
Mercedes-Benz
Mercedes-Benz EQG
Foto: Tokumeigakarinoaoshima / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Der Mercedes-Benz EQG ist die vollelektrische Version der legendären G-Klasse. Mit vier Einzelradmotoren, 116 kWh Batteriekapazität und uneingeschränkter Geländetauglichkeit kombiniert er Luxus, Tradition und emissionsfreies Fahren. Dank 850 mm Wattiefe und innovativen Funktionen wie G-Turn setzt er neue Maßstäbe im Luxus-Offroad-Segment.
Ideal für: Umweltbewusste Luxuskunden mit Anspruch auf maximale Geländetauglichkeit und ikonisches Design
Foto: Tokumeigakarinoaoshima / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Technische Daten
Mercedes-Benz EQG Eckdaten
Der Mercedes-Benz EQG stellt die elektrische Neuinterpretation der legendären G-Klasse dar und wurde erstmals 2021 als Konzeptfahrzeug auf der IAA Mobility in München präsentiert. Die Serienversion wurde im April 2024 enthüllt und markiert einen Meilenstein in der über 40-jährigen Geschichte der G-Klasse: Erstmals wird das ikonische Geländefahrzeug mit rein elektrischem Antrieb angeboten. Der EQG kombiniert die unverwechselbare Kastenform und die legendären Offroad-Fähigkeiten der G-Klasse mit modernster Elektromobilität und richtet sich an Kunden, die auf Nachhaltigkeit setzen, ohne auf Geländetauglichkeit und Status zu verzichten.
Mehr lesen
Die aktuelle Generation: EQG (2024–heute)
Der Mercedes-Benz EQG der ersten Generation basiert auf der aktuellen W 463 A-Plattform der konventionellen G-Klasse, wurde jedoch umfassend für den Elektroantrieb adaptiert. Vier einzeln ansteuerbare Elektromotoren – je einer pro Rad – erzeugen eine Systemleistung von bis zu 432 kW (587 PS). Diese Konfiguration ermöglicht nicht nur beeindruckende Fahrleistungen, sondern auch völlig neue Offroad-Funktionen wie die "G-Turn"-Funktion, bei der das Fahrzeug auf der Stelle drehen kann, indem die Räder einer Seite vorwärts und die der anderen rückwärts laufen. Die Batterie mit einer nutzbaren Kapazität von 116 kWh ist im Leiterrahmen unterhalb des Fahrzeugs montiert, um Innenraum und Bodenfreiheit nicht zu beeinträchtigen. Mit 265 mm Bodenfreiheit und Wattiefe von 850 mm übertrifft der EQG sogar die konventionelle G-Klasse.
Optisch unterscheidet sich der EQG durch spezifische Details von seinem Verbrenner-Pendant: Ein geschlossener Kühlergrill mit beleuchteten Vertikalstreben, ein aerodynamisch optimierter Unterboden und spezielle 18-Zoll-Leichtmetallräder signalisieren den elektrischen Antrieb. Das Interieur entspricht weitgehend dem der aktuellen G-Klasse mit MBUX-Infotainmentsystem, kann jedoch durch EQG-spezifische Anzeigen und Funktionen ergänzt werden, die beispielsweise Energie-Rekuperation und Offroad-Telemetrie darstellen. Der charakteristische Seitenschutz und die Außentürgriffe wurden beibehalten, ebenso das markante Klackgeräusch der Türen. Die Ladekapazität beträgt bis zu 200 kW DC, womit die Batterie in etwa 32 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen werden kann. Die geschätzte Reichweite liegt bei rund 400–450 Kilometern nach WLTP.
Technische Besonderheiten und Offroad-Kompetenz
Das Alleinstellungsmerkmal des EQG liegt in der Kombination aus Elektroantrieb und kompromissloser Geländetauglichkeit. Die vier Einzelmotoren ermöglichen eine präzise Drehmomentverteilung an jedes Rad (Torque Vectoring), was sowohl die Traktion im Gelände als auch die Fahrdynamik auf der Straße verbessert. Zusätzlich verfügt der EQG über eine Untersetzung mit Kriechgang, die speziell für extreme Offroad-Situationen entwickelt wurde und die Vorteile des elektrischen Drehmoments mit mechanischer Übersetzung kombiniert. Die Starrachsen vorne und hinten mit adaptiver Dämpfung sowie die drei elektrisch zuschaltbaren Differenzialsperren bleiben erhalten.
Ein weiteres Highlight ist die "Transparent Hood"-Funktion, bei der Kameras den Bereich vor dem Fahrzeug auf dem Display abbilden, um die Sicht im extremen Gelände zu verbessern. Der EQG bietet zudem verschiedene Fahrprogramme, darunter spezielle Modi für Sand, Fels, Schlamm und Schnee, die Motorsteuerung, ESP-Eingriffe und Rekuperationsstärke entsprechend anpassen. Die Rekuperation kann in mehreren Stufen eingestellt werden, bis hin zum One-Pedal-Driving. Im Gelände kann die Rekuperation auch komplett deaktiviert werden, um maximale Kontrolle zu gewährleisten.
Entwicklungsgeschichte und Konzeptphase
Die Idee eines elektrischen G-Modells wurde bei Mercedes-Benz bereits seit Mitte der 2010er Jahre diskutiert, als die EQ-Submarke für Elektrofahrzeuge aufgebaut wurde. 2019 kündigte Daimler-Chef Ola Källenius erstmals offiziell an, dass auch die G-Klasse elektrifiziert werden solle. Das auf der IAA 2021 gezeigte Concept EQG war nahezu seriennah gestaltet und zeigte bereits die wesentlichen Designmerkmale. Anders als bei vielen anderen EQ-Modellen entschied sich Mercedes bewusst dafür, die charakteristische Optik und Proportionen der G-Klasse beizubehalten, statt eine eigenständige EQ-Designsprache zu verwenden.
Die Entwicklung konzentrierte sich auf drei Hauptherausforderungen: erstens die Integration der Batterie ohne Kompromisse bei Bodenfreiheit und Innenraum, zweitens die Gewährleistung der Geländetauglichkeit trotz des höheren Gewichts der Batterie (der EQG wiegt rund 3085 kg leer), und drittens die Kühlung der vier Elektromotoren bei intensiver Geländenutzung. Mercedes testete Prototypen in der Wüste Dubais, in den schwedischen Winterprüfgebieten und am Schöckl in Österreich, dem traditionellen Testgelände für G-Klasse-Modelle. Die Serienproduktion erfolgt im Werk Graz bei Magna Steyr, wo seit 1979 alle G-Klasse-Modelle gebaut werden.
Marktpositionierung und Zielgruppe
Mit einem erwarteten Einstiegspreis deutlich über 140.000 Euro positioniert sich der EQG im absoluten Luxussegment. Er konkurriert weniger mit elektrischen SUV wie dem BMW iX oder Audi e-tron, sondern vielmehr mit Luxus-Geländewagen wie dem Range Rover oder potenziellen elektrischen Versionen von Rivalen. Die Zielgruppe umfasst wohlhabende, umweltbewusste Kunden, die das Statement und die Geländefähigkeit der G-Klasse schätzen, aber auf Elektromobilität setzen möchten – sei es aus Überzeugung oder aufgrund von Zufahrtsbeschränkungen für Verbrenner in Innenstädten.
Der EQG wird parallel zur konventionellen G-Klasse angeboten und ergänzt das Portfolio, ohne diese zu ersetzen. Mercedes rechnet damit, dass der Elektro-G etwa 20–30 Prozent der G-Klasse-Verkäufe ausmachen könnte, wobei die Nachfrage regional stark variieren dürfte: In Märkten wie Kalifornien, Norwegen oder urbanen Zentren Europas wird eine höhere Akzeptanz erwartet als in traditionellen G-Klasse-Märkten wie dem Nahen Osten. Für viele Kunden stellt der EQG ein Zweit- oder Drittfahrzeug dar, das die Garage neben dem Verbrenner-G oder anderen Luxusfahrzeugen ergänzt.
Ausblick und Zukunft
Mercedes-Benz plant, die G-Klasse langfristig in beiden Antriebsformen – elektrisch und mit Verbrennungsmotor – anzubieten. Für die konventionelle G-Klasse sind bereits Euro 7-konforme Motoren in Entwicklung, während der EQG kontinuierlich weiterentwickelt werden soll. Zukünftige Updates könnten leistungsstärkere Varianten (etwa ein AMG-Modell mit über 600 PS), größere Batterien für mehr Reichweite oder fortgeschrittene Assistenzsysteme bringen. Auch Sondermodelle und Individualisierungsoptionen über das Programm "Manufaktur" oder "G Manufaktur" sind wahrscheinlich.
Der EQG demonstriert, dass Elektromobilität und Offroad-Kompetenz keine Gegensätze sein müssen. Mit seiner Kombination aus Tradition und Innovation schreibt er die Erfolgsgeschichte der G-Klasse fort und könnte zum Vorbild für andere Geländewagen-Hersteller werden. Die ersten Kundenauslieferungen begannen im Herbst 2024, zunächst in Europa und Nordamerika. Die Reaktionen auf die ersten Testfahrten waren überwiegend positiv, wobei besonders die Offroad-Fähigkeiten und die souveräne Fahrleistung gelobt wurden, während die Reichweite und das hohe Gewicht als Kritikpunkte genannt wurden.
Häufige Fragen
Was kostet der Mercedes-Benz EQG?
Der Mercedes-Benz EQG startet in Deutschland bei einem Preis von etwa 142.000 Euro. Je nach Ausstattungslinie und Sonderausstattung kann der Preis deutlich steigen.
Welche Reichweite hat der EQG?
Der Mercedes-Benz EQG erreicht mit seiner 116 kWh-Batterie eine Reichweite von rund 400–450 Kilometern nach WLTP. Im Gelände oder bei sportlicher Fahrweise reduziert sich die Reichweite entsprechend.
Wie viel Leistung hat der Mercedes EQG?
Der EQG verfügt über vier Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 432 kW (587 PS). Jedes Rad wird von einem eigenen Motor angetrieben, was optimales Torque Vectoring ermöglicht.
Ist der EQG genauso geländetauglich wie die normale G-Klasse?
Ja, der EQG übertrifft die konventionelle G-Klasse sogar in einigen Bereichen: 265 mm Bodenfreiheit, 850 mm Wattiefe, drei Differenzialsperren und Einzelradmotoren sorgen für exzellente Traktion im Gelände.
Wie schnell lädt der Mercedes-Benz EQG?
Der EQG unterstützt DC-Schnellladen mit bis zu 200 kW. Damit lädt die Batterie in etwa 32 Minuten von 10 auf 80 Prozent. An der Wallbox (11 kW AC) dauert eine Vollladung rund 11 Stunden.