Die erste Generation: W124 C124 (1987-1993)
Im März 1987 präsentierte Mercedes-Benz auf dem Genfer Automobilsalon das Coupé der Baureihe 124, intern als C124 bezeichnet. Das Design stammte von Bruno Sacco und zeichnete sich durch eine flachere Dachlinie, rahmenlose Seitenscheiben und eine sportlichere Silhouette im Vergleich zur Limousine aus. Das Coupé verfügte über zwei vollwertige Türen und bot trotz seiner sportlichen Ausrichtung vier Sitzplätze. Die Karosserie war steifer konstruiert als die der Limousine, was zu einem verbesserten Fahrverhalten führte. Zum Marktstart waren drei Sechszylinder-Motorisierungen verfügbar: der 230 CE mit 2,3 Litern Hubraum und 136 PS, der 260 CE mit 2,6 Litern und 160 PS sowie der 300 CE mit 3,0 Litern und 188 PS. Alle Motoren waren Reihen-Sechszylinder mit elektronischer Benzineinspritzung.
1989 erweiterte Mercedes-Benz die Palette um den 300 CE-24, der mit einem 24-Ventil-Motor ausgestattet war und 220 PS leistete. Dieser Motor mit Vierventiltechnik machte das Coupé deutlich sportlicher und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h. Im selben Jahr kam auch der kleinere 200 CE mit 2,0 Litern und 122 PS hinzu, der als Einstiegsmodell diente. 1992 folgte das Cabriolet auf Basis des C124, das mit einem vollautomatischen Stoffverdeck ausgestattet war und die offene Variante der CE-Klasse darstellte. Das Cabrio war ausschließlich mit den stärkeren Sechszylinder-Motoren erhältlich. Die erste Generation des C124 war bekannt für ihre solide Verarbeitung, die typische Mercedes-Langlebigkeit und das zeitlose Design. Die Sicherheitsausstattung umfasste ABS, Airbags und eine Knautschzone nach modernsten Standards der späten 1980er Jahre.
Facelift 1993-1997
1993 erhielt die CE-Klasse ein umfangreiches Facelift, das gleichzeitig mit einer Namensänderung einherging. Mercedes-Benz führte eine neue Nomenklatur ein: Aus dem 300 CE wurde der E 320 Coupé, womit die Modellbezeichnung nun mit dem Buchstaben für die Baureihe begann, gefolgt vom gerundeten Hubraum. Diese Änderung betraf die gesamte E-Klasse-Familie. Optisch erhielten Coupé und Cabriolet neue Scheinwerfer mit klarer Glasabdeckung, eine modifizierte Frontschürze und überarbeitete Rückleuchten. Im Innenraum gab es neue Sitzbezüge, ein überarbeitetes Armaturenbrett mit moderneren Schaltern und verbesserte Materialien.
Die Motorenpalette wurde ebenfalls überarbeitet: Der E 220 Coupé ersetzte den 200 CE und bot 150 PS aus einem 2,2-Liter-Vierzylinder. Der E 320 Coupé verfügte nun über einen 3,2-Liter-Reihensechszylinder mit 220 PS (oder 231 PS in der 24-Ventil-Version). Als Topmodell kam 1993 der E 36 AMG hinzu, eine von AMG veredelte Version mit 3,6-Liter-Motor und 272 PS, die vor der offiziellen Integration von AMG in den Mercedes-Konzern entstand. Technisch erhielt das Facelift-Modell eine verbesserte Lenkung, optional eine Traktionskontrolle (ASR) und bei einigen Varianten eine adaptive Dämpferregelung. Die Automatikgetriebe wurden auf modernere Fünfgang-Versionen aktualisiert, die einen besseren Kompromiss zwischen Komfort und Sportlichkeit boten. Das Cabriolet blieb bis 1997 im Programm und wurde dann vom CLK-Cabrio abgelöst.
Ende der CE-Klasse und Nachfolge
1997 endete die Produktion der CE-Klasse beziehungsweise des E-Klasse Coupés der Baureihe 124. Mercedes-Benz entschied sich, die Coupés und Cabriolets künftig als eigenständige CLK-Klasse zu vermarkten, die auf der kompakteren C-Klasse basierte. Diese strategische Neuausrichtung sollte eine klarere Produktdifferenzierung ermöglichen und die CLK-Klasse preislich attraktiver positionieren. Die CLK-Klasse (C208) debütierte 1997 und übernahm die Rolle des sportlichen Zweitürers im Mercedes-Programm, allerdings mit einer anderen technischen Basis als die E-Klasse-Limousine.
Die CE-Klasse bzw. das E-Klasse Coupé der Baureihe 124 gilt heute als Klassiker und wird von Liebhabern wegen seiner robusten Technik, des zeitlosen Designs und der hohen Verarbeitungsqualität geschätzt. Besonders die Sechszylinder-Modelle und das seltene Cabriolet erzielen auf dem Gebrauchtwagenmarkt stabile bis steigende Preise. Die Baureihe 124 insgesamt wurde bis 1996 über 2,7 Millionen Mal produziert, wobei das Coupé und Cabriolet einen kleinen, aber feinen Anteil ausmachten. Viele Exemplare sind aufgrund der Mercedes-typischen Langlebigkeit noch heute im Straßenbild zu sehen. Die CE-Klasse markiert eine wichtige Epoche in der Mercedes-Geschichte, als Coupés noch auf der E-Klasse-Plattform basierten und somit mehr Raum, Komfort und technische Raffinesse boten als die späteren CLK-Modelle. Für Enthusiasten verkörpert die CE-Klasse die klassischen Tugenden der Marke: Solidität, Eleganz und Zeitlosigkeit in einem sportlichen Paket.