt war. Die Hinterachse war serienmäßig mit einem Sperrdifferenzial ausgestattet, was für bessere Traktion sorgte.
Fahrwerk und Ausstattung
Das Fahrwerk des Jaguar 420 kombinierte eine vordere Einzelradaufhängung mit Doppelquerlenkern und eine hintere Starrachse, die an Schraubenfedern und Teleskopstoßdämpfern geführt wurde. Diese Konstruktion bot einen guten Kompromiss zwischen Fahrkomfort und Handling, auch wenn sie nicht an die Raffinesse der unabhängigen Hinterradaufhängung des größeren Mark X heranreichte. Die Lenkung war eine Zahnstangenlenkung mit Servounterstützung, die für die damalige Zeit ein präzises und komfortables Lenken ermöglichte. Die Bremsanlage bestand aus Scheibenbremsen an allen vier Rädern, eine Ausstattung, die in den 1960er-Jahren noch nicht selbstverständlich war und die Sicherheit deutlich erhöhte.
Im Innenraum bot der 420 eine luxuriöse Ausstattung mit Ledersitzen, Holzfurnieren an Armaturenbrett und Türverkleidungen sowie einem umfangreichen Instrumentarium. Die Verarbeitung entsprach den hohen Standards von Jaguar, auch wenn die Zuverlässigkeit der elektrischen Komponenten gelegentlich zu wünschen übrig ließ – ein Problem, das viele britische Fahrzeuge dieser Epoche plagten. Serienmäßig waren elektrische Fensterheber vorne, eine Heizung und ein Radio an Bord. Gegen Aufpreis waren auch Klimaanlage, elektrische Fensterheber hinten und ein Leder-Upgrade erhältlich.
Motorisierung und Fahrleistungen
Der 4,2-Liter-Reihensechszylinder war das Herzstück des Jaguar 420. Der XK-Motor, eine Weiterentwicklung des legendären Triebwerks, das bereits seit den 1940er-Jahren in verschiedenen Jaguar-Modellen eingesetzt wurde, galt als robust und langlebig. Mit seiner obenliegenden Nockenwelle und den zwei SU-Vergasern lieferte er nicht nur beeindruckende Fahrleistungen, sondern auch einen charakteristischen, sonoren Klang. Der Motor erreichte sein maximales Drehmoment von rund 380 Nm bei 3.750 U/min, was für kräftigen Durchzug auch bei niedrigen Drehzahlen sorgte.
Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erfolgte in etwa 10 Sekunden, was für eine Limousine dieser Größe und dieses Gewichts in den 1960er-Jahren sehr respektabel war. Der Verbrauch lag im Schnitt bei rund 14 bis 16 Litern auf 100 Kilometer, abhängig von Fahrweise und Streckenprofil. Die Automatikversion war geringfügig langsamer und durstiger, bot aber deutlich mehr Komfort, insbesondere im Stadtverkehr.
Produktionszahlen und Verkaufserfolg
Der Jaguar 420 wurde nur zwei Jahre lang produziert, von 1966 bis 1968. In dieser Zeit entstanden insgesamt 9.801 Exemplare, was für ein Nischenmodell im Premiumsegment eine durchaus respektable Zahl darstellte. Der Großteil der Fahrzeuge wurde auf dem heimischen britischen Markt sowie in den USA verkauft, wo Jaguar in den 1960er-Jahren eine treue Fangemeinde hatte. Auch in Deutschland fand der 420 einige Liebhaber, blieb aber hinter den Verkaufszahlen deutscher Konkurrenten wie Mercedes-Benz oder BMW zurück.
Ein Grund für die kurze Produktionszeit war die Einführung des Jaguar XJ6 im September 1968, der eine völlig neue Generation von Jaguar-Limousinen einläutete und sowohl den 420 als auch den größeren 420G ablöste. Der XJ6 bot moderneres Design, bessere Fahrleistungen und höheren Komfort und wurde schnell zum erfolgreichsten Jaguar aller Zeiten.
Technische Besonderheiten und Zuverlässigkeit
Der Jaguar 420 war für seine Zeit ein technisch fortschrittliches Fahrzeug, litt jedoch unter einigen typischen Kinderkrankheiten britischer Automobile der 1960er-Jahre. Die Elektrik war anfällig für Ausfälle, Rost an der Karosserie war ein häufiges Problem, und die Verarbeitung erreichte nicht immer das Niveau deutscher Konkurrenten. Dennoch schätzten Besitzer die Kombination aus Leistung, Komfort und Stil, die der 420 bot.
Die Wartung und Reparatur erforderte spezialisierte Kenntnisse, und Ersatzteile waren außerhalb Großbritanniens oft schwer zu beschaffen. Heute sind gut erhaltene Exemplare des Jaguar 420 gesuchte Klassiker, die auf dem Sammlermarkt Preise zwischen 15.000 und 40.000 Euro erzielen, abhängig von Zustand, Ausstattung und Herkunft.
Jaguar 420G – die luxuriösere Variante
Parallel zum 420 bot Jaguar ab 1966 auch den 420G an, eine noch luxuriösere Variante, die auf der Plattform des Mark X basierte. Der 420G war größer, schwerer und noch besser ausgestattet als der reguläre 420 und richtete sich an Kunden, die maximalen Komfort und Prestige suchten. Technisch waren beide Modelle eng verwandt, der 420G bot jedoch mehr Fond-Raum, eine aufwendigere Innenausstattung und eine noch imposantere Optik. Vom 420G wurden bis 1970 insgesamt 5.763 Exemplare gebaut, bevor auch er vom XJ6 abgelöst wurde.
Der Jaguar 420 heute – ein Klassiker für Kenner
Heute ist der Jaguar 420 ein gesuchter Klassiker, der vor allem von Liebhabern britischer Automobile geschätzt wird. Die Fahrzeuge bieten ein authentisches Fahrerlebnis der 1960er-Jahre, mit mechanischem Charme, charaktervollem Motor und zeitlosem Design. Die Ersatzteilversorgung hat sich dank spezialisierter Händler und Clubs verbessert, und es gibt eine aktive Szene von Enthusiasten, die sich dem Erhalt dieser Fahrzeuge widmet.
Wer einen Jaguar 420 kaufen möchte, sollte auf Rostschäden achten, insbesondere an Schwellern, Radläufen und Bodenblech. Auch der Zustand von Motor und Getriebe ist entscheidend, da Reparaturen aufwendig und teuer sein können. Ein gut dokumentierter Service-Historie und eine lückenlose Fahrzeuggeschichte sind von großem Wert. Restaurierte Exemplare können deutlich höhere Preise erzielen, während Projekte für Bastler oft günstiger zu haben sind.
Fazit: Ein eleganter Zwischenschritt in der Jaguar-Historie
Der Jaguar 420 war ein kurzes, aber wichtiges Kapitel in der Geschichte der britischen Marke. Er verband die klassische Eleganz der 1960er-Jahre mit solider Technik und bot eine attraktive Alternative zu deutschen und italienischen Konkurrenten. Auch wenn seine Produktionszeit nur zwei Jahre umfasste, hinterließ der 420 einen bleibenden Eindruck und ebnete den Weg für den legendären XJ6. Heute ist er ein gesuchter Klassiker, der mit seinem zeitlosen Design und seinem charaktervollen Sechszylinder-Motor die Herzen von Liebhabern höher schlagen lässt.
Häufige Fragen
Wie viele Jaguar 420 wurden gebaut?
Zwischen 1966 und 1968 wurden insgesamt 9.801 Exemplare des Jaguar 420 produziert. Das Modell war nur zwei Jahre lang erhältlich, bevor es vom Jaguar XJ6 abgelöst wurde.
Welchen Motor hat der Jaguar 420?
Der Jaguar 420 ist mit einem 4,2-Liter-Reihensechszylinder-Motor (XK-Motor) ausgestattet, der 245 PS (180 kW) leistet und ein maximales Drehmoment von etwa 380 Nm bei 3.750 U/min liefert.
Was ist der Unterschied zwischen Jaguar 420 und 420G?
Der Jaguar 420G basiert auf der größeren Mark-X-Plattform und bietet mehr Platz, eine luxuriösere Ausstattung und eine imposantere Optik. Der reguläre 420 ist kompakter und basiert auf dem S-Type.
Wie schnell fährt ein Jaguar 420?
Der Jaguar 420 erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 200 km/h. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erfolgt in rund 10 Sekunden, abhängig von Getriebevariante und Zustand.
Was kostet ein Jaguar 420 heute?
Gut erhaltene Exemplare des Jaguar 420 erzielen auf dem Sammlermarkt Preise zwischen 15.000 und 40.000 Euro, abhängig von Zustand, Originalität, Ausstattung und Dokumentation.
Ist der Jaguar 420 alltagstauglich?
Als Klassiker aus den 1960er-Jahren ist der Jaguar 420 nur bedingt alltagstauglich. Er erfordert regelmäßige Wartung, verbraucht viel Kraftstoff (14–16 l/100 km) und verfügt nicht über moderne Sicherheits- und Komfortsysteme.