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Jaguar X-Type

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Foto: Ethan Llamas / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Der Jaguar X-Type wurde von 2001 bis 2009 produziert und war Jaguars Einstieg in die Mittelklasse. Als Limousine und Kombi (Estate) erhältlich, bot er klassisches britisches Design kombiniert mit Ford-Technik und wahlweise Allradantrieb.

Neupreis
Produktion eingestellt (2009)

Ideal für: Liebhaber britischer Klassiker mit kleinerem Budget und Faible für individuelles Design

Technische Daten

Jaguar X-Type Eckdaten

Motor & Antrieb
Leistung
96–170 kW (130–231 PS)
Kraftstoff
Benzin, Diesel
Verbrauch (komb.)
6,0–10,5 l/100km
Getriebe
5-Gang manuell, 5-Gang Automatik
Antriebsart
Frontantrieb, Allradantrieb
Zylinder
4, 6
Höchstgeschwindigkeit
190–227 km/h
Maße & Karosserie
Karosserie
Limousine, Kombi (Estate)
Maße (L/B/H)
4.672 x 1.789 x 1.435 mm
Kofferraum
450–1.380 l
Gewicht
1.470–1.710 kg
Sitze
5
Türen
4, 5
Neupreis
Produktion eingestellt (2009)

Der Jaguar X-Type war der Versuch der britischen Traditionsmarke, in die Mittelklasse vorzudringen und ein breiteres Publikum anzusprechen. Zwischen 2001 und 2009 produziert, markierte der X-Type eine wichtige Ära für Jaguar, die jedoch auch kontrovers diskutiert wurde. Das Modell sollte als erschwinglicher Einstieg in die Marke dienen und wurde sowohl als Limousine als auch als Kombi (Estate) angeboten. Die Plattform teilte sich der X-Type mit dem Ford Mondeo, was von Puristen kritisch beäugt wurde, aber technisch durchaus Sinn ergab. Mit seiner klassischen Jaguar-Optik, dem markanten Kühlergrill und den charakteristischen Scheinwerfern versuchte der X-Type, die DNA der Marke in ein bezahlbareres Segment zu übersetzen.

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Die erste und einzige Generation (2001-2009)

Der Jaguar X-Type kam 2001 auf den Markt und basierte auf der CD132-Plattform von Ford, die auch dem Mondeo zugrunde lag. Jaguar betonte jedoch stets die umfangreichen Modifikationen: Die Plattform wurde verlängert, verbreitert und mit einer eigenen Hinterachskonstruktion versehen. Zunächst war der X-Type ausschließlich mit Allradantrieb und V6-Motoren erhältlich. Die Benziner umfassten einen 2,5-Liter-V6 mit 194 PS und einen 3,0-Liter-V6 mit 231 PS. Beide Aggregate stammten aus der Ford-Familie, wurden aber für Jaguar angepasst. Die Kraftübertragung erfolgte über eine Fünfgang-Automatik oder ein manuelles Fünfgang-Getriebe. Der Allradantrieb verteilte das Drehmoment normalerweise im Verhältnis 60:40 (vorne:hinten), konnte aber bei Bedarf bis zu 100 Prozent nach hinten schicken.

Das Interieur des frühen X-Type zeigte klassisches Jaguar-Design mit Holzfurnieren, Lederausstattung und analogen Instrumenten. Die Verarbeitung lag auf gutem Niveau, erreichte aber nicht ganz die Standards der größeren Jaguar-Modelle. Der Kofferraum der Limousine fasste 450 Liter, was für die Klasse angemessen war. Die deutsche Presse lobte das angenehme Fahrverhalten und die gute Straßenlage, kritisierte aber den hohen Verbrauch und die spürbare Verwandtschaft zum Mondeo bei bestimmten Bedienelementen.

Erweiterung des Programms (2003-2004)

2003 erweiterte Jaguar das Motorenprogramm deutlich. Um den X-Type auch für preisbewusstere Käufer attraktiv zu machen, wurden erstmals Dieselmotoren angeboten. Der 2,0-Liter-TDCi mit 130 PS markierte den Einstieg und brachte endlich auch Versionen mit Frontantrieb ins Programm. Später folgte ein 2,2-Liter-Diesel mit ebenfalls 130 PS (ab 2005) sowie eine stärkere Variante mit 155 PS. Die Dieselmotoren stammten von Ford-PSA und sorgten für deutlich niedrigere Verbrauchswerte von etwa 6-7 Litern auf 100 Kilometer. Parallel dazu wurden auch frontgetriebene Benziner mit vier Zylindern eingeführt: ein 2,0-Liter mit 130 PS und ein 2,1-Liter mit 157 PS (in manchen Märkten). Diese Versionen sollten den Einstiegspreis senken und die Modellpalette abrunden.

2004 kam der X-Type Estate (Kombi) auf den Markt, der optisch gelungen umgesetzt wurde und das Kofferraumvolumen auf bis zu 1.380 Liter bei umgeklappter Rückbank erweiterte. Der Estate wurde vor allem in Europa gut angenommen und machte zeitweise fast die Hälfte der X-Type-Verkäufe aus. Das elegante Design mit der steil abfallenden Dachlinie und den schlanken D-Säulen hob sich positiv von der Konkurrenz ab.

Facelift 2007

2007 erhielt der X-Type ein Facelift, das vor allem optische Retuschen brachte. Die Front wurde modernisiert mit überarbeiteten Scheinwerfern, einem neu gestalteten Kühlergrill und einer modifizierten Stoßstange. Am Heck gab es neue Rückleuchten mit LED-Technik. Im Innenraum wurden die Materialien aufgewertet, es gab ein neues Lenkrad und überarbeitete Sitze. Die Instrumententafel erhielt eine frischere Grafik. Technisch blieb weitgehend alles beim Alten, allerdings wurden die Motoren hinsichtlich Emissionen optimiert. Der 2,2-Liter-Diesel erhielt in seiner stärksten Ausbausform nun 152 PS (zuvor 155 PS), was aber primär Messunterschiede widerspiegelte. Auch beim Fahrwerk wurden leichte Anpassungen vorgenommen, um Komfort und Handling zu verbessern.

Trotz des Facelifts konnte der X-Type nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen. Die Verkaufszahlen gingen kontinuierlich zurück, was mehrere Gründe hatte: Die Konkurrenz in der Mittelklasse war extrem stark geworden (BMW 3er, Audi A4, Mercedes C-Klasse), die Plattform-Verwandtschaft zum Mondeo wurde als Makel empfunden, und die Marke Jaguar hatte Schwierigkeiten, sich klar zu positionieren. Hinzu kamen Qualitätsprobleme, die dem Ruf schadeten: Elektrische Defekte, Probleme mit der Automatik und Rostanfälligkeit an bestimmten Stellen wurden häufiger gemeldet.

Das Ende und die Folgen

2009 lief die Produktion des X-Type aus, ohne dass ein direkter Nachfolger präsentiert wurde. Jaguar konzentrierte sich stattdessen auf die höheren Segmente und entwickelte später die XE als neuen Mittelklasse-Vertreter, der aber erst 2015 erschien. In den acht Produktionsjahren wurden insgesamt etwa 350.000 Einheiten des X-Type gebaut, was deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen lag. Ford, damals Eigentümer von Jaguar, hatte mit wesentlich höheren Stückzahlen gerechnet.

Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt ist der X-Type heute für relativ kleines Geld zu haben. Die Preise beginnen bei wenigen Tausend Euro für frühe Modelle mit hoher Laufleistung. Besonders die Dieselversionen und die Kombis sind bei Liebhabern gefragt. Beim Kauf sollte auf Rostansätze an Schwellern, Radläufen und der Hinterachse geachtet werden. Die Automatikgetriebe können bei mangelnder Wartung Probleme bereiten, und elektrische Komponenten wie Fensterheber oder das Klimasystem neigen zu Ausfällen. Die V6-Motoren gelten als robust, wenn regelmäßig das Öl gewechselt wurde. Die Dieselmotoren haben gelegentlich Probleme mit Einspritzdüsen und Turboladern, sind aber grundsätzlich langstreckentauglich.

Technische Besonderheiten

Eine Besonderheit des X-Type war das serienmäßige Allradsystem bei den V6-Modellen, das in dieser Klasse nicht selbstverständlich war. Die selbsttragende Karosserie war aus Stahl gefertigt, wobei Jaguar Wert auf eine hohe Steifigkeit legte. Die Vorderachse bestand aus MacPherson-Federbeinen, hinten kam eine Mehrlenker-Konstruktion zum Einsatz. Das Verhältnis von Länge (4,67 Meter bei der Limousine) zu Radstand (2,71 Meter) war ausgewogen, was sich positiv auf das Handling auswirkte.

Die Sicherheitsausstattung umfasste sechs Airbags, ESP und ABS als Standard. Bei den Euro-NCAP-Crashtests erreichte der X-Type vier von fünf Sternen, was für die damalige Zeit solide war. Optional gab es Xenon-Scheinwerfer, Einparkhilfe und ein Navigationssystem, dessen Bedienung allerdings als umständlich galt.

Marktposition und Fazit

Der Jaguar X-Type bleibt ein ambivalentes Kapitel in der Geschichte der britischen Marke. Einerseits ermöglichte er vielen Menschen erstmals den Zugang zu einem Jaguar und erweiterte die Kundenbasis. Andererseits verwässerte er in den Augen mancher die Markenidentität und konnte qualitativ nicht ganz mit der Oberklasse-Konkurrenz mithalten. Die gemeinsame Plattform mit Ford war wirtschaftlich vernünftig, wurde aber kommunikativ zum Problem. Heute wird der X-Type von Enthusiasten zunehmend geschätzt, besonders der Estate mit Dieselmotor gilt als praktischer Geheimtipp. Die klassische Optik, der komfortable Charakter und die inzwischen niedrigen Anschaffungskosten machen ihn zu einer Alternative für alle, die etwas Besonderes suchen, ohne ein Vermögen auszugeben. Als Alltagsauto mit regelmäßiger Wartung kann der X-Type durchaus zuverlässig sein, verlangt aber mehr Aufmerksamkeit als deutsche Premiummodelle der gleichen Ära.

Jaguar X-Type leasen (bald verfügbar)

Historie

Vorgänger-Generationen

Historische Baureihen und Facelifts des Jaguar X-Type.

X-Type (2001-2007)

20012007 · Limousine, Kombi

Jaguar X-Type X-Type (2001-2007)
Foto: OSX / Wikimedia Commons / Public domain
Jaguar X-Type X-Type (2001-2007)
Foto: Damian B Oh / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Die erste und einzige Generation des Jaguar X-Type startete 2001 zunächst nur mit V6-Benzinern und Allradantrieb. 2003 kamen Diesel- und Vierzylinder-Benziner sowie frontgetriebene Versionen hinzu. 2004 folgte der gefragte Estate (Kombi). Die Modelle basierten auf der modifizierten CD132-Plattform des Ford Mondeo, boten aber klassisches Jaguar-Design mit markanter Front und edlem Interieur. Die Verarbeitung war solide, erreichte aber nicht ganz Oberklasse-Niveau. Motorenseitig reichte das Angebot vom 130-PS-Diesel bis zum 231-PS-V6-Benziner.

antrieb
Front- oder Allradantrieb
leistung
96–170 kW (130–231 PS)
besonderheiten
Basiert auf Ford-Mondeo-Plattform, V6-Modelle serienmäßig mit Allrad, ab 2004 auch als Estate
motorisierungen
2,0-2,2 l Diesel (130-155 PS), 2,0-3,0 l Benziner (130-231 PS)

Häufige Fragen

Wie zuverlässig ist der Jaguar X-Type?

Der X-Type gilt als durchschnittlich zuverlässig. Häufige Probleme betreffen die Elektronik, Automatikgetriebe und Rostbildung an Schwellern und Radläufen. Bei guter Wartung sind die Motoren aber langlebig. Dieselversionen mit manuellem Getriebe gelten als robuster als V6-Benziner mit Automatik.

Welcher Motor ist beim Jaguar X-Type am besten?

Für Vielfahrer ist der 2,2-Liter-Diesel mit 155 PS die beste Wahl: sparsam, ausreichend Leistung und mit manuellem Getriebe recht zuverlässig. Der 3,0-Liter-V6 mit 231 PS bietet mehr Fahrspaß, verbraucht aber deutlich mehr und ist wartungsintensiver.

Was kostet ein Jaguar X-Type im Unterhalt?

Die Unterhaltskosten liegen über denen vergleichbarer deutscher Mittelklassemodelle. Ersatzteile sind teurer, Werkstattkosten hoch. Versicherung und Steuer bewegen sich im oberen Mittelfeld. Rechnen Sie bei normaler Nutzung mit 150-300 Euro monatlich für Wartung, Reparaturen und Verschleiß.

Gibt es einen Nachfolger des Jaguar X-Type?

Der direkte Nachfolger ist die Jaguar XE, die jedoch erst 2015 auf den Markt kam, sechs Jahre nach dem Produktionsende des X-Type. Die XE basiert auf einer modernen Aluminium-Plattform und positioniert sich hochwertiger als der X-Type.

Was ist beim Kauf eines gebrauchten X-Type zu beachten?

Achten Sie auf Rostansätze an Schwellern, Radläufen und Hinterachse. Testen Sie alle elektrischen Funktionen. Bei Automatik-Modellen sollte die Schaltung sanft sein. Prüfen Sie die Wartungshistorie, besonders Ölwechsel-Intervalle. Ein Facelift-Modell ab 2007 ist qualitativ meist besser.