Mercedes-Benz Logo

Mercedes-Benz

Mercedes-Benz EQC

Foto: MB-one / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Der Mercedes-Benz EQC war das erste vollelektrische SUV der EQ-Familie und markierte 2019 den Einstieg von Mercedes in die Serien-Elektromobilität. Mit zwei Elektromotoren, Allradantrieb und 408 PS verband er Premium-Komfort mit lokal emissionsfreier Mobilität.

Neupreis
ab 71.900 € (Produktionsende 2023)

Ideal für: Premium-Käufer, die ein komfortables Elektro-SUV mit Allradantrieb und Mercedes-Qualität suchen.

Technische Daten

Mercedes-Benz EQC Eckdaten

Motor & Antrieb
Leistung
300 kW (408 PS)
Kraftstoff
Elektrisch
Verbrauch (komb.)
21,3–22,2 kWh/100km (WLTP)
Getriebe
1-Gang-Automatik
Antriebsart
Allradantrieb (4MATIC)
Zylinder
Höchstgeschwindigkeit
180 km/h
Maße & Karosserie
Karosserie
SUV
Maße (L/B/H)
4761 x 1884 x 1624 mm
Kofferraum
500–1.460 l
Gewicht
2425 kg
Sitze
5
Türen
5
Neupreis
ab 71.900 € (Produktionsende 2023)

Der Mercedes-Benz EQC markierte 2019 den Einstieg der Marke mit dem Stern in die Ära der vollelektrischen Serienfahrzeuge. Als erstes Modell der neuen EQ-Submarke sollte das SUV den Weg für eine ganze Familie elektrischer Mercedes-Modelle ebnen. Der EQC basiert technisch auf der GLC-Plattform, wurde jedoch gezielt für den Elektroantrieb adaptiert und mit einer eigenständigen Designsprache versehen. Mit einer Systemleistung von 300 kW (408 PS) und einem 80-kWh-Akku richtete sich Mercedes an Kunden, die Premiumanspruch mit lokal emissionsfreier Mobilität verbinden wollten. Die Reichweite wurde mit bis zu 471 Kilometern nach WLTP angegeben, wobei die Praxiswerte je nach Fahrweise und Bedingungen variierten. Der Einstiegspreis lag in Deutschland bei knapp 72.000 Euro, womit sich der EQC im oberen Segment der Elektro-SUVs positionierte.

Mehr lesen

Markteinführung und erste Generation (2019-2023)

Die Entwicklung des EQC begann bereits 2016 unter dem internen Code N293. Mercedes präsentierte das Serienmodell erstmals im September 2018 in Stockholm, die Markteinführung in Deutschland erfolgte ab Mitte 2019. Der EQC 400 4MATIC, wie die offizielle Bezeichnung lautete, verfügte über zwei Asynchron-Elektromotoren – einen an jeder Achse – und bot damit permanenten Allradantrieb. Die kombinierte Leistung von 300 kW stand ab 765 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung, was einen Sprint von null auf 100 km/h in 5,1 Sekunden ermöglichte. Die Höchstgeschwindigkeit wurde elektronisch auf 180 km/h begrenzt, um die Reichweite zu schonen.

Das Design des EQC lehnte sich erkennbar an die SUV-Linie von Mercedes an, zeigte aber auch spezifische EQ-Merkmale. Der geschlossene Kühlergrill mit Black-Panel-Optik und beleuchteten Lichtfasern, die durchgehende Lichtsignatur vorne und die fließende Dachlinie sollten die elektrische Identität unterstreichen. Der Innenraum folgte weitgehend der GLC-Architektur mit dem MBUX-Infotainmentsystem, Widescreen-Cockpit und hochwertigen Materialien. Spezielle EQ-Grafiken und roségoldene Akzente setzten zusätzliche Akzente. Der Kofferraum fasste 500 Liter, bei umgeklappter Rückbank bis zu 1.460 Liter.

Die Lithium-Ionen-Batterie mit 80 kWh Bruttokapazität (rund 78 kWh netto) bestand aus 384 Zellen und war im Unterboden verbaut. Mercedes gab eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometern auf die Batterie. Die Ladeleistung lag bei maximal 110 kW Gleichstrom, womit ein Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent in etwa 40 Minuten möglich war. An der Wechselstrom-Wallbox waren serienmäßig 7,4 kW möglich, optional bis zu 11 kW. Die Rekuperation konnte über Schaltwippen am Lenkrad in fünf Stufen eingestellt werden, wobei die stärkste Stufe nahezu One-Pedal-Driving ermöglichte.

Produktionsprobleme und Marktentwicklung

Die Produktion des EQC startete im Mercedes-Werk Bremen, das eigens für die Elektromobilität umgerüstet worden war. Allerdings kämpfte Mercedes in den ersten Monaten mit Lieferschwierigkeiten, insbesondere bei Batteriezellen von LG Chem. Die ursprünglich geplanten Stückzahlen konnten 2019 und 2020 nicht erreicht werden. Hinzu kam, dass der EQC einem starken Wettbewerbsumfeld gegenüberstand: Der Audi e-tron und der Jaguar I-Pace waren bereits auf dem Markt, später gesellten sich BMW iX3, Tesla Model Y und weitere Konkurrenten hinzu. Die Fachpresse bescheinigte dem EQC zwar einen hohen Komfort und gute Verarbeitung, kritisierte aber die vergleichsweise geringe Reichweite und die moderate Ladeleistung im Vergleich zu neueren Wettbewerbern.

2021 erfuhr der EQC eine leichte Modellpflege mit optimierter Software für Reichweite und Ladekurve sowie überarbeiteten Assistenzsystemen. Die grundlegende Technik blieb jedoch unverändert. Mercedes konzentrierte sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf die Entwicklung dedizierter Elektro-Plattformen (EVA und später MB.EA), da die Adaptation konventioneller Plattformen zunehmend als Kompromiss gesehen wurde. Der EQC blieb in seinem Kernsegment konkurrenzfähig, konnte aber nicht die erhofften Verkaufszahlen erreichen. In Deutschland wurden in den besten Jahren jeweils einige Tausend Einheiten zugelassen, deutlich weniger als bei Diesel- und Benzin-SUVs der Marke.

Varianten und Sondermodelle

Neben der Standardversion EQC 400 4MATIC bot Mercedes verschiedene Ausstattungslinien an. Die Linie AMG Line betonte die sportliche Optik mit spezifischer Frontschürze, 20- oder 21-Zoll-Rädern und AMG-Interieur-Details. Die Edition 1886 zum Marktstart umfasste exklusive Farbkombinationen und Ausstattungshighlights. Ab Werk standen zahlreiche Individualisierungsoptionen zur Verfügung, von verschiedenen Lichtdesigns bis zu Premium-Soundsystemen von Burmester. Eine sportlichere AMG-Version wurde zwar diskutiert, aber nie realisiert – Mercedes entschied sich stattdessen, die AMG-Elektrifizierung mit eigenständigen Modellen wie dem EQE und EQS in AMG-Varianten voranzutreiben.

In China produzierte Mercedes ab 2021 den EQC auch lokal bei Beijing Benz Automotive, um die dortigen Marktbedürfnisse besser zu bedienen und Zölle zu vermeiden. Für den chinesischen Markt gab es leicht angepasste Ausstattungsvarianten und ein auf den lokalen Geschmack abgestimmtes Design. Die grundlegende Technik blieb identisch mit der europäischen Version. In den USA hingegen wurde der EQC nie offiziell eingeführt – Mercedes entschied, zunächst den EQS und später den EQE SUV für den nordamerikanischen Markt zu priorisieren.

Produktionsende und Nachfolge

Im April 2023 gab Mercedes-Benz bekannt, die Produktion des EQC im November 2023 einzustellen. Als Grund wurden die veränderte Marktsituation und die strategische Neuausrichtung auf dedizierte Elektro-Plattformen genannt. Der EQC hatte seine Mission erfüllt, Mercedes in die Elektromobilität einzuführen, entsprach aber nicht mehr den neuesten technischen Standards. Die Nachfolge im Segment der elektrischen Mittelklasse-SUVs übernahmen EQE SUV und das später komplett überarbeitete Elektro-Lineup auf Basis modernerer Architekturen. Die EVA2-Plattform, auf der EQE und EQS basieren, bot deutliche Vorteile bei Reichweite, Ladegeschwindigkeit und Effizienz.

Trotz seiner vergleichsweise kurzen Produktionszeit von rund vier Jahren spielte der EQC eine wichtige Rolle in der Mercedes-Geschichte. Er war das Pioniermodell, das die EQ-Familie begründete und wichtige Erkenntnisse für nachfolgende Entwicklungen lieferte. Die Erfahrungen mit Batteriemanagement, Thermomanagement und der Integration elektrischer Antriebe in ein Premium-SUV flossen direkt in die Entwicklung der nächsten Generation ein. Für Käufer gebrauchter EQC bedeutet das Ende der Produktion keine unmittelbaren Nachteile – Mercedes garantierte die Ersatzteilversorgung und den Service für mindestens zehn Jahre nach Produktionsende.

Technische Besonderheiten und Innovation

Unter der Karosserie vereinte der EQC mehrere technische Innovationen. Das Thermomanagement umfasste fünf Kühlkreisläufe, die Batterie, Antriebe und Innenraum je nach Bedarf kühlten oder vorwärmten. Dies war besonders wichtig für Reichweite und Ladeleistung bei unterschiedlichen Außentemperaturen. Die Navigation konnte elektrospezifisch planen und die Batterie vor Erreichen einer Schnellladestation vorkonditionieren. Die Pre-Entry-Klimatisierung erlaubte das Temperieren des Innenraums vor Fahrtantritt per App, ohne die Reichweite während der Fahrt zu beeinträchtigen.

Die Rekuperationsstrategie war intelligent gelöst: Der EQC nutzte Navigationsdaten und Radarsensoren, um vorausschauend zu rekuperieren. Bei erkannten Kurven, Geschwindigkeitsbegrenzungen oder vorausfahrenden Fahrzeugen erhöhte das System automatisch die Rekuperationsleistung. Das Fahrpedal konnte so intuitiv zur Geschwindigkeitsregelung genutzt werden. Fünf manuelle Rekuperationsstufen über die Schaltwippen am Lenkrad boten zusätzliche Kontrolle. In der stärksten Stufe verzögerte der EQC deutlich spürbar ohne Betätigung der Bremse, was die Bremsbeläge schonte und die Reichweite optimierte.

Marktposition und Bewertung

Der EQC positionierte sich als klassisches Premium-SUV mit elektrischem Antrieb. Die Verarbeitung, Materialqualität und der Komfort entsprachen Mercedes-Standards und übertrafen viele Wettbewerber aus dem Volumen-Segment. Allerdings zeigte sich im direkten Vergleich mit technisch neueren Elektrofahrzeugen, dass die Adaptation einer Verbrenner-Plattform Kompromisse mit sich brachte. Das relativ hohe Gewicht von über 2,4 Tonnen und die Aerodynamik (cW-Wert 0,28) waren gut, aber nicht herausragend für ein Elektrofahrzeug. Die Reichweite von real 300 bis 400 Kilometern je nach Bedingungen war für den Alltag ausreichend, für Langstrecken aber begrenzt.

Gebraucht ist der EQC heute eine interessante Option für Käufer, die ein gut ausgestattetes Premium-Elektro-SUV suchen und keine maximale Reichweite oder Ladegeschwindigkeit benötigen. Die Preise haben sich deutlich vom Neupreisniveau entfernt, was das Preis-Leistungs-Verhältnis verbessert. Die Garantie auf die Batterie bietet zusätzliche Sicherheit. Als Einstieg in die Elektromobilität mit Mercedes-Komfort erfüllt der EQC seine Aufgabe auch Jahre nach Markteinführung zuverlässig, auch wenn neuere Modelle technisch deutlich weiter sind.

Mercedes-Benz EQC leasen (bald verfügbar)

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Reichweite des Mercedes-Benz EQC?

Die WLTP-Reichweite des EQC liegt bei bis zu 471 Kilometern. In der Praxis sind je nach Fahrstil, Außentemperatur und Geschwindigkeit zwischen 300 und 400 Kilometer realistisch. Im Winter bei Autobahnfahrten kann die Reichweite auf unter 300 Kilometer sinken.

Wie schnell lädt der Mercedes-Benz EQC?

Der EQC lädt an DC-Schnellladesäulen mit maximal 110 kW. Ein Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert etwa 40 Minuten. An der Wechselstrom-Wallbox sind serienmäßig 7,4 kW möglich, optional bis zu 11 kW, was eine Vollladung über Nacht ermöglicht.

Was kostet der Mercedes-Benz EQC gebraucht?

Gebrauchte EQC starten je nach Baujahr, Laufleistung und Ausstattung bei etwa 35.000 bis 45.000 Euro für Modelle ab 2020. Frühere Exemplare mit höherer Laufleistung sind bereits ab rund 30.000 Euro erhältlich. Der Neupreis lag bei rund 72.000 Euro.

Wurde die Produktion des Mercedes-Benz EQC eingestellt?

Ja, Mercedes-Benz stellte die Produktion des EQC im November 2023 ein. Als Nachfolger im Elektro-SUV-Segment dienen der EQE SUV und weitere Modelle auf dedizierter Elektro-Plattform. Ersatzteile und Service bleiben mindestens zehn Jahre nach Produktionsende verfügbar.

Wie viel Leistung hat der Mercedes-Benz EQC?

Der EQC 400 4MATIC verfügt über eine Systemleistung von 300 kW (408 PS) und 765 Nm Drehmoment. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 5,1 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 180 km/h begrenzt, um die Reichweite zu schonen.