Erste Generation X761 (2016–2020)
Die erste Generation des Jaguar F-Pace (interne Bezeichnung X761) feierte 2016 ihre Markteinführung und war sofort ein Erfolg für die Marke. Das Design stammte von Ian Callum, der dem SUV eine dynamische Silhouette mit kurzen Überhängen, einer langen Motorhaube und einer abfallenden Dachlinie verlieh. Die charakteristische Jaguar-Frontpartie mit dem großen Kühlergrill und den schmalen LED-Scheinwerfern sorgte für einen unverwechselbaren Auftritt. Zum Marktstart standen verschiedene Motorisierungen zur Wahl: Vier- und Sechszylinder-Dieselmotoren mit 2,0 und 3,0 Litern Hubraum sowie Benziner mit 2,0 und 3,0 Litern. Die Leistungsspanne reichte von 163 PS beim Einstiegsdiesel bis zu 380 PS beim V6-Benziner im F-Pace S. Alle Motoren waren mit Acht-Gang-Automatik von ZF kombiniert, Allradantrieb war serienmäßig oder optional erhältlich. Die Aluminium-Architektur hielt das Gewicht im Rahmen und ermöglichte trotz der SUV-Dimensionen eine sportliche Straßenlage. Der Innenraum bot Platz für fünf Personen und einen Kofferraum mit 650 bis 1740 Litern Volumen. Die Ausstattung umfasste je nach Version Leder, Touchscreen-Infotainment mit dem InControl-System, digitale Instrumente und Fahrassistenzsysteme.
Im Oktober 2016 folgte mit dem F-Pace SVR die erste echte Hochleistungsvariante. Die Special Vehicle Operations (SVO) von Jaguar statteten das SUV mit dem 5,0-Liter-V8-Kompressor aus dem F-Type aus, der 550 PS und 680 Nm Drehmoment lieferte. Der SVR sprintete in 4,3 Sekunden auf 100 km/h und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 283 km/h. Äußerlich unterschied er sich durch breitere Radhäuser, große Lufteinlässe, einen Heckspoiler und Quad-Endrohre. Auch das Fahrwerk wurde komplett überarbeitet, mit adaptiven Dämpfern, verstärkten Bremsen und einer Torque Vectoring-Hinterachse. Der F-Pace SVR etablierte sich als einer der schnellsten SUV seiner Klasse und unterstrich den Sportwagencharakter der Marke.
Facelift der ersten Generation (2021–2024)
Im Jahr 2021 erhielt der Jaguar F-Pace sein erstes umfassendes Facelift, das sowohl optisch als auch technisch deutliche Verbesserungen brachte. Äußerlich wurde die Front komplett neu gestaltet: Schlankere LED-Scheinwerfer mit integrierter J-Blade-Signatur, ein flacherer Kühlergrill und modifizierte Lufteinlässe verliehen dem SUV ein moderneres und aggressiveres Gesicht. Das Heck erhielt ebenfalls neue Rückleuchten mit durchgehendem LED-Band. Im Innenraum war die Überarbeitung noch deutlicher spürbar: Ein neues gebogenes 11,4-Zoll-Touchscreen-Display mit dem Pivi Pro Infotainmentsystem ersetzte die veraltete Bedienoberfläche. Darunter verschwanden fast alle physischen Tasten zugunsten einer aufgeräumten Mittelkonsole. Das digitale Kombiinstrument wuchs auf 12,3 Zoll und bot konfigurierbare Ansichten. Die Materialqualität wurde spürbar gesteigert, mit weicheren Kunststoffen und hochwertigeren Oberflächen.
Auch technisch gab es Neuerungen: Die Motorenpalette wurde gestrafft und elektrifiziert. Neu hinzu kam der P400e Plug-in-Hybrid mit einem 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner und einem Elektromotor, die zusammen 404 PS leisteten. Die 17,1-kWh-Batterie ermöglichte eine elektrische Reichweite von bis zu 53 Kilometern nach WLTP. Die konventionellen Motoren umfassten weiterhin Vier- und Sechszylinder-Aggregate, nun aber mit Mild-Hybrid-Technologie (MHEV) für bessere Effizienz. Der Ingenium-Vierzylinder-Diesel mit 2,0 Litern Hubraum war mit 163, 204 oder 250 PS erhältlich, die Benzinervarianten leisteten 250 oder 300 PS. Der V6-Diesel mit 3,0 Litern und 300 PS wurde in Deutschland jedoch nicht mehr angeboten. Das Fahrwerk erhielt eine überarbeitete Luftfederung mit adaptiven Dämpfern, die Komfort und Dynamik besser vereinen sollte. Die Vernetzung wurde durch Over-the-Air-Updates erweitert, sodass Software-Aktualisierungen drahtlos aufgespielt werden konnten.
Der F-Pace SVR wurde ebenfalls überarbeitet und behielt seinen 5,0-Liter-V8-Kompressor mit nun 550 PS bei. Die Optik wurde an das Facelift angepasst, mit neuen Stoßfängern, größeren Lufteinlässen und einem markanten Heckdiffusor. Die Bremsanlage mit 396-mm-Scheiben vorne und optionalen Keramikbremsen sorgte für beeindruckende Verzögerungswerte. Mit der Einführung strengerer Emissionsnormen und der Konzentration auf elektrifizierten Antrieb wurde die Produktion des V8-SVR jedoch 2024 eingestellt, womit das Kapitel der Hochleistungsverbrenner bei Jaguar vorerst endete.
Marktposition und Besonderheiten
Der Jaguar F-Pace konnte sich seit seiner Einführung als wichtigster Volumenbringer der Marke etablieren. In vielen Märkten, darunter auch Deutschland, war er zeitweise das meistverkaufte Jaguar-Modell und half der Marke, ihre Verkaufszahlen zu stabilisieren. Die Kombination aus sportlichem Design, dynamischem Fahrverhalten und britischem Premium-Anspruch sprach Käufer an, die eine Alternative zu den deutschen Premiummarken suchten. Die Verarbeitungsqualität und Materialanmutung erreichte im Facelift-Modell ab 2021 ein neues Niveau und konnte mit den etablierten Wettbewerbern mithalten.
Besonders hervorzuheben ist die Aluminium-Architektur, die dem F-Pace ein vergleichsweise niedriges Gewicht und damit bessere Fahrdynamik und Effizienz beschert. Das Fahrwerk wurde stets auf Agilität getrimmt, was den F-Pace zu einem der dynamischsten SUV im Segment macht – allerdings auf Kosten eines etwas strafferen Komforts auf schlechten Straßen. Die Einführung des Plug-in-Hybriden 2021 war ein wichtiger Schritt für Flottenkundengeschäft und Dienstwagenfahrer, die von steuerlichen Vorteilen profitieren wollten. Die elektrische Reichweite von über 50 Kilometern genügte für viele Pendler, um emissionsfrei zur Arbeit zu fahren.
Mit der strategischen Neuausrichtung von Jaguar Land Rover hin zur Elektromobilität und der Positionierung von Jaguar als reine Elektromarke ab 2025 endete die Produktion des F-Pace in seiner bisherigen Form 2024. Das Modell wird nicht direkt durch einen Nachfolger ersetzt, sondern Jaguar plant eine komplette Neuausrichtung mit rein elektrischen Fahrzeugen auf einer neuen Plattform. Der F-Pace bleibt somit das erste und einzige klassische SUV mit Verbrennungsmotor in der Geschichte von Jaguar – ein Modell, das der Marke in schwierigen Zeiten half und den Weg für die Zukunft ebnete.