Die erste Generation: C219 (2004–2010)
Im Jahr 2004 stellte Mercedes-Benz mit dem CLS C219 ein völlig neues Fahrzeugkonzept vor: ein viertüriges Coupé, das die Eleganz eines zweitürigen Sportwagens mit der Praktikabilität einer viertürigen Limousine kombinierte. Das Design stammte von Michael Fink und sorgte mit seiner geschwungenen Dachlinie, den rahmenlosen Türen und der coupéhaften Silhouette für Aufsehen. Technisch basierte der CLS auf der damaligen E-Klasse (W211), bot aber ein deutlich emotionaleres Erscheinungsbild. Zum Marktstart standen verschiedene Motorisierungen zur Verfügung: Der CLS 350 mit 3,5-Liter-V6 und 272 PS sowie der CLS 500 mit 5,0-Liter-V8 und 306 PS bildeten die Basis. Der CLS 55 AMG brachte es auf beeindruckende 476 PS aus einem kompressorgeladenen 5,4-Liter-V8. Ab 2006 erweiterte der CLS 320 CDI mit Dieselmotor die Palette und machte die Baureihe auch für Vielfahrer attraktiv. 2006 folgte zudem der CLS 63 AMG mit 514 PS, der die Leistungsspitze markierte. Die erste Generation etablierte das Segment und fand weltweit großen Anklang, auch wenn der Innenraum mit nur vier Einzelsitzen und begrenztem Kopfraum im Fond nicht jedermanns Sache war.
Facelift der ersten Generation (2008–2010)
Im Jahr 2008 erhielt die erste CLS-Generation ein Facelift, das vor allem optische Retuschen und technische Verbesserungen brachte. Die Scheinwerfer wurden überarbeitet und erhielten LED-Tagfahrlicht, die Stoßfänger wurden modifiziert und das Interieur aufgewertet. Auch die Motorenpalette wurde aktualisiert: Der CLS 350 CGI mit Direkteinspritzung ersetzte den bisherigen Sauger und leistete nun 292 PS. Der CLS 63 AMG erhielt optional ein AMG Performance-Paket mit 525 PS. Die Dieselmotoren wurden ebenfalls überarbeitet und boten mehr Leistung bei geringerem Verbrauch. Das Facelift hielt die erste Generation bis 2010 frisch, bevor der Nachfolger die Bühne betrat.
Die zweite Generation: C218 (2011–2017)
2011 präsentierte Mercedes-Benz die zweite Generation der CLS-Klasse (C218), die das erfolgreiche Konzept weiterentwickelte und auf der Plattform der neuen E-Klasse (W212) basierte. Das Design wurde noch fließender und eleganter gestaltet, die Proportionen gestreckt. Erstmals bot Mercedes auch einen CLS Shooting Brake an – eine Kombivariante, die ab 2012 das Portfolio ergänzte und die Praktikabilität deutlich steigerte. Die zweite Generation war von Beginn an als Fünfsitzer konzipiert, was den Alltagsnutzen erhöhte. Die Motorenpalette startete mit dem CLS 250 CDI (204 PS), CLS 350 CDI (265 PS) und CLS 500 (408 PS). Der CLS 63 AMG bot wahlweise 525 oder 557 PS aus einem 5,5-Liter-V8-Biturbo und setzte neue Maßstäbe in Sachen Performance. 2013 ergänzte der CLS 400 mit 333 PS die Benzinerpalette. Die zweite Generation führte zahlreiche Assistenzsysteme ein und bot ein deutlich moderneres Interieur mit hochauflösendem Display und edlen Materialien. Der Shooting Brake wurde schnell zum Kultfahrzeug und sprach eine eigene Käuferschicht an, die Stil mit Variabilität verband.
Facelift der zweiten Generation (2014–2017)
2014 erhielt die zweite CLS-Generation ein umfangreiches Facelift, das vor allem die Front und das Heck betraf. Die Scheinwerfer wurden komplett neu gestaltet und erhielten serienmäßig LED-Technik, optional waren Multibeam-LED-Scheinwerfer verfügbar. Die Motorenpalette wurde gestrafft und um effizientere Aggregate erweitert. Der neue CLS 220 BlueTEC mit 170 PS bildete den Einstieg, während die V8-Motoren bei AMG durch einen 4,0-Liter-V8-Biturbo ersetzt wurden, der im CLS 63 AMG 557 PS und in der S-Variante 585 PS leistete. Auch das Interieur wurde mit neuen Materialien und Technologien aufgewertet, darunter ein größeres Display und das COMAND-Online-System. Das Facelift machte die zweite Generation bis 2017 konkurrenzfähig, bevor die dritte Generation übernahm.
Die dritte Generation: C257 (seit 2018)
Seit 2018 wird die dritte Generation der CLS-Klasse (C257) angeboten, die auf der modularen MRA-Plattform der aktuellen E-Klasse (W213) basiert. Das Design wurde noch einmal geschärft: Die Frontpartie mit Raubkatzen-Optik, die noch flachere Dachlinie und die muskulösen Proportionen verleihen dem CLS ein sehr dynamisches Erscheinungsbild. Mercedes verzichtete bewusst auf eine Shooting-Brake-Variante, um die Baureihe exklusiver zu halten. Die dritte Generation setzt auf Vierzylinder- und Reihensechszylinder-Motoren mit 48-Volt-Mildhybrid-Technologie. Zum Start standen der CLS 350 (299 PS), CLS 400 d (340 PS) und der CLS 450 4MATIC (367 PS) zur Wahl. Der Mercedes-AMG CLS 53 4MATIC+ mit 435 PS und Elektrounterstützung ersetzte die V8-Topmodelle und bietet dank EQ Boost beeindruckende Fahrleistungen. Das Interieur präsentiert sich mit dem MBUX-Infotainmentsystem, zwei 12,3-Zoll-Displays und hochwertigen Materialien auf höchstem Niveau. Die Assistenzsysteme entsprechen dem neuesten Stand der Technik, darunter teilautomatisiertes Fahren auf Level 2.
Facelift der dritten Generation (seit 2021)
2021 erhielt die aktuelle CLS-Generation ein Facelift, das vor allem optische Akzente setzte. Die Front wurde dezent modifiziert, die Scheinwerfer erhielten neue Grafiken und die Heckleuchten wurden überarbeitet. Im Interieur wurden neue Farbkombinationen und Materialien eingeführt, zudem wurde das MBUX-System auf den neuesten Stand gebracht. Die Motorenpalette blieb weitgehend unverändert, allerdings wurden die Aggregate an die strengeren Abgasnormen angepasst. Der CLS 450 4MATIC bildet derzeit die Benzinervariante, während der CLS 400 d 4MATIC die Dieselfraktion repräsentiert. Mercedes-AMG bietet weiterhin den CLS 53 4MATIC+ an, der mit seinem Reihensechszylinder und EQ Boost eine spannende Alternative zu klassischen V8-Modellen darstellt. Das Facelift hält die CLS-Klasse bis heute frisch, auch wenn Gerüchte über eine mögliche Einstellung der Baureihe aufgrund sinkender Nachfrage im Coupé-Limousinen-Segment kursieren. Die CLS-Klasse bleibt dennoch ein Statement für individuellen Geschmack und zeitloses Design und hat das Segment des viertürigen Coupés nachhaltig geprägt.