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Jaguar Daimler

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Foto: Alexander-93 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Die Marke Daimler wurde 2009 eingestellt, nachdem sie seit 1960 exklusive Luxusvarianten von Jaguar-Modellen produziert hatte. Die letzte Generation basierte auf dem Jaguar XJ X350 und bot höchsten britischen Luxus mit V8-Motoren und traditionellem Design.

Neupreis
Produktion eingestellt (historisch ab ca. 85.000 €)

Ideal für: Die Marke wird nicht mehr produziert; historische Modelle sind ideal für Sammler und Liebhaber britischer Luxuslimousinen.

Technische Daten

Jaguar Daimler Eckdaten

Motor & Antrieb
Leistung
190–294 kW (258–400 PS)
Kraftstoff
Benzin
Verbrauch (komb.)
12,0–15,5 l/100km
Getriebe
6-Gang Automatik
Antriebsart
Hinterradantrieb
Zylinder
8
Höchstgeschwindigkeit
240–250 km/h
Maße & Karosserie
Karosserie
Limousine
Maße (L/B/H)
5090 x 1900 x 1450 mm
Kofferraum
450–520 l
Gewicht
1750–1850 kg
Sitze
5
Türen
4
Neupreis
Produktion eingestellt (historisch ab ca. 85.000 €)

Der Jaguar Daimler repräsentiert eine traditionsreiche Markenkooperation, die auf eine lange Geschichte zurückblickt. Daimler war ursprünglich eine eigenständige britische Luxusmarke, die 1896 gegründet wurde und bis 1960 unabhängig blieb, bevor sie von Jaguar übernommen wurde. Seitdem wurden unter dem Namen Daimler exklusive Varianten von Jaguar-Modellen angeboten, die sich durch besondere Ausstattungsmerkmale, spezifische Kühlergrillen mit geriffeltem Design und höchsten Luxusanspruch auszeichneten. Die Daimler-Varianten waren stets die Spitze der Jaguar-Modellpalette und dienten oft als Staatskarossen oder bevorzugte Fahrzeuge des britischen Königshauses.

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Die Anfänge: Daimler als eigenständige Marke (1896-1960)

Bevor Daimler Teil der Jaguar-Familie wurde, produzierte das Unternehmen eigene Luxuslimousinen, die für ihre Qualität und Verarbeitung bekannt waren. Die Fahrzeuge zeichneten sich durch Knight-Motoren mit Schiebersteuerung aus, eine technische Besonderheit, die für besonders leisen Lauf sorgte. Nach der Übernahme durch Jaguar 1960 wurden die Daimler-Modelle zunehmend als Derivate von Jaguar-Fahrzeugen konzipiert, behielten aber stets ihren eigenständigen Charakter durch exklusive Details und höherwertige Ausstattungen.

Daimler 2.5 V8 / 250 (1962-1969)

Der Daimler 2.5 V8, später als 250 bezeichnet, basierte auf dem Jaguar Mark 2 und war das erste Modell nach der Übernahme. Mit einem 2,5-Liter-V8-Motor von Edward Turner ausgestattet, der ursprünglich für Daimler entwickelt wurde, leistete der Wagen 104 kW (141 PS). Der V8 war besonders kompakt und laufruhig, passte perfekt zur Luxuspositionierung. Der charakteristische Daimler-Kühlergrill mit vertikalen Chromstreben unterschied das Fahrzeug optisch vom Jaguar-Schwestermodell. Die Innenausstattung war noch opulenter als beim Jaguar Mark 2, mit besserem Leder und zusätzlichen Holzapplikationen. Dieses Modell etablierte das Konzept, das für Jahrzehnte gelten sollte: technische Basis von Jaguar, aber mit distinguierten Details und höherem Komfort.

Daimler Sovereign (1966-1983)

Die erste Generation des Daimler Sovereign basierte auf dem Jaguar 420 und später auf der XJ-Serie. Der Name Sovereign wurde zur wichtigsten Daimler-Bezeichnung und stand für die luxuriöseste Version der großen Jaguar-Limousinen. Die auf dem XJ6 basierenden Sovereign-Modelle (ab 1969) boten wahlweise Sechszylinder-Reihenmotoren mit 2,8, 3,4 oder 4,2 Litern Hubraum. Die Leistung reichte von 125 kW (170 PS) bis 142 kW (193 PS). Optisch unterschieden sich die Daimler durch den charakteristischen Kühlergrill, zusätzliche Chromzierleisten und das Daimler-Emblem. Im Interieur gab es spezielles Picknick-Tische, bessere Holzfurniere und exklusivere Ledersorten. Die zweite Sovereign-Generation (1979-1983) basierte auf der Serie III des Jaguar XJ und führte die Tradition mit modernisiertem Design fort.

Daimler Double Six (1972-1992)

Der Double Six war die V12-Version des Sovereign und repräsentierte die absolute Spitze der Modellpalette. Der 5,3-Liter-V12-Motor leistete zunächst 198 kW (269 PS) und bot außergewöhnliche Laufruhe. In der Serie II (1979-1987) wurde das Design modernisiert, der V12 blieb aber mit nun 216 kW (294 PS) das Herzstück. Die Serie III (1987-1992) erhielt nochmals verbesserte Aerodynamik und Technik. Der Double Six war das bevorzugte Fahrzeug für Staatsoberhäupter und hohe Würdenträger, da er höchsten Komfort mit angemessener Performance verband. Die Ausstattung umfasste alles, was die damalige Automobiltechnik zu bieten hatte: Klimaautomatik, elektrische Sitze mit Memory-Funktion, Lederhimmel und die feinsten Hölzer.

Daimler Six (1994-2007)

Mit der X300-Generation des Jaguar XJ (1994-1997) wurde die Daimler-Variante als Daimler Six bezeichnet. Der Name bezog sich auf den 4,0-Liter-Reihensechszylinder mit 177 kW (241 PS). Diese Generation brachte moderne Technik wie ABS und Airbags in Serie. Das Design von Geoff Lawson kombinierte klassische Eleganz mit zeitgemäßen Proportionen. Die Nachfolgegeneration X308 (1997-2003) führte das Konzept fort, bot aber auch eine Super V8-Version mit 5,0-Liter-V8 und 283 kW (385 PS). Die X350-Generation (2003-2007) war die erste mit Aluminium-Monocoque-Konstruktion, was das Gewicht erheblich reduzierte. Der Daimler dieser Generation hatte wahlweise 3,5-Liter-V8 mit 190 kW (258 PS) oder 4,2-Liter-V8 mit 219 kW (298 PS). Die Super Eight-Version mit 4,2-Liter-V8 und 294 kW (400 PS) war das Topmodell.

Das Ende der Daimler-Marke (2009)

Mit der Einführung der X351-Generation des Jaguar XJ im Jahr 2009 entschied sich Jaguar Land Rover, die Daimler-Marke nicht mehr weiterzuführen. Die Begründung lag in der veränderten Markenstrategie und dem Fokus auf die Kernmarke Jaguar. Der letzte regulär angebotene Daimler war somit die Super Eight-Version der X350-Generation. Damit endete eine über 110-jährige Markengeschichte und eine fast 50-jährige Partnerschaft mit Jaguar. Die Entscheidung wurde von Traditionalisten bedauert, entsprach aber der Neuausrichtung von Jaguar hin zu einer moderneren, sportlicheren Markenidentität. Vereinzelt wurden noch Sondermodelle mit Daimler-Namenszug für spezielle Märkte produziert, aber die reguläre Modellpflege wurde eingestellt.

Technische Besonderheiten und Marktposition

Über alle Generationen hinweg zeichneten sich Daimler-Fahrzeuge durch bestimmte Merkmale aus: der geriffelte Kühlergrill, hochwertigere Materialien im Innenraum, zusätzliche Chromapplikationen außen, leisere Motorabstimmungen und umfangreichere Serienausstattung. Technisch basierten sie stets auf den jeweiligen Jaguar-Plattformen, erhielten aber häufig die stärkeren Motorvarianten. Die Federung war meist komfortorientierter abgestimmt. Im deutschen Markt waren Daimler-Modelle deutlich seltener als ihre Jaguar-Pendants und galten als Geheimtipp für Kenner. Die Preise lagen etwa 10-15% über den vergleichbaren Jaguar-Modellen. Heute sind gut erhaltene Daimler begehrte Klassiker, insbesondere die V12-Modelle und frühen Sovereign-Versionen.

Kulturelle Bedeutung

Daimler-Fahrzeuge waren über Jahrzehnte die bevorzugten Staatskarossen in Großbritannien. Die Queen Mother fuhr bis zu ihrem Tod im Jahr 2002 einen Daimler. Auch andere Mitglieder des Königshauses bevorzugten Daimler gegenüber Jaguar, was der Marke zusätzliches Prestige verlieh. In Deutschland waren Daimler-Limousinen bei Botschaften, gehobenen Limousinenservices und Individualisten beliebt, die sich bewusst gegen deutsche Premium-Marken entschieden. Die Marke stand für britische Tradition, Understatement und höchste Handwerkskunst. Das Ende der Marke 2009 markierte auch das Ende einer Ära klassischer britischer Luxuslimousinen.

Jaguar Daimler leasen (bald verfügbar)

Historie

Vorgänger-Generationen

Historische Baureihen und Facelifts des Jaguar Daimler.

Six & Super V8 (1997-2003)

19972003 · Limousine

Die X308-Generation führte V8-Motoren bei Daimler ein. Neben dem 4,0-Liter-Sechszylinder mit 177 kW gab es nun 4,0- und 5,0-Liter-V8-Motoren mit bis zu 283 kW. Die Super V8-Version war das neue Spitzenmodell. Technische Verbesserungen umfassten moderne Fahrwerksregelung und verbesserte Elektronik. Die Ausstattung erreichte neue Luxusstandards.

antrieb
Hinterradantrieb
leistung
177–283 kW (241–385 PS)
besonderheiten
Erstmals V8-Motoren, Super V8-Topmodell, verbesserte Technik
motorisierungen
4,0-Liter-Reihensechszylinder, 4,0-/5,0-Liter-V8

Six (1994-1997)

19941997 · Limousine

Der Daimler Six der X300-Generation kombinierte klassische Eleganz mit moderner Technik. Der 4,0-Liter-Reihensechszylinder mit 177 kW bot angemessene Leistung bei hoher Laufkultur. Sicherheitsausstattung wie ABS und Airbags waren nun serienmäßig. Das von Geoff Lawson gestaltete Design verband traditionelle Proportionen mit zeitgemäßer Aerodynamik.

antrieb
Hinterradantrieb
leistung
177 kW (241 PS)
besonderheiten
Klassisches Design neu interpretiert, ABS und Airbags Serie, moderne Sicherheitstechnik
motorisierungen
4,0-Liter-Reihensechszylinder

Double Six Serie III (1987-1992)Facelift

19871992 · Limousine

Die dritte Serie des Double Six war die finale Evolution der Serie III-Plattform. Der bewährte 5,3-Liter-V12 mit 216 kW bot weiterhin souveräne Leistung. Verfeinerte Aerodynamik und modernste Ausstattung kennzeichneten diese letzte Version der klassischen XJ-Linie. Sie gilt heute als eine der begehrtesten Daimler-Versionen bei Sammlern.

antrieb
Hinterradantrieb
leistung
216 kW (294 PS)
besonderheiten
Letzte Serie III-Version, verfeinerte Aerodynamik, höchster Komfort
motorisierungen
5,3-Liter-V12

Sovereign Serie III (1987-1994)

19871994 · Limousine

Mit der XJ40-Plattform erhielt der Sovereign ein völlig neues, zeitgemäßes Design. Die 3,6- und 4,0-Liter-Reihensechszylinder-Motoren leisteten 165 bis 175 kW. Moderne Elektronik, ABS und verbesserte Sicherheitsausstattung kennzeichneten diese Generation. Die Innenausstattung kombinierte traditionelles Handwerk mit neuer Technik wie digitalen Instrumenten.

antrieb
Hinterradantrieb
leistung
165–175 kW (224–238 PS)
besonderheiten
Komplett neues Design, moderne Elektronik, ABS serienmäßig
motorisierungen
3,6-/4,0-Liter-Reihensechszylinder

Double Six Serie II (1979-1987)

19791987 · Limousine

Die zweite Generation des Double Six erhielt den auf 216 kW (294 PS) gesteigerten 5,3-Liter-V12-Motor. Das modernisierte Design der Serie III verbesserte die Aerodynamik deutlich. Die Ausstattung blieb auf höchstem Niveau mit allen verfügbaren Komfort- und Sicherheitsfeatures. Dieses Modell festigte den Ruf als eine der besten Luxuslimousinen seiner Zeit.

antrieb
Hinterradantrieb
leistung
216 kW (294 PS)
besonderheiten
Leistungsgesteigerter V12, moderneres Design, verbesserte Technik
motorisierungen
5,3-Liter-V12

Sovereign Serie II (1979-1987)

19791987 · Limousine

Die zweite Sovereign-Generation basierte auf der XJ Serie III mit modernisiertem Design und verbesserter Aerodynamik. Die Reihensechszylinder-Motoren mit 3,4 oder 4,2 Litern Hubraum leisteten zwischen 120 und 147 kW. Technische Verbesserungen umfassten bessere Bremsen und Fahrwerkstechnik. Die Innenausstattung erreichte neue Qualitätsstandards mit noch feineren Materialien.

antrieb
Hinterradantrieb
leistung
120–147 kW (163–200 PS)
besonderheiten
Modernisiertes Design, verbesserte Aerodynamik, höherer Komfort
motorisierungen
3,4-/4,2-Liter-Reihensechszylinder

Double Six Serie I (1972-1979)

19721979 · Limousine

Der Daimler Double Six war die V12-Spitzenversion und bot mit seinem 5,3-Liter-V12-Motor 198 kW (269 PS) sowie legendäre Laufruhe. Als bevorzugtes Fahrzeug für Staatsoberhäupter und das britische Königshaus repräsentierte er höchsten Luxus. Die Ausstattung umfasste alles, was die damalige Automobiltechnik bot, einschließlich Klimaautomatik, elektrischer Sitze und Lederhimmel.

antrieb
Hinterradantrieb
leistung
198 kW (269 PS)
besonderheiten
V12-Motor, außergewöhnliche Laufruhe, bevorzugtes Staatsfahrzeug
motorisierungen
5,3-Liter-V12

Sovereign Serie I (1966-1979)

19661979 · Limousine

Die erste Generation des Daimler Sovereign basierte zunächst auf dem Jaguar 420, ab 1969 auf der XJ-Serie. Mit Reihensechszylinder-Motoren von 2,8 bis 4,2 Litern und Leistungen zwischen 125 und 142 kW bot der Sovereign gehobenen Komfort. Die Ausstattung umfasste Picknick-Tische, feinste Holzfurniere und exklusives Leder. Der charakteristische Daimler-Kühlergrill und zusätzliche Chromzierleisten kennzeichneten das Fahrzeug optisch.

antrieb
Hinterradantrieb
leistung
125–142 kW (170–193 PS)
besonderheiten
Basis Jaguar 420 und XJ6, luxuriöseste Ausstattungsvariante, Picknick-Tische
motorisierungen
2,8-/3,4-/4,2-Liter-Reihensechszylinder

2.5 V8 / 250 (1962-1969)

19621969 · Limousine

Der Daimler 2.5 V8 war das erste Modell nach der Übernahme durch Jaguar und basierte auf dem erfolgreichen Jaguar Mark 2. Der kompakte 2,5-Liter-V8-Motor von Edward Turner bot 104 kW (141 PS) und war besonders laufruhig. Der charakteristische geriffelte Kühlergrill und die hochwertigere Innenausstattung unterschieden ihn vom Jaguar-Schwestermodell. Dieses Fahrzeug etablierte das Konzept der Luxusvariante, das für Jahrzehnte Bestand haben sollte.

antrieb
Hinterradantrieb
leistung
104 kW (141 PS)
besonderheiten
Erster Daimler nach Jaguar-Übernahme, kompakter V8-Motor, charakteristischer Kühlergrill
motorisierungen
2,5-Liter-V8

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Jaguar und Daimler?

Daimler-Modelle basierten auf Jaguar-Fahrzeugen, hatten aber einen charakteristischen geriffelten Kühlergrill, hochwertigere Innenausstattung, zusätzliche Chromapplikationen und oft stärkere Motorvarianten. Sie waren die Luxusvarianten der jeweiligen Jaguar-Modelle und etwa 10-15% teurer.

Wann wurde die Marke Daimler eingestellt?

Die Marke Daimler wurde 2009 mit der Einführung der Jaguar XJ X351-Generation eingestellt. Der letzte reguläre Daimler war die Super Eight-Version der X350-Generation von 2007.

Welche Motoren hatte der Daimler Double Six?

Der Daimler Double Six war mit einem 5,3-Liter-V12-Motor ausgestattet, der je nach Generation zwischen 198 kW (269 PS) und 216 kW (294 PS) leistete. Er war bekannt für seine außergewöhnliche Laufruhe und Souveränität.

Sind Daimler-Fahrzeuge heute Sammlerstücke?

Ja, gut erhaltene Daimler-Modelle sind heute begehrte Klassiker. Besonders die V12-Modelle wie der Double Six und frühe Sovereign-Versionen erzielen auf dem Sammlermarkt gute Preise und gelten als Geheimtipp für Kenner britischer Luxuslimousinen.

Hatte Daimler UK etwas mit Mercedes-Benz zu tun?

Nein, die britische Daimler Motor Company hatte trotz des gleichen Namens keine direkte Verbindung zur deutschen Daimler-Motoren-Gesellschaft (später Daimler-Benz/Mercedes-Benz). Beide Unternehmen lizenzierte den Namen Daimler unabhängig voneinander.